Freitag, 22. April 2016

Sonne am 22.4.2016

Wieder war die Beobachtung ein einziger Krampf. Saß ich tagsüber noch bei viel Sonnenschein im Büro, kam ich nach dem Freitagseinkauf irgendwann zu Hause an und keine 100m davon entfernt verdunkelte sich der Himmel und die Sonne war weg. Jeden Tag die gleichen Murphereien. Und es sah aus, als ob es einen weiteren Ausfalltag geben würde, von denen ich schon reichlich angesammelt hatte. Gut anderthalb Stunden später zeigten sich erste Wolkenlücken, die natürlich alle an der Position der Sonne vorbei gingen. Nördlich von mir gab es sogar ein größeres Wolkenloch, aber die Sonne stand im Westen hinter Wolken. Dann endlich traf die erste Lücke und gab mir die Möglichkeit, das Teleskop grob zu justieren, danach musste ich nochmals gut 30 Minuten warten, bis ich mit der Beobachtung beginnen konnte. 

Das Seeing war mittelmäßig und tiefer gelegte Wolken zogen ständig durch das Bildfeld, sodass das Beobachtungsauge Probleme mit dem Erfassen von Flecken hatte. Die AR 12533 war auf Anhieb als J1 zu sehen, doch die immer wieder durchziehenden Wolkenfetzen erschwerten das Erkennen der zweiten Gruppe. Diese war nur sehr schwer zu finden, weil die Wolken immer wieder störten. Dann war erstmal Schluss, aber schon nach einer Viertelstunde kam gnädigerweise eine größere Wolkenlücke - von der ich nur den kleinsten Teil abbekam - und konnte die AR 12532 als schwache A1 finden. Gleich danach waren die Wolken wieder da und ich musste abermals eine Stunde bis zur nächsten Wolkenlücke warten, um noch mit dem PST ins H-alpha-Licht schauen zu können.

Die Wolkenlücken waren erheblich kleiner und so konnte ich nur abschnittsweise zählen und kam auf 3 winzigste Protuberanzen, 1 schwaches Flaregebie und 8 wild verstreute Filamente, bis die Wolken wiederkamen und das Drama endlich beendeten. Eine Beobachtung, ja, aber wieder nur unter schlechten Bedingungen, von denen ich mittlerweile genug habe.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen