Sonntag, 8. Mai 2016

Sonne am 8.5.2016

Der Tag begann wieder mit schön blauem Himmel und einer Sonnenbeobachtung auf dem Dachboden. Leider wird diese Phase schon ab Mittwoch wieder vorbei sein und ich muss dann den ganzen Tag hoffen, dass die Sonne auch noch zu sehen sein wird, wenn ich Feierabend habe, was in diesem Jahr nicht besonders oft der Fall war.

Das Seeing war heute ganz gut, Rand und Oberfläche zeigten nur wenig Bewegung. Im Weißlicht hatte sich, wie eigentlich zu erwarten gewesen war, die Zahl der Fleckengruppen halbiert. Neben der AR 12542, der ex-12529, die im April für Furore gesorgt hatte und damals einen Durchmesser von 60.000 km aufwies, gab es nur noch die AR 12541 als B-Gruppe zu sehen. Während die AR 12542 an Durchmesser eingebüsst hatte - der lag nur noch bei 28.000 km und war nach meinem Dafürhalten eine H8 - hatte die 12541 mehrere kleine Flecken verloren und eine B4.

Das vollkommene Gegenteil davon war die Aktivität im H-alpha-Licht. Am Rand zeigten sich 8 zumeist kleine Protuberanzen. Lediglich am Westrand waren drei und am Ostrand eine größere, ansonsten nur Winzlinge zu sehen. Auf der Oberfläche tobte dagegen das Leben: 4 helle Flaregebiete - das größte und hellste wiederum bei der AR 12541 - und 17 (!) Filamente, die vor allem die Nordhalbkugel bevölkerten. Dort hatten sich neben einer längeren Filamentkette und einem direkt aus der 12451 austretenden langen Filament mehrere größere gebildet. Der Ring um die AR 12542 hatte sich teilweise aufgelöst, dafür gab es im Süden 5 kleine Stummelprotuben zu sehen. Momentan würde die Verfolgung des Merkurtransits im H-alpha fast mehr Sinn machen, als im Weißlicht.

Eines darf man morgen beim Merkurtransit nicht unterschätzen, die „Kleinheit“ des innersten Planeten, der nur 11 Bogensekunden klein ist, gegenüber rund 60 Bogensekunden bei der Venus. Daher werden alle Versuche scheitern, ihn mit Hilfe von Sonnenfinsternisbrillen zu sehen. Ausschließlich Fernrohre und Ferngläser mit entsprechender Lichtdämpfung zeigen den nur 4880 km durchmessenden und gut 92 Mio. km von uns entfernten Merkur. Venus dagegen durchmisst 12103 km und umkreist in einer Distanz von rund 42 Mio. km zu uns um die Sonne, wodurch klar wird, wieso man Venus beim Transit mit Sonnenfilter mit bloßem Auge sehen kann und Merkur nicht. Somit wird er auch erheblich kleiner erscheinen, als die AR 12452!

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