Donnerstag, 30. Juni 2016

Sonne am 30.6.2016

Die Chance auf eine Sonnenbeobachtung war heute ausgesprochen gering. Dicke Wolken hingen über der Stadt und bis zum Sonnenuntergang sollte sich nach den Vorhersagen daran auch nichts ändern. Dennoch kam es anders, denn, kaum zu Hause angekommen, zeigten sich erste Risse in der dichten Wolkendecke und dann gab es doch tatsächlich ein paar beständigere Lücken für etwa 15 Minuten. Die reichten aus, um bei einem eher mittelprächtigen Seeing beobachten zu können.

Im Weißlicht hatte sich nichts geändert, die Sonne war immer noch fleckenfrei und das nun schon seit 7 Tagen!

Im H-alpha-Licht war die Zahl der Protuberanzen drastisch zurückgegangen – oder ich konnte keine weiteren finden, denn ich kam nur auf 4 Stück. Dafür hatten sich auf der Oberfläche die schönen Ringstrukturen bei den Filamenten teilweise aufgelöst oder waren zerbrochen, sodass sich dadurch eine leicht höhere Zahl bei diesen Erscheinungen ergab: 14. Es sah nach wie vor aos aus, als würde eine ganze Schar von Filamenten von Nordost nach Südweste über die Sonne ziehen, während ringsum kaum weitere Erscheinungen zu sehen waren. Abgsehen von zwei winzigen Flaregebieten. So zeigte sich, dass eine fleckenfreie Sonne nicht gleichbedeutend mit einer erscheinungsarmen Sonne im H-alpha-Licht sein muss. Im H-alpha gibt es immer was zu sehen!

Mittwoch, 29. Juni 2016

Sonne am 29.6.2016

Während es den ganzen Tag über doch recht sonnig war, blieben mir nach Feierabend wieder einmal nur kleine »Restlücken«, bevor die Wolken kamen und ich musste mich sogar beeilen, damit ich noch was sehen konnte. Das Seeing war abermals nur mittelmäßig und schwankte recht stark. Erst drei Stunden später war der Himmel endlich mal wieder für einen längeren Zeitraum etwas wolkenfreier.

Im Weißlicht waren immer noch keine neuen Flecken zu sehen, nur ein paar Fackelfelder.

Im H-alpha-Licht dagegen waren die langen und gebogenen Filamentstrukturen hereinrotiert. Sie sahen aus, wie invertierte Gewitterblitze und bildeten zwei große Bögen, einen langen Strich und einen Bogen, der sogar dreidimensional wirkte. Dazu kamen noch einige kleinere Exemplare, sodass ich neben 11 Stück zählen konnte. Am Rand waren 9 meistens nur sehr kleine Protuberanzen zu sehen. Hinzu kamen noch zwei kleine Flaregebiete. Insgesamt also eine immer noch sehr verhaltene Akitivität.

Dienstag, 28. Juni 2016

Sonne am 28.6.2016

Nach einem witterungsbedingten Ausfalltag – die Sonne war nur solange zu sehen, wie ich auf der Arbeit war, danach zog es sehr schnell zu – war die Sicht heute deutlich besser, wenngleich der Himmel auch in Sonnenrichtung cirrig und leicht diffus wirkte. Das Seeing war entsprechend mittelmäßig.

Im Weißlicht war noch immer kein neuer Fleck zu sehen, es war somit der 5. Tag nacheinander ohne im Weißlicht sichtbare Aktivität.

Selbst im H-alpha-Licht war die Westhälfte der Sonne nahezu erscheinungsfrei. Nur drei von insgesamt 7 Protuberanzen standen hier am Sonnenrand und sie waren durchaus ansehnlich. Von Osten her hatten sich drei sehr lange Filamente hereingeschoben: ein strichförmige mit der westlichsten Spitze auf dem Sonnenmeridian sowie zwei sehr große Halbbögen sowie ein kleiner dazwischen. Beim Zählen kam ich auf 8 Filamente. Flaregebiete hatte ich unterdessen nicht finedn können. Ob sich mit den neuen, ausgedehnten Filamenten gleichzeitig auch neu entstehende Aktivitätsgebiete ankündigen, bleibt abzuwarten, denn oft genug konnte man im H-alpha-Licht an Stellen Filamente und Flaregebiete sehen, an denen im Weißlicht nichts zu erkennen war. Auch das ein untrügliches Zeichen für den endenden Fleckenzyklus.

Sonntag, 26. Juni 2016

Sonne am 26.6.2016

Stolz hatte ich gestern noch verkündet, dass ich in einem Fackelfeld einen einzelnen Fleck gesehen hatte und das es eine dicke Einkerbung am Rand gab, die einen neuen großen Fleck ankündigte. Nichts davon hatte sich heute bewahrheitet. Da war ich wohl einer dicken Sinnestäuschung aufgesessen oder es war der Wunsch der Vater des Gedanken, hier etwas sehen zu wollen. In der Tat kann einem auch das Seeing war vorgaukeln, was nicht da ist, oder kleine Fehlstellen in der Granulation, die ich aber mit meinem kleinen 80/400er Refraktor ohnehin nicht sehen kann, weil die granularen Zellen in der Regel kleiner sind, als das vom Seeing beeinflusste Auflösungsvermögen dieses Beobachtungsgeräts. Somit werde ich, was eigentlich nicht sein soll, meine gestrige Beobachtung als Irrtum einstufen und die Beobachtung abändern. Ein Restzweifel war ohnehin geblieben.

In Zeiten geringerer Sonnenaktivität und kleiner Fleckengruppen schaut man einerseits zwar intensiver hin und man sollte immer vor allem den Ostrand absuchen, einerseits meint man, Flecken gesehen zu haben, andererseits übersieht man welche. Für Beobachter mit kleinen Instrumenten eine vertrackte Situation, während sich für Leute mit größeren Optiken die Frage stellt, ob man gerade einen einzelnen Fleck oder eine Pore sieht, die bei der Relativzahlbestimmung unberücksichtigt bleibt. Es wird im Minimum eben nicht alles einfacher!

Dafür musste ich heute wieder einige dicke Murphereien aushalten. Zunächst wachte ich unter einem teilweise klaren Himmel auf und hoffte schon auf eine Beobachtung zu früher Stunde, auch, um die gestrige zu verifizieren. Doch rechtzeitig kamen Wolken und gaben die Sonne erst wieder frei, als sie unerreichbar hinter Bäumen stand. Nun hieß es wieder gut 5 Stunden warten, bis die Sonne auf der anderen Seite des Hauses rauskam. Selbstredend, dass es in dieser Zeit immer sonniger wurde.

Schließlich war es soweit, doch ich musste mich beeilen, weil aus Richtung Westen dichtere Bewölkung herankam. Zum Glück schaffte ich die Beobachtung, kurz bevor sie schließlich eintraf. Das Seeing war entsprechend unruhig, der Rand war mal vollkommen ruhig, mal wellenartig verformt. Und egal, wie ich es anstellte, das gestern noch sehr deutlich zu sehende Fackelfeld war schwächer geworden und darin konnte ich keinen Fleck mehr sehen. Auch andere Gebiete und der gesamte Ostrand waren ohne die kleinen lokalen Störzonen. Daher war meine heutige Relativzahl abermals Re = 0.

