Samstag, 11. Juni 2016

Sonne am 11.6.2016

In der Hoffnung, vielleicht doch etwas früher mit der Beobachtung beginnen zu können, begab ich mich schon um 7:40 Uhr auf den Dachboden, nur um zu sehen, dass die Sonne exakt hinter einem Baumwipfel stand. Ohne meine wahrhaft dämlichen Bäume könnte ich locker schon zwei Stunden früher beobachten und noch vor der Arbeit. So aber muss ich ständig auf den Nachmittag hoffen, wo das Wetter oft sehr viel schlechter ist als am frühen Morgen. Nun musste ich bis kurz vor 8 Uhr warten, dass die Erde sich soweit gedreht hatte, dass der Baum nicht mehr störte. Das Seeing war erstaunlich gut.

Im Weißlicht hatte sich gegenüber gestern Mittag nicht viel geändert. Die AR 12552 war noch ein Stück weiter gen Westen gerückt und eine H5, die neue Gruppe hatte die Nummer 12553 erhalten und war eine H3, weil sich innerhalb der Penumbra noch zwei kleinere Flecken gebildet hatten. Die Fackelfelder in der Umgebung insbesondere der AR 12553 waren sehr deutlich zu sehen, aber darin verbarg sich kein weiterer neuer Fleck, womit in der augenblicklichen Phase des ausklingenden Zyklus, bei dem die Magnetfelder nur noch einfach strukturiert sind, auch kaum zu rechnen ist.

Apropos Magnetfelder: Aufgrund des gegenwärtig eher einfacheren Aufbaus der lokalen Magnetfelder gibt es jetzt mehr ruhende Protuberanzen als zu anderen Zeiten im Zyklus, sodass mit spektakulären Eruptionen immer weniger gerechnet werden kann. Überrascht war ich aber dennoch von der »Versammlung« der Protuberanzen am Westrand: 9 der insgesamt 14 Materiebögen konnte ich heute Morgen dort finden, bei 8 überwiegend kleinen Filamenten und 4 Flaregebieten. Das Zentrum der Aktivität lag interessanterweise am Westrand bei der wegrotierenden AR 12552 und nicht bei der neuen 12553. Der »Rest« der Sonnenoberfläche war nahezu erscheinungsfrei!

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