Freitag, 6. Mai 2016

Sonne am 6.5.2016

Mehrere Beobachtungstage hintereinander ist man hier gar nicht mehr gewohnt, dennoch ging es heute morgen an meinem freien Tag erst einmal auf den Dachboden zur Sonnenbeobachtung. Der Himmel war leicht irrig und dadurch das Seeing schlecht. Anfangs sah ich nur einen heftig wallenden Sonnenrand und eine blubbernde Oberfläche, was sich nach wenigen Minuten besserte, aber zu keinem Zeitpunkt wirklich gut wurde.

Im Weißlicht war die Aktivität weiter im Sinkflug begriffen. Eine weitere, von mir erwartete, Gruppe war am Ostrand nicht aufgetaucht und so blieb die AR 12542 die größte, die gerade sichtbar war, denn der Rest hatte sich zurück entwickelt. Sie war eine H3 mit zwei deutlich voneinander getrennten, aber nahezu senkrecht zueinander stehenden Penumbren. Aus der AR 12541, gestern noch aufgrund zumindest rudimentär vorhandener Penumbren als D klassifiziert war heute auf die Stufe B zurück gefallen und wies 6 Einzelflecken auf. Die AR 12539 war auch keine J1 mehr, sondern nur noch eine A1, wie die AR 12536, die genau am Westrand in einem auffälligen Fackelfeld stand. Der Süden war wieder fleckenfrei.

Mit dem PST schaute ich danach in das H-alpha-Licht hinein und war zunächst erschrocken über den extrem geringen Kontrast, aber in dem Augenblick hatten sich leichte Cirren vor die Sonne geschoben und der Hintergrund leuchtete hellorange auf. Nach wenigen Augenblicken wurde aber die Sicht besser und ich konnte am Rand 8 Protuberanzen finden. Allerdings waren nur zwei am Ost- und eine am Westrand etwas größer, der Rest war wieder nur als ganz kleine Spitzen zu sehen. Dafür war heute die Oberfläche sehr interessant. Neben 4 Flaregebieten, das mit der AR 12541 - im Weißlicht ja nur eine kleine B-Gruppe - leuchtete am hellsten und könnte durchaus im Laufe des Tages einen Flare hervorbringen. Rund um die AR 12541 gesellten sich etliche Filamente, die sogar deutlich größer waren als in den vergangenen Tagen. Eine kleine Kette hatte sich nordwestlich davon gebildet, mehrere Bögen standen nördlich und südlich der Gruppe. Weitere gab es im Nordwesten. Man gewann bei der Beobachtung den Eindruck, als würden gerade massiv Filamente - auf der gesamten Oberfläche konnte ich 12 Stück zählen - von Osten her reinrotieren. Bis auf zwei Stummelprotuberanzen war auch in dieser Wellenlänge der Sünden erscheinungsfrei.

Wie schon gestern erwähnt: eine Beobachtung des Merkurtransits in drei Tagen wird auch im H-alpha-Licht spannend sein!

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