Samstag, 28. Mai 2016

Sonne am 28.5.2016

Wieder einmal eine morgendliche Beobachtung auf dem Dachboden bei scheinbar bestem Seeing und fast wolkenlosem Himmel. Nur im Westen stand eine dicke Wolkenwand, die sich aber kaum vorwärts bewegte. Scheinbar vor allem deshalb, weil nur der Sonnenrand im Fernrohr knackscharf erschien, die Details der Oberfläche aber reichlich verschwommen waren.

Obwohl seit der letzte Beobachtung nicht einmal 12 Stunden vergangen waren, hatte sich bei den beiden Fleckengruppen des heutigen Tages einiges verändert. Die AR 12548 zeigte deutliche Auflösungstendenzen, obwohl sie wiederum 6 Einzelflecke aufwies. Diese sahen aber längst nicht mehr so kontrastreich aus, wie noch vor ein paar Stunden. Ich hatte sie abermals der Waldmeierklasse C zugeordnet. Aus der kleinen A1 von gestern war ein B5 geworden und man darf gespannt sein, ob und wie sie sich in den kommenden Tagen weiterentwickeln wird.

Im vollkommenen Gegensatz dazu stand die vergleichsweise hohe Aktivität im H-alpha-Licht: 14 (!) Protuberanzen am Rand, 3 Flaregebiete und 15 Filamente auf der Oberfläche! Sowohl am Ost- als auch am Westrand standen sehr viele, vor allem kleine, Materiebögen und bei der gestern schon auffälligen Filamentkette im Nordwesten gingen die ersten Teile in eine Protuberanz über. Östlich der AR 12546 hatten sich zwei kräftige Filamente gebildet, weiter südlich ging ein weiteres in eine Protuberanz über. Weniger Filamente gab es auf der Osthälfte der Sonne, dafür wirkte eines wie eine Art Dreibein. Dazu kamen viele kleine Stummelfilamente, sodass die Sonne in dieser Wellenlänge voll war von Aktivität, an der man sich kaum sattsehen konnte und das in der Phase der abklingenden Sonnenaktivität!

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