Donnerstag, 19. Mai 2016

Sonne am 19.5.2016

Das aktuelle Wetter kann einen schon in Erstaunen versetzen. War es bis kurz nach 15 Uhr fast völlig wolkenlos, kamen pünktlich zum Feierabend wieder dicke Wolken auf und ließen alle Hoffnungen auf eine Sonnenbeobachtung wie eine Seifenblase zerplatzen. Je näher ich meiner Wohnung kam, desto dichter und dunkler wurde das Wolkengedöns und man konnte schon mit Gewittern rechnen. Doch, eine gute Stunde später, öffnete sich ein veritables Wolkenloch und ich konnte doch noch zu meiner Beobachtung kommen, nachdem ich gestern wieder einen Ausfalltag aus den oben genannten Gründen hinnehmen musste. Das Seeing war sogar vergleichsweise gut und so konnte ich schnell die drei Gruppen des heutigen Tages finden.

Im Weißlicht war die große AR 12546 zu einer C6 geworden, weil ich außerhalb der heute wieder mit bloßem Auge und Sofibrille (!) sichtbaren riesigen Penumbra ein paar kleine Einzelflecke sehen konnte, die eindeutig in östlicher Richtung zeigten. Die schon recht randnah stehende AR 12544 war nur noch eine J2, überdies hatte sich schräg südwestlich der AR 12546 eine B5 (noch ohne NOAA-Nummer) gebildet hatte.

Das Wolkenloch war groß genug, um auch noch kurz mit dem PST ins H-alpha-Licht zu schauen. Hier war die Aktivität binnen zwei Tagen wieder leicht angestiegen. Zwar konnte ich am Rand nur 6 kleine Protuberanzen finden - die ausgeprägtesten davon am Ostrand -, dafür aber 3 Flaregebiete (das hellste bei der AR 12546) sowie 15 Filamente. Das spannendste war jenes, welches hoch im Nordosten von einer Protuberanz in ein Filament überging, nicht nur Beleg dafür, dass beides ein und dasselbe Phänomen beinhalten, es zeigte auch ein wenig von der Dynamik unseres Tagesgestirns. Nicht zu verhehlen ist allerdings, dass sowohl der nordpolare als auch der südpolare Bereich der Sonne hier erscheinungsfrei waren!

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