Im H-alpha-Licht war vor allem der Ostrand sehr interessant. Hier reihten sich gleich mehrere Protuberanzen aneinander und von einer ging immer noch eine kleine Filamentkette aus. Am Westrand standen dann noch zwei etwas größere Materiebögen und einen kleinen entdeckte ich ebenfalls im Osten, sodass ich am Ende auf 7 Erscheinungen kam. Die Oberfläche war hingegen sehr ruhig. Neben zwei unscheinbaren Flaregebieten sah ich 9 Filamente, während der größte Teil der Oberfläche weiter erscheinungsfrei war, passend zur Weißlichtaktivität.

Samstag, 25. Juni 2016

Sonne am 25.6.2016

Vorhergesagt war es nicht und angesichts des heftigen Gewitter und Regengüsse des heutigen Tages auch nicht zu erwarten, dennoch passierte es: Kurzfristig riss während der 1. Verlängerung des EM-Spiels zwischen Polen und der Schweiz plötzlich die dichte Bewölkung von Norden her auf. Eine für hiesige Gefilde eher ungewöhnliche Zugrichtung. Zwischendurch hatte ich zwar wieder mit Mehrschichtbewölkung zu kämpfen, aber es reichte für eine gute Beobachtung bei durchschnittlichem Seeing.

Im Weißlicht war die Sonne auf den ersten Blick fleckenfrei, doch mehr als 35 jährige Beobachtungserfahrung lehrte mich, genauer in die Fackelfelder am Sonnenrand zu schauen. Da gab es am Ostrand ein auffallendes und großes Fackelfeld und ich hatte schon beim ersten Mal den Eindruck, das dort »etwas« sein könnte. Durchziehende dünne Wolkenschichten verstärkten bei entsprechender Abschwächung des Sonnenlichts diesen Eindruck und am Ende war ich mir sicher, da war mindestens eine A1 zu erkennen. Ein Blick auf die aktuellen Satellitenbilder bestätigte die Beobachtung. Sie zeigten auch eine Einkerbung, die auf einen größeren Fleck hindeutet, der da um den Rand kommen wird. Das Seeing an meinem Beobachtungsort, genauer: die Wellenbewegung am Sonnenrand war größer als der (mögliche?) Fleck, der da genau am Ostrand stand. Deshalb zählte ich ihn auch nicht mit.

Selbst für eine Beobachtung im H-alpha-Licht reichten die Wolkenlücken noch. Am Ort des kleinen Flecks war hier ein Flaregebiet zu sehen und in der Nähe eine der insgesamt 6 Protuberanzen. Weiter nördlich, wo sich im Weißlicht die Einkerbung abzeichnete, war neben einer büschelartigen Protuberanz eine kleine Filamentkette zu sehen. Alles Anzeichen dafür, dass man schon morgen hier einen neuen, größeren Fleck sehen müsste. Es wäre übrigens die »alte« AR 12554, die bei solarham.net in der »farside watch« angedeutet ist. Ansonsten wirkte die Sonne in dieser Wellenlänge sehr aufgeräumt: nur 2 kleine Flaregebiete und nur noch 6 Filamente sowie eine weitgehend erscheinungsfreie Oberfläche deuteten an, was wir im Minimum zu erwarten haben, wenn es auch im H-alpha-Licht immer mehr zu sehen gibt, als im Weißlicht!

Donnerstag, 23. Juni 2016

Sonne am 23.6.2016

»Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben« sagte einst der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow. Genau das ist mir heute passiert. Wer am Vormittags bei blauem Himmel beobachten konnte, hatte noch das Glück, die AR 12556 ziemlich genau auf dem Sonnenmeridian beobachten zu können, wie zwei meiner Kollegen aus der Hamburger Sonnengruppe. Als ich Stunden später dann endlich auch beobachten konnte, hatte ich nicht nur mit Wolken und leicht weißlichem Himmel zu kämpfen, denn gleichzeitig hatte sich die Gruppe aufgelöst und war nicht mehr zu sehen. So ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Sonne abermals fleckenfrei!

Dem passte sich auch die Aktivität im H-alpha-Licht weitgehend an. Am Rand konnte noch 8 Protuberanzen gesehen werden – zwei größere am West- und eine am Ostrand – sowie zwei unscheinbare Flaregebiete und 6 kleine Filamente. Das größte war das ruhende Exemplar, das gestern schon im Norden stand. Im Bereich der ehemaligen AR 12556 war hier nichts mehr zu sehen, nur leicht westlich davon gab es noch ein paar kleine Filamente. Darüber hinaus erschien die Sonne weitgehend erscheinungsfrei, wenn auch einige Stummelprotuberanzen wild verstreut waren. Augenblicklich scheint also wieder ein wenig Ruhe einzukehren.

Mittwoch, 22. Juni 2016

Sonne am 22.6.2016

Das Wetter wurde schon wieder anders, als vorhergesagt und diese Unbeständigkeit nervt einfach nur noch. Die Chance, eine Sonnenbeobachtung zu verpassen, nur weil man nicht den ganzen Tag über Zeit dafür hat, ist derzeit riesengroß. So sollte es ab mittags immer mehr aufklaren und gegen Abend fast wolkenlos sein. Bisher ist das nicht eingetreten. Dennoch gab es für für kleine (!) Wolkenlücken, durch die ich durchschauen konnte und das Seeing war entsprechend, wenn auch die Details der Oberfläche recht gut zu sehen waren.

Im Weißlicht war die Aktivität sehr statisch. Wieder waren nur zwei Gruppen, die AR 12553 als H1 in leicht ovaler Form direkt am Westrand und die AR 12556 als J1 – mit einer zumindest rudimentären Penumbra versehen – stand leicht östlich vom Sonnenmeridian. Neue Fleckengruppen waren nicht entstanden oder um den Ostrand herumgekommen.

Wenig spektakulär war auch die Aktivität im H-alpha-Licht, am Sonnenrand standen 9 Protuberanzen, aber nur drei waren auf den ersten Blick zu sehen. Die anderen schauten nur als winzig kleine Spitzen über den Rand. Die Oberfläche wirkte ebenso trostlos, trotz der 4 Flaregebiete und 12 Filamente. Diese waren aber auch nur wenig beeindruckend. Eine größere stand im Norden, kleinere gruppierten sich rund um Flaregebiete, die im Weißlicht mit keiner Fleckengruppe assoziiert waren. Dazu kamen etliche kleine, punkt- bzw. leicht flächige, einpolige Filamente, was ebenfalls an den einfacher strukturierten Magnetfeldern lag. So täuscht die Zahl der Erscheinungen im H-alpha über den wirklichen Stand der Aktivität hinweg, weil die meisten eben winzig klein und nur wegen des hier guten Seeings zu sehen waren. Weite Bereiche im Süden, Osten und Nordosten sahen fast erscheinungsfrei aus. Daher wird wohl in den kommenden Tagen auch im Weißlicht kaum mit neuen großen Fleckengruppen zu rechnen sein.

Dienstag, 21. Juni 2016

Sonne am 21.6.2016

Nach einem weiteren Ausfalltag aufgrund von »Rentnerwetter« - morgens klarer, nach Feierabend völlig bewölkter Himmel – sah es heute auch am astronomischen Sommeranfang nicht sonderlich rosig aus. Zum x-ten Male fuhr ich unter weitgehend aufgeklartem Himmel von der Arbeit weg, nur um zu sehen, wie die Sonne hinter Wolken verschwand, als ich noch 100m von meiner Wohnung entfernt war. Daher konnte ich wieder nur mehrere kleine Wolkenlücken nutzen. Sich richtig auf das Beobachtungsobjekt zu konzentrieren ging irgendwie auch nicht. Überdies war das Seeing mittelprächtig, teilweise aber auch sehr gut. Leider schwankte es zwischen zwei Extremen ständig hin und her.

