Samstag, 19. März 2016

Sonne am 19.3.2016

Trotz für den Norden Deutschlands katastrophal schlechter Wetteraussichten für den heutigen 14. bundesdeutschen Astronomietag zeigten sich am Himmel einige kleine Wolkenlücken. Genau genommen waren es keine echten Lücken, denn die Mehrschichtbewölkung hatte sich an einigen Stellen bis auf eine Schicht aufgelöst und zeigte ein wenig blauen Himmel. Diese Lücken trafen zwar die Position der Sonne, die zu dem Zeitpunkt aber noch hinter Bäumen stand. Also musste ich durch dünne Äste hindurchschauen, um überhaupt etwas zu sehen. 

Die Folge war ein leicht verschwommenes Bild der Sonne, aber es reichte aus, um die beiden einzigen Fleckengruppen zu sehen, die es heute im Weißlicht zu bestaunen gab: die AR 12519 als J1 und die AR 12524 als D2, die in den letzten beiden Tagen alle ihre Einzelflecken außerhalb der Penumbren verloren hatte. Man kann Wetten darüber abschließen, ob sie noch den Westrand erreichen, oder sich vorher auflösen wird.

Im H-alpha war die Sicht wegen der leicht dahinsiechenden Äste schon schwieriger, wenn es auch einiges zu sehen gab: Im Nordwesten stand eine große, torbogenähnliche Protuberanz, im Südwesten ein Flatschen und am Ostrand etwas büschelartiges. Im Südosten dann noch eine flache Erhebung, sodass ich heute nur auf 4 Protuberanzen kam. Auf Anhieb fand ich auf der Oberfläche 3 große Flaregebiete und nach und nach - die Lücken wurden nun rasch wieder kleiner und ich musste länger pausieren, während die Sonne nun hinter dickere Äste des Baumes kam - erfasste ich 9 unspektakuläre und ziemlich regellos verteilte Filamente. Kaum fertig mit der Beobachtung, schloss sich die Lücke binnen Sekunden. Weitere Öffnungen der dichten Wolkendecke waren nicht mehr zu sehen. Ein kleines Glück am trostlos erscheinenden Astronomietag.

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