Sonntag, 3. April 2016

Sonne am 3.4.2016

Der Sonntag Vormittag war im Hinblick auf das Wetter eine einzige Enttäuschung. Vorhergesagt war ein strahlend blauer Himmel, gekommen sind statt dessen dicke Wolken. Da fragt man sich doch sehr nach der scheinbar immer geringer werdenden Zuverlässigkeit von Wetterprognosen. Zum Glück klarte sich der Himmel kurz nach 12 Uhr ein wenig auf und als die erste größere Wolkenlücke kam, war der Himmel darin zwar nicht blau, sondern weiß, dennoch war das Seeing gut und man konnte mit dem Teleskop gut durch die Syphschicht durchkommen.

Im Weißlicht zeigte sich weiter einsam und verlassen die AR 12526 als H1 sowie zwei kleine Fackelfelder, eines am Ost- und eines am Westrand.

Das Leben tobte dagegen im H-alpha-Licht: die beiden großen Protuberanzen der letzten Tage waren nicht nur immer noch vorhanden, sondern hatten sich noch vergrößert, sodass beiden nicht mehr ganz von den GONG-Kameras erfasst werden konnten. Die am Westrand ragte hoch auf und knickte an ihrer Spitze ab, hier dürfte sich bald was tun, sich vielleicht ein Teil ablösen. Die Büschelprotuberanz am Ostrand zeigte weiter ihre wirre Struktur und war noch größer geworden., daneben gab es noch fünf weitere Materieerhebungen, die aber weniger auffällig waren.

Die Oberfläche enthielt zwei schwach leuchtende Flaregebiete und 10 regellos verteilte Filamente. Interessant war jenes am südwestlichen Rand, das hier in eine Protuberanz überging. Im Nordosten gab es zwei Exemplare, die sich deutlich über die Oberfläche erhoben und so sehr plastisch und dreidimensional wirkten. Außerdem deutete sich von Südosten her eine auf den ersten Blick unscheinbare Kette kleiner Filamente an. Es zeigte sich wieder auf beeindruckende Weise, dass eine geringe Aktivität im Weißlicht nicht gleichbedeutend sein muss mit wenigen Erscheinungen im H-alpha-Licht! 

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