Im Weißlicht gab es nicht mehr viel zu sehen. Nur noch zwei Gruppen waren zu finden: die schon nah am Rand stehende AR 12553 und die AR 12556 im Osten, die mir heute wie eine J1 mit rechteckiger Form vorkam. Danach musste ich wieder längere Phasen der dichten Bewölkung abwarten – es sollte nachmittags völlig wolkenfrei sein –, um noch im H-alpha zu beobachten.

Die Beobachtung musste auch hier schnell gehen, weil die zur Verfügung stehende Wolkenlücke nur sehr klein war. Am Rand gab es nur 4 kleine Protuberanzen, die man leicht übersehen konnte. Die Oberfläche zeigte 4 schwach leuchtende Flaregebiete und 9 aufgrund des Seeings nur sehr schwer auszumachende Filamente. Bevor ich mich der Detailbeobachtung widmen konnte, waren aus anderer Höhe Wolken einer anderen Schicht heran und beendeten die Beobachtung. Ja, beobachtet, aber wieder nur unter äußerst widrigen Umständen, zumal das Wetter abermals anders wurde als vorhergesagt.

Sonntag, 19. Juni 2016

Sonne am 19.6.2016

Den ganzen Tag über hatte es nicht danach ausgesehen, als ob ich heute noch die Sonne beobachten könnte und nutzte die Zeit, um die Daten der vergangenen Tage online und in Excel-Listen einzugeben. Plötzlich wurde es merklich heller in der Wohnung und tatsächlich: die dichte Bewölkung hatte Risse bekommen und so konnte ich in der ersten Wolkenlücke »mal eben schnell« die Sonne im Weißlicht beobachten. Das Seeing war für die kleine Lücke ausgesprochen gut.

Nur drei Fleckengruppen konnte ich heute finden: die AR 12553 als weiterhin sehr stabile H1-Gruppe, die ich aber aufgrund der geringeren Distanz zum Sonnenrand nicht mehr mit der Sofibrille mit bloßem Auge sehen konnte. Dann war da noch die AR 12557 als D6, die in den letzten Tagen schon als B-Gruppe aufgefallen war, aber lange Zeit keine NOAA-Nummer bekommen hatte. In Richtung des Ostrandes stand dann noch die AR 12556 als J1. Leider hatte ich nicht mehr ausreichend Zeit, um die Beobachtung zu kontrollieren, da die nächste Wolkenschicht heran kam. Das gelang mir erst eine halbe Stunde später in der nächsten Lücke.

Im 3. Wolkenloch hatte ich dann noch die Chance, mit dem PST die Sonne im H-alpha-Licht zu beobachten. Die gestern noch gut sichtbare Protuberanz im Nordwesten war verschwunden. Nun waren nur noch 7 kleine bis winzige Protübchen am Rand zu sehen. Auf der Oberfläche stachen mir überdies 4 Flaregebiete und 10 wild verstreute Filamente ins Auge, bis sich auch diese Lücke schloss und der Himmel seit dem wieder dicht bewölkt war. Endlich mal Glück gehabt, wenn auch die Wolkenlücken arg klein, aber gerade noch ausreichend waren.

Samstag, 18. Juni 2016

Sonne am 18.6.2016

An manchen Tagen frage ich mich, wieso die stressfreien Sonnenbeobachtungen eigentlich so selten sind. Das beste Beispiel gab es am heutigen Morgen. Als ich aufwachte, war der Himmel vollkommen wolkenfrei, doch just zu dem Zeitpunkt, als ich mit der Beobachtung beginnen wollte, kamen Wolken auf uns behinderten mich erstmal eine satte halbe Stunde lang. Im Teleskop konnte ich schön verfolgen, wie mehrlagige Wolkenschichten durchzogen und nur zwei Fleckengruppen ab und zu durchkamen. Aber aus Richtung Westen kam vor den dicken Wolken noch eine wolkenfreie Schicht. Die aber kam und kam nicht und kurz bevor sie dann die Sonne erreicht hätte, zogen ganz schnell dicke Wolken heran und schlossen die letzte Lücke. Und wieder war ich nur auf kleine Lücken angewiesen, durch die ich durchschauen musste, um überhaupt etwas zu sehen. Dabei war das Seeing sehr gut, was mir aber nichts nützte. Durch meine sehr hohen Bäume – sie überragen mittlerweile alle umstehenden Häuser – konnte ich auch erst spät mit der Beobachtung beginnen. Ohne sie wäre das schon eine Stunde früher möglich.

Da kann man durchaus zum Baumhasser werden, wenn sie einem permanent alle Beobachtungsmöglichkeiten nehmen und man selbst im Hochsommer in der Wohnung das Licht anmachen muss!

Im Weißlicht konnte ich durch mehrere kleine Wolkenlücken, die mal hier und mal dort auftauchten, die AR 12556 am Sonnenrand als J1 und die AR 12553 als H1 westlich des Sonnenmeridians sehen. Erst sehr spät und nach vielen Unterbrechungen, erkannte ich noch die kleine Gruppe zwischen den beiden großen, die bei mir heute eine B3 war. Von der AR 12555 konnte ich am Westrand nur noch ein Fackelfeld sehen, aber keinen Fleck mehr.

Die H-alpha-Beobachtung war angesichts der Bedingungen, unter denen sie stattfand, ein einziger Krampf. Sehr schnell erkannte ich noch 6 Protuberanzen, wobei sich die ruhende am Westrand nur aufgrund der Sonnenrotation etwas verkleinert und schon teilweise hinter den von der Erde aus sichtbaren Teil der Sonnenoberfläche begeben hatte. Nach einer längeren Pause, in der die Sonne im PST nur als hellorangener Schemen zu sehen war, zählte ich schnell 5 Flaregebiete und schätze die Zahl der Filamente auf 10. Mehr war nicht mehr drin, denn auch die letzte Hoffnung starb, als eine kleine Lücke direkt an der Sonne vorbei ging. Seit dem ist der Himmel bedeckt, obwohl alle Wettervorhersagen für heute einen sehr sonnigen Vormittag prognostiziert hatten!

Freitag, 17. Juni 2016

Sonne am 17.6.2016

Fast vier Stunden (!) hatte es gedauert, bis ich die heutige Beobachtung endlich abschließen konnte. Begonnen hatte es mit einem extrem syphigen Himmel, als ich nach Hause kam und sonnigen Abschnitten immer dann, wenn ich unterwegs war, garniert mit Schauern und Gewittern zwischendurch. Und auch am Ende gab es nur eine kleine Wolkenlücke. Da die Wolken jedoch nur träge dahinzogen, hatte ich ausreichend Zeit, sie zu nutzen, zumal das Seeing erstaunlich gut war.

