Montag, 28. März 2016

Die Sonne im Februar 2016

Weißlicht: Die Fleckentätigkeit ist im Februar geringfügig angestiegen, was vor allem den vielen kleinen Gruppen in der ersten Monatshälfte zu verdanken ist. Danach fiel die Sonne wieder in einen Zustand der relativen Ruhe zurück und es wurden nur noch 2 bis 3 Gruppen pro Tag sichtbar. Insgesamt wurden 17 neue Aktivitätsgebiete registriert. Zu den größeren Exemplaren gehörte die AR 12494, die erstmals am 5. als D-Gruppe sichtbar wurde. Sie blieb bis zum 13. und hielt ihre Klasse, wenn sie auch wie viele der höher entwickelten Gruppen der letzten Zeit, aufgrund der schwächer werdenden lokalen Magnetfelder der Sonne, am Ende starke Verfallserscheinungen zeigte. Etwas anders sah es bei der AR 12597 aus. Sie konnte ab dem 6. als D-Gruppe am Ostrand beobachtet werden und stieg am 10. zur Klasse E auf, die sie bis zu ihrem Verschwinden am 18. beibehielt. Sie sah am Ende aber auch schon sehr zerrupft aus, verlor schrittweise die Penumbren im nachfolgenden Teil der Gruppe und ob in den letzten Tagen ihrer Sichtbarkeit auf der erdzugewandten Seite der Sonne die Klasse E überhaupt noch gerechtfertigt war, sei einmal dahingestellt. Sie wirkte da schon eher wieder wie eine D-Gruppe. Danach präsentierte sich die Sonne nur noch mit kleinen, unterentwickelten Aktivitätsgebieten, die sich oft nach 1 bis 2 Tagen schon wieder auflösten. Ein typisches Merkmal für einen zu Ende gehenden Zykus.

: Die abnehmende Sonnenaktivität ist nicht nur im Weißlicht, sondern insbesondere auch im H-alpha spürbar. Die Zahl der großen Flares scheint vorbei, am Rand gibt es nur noch selten wirklich große und weit ins All hinausgreifende Protuberanzen zu sehen und selbst die Flaregebiete wirken mittlerweile eher mickrig, von einigen, ganz wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. So verwundert es auch nicht, dass man bis zum 12. des Monats auf den ersten großen Flare warten musste. Ganze 4 Stück gab es im Februar und alle waren aus der AR 12597 aufgestiegen: 

12., 10:47 UT: M1.0
13., 15:24 UT: M1.8
14., 19:26 UT: M1.0
15., 11:00 UT: M1.0

In der übrigen Zeit waren einige C-Class-Flares zu beobachten und an den beiden letzten Tagen des Monats gab es gar keine Ausbrüche mehr. Dafür konnten im ganzen Monat wieder mehrere koronale Löcher registriert werden, die für einen leichten Anstieg des Strahlungsflusses zwischen Sonne und Erde sorgten. Ein solcher führte zu einem leichten G1-Sturm, der in der Nacht vom 8. auf den 9. zu Polarlichtern rund um den geomagnetischen Pol sorgte, der bekanntermaßen über Kanada liegt. Ein G2-Sturm manifestierte sich durch koronale Löcher am 17. Februar. Einen Tag später gab es in der dicht hinter dem Westrand stehenden AR 12597 ein eurptives Filament, dem ein G1-Sturm auf dem Fuße folgte und der mit dem ersten von zwei koronalen Massenaufwürfen des ganzen Monats verbunden war. Nr. 2 zeigte sich am 20. auf der erdabgewandten Seite. Verursacher war hier wohl ebenfalls die AR 12597, was sich auch im Monatsbericht des Sonnenobservatoriums Kanzelhöhe ist dazu zur Gesamtaktivität ablesen lässt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen