Freitag, 17. Juni 2016

Sonne am 17.6.2016

Fast vier Stunden (!) hatte es gedauert, bis ich die heutige Beobachtung endlich abschließen konnte. Begonnen hatte es mit einem extrem syphigen Himmel, als ich nach Hause kam und sonnigen Abschnitten immer dann, wenn ich unterwegs war, garniert mit Schauern und Gewittern zwischendurch. Und auch am Ende gab es nur eine kleine Wolkenlücke. Da die Wolken jedoch nur träge dahinzogen, hatte ich ausreichend Zeit, sie zu nutzen, zumal das Seeing erstaunlich gut war.

Die Nachbeobachtung war insofern wichtig, weil ich beim ersten Mal eine kleine Gruppe übersehen hatte, die erst ab dem Nachmittag entstanden war. Im Weißlicht erkannte ich zunächst nur die AR 12555 am Westrand, die sich zu einer kleinen D6 gemausert hatte und natürlich die weiter mit bloßem Auge und Sofibrille sichtbare AR 12553 als H2. Schon unter den schlechten Bedingungen während der ersten Beobachtung fiel mir eine J1 genau am Ostrand auf. Zwischen dieser und der AR 12553 entdeckte ich dann noch eine A1, die relativ leicht zu erkennen war. Gerade in dieser Zeit des abklingenden Fleckenzyklus kann es passieren, dass kleine Gruppen – Poren sehe ich aufgrund des geringen Auflösungsvermögens meines kleinen Teleskops ohnehin nicht – für kurze Zeit auftauchen und wieder verschwinden.

Die H-alpha-Beobachtung war erst am späten Abend bei blauem Himmel sinnvoll und al erstes fiel mir die gestern schon im Nordwesten stehende, ziemlich große, ruhende Protuberanz auf. Daneben gab es nur noch im Nordosten eine kleine Materieerhebung. Auf der Oberfläche waren 5 Flaregebiete einwandfrei auszumachen sowie 12 kleine und kleinste Filamente. Weite Bereiche der nördlichen und der südlichen Hälfte der Sonne waren dagegen erscheinungsfrei. Man darf gespannt sein, wie tief das lokale Minimum dieses Mal ausfallen wird. 

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