Die Nachbeobachtung war insofern wichtig, weil ich beim ersten Mal eine kleine Gruppe übersehen hatte, die erst ab dem Nachmittag entstanden war. Im Weißlicht erkannte ich zunächst nur die AR 12555 am Westrand, die sich zu einer kleinen D6 gemausert hatte und natürlich die weiter mit bloßem Auge und Sofibrille sichtbare AR 12553 als H2. Schon unter den schlechten Bedingungen während der ersten Beobachtung fiel mir eine J1 genau am Ostrand auf. Zwischen dieser und der AR 12553 entdeckte ich dann noch eine A1, die relativ leicht zu erkennen war. Gerade in dieser Zeit des abklingenden Fleckenzyklus kann es passieren, dass kleine Gruppen – Poren sehe ich aufgrund des geringen Auflösungsvermögens meines kleinen Teleskops ohnehin nicht – für kurze Zeit auftauchen und wieder verschwinden.

Die H-alpha-Beobachtung war erst am späten Abend bei blauem Himmel sinnvoll und al erstes fiel mir die gestern schon im Nordwesten stehende, ziemlich große, ruhende Protuberanz auf. Daneben gab es nur noch im Nordosten eine kleine Materieerhebung. Auf der Oberfläche waren 5 Flaregebiete einwandfrei auszumachen sowie 12 kleine und kleinste Filamente. Weite Bereiche der nördlichen und der südlichen Hälfte der Sonne waren dagegen erscheinungsfrei. Man darf gespannt sein, wie tief das lokale Minimum dieses Mal ausfallen wird. 

Donnerstag, 16. Juni 2016

Sonne am 16.6.2016

So hat man es als Sonnenbeobachter gern: während der Vormittag sehr sonnig war, bewölkte es sich mittags und es regnete, doch als ich nach Feierabend zu Hause ankam, fand ich eine große Wolkenlücke vor. Daher konnte ich gleich - bei ganz ordentlichem Seeing – mit der Beobachtung beginnen.

Im Weißlicht war die Aktivität noch weiter zurück gegangen, denn es gab nur noch zwei Fleckengruppen zu sehen. Die AR 12553 stand nahe des Sonnenmeridians und war eine H2, weil sich außerhalb der nun wieder leicht ovalen Penumbra ein neuer, kleiner Fleck gebildet hatte. Sie war am Vormittag selbst durch mein angedeunkeltes Bürofenster mit bloßem Auge und Sofibrille zu sehen. Westlich davon gab es eine B4, die bislang noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte.

Auch im H-alpha-Licht war die Aktivität eher moderat. Am Rand waren außer einer größeren Protuberanz im Westen nur fünf weitere, kleine, Erhebungen zu sehen. Die Oberfläche glänzte kaum mit nur 4 unscheinbaren Flaregebieten und 12 überwiegend zu kurz geratenen Filamenten, deren Mehrzahl sich einen einem weiten Feld rund um die AR 12553 gruppierten. Nur wenige standen wild verstreut in anderen Regionen. Anscheinend steuert die Sonne auf ein weiteres, kleines Aktivitätsminimum zu.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Sonne am 15.6.2016

In der Pause zwischen zwei EM-Spielen tat sich bei mir ein keilförmiges Wolkenloch auf und ließ mich die Sonne beobachten, während es ringsum mehr nach Gewitter als nach etwas anderem aussah und es am Vormittag, als ich auf der Arbeit war, einen wolkenfreien Himmel gab. Just in dieser Zeit ging denn auch eine Katwarn-Meldung vor schwerem Gewitter und heftigem Starkregen und Hagel ein just zur Beobachtungszeit ein. In dem kleinen Wolkenloch war es leicht diesig, aber das Seeing ganz brauchbar.

Im Weißlicht war die Aktivität auf dem Rückzug: ganz am Westrand stand noch die AR 12554 als J1 – in wenigen Stunden wird sie um den Rand wegrotieren -, die AR 12553 stand im Süden östlich des Sonnenmeridians und war nur noch eine H1. Gestern hatte sie noch eine ovale Form und die Umbra wies eine deutliche Teilung auf. Die war verschwunden und der Fleck wirkte insgesamt sehr viel runder. Die Suche nach der kleinen A-Gruppe nordwestlich der AR 12553 scheiterte, dafür konnte ich die kleine B2-Gruppe westlich der Gruppe knapp über der Nachweisgrenze des 80/400er Refraktors erkennen.

Schnell probierte ich noch eine H-alpha-Beobachtung, doch der Anblick der Sonne in diesem Wellenlängenbereich war enttäuschend. Am Rand standen nur 6 kleine Protuberanzen, auf der Oberfläche nur noch 7 Filamente und 4 Flaregebiete. Kurz bevor sich die Wolkenlücke endgültig schloss, erkannte ih noch zwei längere Filamente am Ost- sowie am Westrand und eines bei der AR 12553, während die übrige Sonnenoberfläche erscheinungsfrei schien, zumindest unter den gegebenen Umständen, denn gleich nach der Beobachtung schloss sich die Lücke und beendete jede Hoffnung auf einen weiteren Blick zum Tagesgestirn.

Dienstag, 14. Juni 2016

Sonne am 14.6.2016

Nach Gewitter und Starkregen riss die seit Tagen dichte Bewölkung, die mir mitten im Juni zwei aufeinander folgende Ausfalltage beschert hatte, endlich einmal für länger auf und gab mit die Möglichkeit zu einer Beobachtung. Erstaunlich war das unter den gegebenen Umständen recht gute Seeing, wenn auch der Himmel leicht vercirrt war.

Im Weißlicht hatte sich seit Samstag einiges verändert, vor allem hatte sich die Zahl der Gruppen verdoppelt. Am Westrand stand die AR 12554 im Norden als C3 in einem kleinen Fackelfeld. Im Süden war die AR 12553 als H 2 die größte Gruppe mit einer fetten Umbra, die ich aber noch nicht mit Sonnenfinsternisbrille und bloßem Auge sehen konnte. Westlich davon stand eine recht auffällige B2-Gruppe und nordöstlich eine kleine A3, die ich aber nur mit einiger Mühe sehen konnte. Kurz danach kam eine Wolkenpause, dann konnte ich endlich auch mit dem PST beobachten.

Im H-alpha-Licht wirkte die Sonne weitgehend erscheinungsfrei, aber sie war es Gottseidank nicht. Am Rand erhoben sich 8 überwiegend kleine Protuberanzen. Die größte stand im Nordwesten und besaß die Form eines überdimensionierten griechischen Pi-Zeichens. Bei der AR 12554 gab es am Westrand ein kleines Flaregebiet – insgesamt zählte ich 4 Stück – sowie ein kleines Filament, von denen ich 7 erblickte. Die meiste Aktivität entfaltete sich in einem kleinen keilförmigen und vom Ostrand ausgehenden Bereich, in dem sich 3 Flaregebiete und 6 Filamente tummelten. So langsam stellt sich die Sonne auch hier auf das Minimum ein, für das es seit Monaten keine neuen Vorhersagen gibt und das nach wie vor um 2020 herum eintreten soll. 

Samstag, 11. Juni 2016

Sonne am 11.6.2016

In der Hoffnung, vielleicht doch etwas früher mit der Beobachtung beginnen zu können, begab ich mich schon um 7:40 Uhr auf den Dachboden, nur um zu sehen, dass die Sonne exakt hinter einem Baumwipfel stand. Ohne meine wahrhaft dämlichen Bäume könnte ich locker schon zwei Stunden früher beobachten und noch vor der Arbeit. So aber muss ich ständig auf den Nachmittag hoffen, wo das Wetter oft sehr viel schlechter ist als am frühen Morgen. Nun musste ich bis kurz vor 8 Uhr warten, dass die Erde sich soweit gedreht hatte, dass der Baum nicht mehr störte. Das Seeing war erstaunlich gut.

