Mittwoch, 11. Mai 2016

Sonne am 11.5.2016

Kaum bin ich wieder auf der Arbeit, geht das Rumgemurphe wieder los: den ganzen Tag im heißen Büro und pünktlich zum Feierabend ziehen genau dann Wolken vor die Sonne, als ich gerade das Teleskop aufgebaut hatte. Anfangs konnte ich - übrigens bei recht gutem Seeing - noch eine Gruppe sehen, aber als ich bei der zweiten mich etwas abmühte mit der Klassifikation, zog eine regelrecht Wolkenstraße durch das Bildfeld. Ergebnis: ich musste gut anderthalb (!!!) Stunden warten, bis ich endlich ein großes, wolkenfreies Feld erwischt. Sonst kam sie immer nur so kurz raus, dass ich gerade mal das Fernrohr neu ausrichten und kurz gucken konnte. Natürlich war der übrige Himmel nahezu wolkenlos.

Im Weißlicht hatte sich nur wenig verändert, dennoch war die Einstufung in die Waldmeierklassen bisweilen nicht einfach. So klassifizierte ich die AR 12544 als C13, weil hier sehr viele kleine Flecken zu sehen waren, die bei - nach Abzug der Wolken - bestem Seeing, regelrecht ins Auge sprangen. Die AR 12542 war eine D14, weil ich in Richtung Osten rudimentär Penumbren wahrnehmen konnte. Die AR 12543 stand gefühlt an der Schwelle zur E, wenngleich ich sie auch nur für eine D16 hielt. Schräg darunter, auf der Südhalbkugel, war die AR 12545 eine C6.

Im H-alpha-Licht hatte sich die Aktivität seit der letzten Beobachtung erstaunlich verringert. Am Sonnenrand konnte ich gerade mal 6 kleine Protuberanzen beobachten. Am Westrand ragte die Spitze der Filamentkette über den Rand und bildete hier eine kleine Protuberanz, während sich am Ostrand drei recht flachgedrückt erscheinende Exemplare rumdrückten. Auf der Oberfläche fielen mir sofort 5 helle Flaregebiete, zumeist im Bereich der im Weißlicht sichtbaren Aktivitätsgebiete, auf. Die Zahl der Filamente war drastisch zurück gegangen. Nur noch 10 Stück konnte ich zählen, davon allein 4  in der dicht am Westrand stehenden Filamentkette im Norden. Der Rest hatte sich zwischen der AR 12542 und der im Weißlicht nicht mehr zu sehenden AR 12541 versammelt. Bis auf ein Flaregebiet im Umfeld der AR 12544 war die gesamte Osthälfte der Sonne erscheinungsfrei.

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