Samstag, 23. April 2016

Sonne am 23.4.2016

Ein für mich richtig astronomisches Wochenende (heute das Norddeutsche Astrofotografentreffen in Lübeck und morgen Führungen auf der Bergedorfer Sternwarte) sollte nicht ohne Beobachtung sein und in der Tat war der Himmel ziemlich aufgelockert. Nur in Richtung Südwesten gab es ein kompaktes Wolkenband, aber das sollte ja nicht stören. Sollte. Es kam anders. Kurz bevor ich auf dem Dachboden mit der Beobachtung beginnen wollte, zogen dicke Wolken direkt vor die Sonne, während der gesamte Nordhimmel frei von Wolken war. Es sah wieder wie einer meiner typischen Beobachtungsmurphs aus. Doch dann, man mag es kaum Glauben und Augen reiben ist gestattet: die Wolken verzogen sich und schließlich konnte ich eine richtig große Wolkenlücke erwischen. Und dann war auch noch das Seeing vergleichsweise gut!

Die Sonnenaktivität zeigte sich gegenüber gestern Nachtmittag kaum verändert. Im Weißlicht waren weiter die beiden Aktiven Regionen AR 12533 war auch heuer eine J1 und die bei besserem Seeing leichter zu sehende AR 12532 eine A1.

Die Beobachtung im H-alpha-Licht war bei dem guten Seeing endlich mal wieder ein kleiner Genuss, wenngleich sich die niedrige Aktivität auch hier bemerkbar machte. Am Rand waren nur vier kleine Protuberanzen zu erkennen, die kaum der Rede wert waren. Auf der Oberfläche zeigte sich abermals nur ein Flaregebiet und das erstaunlicherweise im Bereich der AR 12532, von der im Weißlicht nur ein schwächlicher A1-Fleck zu sehen ist, während im H-alpha der Bereich hell aufleuchtete und östlich davon eine kleine Kette von Filamenten zu sehen war. Hier tut sich mehr, als man auf den bloßen Weißlicht-Blick vermuten könnte. Von dieser Gruppe ging ein kleiner Halbbogen bis zum Ostrand aus, der eine Kette von Filamenten bildete. Eine Handvoll Filamente gab es sowohl am Ost-, als auch am Westrand. Insgesamt zählte ich 12 Filamente. Endlich mal eine entspanntere Beobachtung, wenn auch die Aktivität nicht viel hergab.

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