Sonntag, 1. Mai 2016

Sonne am 1.5.2016

Abermals hatte ich mit zwei Ausfalltagen aufgrund schlechten Wetters und Arbeit zu kämpfen, die mich weiter den Anschluss gegenüber anderen Sonnenbeobachtern verlieren ließen. Besonders bitter: Am Freitag schien die Sonne nur solange, bis ich kurz vor meiner Haustür ankam, dann war wieder alles dicht und die Sonne kam erst bei Sonnenuntergang wieder aus den Wolken heraus. Genau diese Murphys sind es, die einen langsam verzweifeln lassen. Heute Morgen war es denn fast genauso. Die Sonne kam erst raus, als sie umbeobachtbar hinter Bäumen stand und ich musste bis kurz nach 13 Uhr warten, um beobachten zu können. Entgegen der Wettervorhersage setzte sich der Hochdruckeinfluss früher durch, als gedacht und so konnte ich bei den ersten angenehmen Temperaturen in diesem Jahr bei mittelmäßigem Seeing mal in Ruhe beobachten.

Der im Weißlicht sichtbare Aktivitätsanstieg war noch nicht vorüber und so fand ich die vor drei Tagen gesehenen Gruppen gleich wieder, mit einigen Änderungen. Die AR 12533 stand als J1 nahe des Westrandes, die AR 12538 war nur extrem schwach als A1 zu sehen und ich hatte einige Mühe, sie überhaupt zu finden. Die AR 12535 darüber war leichter zu sehen und eine J2, während die AR 12536 eindeutig eine zusammenhängende Gruppe war, allerdings mit einer ziemlich Schräglage, die nur selten vorkommt. Durch zwei Penumbren und reichlich Flecken dazwischen stufte ich sie als D12 ein. Östlich davon stand die AR 12539 und es war schwer, hier eine Abgrenzung zu den nachfolgenden Flecken zu finden. Aufgrund des Abstandes der einzelnen Flecken zueinander teilte ich sie in zwei Gruppen auf: eine C8 im Westen sowie eine J1 in einiger Entfernung dazu. Schräg nach Norden versetzt stand noch eine B3. Beide Gruppen hatten (noch) keine NOAA-Nummer bekommen und ich wage es zu bezweifeln, dass von offizieller Seite die beiden Flecken zwei separate Nummern erhalten werden. Zumindest die B3 dürfte mit einer offiziellen Nummer versehen werden.

Das sich im Laufe der Beobachtung verbessernde Seeing lud geradezu zu einer H-alpha-Beobachtung mit dem PST ein. Als erstes zählte ich am Rand 11 kleine Protuberanzen, die teilweise schön aussahen, aber wenig beeindruckend waren. Auf der Oberfläche waren 8 Filamente ziemlich wild verteilt und nicht sonderlich groß. Hinzu kamen 5 teilweise sehr schwache Flaregebiete, von denen sich keines mit einer besonders hohen Aktivität hervortat. Trotz des kleinen Schubs fällt die Sonnenaktivität reichlich mager aus und nur eine einzige Gruppe war etwas größer: die AR 12536, die im H-alpha-Licht aber nicht sonderlich auffiel. Sie zeigte hier zwei dunkle Punkte an den Stellen, in denen im Weißlicht die Umbren zu sehen waren sowie eines der beiden größeren Flaregebiete. Erfreuen wir uns also den vielen kleinen Gruppen. Eine fleckenfreie Sonne werden wir noch lange genug beobachten dürfen. 

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