Montag, 7. März 2016

Sonne am 7.3.2016

Der Morgen begann mit Schneefall und leichten Regen, sodass eine Beobachtung zunähst nicht zu denken war. Nach unserer Vor-Frühstücks-Einkaufstour nach Rudisleben klarte der Himmel immer weiter auf, sodass ich noch vor Kaffee und Brötchen mit einer kurzen Beobachtung beginnen konnte.

Das Seeing in der Auflockerung war ausgesprochen gut und in den kleinen Fleckengruppen sehr viel Detail zu sehen. Am Westrand war die AR 12517 dicht an der Nachweisgrenze für meinen 80/400er Refraktor schwach als A1 zu sehen. Die darunter stehende AR 12514 konnte dagegen eindeutig als A2 klassifiziert werden. Die AR 12512 war eine C7, die AR 12510 eine weitere A1 und die AR 12513 eine H1. Alle Gruppen befanden sich auf der Nordhalbkugel, der Süden war fleckenfrei.

Angespornt durch das gute Seeing wechselte ich gleich zum PST und wurde herbe enttäuscht, denn in dieser Wellenlänge zeigten sich die Sichtbedingungen weit weniger gut. Das lag zum Teil aber auch daran, dass der Himmel schon wieder leicht zuzuschleimen begann. Daher erschienen die 12 Protuberanzen am Sonnenrand reichlich lichtschwach. Die meisten - nämlich 8 an der Zahl - waren am Ostrand zu finden, der Rest im Westen und Südwesten. Beeindruckend war eine Protuberanz am Westrand, die wie ein gerupfter Tannenbaum aussah, der seine beste Zeit schon hinter sich hatte.

Auf der Oberfläche zeigten sich im Norden an der Stelle der fünf Aktiven Regionen jeweils helle Flaregebiete, die auch heute deutlich umfangreicher waren, als die dazu gehörigen Flecken im Weißlicht. Im Nordwesten erhob sich hier ein kleiner Bogen heller Sonnenmaterie. Zwischen den aktiven Regionen gab es immer noch das lange Filamente, das bereits gestern zu sehen war. Insgesamt gab es 8 Filamente, die ansonsten aber eher unscheinbar und ziemlich regellos über die Sonne verteilt waren. 

Kurz nach Ende der Beobachtung zog es dann wieder zu. Und es klarte bis zum Erstellen dieser Zeilen auf der Sternwarte auch nicht wieder auf, nur kurz während einer Fahrt nach Erfurt. Und so bestätigte sich wieder die alte Weisheit: „Wenn Du die erste Gelegenheit zur Sonnenbeobachtung nicht nutzt, erhälst Du keine zweite“ … Zum Glück konnte Murphy ausgetrickst werden, denn der zweite Satz griff bisher nicht: „Nutzt Du die erste Gelegenheit, dann kriegst Du auch eine zweite.“

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