Im Weißlicht hatte sich gegenüber gestern Mittag nicht viel geändert. Die AR 12552 war noch ein Stück weiter gen Westen gerückt und eine H5, die neue Gruppe hatte die Nummer 12553 erhalten und war eine H3, weil sich innerhalb der Penumbra noch zwei kleinere Flecken gebildet hatten. Die Fackelfelder in der Umgebung insbesondere der AR 12553 waren sehr deutlich zu sehen, aber darin verbarg sich kein weiterer neuer Fleck, womit in der augenblicklichen Phase des ausklingenden Zyklus, bei dem die Magnetfelder nur noch einfach strukturiert sind, auch kaum zu rechnen ist.

Apropos Magnetfelder: Aufgrund des gegenwärtig eher einfacheren Aufbaus der lokalen Magnetfelder gibt es jetzt mehr ruhende Protuberanzen als zu anderen Zeiten im Zyklus, sodass mit spektakulären Eruptionen immer weniger gerechnet werden kann. Überrascht war ich aber dennoch von der »Versammlung« der Protuberanzen am Westrand: 9 der insgesamt 14 Materiebögen konnte ich heute Morgen dort finden, bei 8 überwiegend kleinen Filamenten und 4 Flaregebieten. Das Zentrum der Aktivität lag interessanterweise am Westrand bei der wegrotierenden AR 12552 und nicht bei der neuen 12553. Der »Rest« der Sonnenoberfläche war nahezu erscheinungsfrei!

Freitag, 10. Juni 2016

Sonne am 10.6.2016

Schon wieder war die Beobachtung mit einer Unzahl von murphologischen Ereignissen begleitet. Zunächst begann der Tag mit einem schön klaren Himmel. Just zu dem Zeitpunkt, als ich das Teleskop auf dem Boden aufbauen wollte, kamen dichte Wolken auf und verhinderten die Beobachtung, nur um eine Stunde später den Himmel wieder völlig freizugeben. Da aber konnte ich wegen meiner naturgemäß immer höher wachsenden Bäume nicht mehr beobachten und somit musste ich 5 (!) Stunden auf die nächste Gelegenheit warten, bis die Sonne auf der anderen Seite des Hauses zu sehen war. Natürlich – warum passiert eigentlich nur mir das (?) - eilten mehrere Wolken herbei, als ich gerade das Teleskop auf der Fensterbank aufgestellt hatte. Eine weitere halbe Stunde ging verloren, weil alle Wolkenlücken zu klein waren oder seitlich an der Sonne vorbeigingen. Damit aber nicht genug. Zum Glück war das Seeing einigermaßen ansprechend, sodass ich dann auch endlich mal mit der Beobachtung beginnen konnte.

Im Weißlicht hatte sich die AR 12552 völlig verändert und jegliche, bipolare Struktur verloren und war nur noch eine H8, die aus mehreren Penumbren und einigen Flecken außerhalb des Hofgebietes bestand. Sie stand schon nah am Westrand, sodass man spekulieren konnte, ob nach ihrem Verschwinden wieder eine fleckenfreie Sonne kommen würde. Zum Glück war genau heute am Ostrand eine neue Gruppe erschienen, die wohl die Nr. 12553 bekommen wird und die sich zunächst als H1 präsentierte. Möglicherweise ist sie die alte AR 12551 bei einer zweiten Rotation. Genaueres kann man nur durch die Bestimmung der Positionen herausbekommen.

Als ich dann das Teleskop von der Fensterbank nahm, schlug Murphy erneut zu. Das Zenitprisma, obwohl bisher kaum bewegt, drehte sich nach unten und warf das Okular raus, dass zunächst auf die Heizung, dann auf einen Tisch und schließlich auf den Boden fiel. Anscheinend ist es aber heil geblieben, ich konnte von außen her keinen Glasbruch etc. erkennen und bei einer anschließenden Probebeobachtung schien alles in Ordnung zu sein. Ich nahm das PST, stellte es auf die Fensterbank und schwupp, waren die nächsten Wolken da. Wieder musste ich geraume Zeit ausharren – draußen liefen grölende stark angetrunkene Fussballfans vorbei, beachteten mein Treiben aber nicht – und als ich endlich weitermachen wollte, kam ein Windstoß und fegte meinen Beobachtungszettel fast aus dem Fenster. Als auch das überwunden war, kamen wieder Wolken …

Schließlich kam ich dann doch noch zu einer Beobachtung im H-alpha-Licht. Am Sonnenrand standen 9 sehenswerte Protuberanzen – die in der Nähe der beiden Aktiven Regionen waren besonders reizvoll, wenn auch klein und ruhend -, während auf der Oberfläche bei diesen auch zwei Flaregebiete zu sehen waren. Beim Zählen kam ich dann noch auf 8 Filamente – 7 davon am Westrand und 1 genau da, wo die neue Fleckengruppe erschienen war.

Am Ende war ich froh, die Beobachtung geschafft und unfallfrei überstanden zu haben. Natürlich ist der Himmel beim Entstehen dieser Zeilen wieder wolkenfrei ...  

Donnerstag, 9. Juni 2016

Sonne am 9.6.2016

Ausnahmsweise war mir heute eine Beobachtung am frühen Morgen möglich, obwohl damit eigentlich nicht zu rechnen war. Zwar begann der Tag durchaus sonnig, doch dann zog es binnen Minuten zu, um danach wieder aufzulockern. Zum Glück so rechtzeitig, dass ich noch vom Dachboden aus beobachten konnte. Das Seeing war allerdings nur durchschnittlich, überdies störten Cirren die Beobachtung, was im Weißlicht für einen hellgrauen und im H-alpha-Licht einen hellroten Hintergrund verantwortlich war.

Nach wie vor war die AR 12552 die einzige sichtbare Fleckengruppe. Sie sah aus wie ein Dreieck, dass aus drei Penumbren zu bestehen schien. Erst bei längerem Hinsehen erkannte ich noch ein paar kleine Flecken außerhalb der Hofgebiete, sodass ich die Gruppe als D7 klassifizierte.

Im H-alpha-Licht war die Beobachtung mit dem PST schwierig, da aufgrund der suboptimalen Sichtbedingungen zeitweise überhaupt keine Einzelheiten zu erkennen waren. Nur in wenigen Augenblicken konnte ich am Rand 8 überwiegend kleine Protuberanzen erkennen, auf der Oberfläche 1 Flaregebiet und 14 Filamente. Die meisten der dunklen Bögen hatten sich in einem kleinen Gebiet im Nordwesten versammelt, 4 Exemplare waren klein und stummelartig über den »Rest« der Sonnenoberfläche verstreut, die daher fast leer erschien.

Mittwoch, 8. Juni 2016

Sonne am 8.6.2016

Nachdem es den ganzen Tag über dicht bewölkt war, klarte es erst gegen Abend auf. Die Wolkenlücken waren groß genug und auch an der richtigen Stelle, um schnell mal die Relativzahlen zu bestimmen. Das Seeing war in den kurzen wolkenfreien Abschnitten jedoch grottig. Der Rand wallte kräftig und die Oberflächendetails verschwanden fast ständig, nur um kurz danach in dem allgemeinem Geblubber wieder aufzutauchen.

