Samstag, 18. Juni 2016

Sonne am 18.6.2016

An manchen Tagen frage ich mich, wieso die stressfreien Sonnenbeobachtungen eigentlich so selten sind. Das beste Beispiel gab es am heutigen Morgen. Als ich aufwachte, war der Himmel vollkommen wolkenfrei, doch just zu dem Zeitpunkt, als ich mit der Beobachtung beginnen wollte, kamen Wolken auf uns behinderten mich erstmal eine satte halbe Stunde lang. Im Teleskop konnte ich schön verfolgen, wie mehrlagige Wolkenschichten durchzogen und nur zwei Fleckengruppen ab und zu durchkamen. Aber aus Richtung Westen kam vor den dicken Wolken noch eine wolkenfreie Schicht. Die aber kam und kam nicht und kurz bevor sie dann die Sonne erreicht hätte, zogen ganz schnell dicke Wolken heran und schlossen die letzte Lücke. Und wieder war ich nur auf kleine Lücken angewiesen, durch die ich durchschauen musste, um überhaupt etwas zu sehen. