Dienstag, 31. Mai 2016

Sonne am 31.5.2016

Ein weiteres Mal sah es nach einem klassischen Wettermurph aus: Der Tag begann bewölkt, gegen Mittag kam die Sonne raus und bei Feierabend war sie wieder weg. Zum Glück sah ich aber schon größere Wolkenlücken, als mich mich meiner Wohnung näherte. Tatsächlich verschwand die Sonne beim Betreten derselbigen erst einmal hinter einer Wolke, doch nach wenigen Minuten kam sie wieder raus und ich konnte bei bescheidenem Seeing mit der Beobachtung beginnen.

Im Weißlicht hatten sich kaum Veränderungen ergeben. Die beiden neuen Gruppen hatten nun endlich eine Nummer durch die NOAA erhalten und so war die AR 12550 eine C4 und die AR 12551 eine D7. Von der AR 12549 war nicht mehr viel zu sehen. Nur in wenigen Momenten ruhiger Luft war sie verschwommen zu sehen. Ich stufte sie daher als A1 ein, damit ich einen Zahlenwert hatte, denn sie war nur sehr schwer auszumachen.

Fast umgehauen hatte mich dagegen die Aktivität im H-alpha-Licht. Seit gestern war sie regelrecht explodiert. Der Rand war voll mit (insgesamt 17) Protuberanzen, die größten entlang des Westrandes, die kleinsten im Osten. Außer den 4 Flaregebieten fand ich auf der Oberfläche nach längerer Beobachtung immer mehr Filamente und musste mehrmals zählen. Am Ende kam ich auf 16 Stück. Im Nordwesten die anscheinend wieder auferstandene – aber wohl aufgrund des heute besseren Seeings deutlicher zu sehende Filamentkette, im Südosten zwei dicke Kleckse, im Norden drei dicke Flatschen sowie reichlich Kleinkram, der wahllos über die Oberfläche verteilt war. Es zeigte sich, wie irrig die Annahme ist, dass eine niedrige Aktivität im Weißlicht irgendwelche Hinweise auf das Geschehen im H-alpha-Licht geben könnte, wo gerade heute das Leben tobte. 

Montag, 30. Mai 2016

Sonne am 30.5.2016

Das war ein Sieg in der Nachspielzeit: Als ich gegen 16 Uhr MESZ zu Hause ankam – ich hatte die Amtliche Unwetterwarnung zum Anlass genommen, früher Feierabend zu machen – schien die Sonne aus der letzten großen Wolkenlücke heraus, während der Himmel im Norden klar und im Südosten vom nahenden Gewitter bedrohend und stahlblau aussah. Das Seeing war dabei sogar fast gut, wenn sich auch der Sonnenrand ab und an heftig bewegte.

Leider konnte ich wegen der Arbeit nicht am Vormittag beobachten, dann hätte ich die AR 12548 noch erwischt, jetzt aber war sie wegrotiert bzw. eine letzte, randnahe Einkerbung aufgrund des Seeings nicht mehr zu sehen. Nur mangelnden Ersatz gab es durch drei kleine Gruppen: eine C7 und eine A1 im Norden, beide noch ohne NOAA-Nummer und die AR 12549 als B6 im Süden. Die kleine A1, die ich gestern noh am Ostrand gesehen hatte, war heute nicht mehr zu finden und hatte sich wohl aufgelöst.

Dem H-alpha-Licht gönnte ich mit dem PST aufgrund des Gewitters, das jetzt immerhin schon zu hören war, nur einen kurzen Blick. Am Rand standen 7 Protuberanzen – eine dicke, spitzkegelige am Westrand -, 4 Flaregebiete, denen ich kaum Beachtung schenkte sowie 10 Filamente waren auf der Oberfläche zu sehen. Die Kette war noch da ein längliches und ein Bogen am Westrand und ein paar kleine Dinger im Osten. Dann schob sich die Gewitterfront heran und beendete meine Beobachtung. Fertig geworden mit dem Schlusspfiff!

Sonntag, 29. Mai 2016

Sonne am 29.5.2016

Was man von den Wettervorhersagen der letzten Zeit halten kann, zeigte sich heute Vormittag: prognostiziert war ein sonniger und warmer Morgen, stattdessen war es kühl und regnerisch. Dafür klarte es am Nachmittag aus Richtung Südwesten auf, als es eigentlich regnen und gewittern sollte … Leider war das Seeing bei der sich auflockernden Bewölkung eher suboptimal, zeitweise war der Sonnenrand in heftige Bewegung versetzt und der Hintergrund im Weißlicht war grau und im H-alpha-Licht hellorange.

Wie schon gestern vorhergesagt, ist die AR 12546 fast völlig in sich zusammengefallen. Am Westrand stand daher auch nur eine einsame J1 in einem Fackelfeld. Der AR 12549 erging es nicht wesentlich besser, denn die Hoffnung, dass sie sich schnell weiterentwickeln würde, entpuppte sich als Fehleinschätzung. Sie war ebenfalls weitgehend zusammengebrochen und nur noch eine B4. Erst bei einer späteren Kontrollbeobachtung – es war zunächst nicht klar, ob die 12549 eine A1 oder doch eine B war – entdeckte ich in einem Fackelfeld am Ostrand noch eine kleine A1, die ob des mäßigen Seeings mal aus dem Geblubber auftauchte und dann wieder darin verschwand. Nach mehrmaligem Hinschauen war ich mir aber ziemlich sicher, dass dort tatsächlich eine Gruppe war.

Einfacher war es dagegen im H-alpha-Licht, obwohl hier die Aktivität gegenüber dem Vortag ebenfalls stark eingebrochen war. Am Rand konnte ich nur noch 6 Protuberanzen sehen: 3 Spitzkegel am West- und drei kleine Gebilde am Ostrand. Auf der Oberfläche erkannte ich noch 2 Flaregebiete und nur noch 12 Filamente. Die auffällige Filamentkette war nur noch schwach zu sehen, ein Teil war wegrotiert, der andere hatte sich offenbar aufgelöst. Ein bogenförmiges Filament stand rund um die AR 12546, ein längliches östlich davon, während der Rest klein, punktförmig und regellos über die Sonne verteilt war. Förmlich ins Auge sprang ein Exemplar im Osten, dass wie ein Bohrturm aussah. Ansonsten wirkte die Sonne in dieser Wellenlänge doch sehr aufgeräumt. Nicht ungewöhnlich, 2 Jahre nach dem Maximum und wohl 3 vor dem Minimum.

PS: Bei einer weiteren Kontrollbeobachtung konnte ich dann zwischen der AR 12546 und der 12549 blickweise noch eine weitere A1 finden. Aufgrund des Seeings war das aber sehr schwer.

Samstag, 28. Mai 2016

Sonne am 28.5.2016

Wieder einmal eine morgendliche Beobachtung auf dem Dachboden bei scheinbar bestem Seeing und fast wolkenlosem Himmel. Nur im Westen stand eine dicke Wolkenwand, die sich aber kaum vorwärts bewegte. Scheinbar vor allem deshalb, weil nur der Sonnenrand im Fernrohr knackscharf erschien, die Details der Oberfläche aber reichlich verschwommen waren.

Obwohl seit der letzte Beobachtung nicht einmal 12 Stunden vergangen waren, hatte sich bei den beiden Fleckengruppen des heutigen Tages einiges verändert. Die AR 12548 zeigte deutliche Auflösungstendenzen, obwohl sie wiederum 6 Einzelflecke aufwies. Diese sahen aber längst nicht mehr so kontrastreich aus, wie noch vor ein paar Stunden. Ich hatte sie abermals der Waldmeierklasse C zugeordnet. Aus der kleinen A1 von gestern war ein B5 geworden und man darf gespannt sein, ob und wie sie sich in den kommenden Tagen weiterentwickeln wird.