Dabei gab es heute die erste neue Fleckengruppe seit dem 3. Juni zu beobachten. Die AR 12552 war eine D5 mit zwei Flecken in zwei Penumbren und den Rest drumherum. Mehr konnte ich nicht erkennen.

Das miese Seeing störte auch die H-alpha-Beobachtung ganz empfindlich. Die 4 Protubernzen am Rand waren nur schwer zu erkennen. Sehr viel leichter war es aber mit dem einen Flaregebiet im Umfeld der neuen Fleckengruppe und den insgesamt 10 Filamenten auch nicht. Diese hatten sich weitgehend nach Westen verzogen und nur im Nordosten standen zwei neue, große Exemplare, die aber bei den Sichtbedingungen nicht leicht zu erkennen waren. Der Rest der Sonnenoberfläche im H-alpha-Licht war erscheinungsfrei. Schlechtes Seeing, das dauernde Durchziehen von Wolken und das schnelle Zusammenschrumpfen von Wolkenlücken machten die Beobachtung nicht gerade zu einer vergnüglichen Angelegenheit und so gab ich entnervt auf, als ich mit dem Zählen durch war.

Dienstag, 7. Juni 2016

Sonne am 7.6.2016

Abermals gab es heute »Murmeltierwetter«: Es grüßte mich, indem es rund 500m vor Erreichen meiner Wohnung und ließ 100m davor einen heftigen Platzregen samt Gewitter über mich hernieder gehen, nachdem ich den ganzen Tag bei viel Sonne im heißen Büro verbringen durfte. Erst anderthalb Stunden später ergab sich wieder eine Wolkenlücke, während sich bereits die nächste Gewitterfront südlich von meinem Standort drohend aufbaute. Das Seeing war angesichts der Bedingungen relativ gut: keine Bewegung am Rand oder auf der Oberfläche.

Im Weißlicht zeigte sich immer noch kein neuer Sonnenfleck, so dass ich nun schon zum 5. Mal in diesem Monat eine Relativzahl von Re=0 ermittelte. Dieser Aktivitätseinbruch scheint sich länger hinzuziehen, als erwartet.

Selbst im H-alpha-Licht war der Rückgang der Aktivität nun deutlich spürbar: es fanden sich nur noch ganze 4 Protuberanzen am Sonnenrand und auf der Oberfläche 10 Filamente und kein einziges Flaregebiet. Praktisch die gesamte Osthälfte der Sonne war erscheinungsfrei, abgesehen von einer winzigen Protuberanz. Und nur noch zwei größere Filamente standen im Nordwesten, der Rest war klein und unscheinbar. Dass nicht einmal ein Flaregebiet zu sehen war, lässt für die nächsten Tage in puncto Sonnenflecken nichts Gutes erahnen.  

Montag, 6. Juni 2016

Sonne am 6.6.2016

Die Beobachtung in der Sonne zur größten Hitze war heute mehr als anstrengend – dieser Zeitraum wird entgegen der landläufigen Meinung nicht zur Mittagszeit, sondern am Nachmittag erreicht – und litt daher nicht nur unter mangelnder Konzentration, sondern auch unter zu geringem Kontrast im Umfeld des auf der Fensterbank stehenden Teleskops. Das Seeing war angesichts dessen aber noch ganz ordentlich.

Im Grunde gibt es nichts viel Neues zu berichten, wären da auf der Zeichnung des Specola Solare Ticinese in Locarno nicht zwei Fleckengruppen eingetragen, die weder auf den Aufnahmen der Satelliten SDO und STEREO, noch auf der Zeichnung des Sonnenobservatoriums auf der Kanzelhöhe zu finden waren. Also war ich entsprechend gespannt darauf, was ich sehen würde. Die äußeren Bedingungen und das nicht ganz einfache Fokussieren auf den Rand und die dort vorhandenen Fackelfelder führten nicht zur Sichtbarkeit der beiden Gruppen in meinem kleinen 80/400er Refraktor. Daher registrierte ich heute zum vierten Mal in Folge eine fleckenlose Sonne.

Ein wenig mehr, aber deutlich weniger als gestern, war im H-alpha-Licht zu sehen. Am Sonnenrand gab es nur noch 7 kleine Protübchen, die kaum der Rede Wert waren, während sich auf der Oberfläche kein Flaregebiet und nur noch 10 Filamente zeigten. Diese waren meist nur klein und sehr lokal begrenzt, lediglich zwei lange Exemplare im Norden waren sehr auffällig und überdeckten größere Gebiete der Sonnenoberfläche. Der Süden war nahezu erscheinungsfrei, lediglich ein kleines Filament am südöstlichen Rand und ein schöner Bogen genau auf dem Sonnenmeridian zogen den Blick auf sich. 

Wer auf spektakuläre Erscheinungen hofft, muss sich derzeit gedulden, lediglich das aktuelle Koronaloch sorgte für einen merkbaren Anstieg der Dichte des solaren Teilchenstroms und ließ den K-Index kurzfristig hochschnellen, sodass in der kommenden Nacht durchaus mit zumindest fotografischen Polarlichtern zu rechnen ist.

Sonntag, 5. Juni 2016

Sonne am 5.6.2016

Eine frühmorgendliche, sonntägliche Sonnenbeobachtung unter blauem Himmel ist nicht zu verachten. Dennoch gab es wieder Einschränkungen. Obwohl keine Wolke zu sehen war, war der Himmelshintergrund im Fernrohr stark aufgehellt, möglicherweise durch Pollen und anderen Teilen, an denen das Licht gestreut wurde. Das Seeing war zwar sehr gut, dennoch verschwamm zwischendurch das Bild immer wieder und wurde richtig milchig.

Das führte dazu, dass ich von dem »Gegnurpsel« dicht an der theoretischen Auflösungsgrenze meines kleinen Teleskops absolut nichts sehen konnte. Daher war die Sonne für mich heute zum dritten Mal in Folge fleckenfrei.

Selbst im H-alpha-Licht schien die Aktivität leicht zurück zu gehen, was an der Hα-Relativzahl aber nicht erkennbar war. Grund hierfür war, dass man nur kleine Protuberanzen und bis auf wenige Ausnahmen auch nur noch kleine Filamente sehen konnte. Konkret fand ich am Sonnenrand 9 Protuberanzen und nur eine im Nordwesten war als Spitzkegel und eine im Südwesten als Büschelprotuberanz zu sehen, der Rest war nur noch als schwache Erhebung auszumachen. Ganze 2 kleine Flaregebiete waren gerade mal so eben zu sehen, dazu kamen dann immerhin 14 Filamente. Bis auf die immer noch vorhandene Filamentkette im Norde und ein paar weitere in der näheren Umgebung davon waren alle anderen relativ unscheinbar. Bei genauerem Hinsehen waren südöstlich der Kette noch zwei schon geschlängelte Filamente zu beobachten. Darüber hinaus waren aber weite Teile der Sonnenoberfläche im H-alpha-Licht erscheinungsfrei.

