Dienstag, 31. Mai 2016

Sonne am 31.5.2016

Ein weiteres Mal sah es nach einem klassischen Wettermurph aus: Der Tag begann bewölkt, gegen Mittag kam die Sonne raus und bei Feierabend war sie wieder weg. Zum Glück sah ich aber schon größere Wolkenlücken, als mich mich meiner Wohnung näherte. Tatsächlich verschwand die Sonne beim Betreten derselbigen erst einmal hinter einer Wolke, doch nach wenigen Minuten kam sie wieder raus und ich konnte bei bescheidenem Seeing mit der Beobachtung beginnen.

Im Weißlicht hatten sich kaum Veränderungen ergeben. Die beiden neuen Gruppen hatten nun endlich eine Nummer durch die NOAA erhalten und so war die AR 12550 eine C4 und die AR 12551 eine D7. Von der AR 12549 war nicht mehr viel zu sehen. Nur in wenigen Momenten ruhiger Luft war sie verschwommen zu sehen. Ich stufte sie daher als A1 ein, damit ich einen Zahlenwert hatte, denn sie war nur sehr schwer auszumachen.

Fast umgehauen hatte mich dagegen die Aktivität im H-alpha-Licht. Seit gestern war sie regelrecht explodiert. Der Rand war voll mit (insgesamt 17) Protuberanzen, die größten entlang des Westrandes, die kleinsten im Osten. Außer den 4 Flaregebieten fand ich auf der Oberfläche nach längerer Beobachtung immer mehr Filamente und musste mehrmals zählen. Am Ende kam ich auf 16 Stück. Im Nordwesten die anscheinend wieder auferstandene – aber wohl aufgrund des heute besseren Seeings deutlicher zu sehende Filamentkette, im Südosten zwei dicke Kleckse, im Norden drei dicke Flatschen sowie reichlich Kleinkram, der wahllos über die Oberfläche verteilt war. Es zeigte sich, wie irrig die Annahme ist, dass eine niedrige Aktivität im Weißlicht irgendwelche Hinweise auf das Geschehen im H-alpha-Licht geben könnte, wo gerade heute das Leben tobte. 

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