Im vollkommenen Gegensatz dazu stand die vergleichsweise hohe Aktivität im H-alpha-Licht: 14 (!) Protuberanzen am Rand, 3 Flaregebiete und 15 Filamente auf der Oberfläche! Sowohl am Ost- als auch am Westrand standen sehr viele, vor allem kleine, Materiebögen und bei der gestern schon auffälligen Filamentkette im Nordwesten gingen die ersten Teile in eine Protuberanz über. Östlich der AR 12546 hatten sich zwei kräftige Filamente gebildet, weiter südlich ging ein weiteres in eine Protuberanz über. Weniger Filamente gab es auf der Osthälfte der Sonne, dafür wirkte eines wie eine Art Dreibein. Dazu kamen viele kleine Stummelfilamente, sodass die Sonne in dieser Wellenlänge voll war von Aktivität, an der man sich kaum sattsehen konnte und das in der Phase der abklingenden Sonnenaktivität!

Freitag, 27. Mai 2016

Sonne am 27.5.2016

Nach drei weiteren Ausfalltagen und dem Verschwinden der großen AR 12546 konnte ich heute endlich wieder einmal beobachten. Alle Wettervorhersagen der letzten Tage, wonach es zumindest in den Abendstunden hätte sonnig sein müssen, führten in die Irre und lagen vollkommen daneben. Bei mittelprächtigem Seeing und der Tatsache, dass die Sonne irgendwie ständig in leichtem Syph stand, musste ich mich erst einmal neu orientieren.

Im Weißlicht war die AR 12548 weit nach Westen gerückt und nur noch eine C6. In Verlängerung der hinteren, penumbralosen, Flecken stieß ich auf eine einsame A1-Gruppe, die erst auf den zweiten Blick zu finden und zu halten war, was bei dem Seeing keine Kleinigkeit darstellte. Darüber hinaus war die Sonne fleckenlos.

Im H-alpha machte sich das Seeing ebenfalls störend bemerkbar. Der Hintergrund war leicht aufgehellt, aber es ging noch gerade so eben. Vor allem die Bildschärfe machte immense Probleme. Am Rand waren 11 kleine Protuberanzen zu finden, die meisten im Südwesten. Neben den wenig auffälligen 3 Flaregebieten sah ich auf der Oberfläche 12 Filamente, von denen sich einige zu einer jetzt direkt am Westrand stehenden Filamentkette zusammengefunden hatten, weitere gab es im Umfeld der AR 12546 sowie südlich davon. Überhaupt stand die überwiegende Zahl der Filamente auf der Westseite der Sonne, während die Osthälfte nahezu erscheinungsfrei war. Man durfte gespannt sein, wie es mit der Aktivität weiterging, ob nach dem Verschwinden des großen Flecks nun wieder viele kleine auftauchten oder ob eine noch niedrigerer Aktivität bevorstand.

Montag, 23. Mai 2016

Sonne am 23.5.2016

Bei schwerem Gewitter und Starkregen Feierabend zu machen, Einkaufen, ein Paket aus der Packstation holen und dann noch so rechtzeitig zu Hause sein, dass ich eine sich gerade entfaltende Wolkenlücke voll ausnutzen konnte, hatte ich lange nicht mehr. Meistens war es umgekehrt, die Sonne schien vormittags und am Abend war der Himmel dicht. Leider brachte die Aufheiterung, die länger andauerte als angekündigt, kein gutes Seeing mit sich. Der Rand zeigte sich zwar in keiner so schlimmen Wellenbewegung, dafür blubberte es reichlich auf der Oberfläche.

Im Weißlicht war aufgrund des Seeings zunächst bei der AR 12546 keine Trennung zwischen Umbra und Penumbra möglich. Das gelang erst nach und nach und so erkannte ich am Ende noch ein paar Flecken außerhalb, sodass ich sie heute als H5 klassifizierte. Auch wenn zwischendurch die Luftbedingungen einen Tick besser wurden: weitere Flecken waren nicht zu finden, nur ein paar Fackelfelder am Sonnenrand. Nur noch mit großer Anstrengung konnte ich die Gruppe mit bloßem Auge nah dem Sonnenrand sehen. Morgen wird wohl keine Sichtung mehr möglich sein, weil der Abstand zum Rand zu gering wurde, um mit meinem Matschaugen noch aufgelöst zu werden.

Im H-alpha-Licht ging es da schon mehr zur Sache: 8 Protuberanzen waren am Sonnenrand zu erkennen, die größte war am Westrand zu sehen, der Rest war kaum groß genug, um beim flüchtigen Blick nicht übersehen zu werden. Drei Flaregebiete – das auffälligste wieder im Umfeld der AR 12546 – stachen mir sofort ins Auge und die hohe Zahl der Filamente musste ich mehrfach nachprüfen. Am Ende kam ich auf stolze 17 (!) Stück. Im Norden befand sich eine lange Kette von Filamenten, ein schöner Bogen war unterhalb des Sonnenäquators zu sehen, die übrigen Teile waren oft klein und »gnubbelig«. Dank der großen Wolkenlücke konnte ich endlich mal ohne zeitlichen Stress beobachten, leider war das Seeing nicht besonders, sodass eine richtige Beobachtungsfreude zwar nicht aufkommen wollte. Aber immer noch besser als ein weiterer Ausfalltag.

Sonntag, 22. Mai 2016

Sonne am 22.5.2016

Keine 24 Stunden waren seit der letzten Beobachtung vergangen, doch die Hoffnung, heute unter ähnlich guten Bedingungen die Sonne beobachten zu können, verflog schnell, als ich das erste Mal durchs Teleskop schaute: der Rand wallte heftig und auf der Oberfläche blubberte es munter vor sich hin. Ein gewohntes Bild und leider die Regel an meinem Standort. Das gute Seeing gestern Abend war die Ausnahme. Besser wurde es zwischendurch bei immer wieder mal und so konnte ich zumindest im Weißlicht einigermaßen gut beobachten.

Es war ohnehin nur eine Aktive Region zu sehen: die große AR 12546, die ich zuvor mit meiner Sofibrille auch mit bloßem Auge sehen konnte. Abermals klassifizierte ich sie als H6. Der »Rest« war fleckenfrei. Auch ds konzentrierte Absuchen des Ostrandes förderte keine neue Gruppe zu Tage, nur ein paar durchschnittlich große Fackelfelder, in denen sich aber kein kleiner Fleck versteckte.

Gruselig wurde es mit der Beobachtung im H-alpha-Licht. Die Sonne stand zwar in einer leichten Syphschicht, während der übrige Himmel wolkenlos-blau war, doch das behinderte extrem die Beobachtung. Der Himmelshintergrund war hellorange gefärbt, was immer schon ein schlechtes Zeichen ist. Nur mit Mühe konnte ich am Rand 4 Protuberanzen sehen: zwei minimal größere im Südosten, ein über der Oberfläche schwebendes Teil im Nordwesten sowie eine kleine Erhebung im Norden. Die 4 Flaregebiete – das auffälligste rund um die AR 12546 – waren noch einigermaßen zu erkennen, doch bei den Filamenten wurde es schon bedeutend schwieriger. Bei den ziemlich regellos verteilten 14 Exemplaren musste ich mehrmals zählen, um bei dem Seeing auch wirklich alle zu erfassen. Dabei wiesen sie durchaus interessante Strukturen auf: eine kleine Kette im Norden, ein sich erhebender Bogen nahe dem Westrand, aber auch viele, die nahezu punkt- oder nur ganz geringfügig flächenförmig waren, was mit den weitgehend unstrukturierten und nur noch in kleinem Umfang vorhandenen lokalen Magnetfeldern zusammenhängt. Ein typisches Verhalten in einem sich dem Ende nähernden Fleckenzyklus.