Samstag, 4. Juni 2016

Sonne am 4.6.2016

Die hoffentlich noch weiter anhaltende Schönwetterperiode bescherte mir an diesem Morgen wieder eine Beobachtung auf dem Dachboden. Zwar zogen just zu dem Zeitpunkt, als ich gerade das Teleskop aufgebaut hatte, leichte Cirren durch, aber die störten eigentlich kaum, verminderten nur den Kontrast im Weißlicht und sorgten für einen hellroten Hintergrund im H-alpha-Licht. Das Seeing war unter diesen Umständen aber noch ganz in Ordnung.

In den Stunden seit meiner letzten Beobachtung hatte sich noch immer kein neuer Fleck auf der Sonne gebildet, zumindest konnte ich ihn nicht sehen. Auch gab es nur noch 3 Fackelfelder am Westrand, während am Ostrand davon nichts zu sehen war. Allerdings meldete ein Sonnenbeobachterkollege aus Bergedorf gerade einen A1-Fleck im Süden, während ich keinen Fleck gesehen habe. Das kann bekanntermaßen mehrere Ursachen haben, z.B. ein besseres Seeing als bei mir, denn wir beobachten mit baugleichen Optiken. Wird spannend, die Entwicklung im Laufe des Tages zu verfolgen. Selber beobachten kann ich wegen meiner Bäume erst wieder am Nachmittag.

Ich wechselte daher ziemlich schnell zum PST, denn im H-alpha-Licht zeigte sich wenigstens noch ein wenig Aktivität. Insgesamt 8 Protuberanzen säumten den Rand und alle waren bis auf eine im Nordwesten klein und mickrig und erhoben sich nur als kleine Spitzen über den Sonnenrand. Das letzte für mich sichtbare Flaregebiet auf der Oberfläche war verschwunden, doch die Zahl der Filamente wahr gegenüber gestern konstant und betrug 14. Bis auf 4 Ausnahmen befanden sich alle auf der Nordhalbkugel. Die Filamentkette hatte sich aufgelöst, im Norden standen drei etwas größere Exemplare hintereinander und eine darunter. Alle anderen waren wild und ohne Muster über die Sonne verteilt.

Freitag, 3. Juni 2016

Oh Schreck, die Flecken sind weg – da kann ich nicht mehr Scharfstellen

Sonnenfotografen und -beobachter kennen dieses Schreckensszenario zur Genüge, wenn im (beginnenden) Minimum keine Flecken mehr auf der Sonne vorhanden sind. Einige stellen dann einfach ihr Teleskop in die Ecke und beachten es nicht mehr, bis wieder Flecken da sind. Andere mühen sich ab, auch das kleinste Fitzelchen zu erkennen und melden dann als einzige einen Fleck, den alle anderen nicht gesehen haben. Oder sie melden keinen Fleck, weil sie den Kleinen übersehen haben. Was also tun? Hier sollen ein paar wesentliche Überlebenstipps für diese unbeliebte Phase im Sonnenzyklus gegeben werden.

Zunächst einmal sind in der Zeit vor dem Minimum völlige Aktivitätseinbrüche bis hinab zu einer fleckenfreien Sonne – wie am heutigen 3. Juni 2016 – etwas völlig Normales. Die Aktivität wird in den kommenden Tagen wieder ansteigen und irgendwann erneut abfallen. Langfristig geht der Trend aber dahin, dass wir bis in die Zeit nach dem Minimum mehr oder weniger Tage ohne Sonnenflecken haben werden. Das hängt entscheidend von zwei Faktoren ab: der Tiefe des kommenden Minimums und der nicht vorhersehbaren Aktivität im nächsten Maximum. Man erinnert sich noch der Prognosen für den 24. Zyklus, der deutlich höher ausfallen sollte, als der 23. Dann kam das lange und tiefe Minimum um 2007/2008 herum und der 24. Zyklus wurde zum niedrigsten Zyklus seit gut 100 Jahren. Allgemein kann man sagen, je höher das nächste Maximum ausfällt, desto schneller wird das Minimum durchlaufen. Allerdings – und das ist die Crux an der Geschichte – überrascht uns die Sonne immer wieder mit Abweichungen von diesem Schema. Dass man nie weiß, was die Sonne als nächstes tut, ist nicht nur eine Binsenweisheit, sondern bittere Realität. Deshalb sind auch bestenfalls Trends, aber keine echten Vorhersagen möglich und schon gar nicht über die Aktivität kommender Tage und Wochen.

Haben wir aber nun einen Tag ohne Sonnenflecken, braucht man nicht in Panik verfallen, denn es gilt die Devise, gerade jetzt noch genauer hinzuschauen und noch genauer neuralgische Punkte abzusuchen. Als einer davon gilt der Sonnenrand, wo wir aufgrund der Randverdunkelung und des höheren Kontrastes dort eher kleine Flecken sehen können, die sich beispielsweise in Fackelfeldern verstecken. Daher gilt, diese möglichst genau abzusuchen.

Das Scharfstellen ist bei einer fleckenlosen Sonne das große Problem, denn worauf soll man den Fokus lenken? Bei schlechtem Seeing kann man nicht den Sonnenrand benutzen, weil man dann ständig den Luftbedingungen hinterher fokussiert. Das betrifft Beobachter wie Fotografen gleichermaßen. Als ein Hilfsmittel kann man die helleren Fackeln am Sonnenrand verwenden, um den richtigen Fokus zu finden. Bei Fernrohren mit sehr großen theoretischem Auflösungsvermögen geht das auch bei granularen Strukturen. Ist aber schwierig und geht nur bei Teleskopen, die in der Theorie weniger als 2 bis 3 Bogensekunden auflösen. 

Das aber ist in Mitteleuropa faktisch unmöglich, da die Auflösung aufgrund des Seeings bis zu 10 und mehr Bogensekunden verschmieren kann, d.h. man sieht hier in der Regel weniger, als das Teleskop eigentlich unter Idealbedingungen zeigen sollte. Das ist natürlich nur ein Schätzwert und abhängig vom Standort – und vom Wetter. In Norddeutschland mit seiner stets durch Nord- und Ostsee dominierten feuchten Luft wird das perfekte Seeing tagsüber pro Jahr vielleicht nur an ein bis zwei Tagen erreicht, wenn überhaupt. Das ist in anderen Regionen unseres Landes vollkommen anders. Da kann es noch schlimmer, aber auch sehr viel besser sein. Einen Unterscheid macht es auch, ob man aus der hitzeflirrenden Stadt heraus oder auf dem Land, auf Meereshöhe oder im Gebirge beobachtet.

Es bleibt also nur ein ständiges Herumspielen mit dem Fokus unter Beachtung des Sonnenrandes. Ist der aber in heftiger Bewegung, so ab Stufe 3 nach der Kiepenheuer-Skala, hat man verloren und es ist Glückssache, ob man einen winzigen A-Fleck auf der Oberfläche findet oder nicht. Das ist nämlich auch vom Kontrast des Flecks gegenüber der normalen Oberfläche abhängig. Ist der sehr gering und man hat ein Blubberseeing, wo der Fleck mal zu sehen ist und mal nicht, entscheidet abermals das Glück und Wohl und Wehe beim Erkennen des Flecks.

