Montag, 28. März 2016

Die Sonne im Januar 2016

Weißlicht: Fast zwei Jahre nach dem schwachen Fleckenmaximum des 24. Zyklus im April 2014 mit einer mittleren ausgeglichenen Fleckenrelativzahl von 116,4 sind die aktuellen Werte etwa um die Hälfte zurückgegangen. Dieser Niedergang der Sonnenaktivität setzte sich im Januar nahtlos fort. Am Neujahrstag stand die alte AR 12473 ganz nah am Westrand und verschwand einen Tag später. Aus Richtung Osten kam eine Vielzahl kleinerer Gruppen, die sich aber nicht lange hielten, denn von den sechs, die am 3. zu sehen waren, blieben am 4. nur noch zwei übrig. Einen Tag später kamen aber wieder etliche kleine Gruppen der unteren Waldmeierklasse dazu und die Zahl der Gruppen stieg bis zum 8. auf sieben an. Danach konnte man beobachten, wie sich dieser Pulk mit der Rotation der Sonne langsam über ihre Oberfläche bewegte, sich Gruppen, die kaum einen Tag alt waren, wieder auflösten und aus Richtung Osten keine neuen Gruppen herankamen. Erst am 14. war dort wieder eine kleine B-Gruppe zu sehen. Am 25. erschien auf der Nordhalbkugel der Sonne mit der AR 12489 die erste und einzige größere Fleckengruppe des ganzen Monats. Sie entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zwischen dem 27. und dem 28. von einer C- zu einer E-Gruppe und bildete rasch im voranschreitenden und im nachfolgenden Teil komplexe Penumbren, die sie aber schon am 29. weitgehend verloren hatte und schon am 30. war sie wieder auf die Klasse C zurückgefallen und gehörte am Monatsletzten nur noch zur Klasse H. Von diesem kleinen Aktivitätsausbruch abgesehen, war die Sonnenaktivität im Januar eher ruhig und dem Minimum näher als dem Maximum. Da verwundert es kaum, dass es im ganzen Monat nur 16 neue Fleckengruppen gegeben hat.

: Im H-alpha war die Sonnenaktivität ebenfalls sehr gering. Daher gab es nur vier erwähnenswerte Ereignisse im ganzen Monat. Am 2. wurde ein lang anhaltender M2.3-Flare am Westrand gesichtet, der aus der gerade wegrotierten AR 12473 hervorgegangen und vom Solar Dynamics Observer (SDO) aufgezeichnet worden war. Der Höhepunkt wurde um 0:11 UTC erreicht. Am 5. konnten ausgedehnte koronale Löcher ausgemacht werden, die für einen leichten Anstieg der Strahlungsaktivität der Sonne, einen geomagnetischen Sturm der Klasse G1, verantwortlich waren. Der 6. brachte einen starken Ausbruch auf der erdabgewandten Seite der Sonne, mit einem kräftigen CME, der ebenfalls nur von Satelliten aus zu beobachten war. Verursacher war demnach ebenfalls die AR 12473. Am 14. entstand aus einem eruptiven Filament ein erdwärts gerichteter geomagnetischer Sturm der Klasse G2, der in nördlichen Breiten für eine Zunahme der Polarlichtaktivität sorgte. Das letzte Ereignis war ein weiteres eruptives Filament, das am 30. am südöstlichen Sonnenrand aufgestiegen war. Wer hier die AR 12489 vermisst, dem sei gesagt, dass diese Gruppe sich zwar sehr schnell entwickelte, im H-alpha aber kaum aktiv war. Die schwache Sonnenaktivität kann man auch schön im Monatsbericht des Sonnenobservatoriums auf der Kanzelhöhe nachlesen.

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