Samstag, 21. Mai 2016

Sonne am 21.5.2016

Es gibt sie doch noch, die Glücksmomente in der beobachtenden Astronomie. Deutlich früher von der ATT in Essen heimgekehrt kam ich in den Genuss einer Sonnenbeobachtung unter extrem guten Bedingungen, wie ich sie selten in Hamburg erleben durfte. Der Himmel war zwar bewölkt und zwischen den Wolken weiß, doch stimmte für etwa 2 bis 3 Minuten alles: ein perfektes Seeing von Ruhe und Schärfe 1 (!) und genügend Zeit für eine schnelle Beobachtung.

Nach einem weiteren Ausfalltag, an dem ich nicht beobachten konnte, war heute nur noch die AR 12546 zu sehen und das auch locker mit dem bloßen Auge und einr Sofibrille. Im Fernrohr zeigten sich nur einige kleine Flecken in der näheren Umgebung der Penumbra, weswegen ich die Gruppe wieder als H, heute mit 6 Flecken, klassifizierte. Weitere Regionen waren nocht zu sehen.

Das extrem gute Seeing machte sich naturgemäß auch im H-alpha bemerkbar, wo ich am Sonnenrand allerdings nur drei Protuberanzen – zwei im Osten, eine kleine im Westen – und auf der Oberfläche neben 4 Flaregebieten insgesamt 15 verschiedene Filamente erkenne, die über weite Teile der Sonnenoberfläche verteilt waren. Leider verschlechterten sich während der Beobachtung die Bedingungen, die Details der Oberfläche verschmierten und der Himmelshintergrund hellte sich spürbar auf. Das »Seeingloch« schloss sich und es kamen auch wieder Wolken, die jedwede Hoffnung schwinden ließen, vielleicht noch einmal zur Sonne schauen zu können. Wenigstens mal eine Beobachtung unter guten Bedingungen.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Sonne am 19.5.2016

Das aktuelle Wetter kann einen schon in Erstaunen versetzen. War es bis kurz nach 15 Uhr fast völlig wolkenlos, kamen pünktlich zum Feierabend wieder dicke Wolken auf und ließen alle Hoffnungen auf eine Sonnenbeobachtung wie eine Seifenblase zerplatzen. Je näher ich meiner Wohnung kam, desto dichter und dunkler wurde das Wolkengedöns und man konnte schon mit Gewittern rechnen. Doch, eine gute Stunde später, öffnete sich ein veritables Wolkenloch und ich konnte doch noch zu meiner Beobachtung kommen, nachdem ich gestern wieder einen Ausfalltag aus den oben genannten Gründen hinnehmen musste. Das Seeing war sogar vergleichsweise gut und so konnte ich schnell die drei Gruppen des heutigen Tages finden.

Im Weißlicht war die große AR 12546 zu einer C6 geworden, weil ich außerhalb der heute wieder mit bloßem Auge und Sofibrille (!) sichtbaren riesigen Penumbra ein paar kleine Einzelflecke sehen konnte, die eindeutig in östlicher Richtung zeigten. Die schon recht randnah stehende AR 12544 war nur noch eine J2, überdies hatte sich schräg südwestlich der AR 12546 eine B5 (noch ohne NOAA-Nummer) gebildet hatte.

Das Wolkenloch war groß genug, um auch noch kurz mit dem PST ins H-alpha-Licht zu schauen. Hier war die Aktivität binnen zwei Tagen wieder leicht angestiegen. Zwar konnte ich am Rand nur 6 kleine Protuberanzen finden - die ausgeprägtesten davon am Ostrand -, dafür aber 3 Flaregebiete (das hellste bei der AR 12546) sowie 15 Filamente. Das spannendste war jenes, welches hoch im Nordosten von einer Protuberanz in ein Filament überging, nicht nur Beleg dafür, dass beides ein und dasselbe Phänomen beinhalten, es zeigte auch ein wenig von der Dynamik unseres Tagesgestirns. Nicht zu verhehlen ist allerdings, dass sowohl der nordpolare als auch der südpolare Bereich der Sonne hier erscheinungsfrei waren!

Dienstag, 17. Mai 2016

Sonne am 17.5.2016

Erst am Abend trat etwas ein, womit ich niemals gerechnet hatte. Der ganze Tag über war stark bewölkt und nur in der Mittagspause konnte ich in einer etwas größeren Wolkenlücke kurz die Sonne mit bloßem Auge und Sofibrille sehen: die AR 12546 als A=1. Dass ich die Sonne noch mit dem Teleskop beobachten könnte, hielt ich für sehr unwahrscheinlich. 

Doch kurz nach 19 Uhr begann sich die Wolkendecke von Nordwesten her aufzulösen und gab - Sommerzeit sei Dank - den Blick auf eine noch ordentlich hoch stehende Sonne frei. So konnte ich rasch von der Fensterbank im Schlafzimmer noch beobachten. Das Seeing war allerdings mehr als grottig, der Rand in ständiger, wallender Bewegung und die Oberfläche blubberte so vor sich hin.

Die AR 12546 war als H1 auf Anhieb zu finden und auch die AR 12544 sah ich auf den ersten Blick. Die war allerdings stark in sich zusammengefallen und nur noch eine C6.

Das miese Seeing war auch im H-alpha-Licht nicht zu übersehen. Der Rand sah aus wie ein dampfender Kessel und machte es sehr schwer, die 10 Protuberanzen von allgemeinem Seeinggeblubber zu unterscheiden. Dabei stand eine Protuberanz im Nordosten just in dem Moment richtig gut hoch. Die drei grad sichtbaren Flaregebiete waren deutlich erkennbar, schwieriger war es mit den insgesamt 9 überwiegend sehr kleine bis mittelgroße Filamenten. Der Süden war wieder fast völlig erscheinungsfrei und auch im Norden war nicht wirklich viel los - oder es konnte wegen des Seeings nicht gesehen werden.

Montag, 16. Mai 2016

Sonne am 16.5.2016

Wieder war es ein ständiger Kampf mit den Wolken, den ich dieses Mal beinahe verloren hätte. Beim Aufwachen war der Himmel strahlen blau und ohne Wolken, doch je näher der Zeitpunkt rückte, an dem ich mit der Beobachtung hätte beginnen können, desto mehr Wolken kamen. Schließlich saß ich nach dem Aufbau des Teleskops auf dem Dachboden erst einmal unter Wolken. Allerdings zogen sie dieses Mal schnell vorüber und gaben den Blick auf eine Sonne bei bestem Seeing frei.

Im Weißlicht fiel mir als erstes die AR 12546 als große H1-Gruppe auf, die ich aber noch nicht mit bloßem Auge erfassen konnte. Die AR 12544 war eine C15 mit einer wirr strukturierten Penumbra im p-Teil. Die Aktiven Regionen 12542, 12543 und 12545 nahe dem oder am Westrand waren anfangs nur schwer zu erkennen, zumal just in dem Moment leichter Syph die Beobachtung störte und der Rand zu wallen anfing. Erst nach und nach konnte ich hier drei kleine A1-Flecken sehen, die spätestens morgen verschwunden sein dürften.

