Samstag, 14. Mai 2016

Sonne am 14.5.2016

Als ich heute in der Früh´ aufwachte, schien die Sonne und es war stürmisch. Als ich mich auf die Beobachtung vorbereitete, zog der Himmel völlig zu, doch keine Viertelstunde später kam ein großes Wolkenloch hereingezogen. Schnell baute ich mein Fernrohr auf dem Dachboden auf und konnte zunächst einmal gar nichts sehen. Alle Fleckengruppen schienen sich quasi über Nacht aufgelöst zu haben. Schuld war aber nicht die Sonne, sondern das katastrophal-grottige Seeing. Der Rand war in fast ständiger Bewegung und auf der Oberfläche blubberte es munter vor sich hin. Erst allmählich - die nächsten Wolken drohten schon - schälten sich die Gruppen heraus und waren in wenigen Momenten wirklich zu sehen.

Im Weißlicht erkannte ich zunächst nur die AR 12542 nah am Westrand, die ich als D14 klassifizierte.. Die AR 12543 darunter war anfangs überhaupt nicht zu sehen gewesen und nur allmählich erkannte ich sie als C5. Auch bei der AR 12545 war es nicht besser, ich hielt sie für eine C7. Schwierig wurde die Klassifikation der wiederauferstandenen AR 12544, deren drei Penumbren in einem Dreieck zueinander standen. Daher stufte ich sie als D15 ein. Beim letzten Rundblick am Sonnenrand entdeckte ich auf der Südhalbkugel am Ostrand noch eine große H1. Da scheint was Größeres herumzukommen. Man darf - trotz der miesen Wetteraussichten - gespannt sein, was für eine Gruppe da hereinrotiert.

Im H-alpha-Licht störte das miese Seeing bei hellorangenem Hintergrund noch sehr viel mehr. Am Rand konnte ich erst gar keine, dann stückweise insgesamt 7 Protuberanzen erkennen. Im Nordosten gab es zwei größere Exemplare und ein kleines im Südosten an der Position der neuen Gruppe. Am Westrand gab es nur einen größeren Bogen, sonst nur Kleinkram. Auf der Oberfläche waren die 7 Flaregebiete noch die auffälligsten Erscheinungen, denn die insgesamt 8 Filamente waren bei dem Blubberseeing kaum auszumachen und ich musste mehrmals zählen. Dabei ging mit einem Mal der Kontrast stark zurück: Syph zog herein und beendete die Beobachtung. Schon während ich alles wieder abbaute, war der Himmel wieder völlig zugezogen und es begann zu regnen, nur um eine halbe Stunde später die Sonne wieder rauszulassen. Aber da stand sie für meine kleine Dachluke schon zu hoch.

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