Mittwoch, 4. Mai 2016

Sonne am 4.5.2016

Und wieder ist es mir passiert: den ganzen Tag über war ich bei Sonnenschein auf der Arbeit und als ich zu Hause eintraf, quoll direkt vor der Sonne ein fette Wolke auf und blieb erst mal eine gute Stunde vor der Sonne hängen. Der übrige Himmel war natürlich aufgelockert und wolkenfrei. Im Okular konnte ich sehr schön sehen, wie Wolkenfetzen aus vier (!) verschiedenen Richtungen immer wieder vor die Sonne zogen oder dort entstanden. Das Seeing war am Anfang auch entsprechend schlecht. Ein zackiger Sonnenrand gepaart mit leise vor sich hin pumpenden Flecken, bei denen keine Struktur auszumachen war. Nach den ersten beiden Versuchen gab ich es erst einmal auf. Dann hing der Rand einer fetten Wolke so vor der Sonne, dass ich praktisch nur eine Hälfte von ihr beobachten und gleichzeitig sehen konnte, wie weitere Wolken schnellen Schrittes durchzogen. Fast 90 (!) Minuten, nachdem ich zu Hause angekommen war, öffnete sich ein größeres Wolkenloch, von dem ich aber nur einen winzigen Teil abbekam und durch das ich bei ganz passablem Seeing beobachten konnte. 

Als erstes fiel mir eine neue Fleckengruppe auf, die am Ostrand erschienen war - wie ich es gestern schon erwartet hart - und die ich als H3 einstufte, mit zwei voneinander getrennte Penumbren. Die AR 12541 war nur noch eine J1, die AR 12539 eine A1, die 12536 eine D8 mit ein paar mehr Einzelflecken, als gestern noch zu sehen waren. Die AR 12535 war denn auch nur noch eine J1 und der Süden der Sonne fleckenfrei.

Die H-alpha-Beobachtung litt auch sehr unter den Bedingungen, vor allem, was den Kontrast anging. Der war zeitweise so gering, dass manche Filamente dabei verschwanden. In ruhigeren Phasen konnte ich 9 Protuberanzen zählen, von denen die 5 auffälligsten weiter am nordöstlichen Sonnenrand herumhingen. Der Rest war nur schwer zu sehen, war aber sowohl am nordöstlich wie am nordwestlichen Rand auszumachen. Auf der Oberfläche fielen vier helle Flaregebiete ins Auge sowie 9 Stummelfilamente. Drei davon waren auf der Südhalbkugel zu finden, während diese Hemisphäre ansonsten erscheinungsfrei war. Nachdem bereits eine Gruppe an der Position einer größeren Protuberanz um den Ostrand rotiert war, bleibt zu hoffen, dass die restlichen Materiebögen ähnliches ankündigen, was die Spannung für den Merkurtransit in 5 Tagen erhöht und gleichzeitig das Scharfstellen mit verschiedenen Kamerasystemen deutlich vereinfachen würde.

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