Nun musste ich erst einmal den Durchzug weiterer Wolken abwarten, bevor ich mit die Szenerie im H-alpha-Licht anschauen konnte. Im Südwesten gab es gerade eine offenbar aufsteigende Bogenprotuberanz und im Nordosten, genau gegenüber, eine spitzkegelige und eine turmartige Erhebung, die sehr hell leuchteten. Zusammen mit weiteren kleinen Exemplaren kam ich auf 11 Protuberanzen. Auf der Oberfläche waren wieder die bekannten 5 Flaregebiete zu sehen sowie 8 vorwiegend kleine Filamente. Nur ein schöner Bogen überspannte im Norden eine Region, von der im Weißlicht nichts zu sehen war. Nur Sekunden nach meinem letzten Blick kamen dicke Wolken, die aber auch binnen kurzem wieder verschwanden, dann aber immer dichter wurden. Ein nervendes und ständiges Hin und Her, bei dem ich irgendwann verlieren werde.

Sonntag, 15. Mai 2016

Sonne am 15.5.2016

An manchen Tagen frage ich mich, warum man sich einer durchaus anspruchsvollen Freizeitbeschäftigung hingibt, wenn einem dabei alles Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Am heutigen Morgen gab es wieder so einen Moment: ich hatte bei nahezu wolkenlosem Himmel mein Teleskop auf dem Dachboden aufgebaut und während ich das Teleskop auf die Sonne ausrichtete, wurde sie durch Wolken verdeckt. Wo kamen die denn her? Einen Moment zuvor hatte ich keine einzige gesehen und nun staute sich alles Richtung Sonne. Zum Glück zogen sie nach wenigen Minuten wieder ab und ich konnte mich dem „Virus Solaris“ hingeben, dennoch, die ganzen Murphereien der letzten Monate gehen mir langsam auf den Geist.

Und es war noch nicht zu Ende: Anfangs sah ich noch ein von ruhigem Seeing gekennzeichnetes Bild der Sonnenoberfläche im Weißlicht, das mir zunächst die neue AR 12546 als große H1-Gruppe zeigte. Sie dürfte in den kommenden Tagen mit einer Sonnenfinsternisbrille auch mit bloßem Auge zu sehen sein. Noch steht sie aber zu dicht am Ostrand. Die AR 12544 war nur noch eine C14 - zumindest konnte ich keine Penumbren im f-Teil sehen - und auch „der rest“ hatte sich zurückentwickelt. Die AR 12542 war nur noch eine C3, die 12543 eine J1 und die 12545 eine C5.

Schon während der Weißlichtbeobachtung merkte ich, wie der Himmel langsam zuschleimte und der Kontrast in den Keller ging. Dennoch wagte ich einen Blick ins H-alpha-Licht. Wie zu erwarten, war der Hintergrund hellorange und auf der Oberfläche kaum etwas zu sehen: die Sonne stand schon wieder in einer Syphschicht, die meine Beobachtung extrem erschwerte. Es gab allerdings doch noch ein paar kleinere Lücken, durch die ich im Schnellverfahren 6 Protuberanzen - die meisten am Westrand -, 6 helle Flaregebiete - das hellste genau in der Mitte der Sonnenscheibe - und 8 kleine Filamente erkennen konnte. Dann zog es blitzschnell zu und die Sonne verschwand für längere Zeit hinter Wolken …

Samstag, 14. Mai 2016

Sonne am 14.5.2016

Als ich heute in der Früh´ aufwachte, schien die Sonne und es war stürmisch. Als ich mich auf die Beobachtung vorbereitete, zog der Himmel völlig zu, doch keine Viertelstunde später kam ein großes Wolkenloch hereingezogen. Schnell baute ich mein Fernrohr auf dem Dachboden auf und konnte zunächst einmal gar nichts sehen. Alle Fleckengruppen schienen sich quasi über Nacht aufgelöst zu haben. Schuld war aber nicht die Sonne, sondern das katastrophal-grottige Seeing. Der Rand war in fast ständiger Bewegung und auf der Oberfläche blubberte es munter vor sich hin. Erst allmählich - die nächsten Wolken drohten schon - schälten sich die Gruppen heraus und waren in wenigen Momenten wirklich zu sehen.

Im Weißlicht erkannte ich zunächst nur die AR 12542 nah am Westrand, die ich als D14 klassifizierte.. Die AR 12543 darunter war anfangs überhaupt nicht zu sehen gewesen und nur allmählich erkannte ich sie als C5. Auch bei der AR 12545 war es nicht besser, ich hielt sie für eine C7. Schwierig wurde die Klassifikation der wiederauferstandenen AR 12544, deren drei Penumbren in einem Dreieck zueinander standen. Daher stufte ich sie als D15 ein. Beim letzten Rundblick am Sonnenrand entdeckte ich auf der Südhalbkugel am Ostrand noch eine große H1. Da scheint was Größeres herumzukommen. Man darf - trotz der miesen Wetteraussichten - gespannt sein, was für eine Gruppe da hereinrotiert.

Im H-alpha-Licht störte das miese Seeing bei hellorangenem Hintergrund noch sehr viel mehr. Am Rand konnte ich erst gar keine, dann stückweise insgesamt 7 Protuberanzen erkennen. Im Nordosten gab es zwei größere Exemplare und ein kleines im Südosten an der Position der neuen Gruppe. Am Westrand gab es nur einen größeren Bogen, sonst nur Kleinkram. Auf der Oberfläche waren die 7 Flaregebiete noch die auffälligsten Erscheinungen, denn die insgesamt 8 Filamente waren bei dem Blubberseeing kaum auszumachen und ich musste mehrmals zählen. Dabei ging mit einem Mal der Kontrast stark zurück: Syph zog herein und beendete die Beobachtung. Schon während ich alles wieder abbaute, war der Himmel wieder völlig zugezogen und es begann zu regnen, nur um eine halbe Stunde später die Sonne wieder rauszulassen. Aber da stand sie für meine kleine Dachluke schon zu hoch.

Freitag, 13. Mai 2016

Sonne am 13.5.2016

Wie leider viel zu oft in den letzten Wochen war ich bei bestem Sonnenschein auf der Arbeit und kam gerade zu Hause an, als sich ein größeres Wolkenband - von Nord nach Süd gelegen und selbstredend das einzige in ganz Norddeutschland - vor die Sonne schob. Ich brauchte nicht einmal mehr aufzubauen. Es dauerte geschlagene zwei Stunden, bis ich alle Daten zusammen hatte. Zunächst konnte ich im Weißlicht beobachten, dann musste ich eine längere Pause wegen neuer Wolken einlegen und schließlich waren die Quälgeister abgezogen und ich durfte endlich auch mal ins H-alpha-Licht schauen.

Im Weißlicht waren kaum Veränderungen auszumachen. Die AR 12542 war die größte Fleckengruppe und eine D12 mit drei dicken Penumbren. Die AR 12542 gehörte ebenfalls zur Klasse D und besaß 4 Flecken, die 12545 war ebenfalls eine D mit 8 und die AR 12544 eine D mit 9 Flecken. Letztere war insofern von besonderem Interesse, weil sie gestern noch auf die Stufe B zurückgefallen war und sich quasi über Nacht erholt hatte und nun zwei deutlich zu erkennende Penumbren aufwies.

Im H-alpha-Licht waren am Sonnenrand 7 Protuberanzen - je eine größere am Ost- und Westrand - zu sehen, die Oberfläche zeigte 4 helle Flaregebiete und nur noch 9 Filamente, die keinem Muster entsprechend verteilt waren. Selbst die Aktive Region 12542 hatte hier an Aktivität eingebüsst und nur noch eine kleine Stummelprotuberanz ging daraus hervor. Weite Teile der Oberfläche waren wieder völlig erscheinungsfrei., daher waren die beiden größeren Protuberanzen die interessantesten Erscheinungen des heutigen Tages.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Sonne am 12.05.2016

Nach einem Tag voller Gemurphe hatte ich heute bessere äußere Bedingungen für die Beobachtung. Zunächst einmal war der Himmel bei Feierabend wolkenfrei und dann war das Seeing auch gar nicht mal so schlecht, wenn auch nicht wirklich gut.

