Freitag, 1. April 2016

Sonne am 1.4.2016

Ein früher Feierabend beim vermutlich ersten Frühlingswochenende im Norden ließ mich nicht nur entspannt und ohne Stress die Sonne beobachten, sondern machte auch Laune auf weitere astronomische Aktivitäten. Allerdings waren die Luft und der Boden noch relativ kühl und daher das Seeing bisweilen schlecht bis grottig. In manchen Augenblicken war kaum mehr als der heftig wallende Sonnenrand in Zick-Zack-Form zu sehen und dann stand für Sekunden das Bild. Für Fotos schlecht, für die visuelle Beobachtung aber brauchbar.

Im Weißlicht gab es nach wie vor nur eine Fleckengruppe zu sehen, die AR 12526, die sich anscheinend geteilt hatte, aber immer noch von einer einzigen, ovalen,  Penumbra umgeben war. Man darf spekulieren, ob die Gruppe bis zum Westrand durchhalten wird, denn Fleckenteilungen sind in der Regel ein Hinweis auf einen möglichen Zerfall einer einpoligen Gruppe.

Im H-alpha-Licht fiel das schlechte Seeing gar nicht so sehr ins Gewicht. Was beim ersten Blick durchs PST auffiel war eine große Protuberanz am Ostrand: ein schöner Bogen, der - perspektivisch bedingt - an einer Stelle unterbrochen schien. Genau gegenüber sah man, wie das lange Filament der letzten Tage hier in eine nette, aber nicht sehr große, Protuberanz überging. Neben diesen beiden zählte ich weitere 6 Materieerhebungen, die aber allesamt winzig waren. 

Auf der Oberfläche fanden sich drei kleine Flaregebiete - selbst das rund um die AR 12526 war nur noch wenig auffallend strukturiert und leuchtete nur schwach - und 12 kleine Filamente. Angesichts der großen Protuberanz am Ostrand darf man an dieser Stelle auf ein neues, vielleicht etwas größeres Aktivitätsgebiet hoffen, dass sich in den kommenden Tagen, vielleicht sogar schon an diesem Wochenende, zeigen könnte.

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