Hier hilft nur mehrmaliges Hin- und wieder Wegsehen. Erst wenn man mehrmals den Fleck gefunden hat, dann das Auge vom Okular genommen und dann nach dem erneuten Absuchen der Sonnenoberfläche den Fleck immer wieder an der gleichen Stelle findet, kann man sicher sein, dass er real und keine Einbildung ist. Wenn man sich nicht sicher ist, ob der Fleck vielleicht auch Dreck im Okular ist, einfach dieses im Okularauszug drehen. Wandert der Fleck mit, ist es keiner, der sich auf der Sonne befindet. Natürlich kann man es auch einfacher haben und sich das aktuelle Satellitenbild anschauen, das beeinflusst zwar die Beobachtung, kann aber zum Erfolg führen. Allerdings würde man den Fleck wohl nicht sehen, wenn man das Satellitenbild nicht kennt. Da stellt sich dann die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Beobachtung. Wenn man es schon so macht, sollte man den Fleck aber nur dann als solchen zählen, wenn man ihn auch real gefunden hat und nicht nach dem Motto »Er ist da und deshalb zähle ich ihn mit«. Eher gilt: Wenn man sich nicht sicher ist, wird das, was man gesehen hat, nicht als Fleck gewertet!

Was man aber auf gar keinen Fall machen sollte ist, das Teleskop einmotten und erst wieder beobachten, »wenn was los ist auf der Sonne«. Denn wenn keiner hinschaut, wie soll man dann das Minimum exakt bestimmen? Ohne Datenmaterial ist das schlicht unmöglich. Auch wenn man als »Hardcore-Beobachter« gilt, weil man über Wochen und Monate hinweg eine fleckenlose Sonne anstarrt, die Phase des Minimums gehört zu jedem Sonnenfleckenzyklus dazu und es wäre doch schade, wenn man die ersten Flecken im neuen Zyklus verpasst, weil man nicht beobachtet hat. Drum: Jede Beobachtung - gerade bei schwacher Aktivität - ist wichtig und jede Beobachtung zählt!

Sonne am 3.6.2016

Nachdem ich den ganzen Tag bei Sonnenschein und Hitze im unklimatisierten Büro verbracht hatte, kam ich nach Feierabend bei Regen und bedecktem Himmel zu Hause an. Es sah alles wieder nach dem bekannten Murphy-Muster aus, doch dann verschwand die Bewölkung wieder und ich konnte mit der Beobachtung bei gutem (!) Seeing beginnen.

Im Weißlicht – es war schon gestern zu erahnen – gab es keinen Fleck zu sehen, die Sonne war hier fleckenfrei. Anscheinend ist dies der erste echte Tag ohne Sonnenflecken nach dem letzten Maximum. Bei allen anderen Meldungen, die es im letzten Jahr gab, waren entweder Flecken da, die übersehen wurden, oder es gab – weltweit gesehen – spät am Abend noch eine neue Gruppe, die nur wenige beobachten konnten.

Aktivität gab es aber dennoch im H-alpha-Licht: 5 kleine Protuberanzen am Rand – davon 1 Spitzkegel im Nordwesten – und auf der Oberfläche 1 kleines Flaregebiet und 14 zumeist kleine und flatschenähnliche Filamente. Lediglich zwei kleine Filamentketten im Norden zogen den Blick des Beobachters auf sich, während im Süden nur 5 stummelige und ein strichförmiges Filament zu sehen waren. Hoffen wir, dass es bald wieder aufwärts geht und wir jetzt nich wochenlang auf neue Fleckengruppen warten müssen!

Donnerstag, 2. Juni 2016

Sonne am 2.6.2016

Nach nur einer Überstunde kam ich heute relativ früh nach Hause und fand statt des angekündigten klaren Himmels ohne Bewölkung einen Himmel vor, der nur etwa zur Hälfte mit den Plagegeistern bedeckt war. Das Seeing war ganz brauchbar und so konnte ich fast gleich mit der Beobachtung anfangen.

Im Weißlicht war die Beobachtung mit einem kleinen Teleskops angesichts von kleinen Einzelflecken relativ schwierig. Die AR 12551 stand exakt am Westrand und konnte noch als J1 eingestuft werden. Mit der AR 12550 war es dagegen schon schwieriger. Zum Glück war das Seeing immer mal für kurze Augenblicke sehr gut und so erwischte ich da noch einen A1-Fleck mitten in einem Fackelfeld. Zumindest war ich der Meinung, da was gesehen zu haben. Leichter war dagegen die einsame A1 südwestlich davon zu sehen, die erstaunlicherweise immer noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte. Am Ostrand war noch immer keine neue Fleckengruppe erschienen und so könnte es durchaus sein, dass wir bald den zweiten fleckenfreien Tag seit dem Maximum haben erleben. Es könnte aber auch anders kommen, so ganz genau lässt sich das trotz Überwachung durch Satelliten noch immer nicht sagen.

Im H-alpha-Licht war die Aktivität nach dem kleinen Schub von vor zwei Tagen weiter auf dem Rückzug. Nur noch 7 Protuberanzen waren zu finden – zwei am Ost, fünf am Westrand – und auf der Oberfläche 3 Flaregebiete sowie 14 Filamente. Diese bildeten auf der aktiveren Nordhemisphäre mittlerweile zwei Ketten, während die überwiegende Zahl der restlichen Exemplare nur klein und stummelig waren. Das faszinierendste Gebilde war im Nordwesten zu finden, wo ein Filament in eine Protuberanz überging. Weite Teile rund um die Sonnenscheibenmitte waren dagegen erscheinungsfrei. Offenbar beruhigt sich die Aktivität im H-alpha nun auch langsam, nachdem sie im Weißlicht schon fast zu Erliegen gekommen war. Nicht untypisch für einen auslaufenden Fleckenzyklus.

Mittwoch, 1. Juni 2016

Sonne am 1.6.2016

Ausgesprochenes Glück hatte ich heute mit dem Wetter: im Süden baute sich eine Wolkenfront auf, während in Richtung West-Nordwest der Himmel wolkenfrei war und ein Seeing erzeugte, dass ganz passabel war, wenn auch zwischendurch der Sonnenrand in heftige Bewegung geriet. Es gab aber auch oft andere Momente, wo eben dies nicht der Fall war.

Im Weißlicht hatte ich zunächst große Mühe, alle Fleckengruppen zu finden. Die AR 12551 war als C5 noch am leichtesten auszumachen. Schwieriger wurde es schon mit der nördlich stehenden AR 12550, von der ich nah am Westrand nur noch eine kleine A1 ab und zu aufblitzten sah. Kaum besser war es bei der AR 12549, von der ich wieder nur sah, dass da was war und das ich deshalb als A1 einstufte. Östlich davon stand eine B4, noch ohne NOAA-Kennzeichnung, die sicher in den nächsten Stunden folgen würde. Es war also mal wieder ein Tag des Kleinkrams, der noch dazu sehr schwer zu finden war.

Leichter war es wieder im H-alpha, wo die Aktivität gegenüber gestern nur geringfügig zurückgegangen war. 12 Protuberanzen am Rand – die auffälligsten im Westen – und 3 Flaregebiete sowie 17 (!) unterschiedlich große Filamente auf der Oberfläche rundeten das Gesamtbild einer durchaus noch aktiven Sonne ab. Im Nordwesten war die Filamentkette nun fast vollständig um den Sonnenrand herumrotiert, eine kleine Staffel gab es im Nordosten, zwei Protuberanzen gingen am Ostrand in Filamente über und beiderseits des Sonnenäquators – auch in höheren Breiten – zeigten sich viele kleine und stummelartige Filamente. Nicht ganz so viel wie gestern, aber immer noch in beeindruckend sehenswerter Anzahl!