Im Weißlicht hatte sich gegenüber gestern nur bei der Klassenzugehörigkeit der Aktiven Regionen etwas verändert. Die AR 12542 hatte ein paar Penumbren dazu bekommen und war ganz sicher eine D18, die AR 12543 darunter eine D8. Die AR 12545 war zu einer D 9 geworden und die AR 12544 hatte sämtliche Flecken außerhalb der stark geschrumpften Penumbra verloren. Alle Gruppen hatten sich naturgemäß mit der Sonnenrotation nach Westen vorgeschoben, neue Gruppen waren nicht zu erkennen.

Das H-alpha-Licht zeigte - wie schon gestern - eine in weiten Teilen erscheinungsfreie Sonnenoberfläche. Zwar konnten die 5 Flaregebiete wiedergefunden werden und die Zahl der Protuberanzen am Rand war auf 9 gestiegen und es gab auch wieder 10 Filamente, doch waren insbesondere Letztere fast ausschließlich auf der Westhälfte konzentriert und einige der großen von gestern waren durch kleine - darunter zwei auf der Osthälfte - ersetzt worden, sodass die nackte Zahl nahezu unverändert blieb. Strukturell gesehen waren aber vor allem die Filamente deutlich kleiner geworden, sodass man hier durchaus von einer Verringerung sprechen konnte. Überdies war die schöne Filamentkette im Nordwesten, von der man sich einige hübsche Protuberanzen versprochen hatte, weitgehend verschwunden und nur eine kleiner Materiebogen mit winzigen Erhebungen waren an der betreffenden Stelle zu finden. Alles in allem keine berauschende, aber für die derzeitige Phase im 24. Zyklus vollkommen normale Entwicklung.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Sonne am 11.5.2016

Kaum bin ich wieder auf der Arbeit, geht das Rumgemurphe wieder los: den ganzen Tag im heißen Büro und pünktlich zum Feierabend ziehen genau dann Wolken vor die Sonne, als ich gerade das Teleskop aufgebaut hatte. Anfangs konnte ich - übrigens bei recht gutem Seeing - noch eine Gruppe sehen, aber als ich bei der zweiten mich etwas abmühte mit der Klassifikation, zog eine regelrecht Wolkenstraße durch das Bildfeld. Ergebnis: ich musste gut anderthalb (!!!) Stunden warten, bis ich endlich ein großes, wolkenfreies Feld erwischt. Sonst kam sie immer nur so kurz raus, dass ich gerade mal das Fernrohr neu ausrichten und kurz gucken konnte. Natürlich war der übrige Himmel nahezu wolkenlos.

Im Weißlicht hatte sich nur wenig verändert, dennoch war die Einstufung in die Waldmeierklassen bisweilen nicht einfach. So klassifizierte ich die AR 12544 als C13, weil hier sehr viele kleine Flecken zu sehen waren, die bei - nach Abzug der Wolken - bestem Seeing, regelrecht ins Auge sprangen. Die AR 12542 war eine D14, weil ich in Richtung Osten rudimentär Penumbren wahrnehmen konnte. Die AR 12543 stand gefühlt an der Schwelle zur E, wenngleich ich sie auch nur für eine D16 hielt. Schräg darunter, auf der Südhalbkugel, war die AR 12545 eine C6.

Im H-alpha-Licht hatte sich die Aktivität seit der letzten Beobachtung erstaunlich verringert. Am Sonnenrand konnte ich gerade mal 6 kleine Protuberanzen beobachten. Am Westrand ragte die Spitze der Filamentkette über den Rand und bildete hier eine kleine Protuberanz, während sich am Ostrand drei recht flachgedrückt erscheinende Exemplare rumdrückten. Auf der Oberfläche fielen mir sofort 5 helle Flaregebiete, zumeist im Bereich der im Weißlicht sichtbaren Aktivitätsgebiete, auf. Die Zahl der Filamente war drastisch zurück gegangen. Nur noch 10 Stück konnte ich zählen, davon allein 4  in der dicht am Westrand stehenden Filamentkette im Norden. Der Rest hatte sich zwischen der AR 12542 und der im Weißlicht nicht mehr zu sehenden AR 12541 versammelt. Bis auf ein Flaregebiet im Umfeld der AR 12544 war die gesamte Osthälfte der Sonne erscheinungsfrei.

Dienstag, 10. Mai 2016

Sonne am 10.5.2016

Viel zu selten passiert es mir, dass ich morgens vor der Arbeit schon die Sonne beobachten kann, meistens bin ich auf die unsicheren Nachmittagsstunden angewiesen, doch heute gab es einen der seltenen Fälle, in denen ich nicht ganz so früh mit der Arbeit anfangen musste.

Einen Tag nach dem erfolgreich beobachteten, aber unter schlechten Bedingungen fotografierten Merkurtransit ging das Tagesgeschäft als Sonnenbeobachter natürlich weiter. In Richtung Sonne hatten sich leichte Cirren gebildet, die das Bild im Okular aber nur wenig beeinträchtigten, zumindest im Weißlicht. Die AR 12542 war weiter die größte gerade sichtbare Gruppe und eine C14. Südlich davon hatten sich kleine Flecken gebildet und es stellte sich die Frage, ob diese separat als neue Gruppe gewertet werden müsste, oder ob sie zur 12542 gehört. Da ich zwischen dem neuen Teil und dem Rest der Gruppe kleine Flecken entdecken konnte, habe ich sie als eine Gruppe gewertet. Die Klassifikation der südlich davon stehenden AR 12543 war wesentlich einfacher: sie war eine D8. Leicht südwestlich davon war auf der Südhalbkugel eine neue J1 entstanden, noch ohne NOAA-Nummer zu dieser frühen Stunde. Am Ostrand war dann noch die AR 12544 zu finden, die ich als D4 einstufte. Von der AR 12541 war indes im Weißlicht nichts mehr zu sehen.

Im H-alpha war die Aktivität wieder leicht angestiegen. Während am Rand 10 Protuberanzen auszumachen waren - zumeist klein und unscheinbar, abgesehen von jeweils 2 am Ost- und 2 am Westrand - stachen einem auf der Oberfläche gleich 5 helle Flaregebiete regelrecht ins Auge stachen. Jenes um die im Weißlicht verschwundene 12541 war auch wieder dabei sowie je eines im Bereich der anderen Aktiven Regionen. Die Filamente musste ich zweimal zählen, schließlich kam ich auf 16 (!) Stück. Am auffälligsten war die Filamentkette im Norden, deren vorderste Exemplare jetzt genau am Westrand standen und spätestens morgen schöne Protuberanzen abgeben dürften sowie zwei langgestreckte, die von der AR 12541 ausgingen. Der Rest war dann doch ziemlich unstrukturiert oder schlicht mickrig.

Montag, 9. Mai 2016

Sonne am 9.5.2016

Wenige Stunden vor Beginn des Merkurtransits noch mal eine Bobachtung auf dem Dachboden, bei immer noch blauem Himmel und Blubberseeing. Der Rand war in heftiger Bewegung, aber auf der Oberfläche ging es gerade noch mal so.

Dass die Sonne ein sehr dynamischer Himmelskörper ist, selbst in dieser Phase des abklingenden 24. Fleckenzyklus, konnte man gestern merken, als sich nur wenige Stunden nach meiner gestrigen Beobachtung eine neue Gruppe unterhalb der AR 12542 gebildet hatte. Die AR 12542 war nicht nur weiterhin die größte, die die Sonne derzeit zu bieten hatte, sie zeigte plötzlich außerhalb der Penumbren eine stattliche Anzahl kleiner Einzelflecke und wurde daher von mir als C9 eingestuft. Die AR 12541 war auch noch vorhanden und eine A1, während die AR 12543 - die oben erwähnte neue Gruppe - eine B3 war. Auf den ersten Blick könnte man sie als C klassifizieren, bei genauerer Betrachtung fiel aber auf, dass der Fleck sehr dunkel war, aber keine Penumbra besaß, weshalb hier nur eine Einstufung nach der Waldmeierklasse B erfolgen konnte. Am Ostrand entdeckte ich dann noch eine kleine A1, die frisch um den Ostrand herum rotiert war. Sie dürfte annähernd die „Größe“ des Merkur haben, so dass man sich daran orientieren kann. Da er über die Südhälfte der Sonne wandern wird, kann man ihn leicht erkennen, da diese nach wie vor fleckenfrei war.

Im H-alpha-Licht hatte sich die Aktivität ein klein wenig beruhigt. Am Rand fand ich nur noch 7 kleine Protuberanzen und zwei am Ost- und eine am Westrand waren die ausgeprägtesten, obwohl sie arg klein waren. Der Rest lugte als kleine Spitzen hervor, die oft nur schwer von Seeinggeblubber zu unterscheiden waren. Auf der Oberfläche war dagegen viel mehr los. 5 Flaregebiete - das hellste wieder im Umfeld der AR 12541, der kleinen A1 - und nur noch 11 Filamente bestimmten das Geschehen, wobei der Süden nun wieder fast völlig erscheinungsfrei war. Am beeindruckendsten war zu einen eine Filamentkette, ein nördlich der AR 12542 hoch aufragendes und ein langes, aus der AR 12542 stammendes Filament. Auch ohne den heutigen Merkurtransit wäre das schon eine Beobachtung wert.

Sonntag, 8. Mai 2016

Sonne am 8.5.2016

Der Tag begann wieder mit schön blauem Himmel und einer Sonnenbeobachtung auf dem Dachboden. Leider wird diese Phase schon ab Mittwoch wieder vorbei sein und ich muss dann den ganzen Tag hoffen, dass die Sonne auch noch zu sehen sein wird, wenn ich Feierabend habe, was in diesem Jahr nicht besonders oft der Fall war.

Das Seeing war heute ganz gut, Rand und Oberfläche zeigten nur wenig Bewegung. Im Weißlicht hatte sich, wie eigentlich zu erwarten gewesen war, die Zahl der Fleckengruppen halbiert. Neben der AR 12542, der ex-12529, die im April für Furore gesorgt hatte und damals einen Durchmesser von 60.000 km aufwies, gab es nur noch die AR 12541 als B-Gruppe zu sehen. Während die AR 12542 an Durchmesser eingebüsst hatte - der lag nur noch bei 28.000 km und war nach meinem Dafürhalten eine H8 - hatte die 12541 mehrere kleine Flecken verloren und eine B4.

Das vollkommene Gegenteil davon war die Aktivität im H-alpha-Licht. Am Rand zeigten sich 8 zumeist kleine Protuberanzen. Lediglich am Westrand waren drei und am Ostrand eine größere, ansonsten nur Winzlinge zu sehen. Auf der Oberfläche tobte dagegen das Leben: 4 helle Flaregebiete - das größte und hellste wiederum bei der AR 12541 - und 17 (!) Filamente, die vor allem die Nordhalbkugel bevölkerten. Dort hatten sich neben einer längeren Filamentkette und einem direkt aus der 12451 austretenden langen Filament mehrere größere gebildet. Der Ring um die AR 12542 hatte sich teilweise aufgelöst, dafür gab es im Süden 5 kleine Stummelprotuben zu sehen. Momentan würde die Verfolgung des Merkurtransits im H-alpha fast mehr Sinn machen, als im Weißlicht.

Eines darf man morgen beim Merkurtransit nicht unterschätzen, die „Kleinheit“ des innersten Planeten, der nur 11 Bogensekunden klein ist, gegenüber rund 60 Bogensekunden bei der Venus. Daher werden alle Versuche scheitern, ihn mit Hilfe von Sonnenfinsternisbrillen zu sehen. Ausschließlich Fernrohre und Ferngläser mit entsprechender Lichtdämpfung zeigen den nur 4880 km durchmessenden und gut 92 Mio. km von uns entfernten Merkur. Venus dagegen durchmisst 12103 km und umkreist in einer Distanz von rund 42 Mio. km zu uns um die Sonne, wodurch klar wird, wieso man Venus beim Transit mit Sonnenfilter mit bloßem Auge sehen kann und Merkur nicht. Somit wird er auch erheblich kleiner erscheinen, als die AR 12452!

Samstag, 7. Mai 2016

Sonne am 7.5.2016

Wieder begann der Tag mit einem strahlend blauen Himmel, sommerlichen Temperaturen und einer Sonnenbeobachtung auf dem Dachboden. Leider gab es nur „Schwabbelseeing“, das besonders das Erkennen kleiner Gruppen extrem erschwerte.

Im Weißlicht hatte sich - zwei Tage vor dem Merkurtransit - immer noch nichts nennenswertes im Hinblick auf neue, womöglich große, Fleckengruppen getan. Die größte Aktive Region war die AR 12542 als H5 mit zwei umbralen Zentren und einer kleinen Kette von Einzelflecken innerhalb der Penumbra. Die AR 12541 war eine B8, die 12539 eine - nur sehr schwer zu findende - B-Gruppe mit 8 Flecken und die AR 12536 eine genau am Westrand in einem Fackelfeld stehende A1. Sie konnte nur in kurzen Momenten seltener, ruhiger, Luft gesehen werden. Schon in ein paar Stunden würde sie hinter dem Rand verschwunden sein.

Die Aktivität im H-alpha-Licht war das genaue Gegenteil vom Weißlicht. Ganze 10 Protuberanzen - die meisten winzig klein - umsäumten den Rand der Sonne und nur drei am Ost- und zwei am Westrand ragten etwa höher empor, während der Rest nur die Form kleiner Spitzen besaß. Die gestern geäußerte Vermutung, dass von Osten her derzeit massiv Aktivitätsgebiete herein rotieren, schien sich zu bestätigen. Vier helle Flaregebiete - das auffälligste und hellste gehörte zur AR 12541, der B8 im Weißlicht - und 16 (!) Filamente waren auf der Oberfläche zu finden. Die meisten Erscheinungen waren wieder nur im Norden zu finden, aber immerhin gab es schon mal ein kleines Flaregebiet und zwei kleine Filamente im Süden. Am beeindruckendsten waren jedoch die Vielzahl der Filamente im Umfeld der AR 12541, die eine Art Ringstruktur, zwei Filamentketten, ein dreidimensional wirkendes, dunkles, einzelnes Filament und eines, das direkt aus dem Flaregebiet der AR 12541 aufstieg. Schon aus diesem Grund wird sich die Beobachtung des Merkurtransits im H-alpha lohnen. Man hätte dann Flaregebiete und Filamente im Norden und die winzige, dunkle Kugelform des Merkur im Süden, was eins schönes Fotomotiv ergeben dürfte.

Freitag, 6. Mai 2016

Sonne am 6.5.2016

Mehrere Beobachtungstage hintereinander ist man hier gar nicht mehr gewohnt, dennoch ging es heute morgen an meinem freien Tag erst einmal auf den Dachboden zur Sonnenbeobachtung. Der Himmel war leicht irrig und dadurch das Seeing schlecht. Anfangs sah ich nur einen heftig wallenden Sonnenrand und eine blubbernde Oberfläche, was sich nach wenigen Minuten besserte, aber zu keinem Zeitpunkt wirklich gut wurde.

Im Weißlicht war die Aktivität weiter im Sinkflug begriffen. Eine weitere, von mir erwartete, Gruppe war am Ostrand nicht aufgetaucht und so blieb die AR 12542 die größte, die gerade sichtbar war, denn der Rest hatte sich zurück entwickelt. Sie war eine H3 mit zwei deutlich voneinander getrennten, aber nahezu senkrecht zueinander stehenden Penumbren. Aus der AR 12541, gestern noch aufgrund zumindest rudimentär vorhandener Penumbren als D klassifiziert war heute auf die Stufe B zurück gefallen und wies 6 Einzelflecken auf. Die AR 12539 war auch keine J1 mehr, sondern nur noch eine A1, wie die AR 12536, die genau am Westrand in einem auffälligen Fackelfeld stand. Der Süden war wieder fleckenfrei.

Mit dem PST schaute ich danach in das H-alpha-Licht hinein und war zunächst erschrocken über den extrem geringen Kontrast, aber in dem Augenblick hatten sich leichte Cirren vor die Sonne geschoben und der Hintergrund leuchtete hellorange auf. Nach wenigen Augenblicken wurde aber die Sicht besser und ich konnte am Rand 8 Protuberanzen finden. Allerdings waren nur zwei am Ost- und eine am Westrand etwas größer, der Rest war wieder nur als ganz kleine Spitzen zu sehen. Dafür war heute die Oberfläche sehr interessant. Neben 4 Flaregebieten, das mit der AR 12541 - im Weißlicht ja nur eine kleine B-Gruppe - leuchtete am hellsten und könnte durchaus im Laufe des Tages einen Flare hervorbringen. Rund um die AR 12541 gesellten sich etliche Filamente, die sogar deutlich größer waren als in den vergangenen Tagen. Eine kleine Kette hatte sich nordwestlich davon gebildet, mehrere Bögen standen nördlich und südlich der Gruppe. Weitere gab es im Nordwesten. Man gewann bei der Beobachtung den Eindruck, als würden gerade massiv Filamente - auf der gesamten Oberfläche konnte ich 12 Stück zählen - von Osten her reinrotieren. Bis auf zwei Stummelprotuberanzen war auch in dieser Wellenlänge der Sünden erscheinungsfrei.

Wie schon gestern erwähnt: eine Beobachtung des Merkurtransits in drei Tagen wird auch im H-alpha-Licht spannend sein!

Donnerstag, 5. Mai 2016

Sonne am 5.5.2016

Genauso wünscht man es sich als Sonnenbeobachter: aufwachen, einen blauen Himmel vorfinden und dann noch vor dem Frühstück die täglichen Relativzahlen bestimmen.

Kurz vor 8 Uhr baute ich mein Teleskop auf dem Dachboden auf und konnte auch gleich mit der Beobachtung loslegen, zumal das Seeing ausgesprochen gut war. Im Weißlicht hatte sich in den paar Stunden seit der letzten Beobachtung nicht viel verändert. Die neue AR 12542 war weiter nur eine H, allerdings mit 5 Flecken und nurmehr einer einzigen, umfassenden, Penumbra. Die AR 12541 hatte sich zu einer kleinen D-Gruppe mit 4 Einzelflecken weiterentwickelt, während die 12539 eine nur noch schwach wahrnehmbare A1 war. Die 12536 stufte ich als J1, die 12535 als A1 ein. Alle Gruppen befanden sich auf der Nordhälfte der Sonne, der Süden war wieder fleckenfrei.

Im H-alpha-Licht sah die Sache schon sehr viel spannender aus: am Nordostrand tummelten sich gleich drei der insgesamt 12 Protuberanzen und sahen aus wie kleine Bogen, Spritzer und einem steil aufgerichteten Stab. Fünf kleinere Erhebungen waren dagegen am Westrand zu sehen sowie vier kleine Spitzen, die kaum über den Rand rausschauten. Drei helle Flaregebiete befanden sich dagegen auf der Oberfläche an den Positionen der aktiven Regionen mit den Nummern 12541, 12539 (im Weißlicht nur eine A1) und 12536 (im Weißlicht eine J1). Bei genauem Hinsehen und aufgrund des recht guten Seeings fand ich überdies 11 kleine Filamente, die aber oft nur sehr lokal begrenzt waren und keine großen Flächen überdeckten. Eine Beobachtung des Merkurdurchgangs am 9. Mai im H-alpha-Licht dürfte ebenfalls sehr spannend werden.

Mittwoch, 4. Mai 2016

Sonne am 4.5.2016

Und wieder ist es mir passiert: den ganzen Tag über war ich bei Sonnenschein auf der Arbeit und als ich zu Hause eintraf, quoll direkt vor der Sonne ein fette Wolke auf und blieb erst mal eine gute Stunde vor der Sonne hängen. Der übrige Himmel war natürlich aufgelockert und wolkenfrei. Im Okular konnte ich sehr schön sehen, wie Wolkenfetzen aus vier (!) verschiedenen Richtungen immer wieder vor die Sonne zogen oder dort entstanden. Das Seeing war am Anfang auch entsprechend schlecht. Ein zackiger Sonnenrand gepaart mit leise vor sich hin pumpenden Flecken, bei denen keine Struktur auszumachen war. Nach den ersten beiden Versuchen gab ich es erst einmal auf. Dann hing der Rand einer fetten Wolke so vor der Sonne, dass ich praktisch nur eine Hälfte von ihr beobachten und gleichzeitig sehen konnte, wie weitere Wolken schnellen Schrittes durchzogen. Fast 90 (!) Minuten, nachdem ich zu Hause angekommen war, öffnete sich ein größeres Wolkenloch, von dem ich aber nur einen winzigen Teil abbekam und durch das ich bei ganz passablem Seeing beobachten konnte. 

Als erstes fiel mir eine neue Fleckengruppe auf, die am Ostrand erschienen war - wie ich es gestern schon erwartet hart - und die ich als H3 einstufte, mit zwei voneinander getrennte Penumbren. Die AR 12541 war nur noch eine J1, die AR 12539 eine A1, die 12536 eine D8 mit ein paar mehr Einzelflecken, als gestern noch zu sehen waren. Die AR 12535 war denn auch nur noch eine J1 und der Süden der Sonne fleckenfrei.

Die H-alpha-Beobachtung litt auch sehr unter den Bedingungen, vor allem, was den Kontrast anging. Der war zeitweise so gering, dass manche Filamente dabei verschwanden. In ruhigeren Phasen konnte ich 9 Protuberanzen zählen, von denen die 5 auffälligsten weiter am nordöstlichen Sonnenrand herumhingen. Der Rest war nur schwer zu sehen, war aber sowohl am nordöstlich wie am nordwestlichen Rand auszumachen. Auf der Oberfläche fielen vier helle Flaregebiete ins Auge sowie 9 Stummelfilamente. Drei davon waren auf der Südhalbkugel zu finden, während diese Hemisphäre ansonsten erscheinungsfrei war. Nachdem bereits eine Gruppe an der Position einer größeren Protuberanz um den Ostrand rotiert war, bleibt zu hoffen, dass die restlichen Materiebögen ähnliches ankündigen, was die Spannung für den Merkurtransit in 5 Tagen erhöht und gleichzeitig das Scharfstellen mit verschiedenen Kamerasystemen deutlich vereinfachen würde.

Dienstag, 3. Mai 2016

Sonne am 3.5.2016

Eine Wetterbesserung ergäbe sich heute erstaunlicherweise nach Feierabend, sodass ich mal keinen bedeckten, sondern einen wolkigen Himmel mit längeren sonnigen Abschnitten geboten bekam. Höchst selten in diesem Jahr und noch dazu mit halbwegs anständigem Seeing.

Im Weißlicht war die Aktivität leicht zurück gegangen und die meisten Gruppen hatten sich zurück entwickelt. Die AR 12535 war eine J1, die 12536 nur noch eine D5, die ihre meisten einzelnen Flecken verloren hatte. Die AR 12539 war nur noch eine C7, die kleine Gruppe dahinter eine J1 ohne Nummer, während von der AR 12540 nichts mehr zu sehen war. Neu hinzugekommen war die AR 12541 als C5. Alle Gruppen befanden sich auf der Nordhälfte, der Süden war fleckenfrei.

Dafür zeigten sich im H-alpha-Licht neben 3 hellen Flaregebieten und 7 kleinen Filamenten vor allem am Ostrand 4 der insgesamt 6 Protuberanzen, die die unterschiedlichsten Formen aufwiesen und büschelartig, baumartig oder sonstwie aussahen. Nur zwei kleine Materieerhebungen waren am Westrand zu sehen. Folgt man der These, dass große Protuberanzen stets große neue Fleckengruppen ankündigen, könnte man mit neuen Fleckengruppen rechnen. Dieser Zyklus hat zwar des Öfteren bewiesen, dass die nicht immer so sein muss. Andererseits ist es jetzt gut 14 Tage her, dass die große AR 12529 hinter dem Westrand verschwunden ist und wenn sie die Wanderung über die erdabgewandte Seite der Sonne überlebt hat, könnte sie demnächst zu ihrer zweiten Rotation aufbrechen. Allerdings wäre sie ein passendes Kontrastobjekt zum Merkur, der am 9. Mai vor der Sonne vorüberläuft. Es könnte spannend werden …

Montag, 2. Mai 2016

Sonne am 2.5.2016

Zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit schien die Sonne auch noch, als ich nach Feierabend zu Hause ankam. Die wenigen Wolken störten mal nicht, was es selten genug gibt. Das Seeing war zwar mittelprächtig, aber es ging.

Im Weißlicht zeigten sich gegenüber gestern kaum Veränderungen. Die AR 12533 war nicht mehr zu sehen, da sie um den Westrand herumrotiert war. Die AR 12535 war nur noch eine J1 und hatte die Flecken außerhalb der Penumbra verloren. Eine kleine Rückbildung der Flecken war auch bei der AR 12536 zu erkennen, die heute nur noch 10 Flecken aufwies und kaum welche zwischen den beide Polen besaß. Die AR 12539 war weiterhin schwer zu klassifizieren. Ich teilte sie wieder in drei Gruppen auf: eine A1 am Westende, eine C6 in der Mitte und dahinter eine A1. Sehr schwach und immer nur für Sekundenbruchteile zu sehen war die AR 12540, die ich gestern noch als B-Gruppe einstufte, die aber nur noch eine kaum wahrnehmbare A1 war.

Mehr Aktivität offenbarte sich im H-alpha-Licht. 6 Flaregebieten auf der Oberfläche standen 11 regellos verteilte, kleine Filamente entgegen, die meisten davon auf der Nordhalbkugel, während bis auf eine Ausnahme der Süden praktisch erscheinungsfrei war, wie schon im Weißlicht. Interessante hingegen die Protuberanzen am Sonnenrand. Am Ostrand ging eine Büschelprotuberanz in ein Filament über, ein kleiner Bogen lugte im Nordosten, eine streifenförmige im Osten und eine schwer definierbare im Südosten über den Rand. Im Nordwesten dagegen war ein breiter gefächertes Protuberanzengebiet auszumachen. Insgesamt kam ich beim Zählen, inkl. einiger sehr kleiner Spitzen, auf 9 Exemplare. Alle Erscheinungsformen zusammen boten trotz des eher mittelmäßigen Seeings etwas fürs Auge.  

Sonntag, 1. Mai 2016

Sonne am 1.5.2016

Abermals hatte ich mit zwei Ausfalltagen aufgrund schlechten Wetters und Arbeit zu kämpfen, die mich weiter den Anschluss gegenüber anderen Sonnenbeobachtern verlieren ließen. Besonders bitter: Am Freitag schien die Sonne nur solange, bis ich kurz vor meiner Haustür ankam, dann war wieder alles dicht und die Sonne kam erst bei Sonnenuntergang wieder aus den Wolken heraus. Genau diese Murphys sind es, die einen langsam verzweifeln lassen. Heute Morgen war es denn fast genauso. Die Sonne kam erst raus, als sie umbeobachtbar hinter Bäumen stand und ich musste bis kurz nach 13 Uhr warten, um beobachten zu können. Entgegen der Wettervorhersage setzte sich der Hochdruckeinfluss früher durch, als gedacht und so konnte ich bei den ersten angenehmen Temperaturen in diesem Jahr bei mittelmäßigem Seeing mal in Ruhe beobachten.

Der im Weißlicht sichtbare Aktivitätsanstieg war noch nicht vorüber und so fand ich die vor drei Tagen gesehenen Gruppen gleich wieder, mit einigen Änderungen. Die AR 12533 stand als J1 nahe des Westrandes, die AR 12538 war nur extrem schwach als A1 zu sehen und ich hatte einige Mühe, sie überhaupt zu finden. Die AR 12535 darüber war leichter zu sehen und eine J2, während die AR 12536 eindeutig eine zusammenhängende Gruppe war, allerdings mit einer ziemlich Schräglage, die nur selten vorkommt. Durch zwei Penumbren und reichlich Flecken dazwischen stufte ich sie als D12 ein. Östlich davon stand die AR 12539 und es war schwer, hier eine Abgrenzung zu den nachfolgenden Flecken zu finden. Aufgrund des Abstandes der einzelnen Flecken zueinander teilte ich sie in zwei Gruppen auf: eine C8 im Westen sowie eine J1 in einiger Entfernung dazu. Schräg nach Norden versetzt stand noch eine B3. Beide Gruppen hatten (noch) keine NOAA-Nummer bekommen und ich wage es zu bezweifeln, dass von offizieller Seite die beiden Flecken zwei separate Nummern erhalten werden. Zumindest die B3 dürfte mit einer offiziellen Nummer versehen werden.

Das sich im Laufe der Beobachtung verbessernde Seeing lud geradezu zu einer H-alpha-Beobachtung mit dem PST ein. Als erstes zählte ich am Rand 11 kleine Protuberanzen, die teilweise schön aussahen, aber wenig beeindruckend waren. Auf der Oberfläche waren 8 Filamente ziemlich wild verteilt und nicht sonderlich groß. Hinzu kamen 5 teilweise sehr schwache Flaregebiete, von denen sich keines mit einer besonders hohen Aktivität hervortat. Trotz des kleinen Schubs fällt die Sonnenaktivität reichlich mager aus und nur eine einzige Gruppe war etwas größer: die AR 12536, die im H-alpha-Licht aber nicht sonderlich auffiel. Sie zeigte hier zwei dunkle Punkte an den Stellen, in denen im Weißlicht die Umbren zu sehen waren sowie eines der beiden größeren Flaregebiete. Erfreuen wir uns also den vielen kleinen Gruppen. Eine fleckenfreie Sonne werden wir noch lange genug beobachten dürfen.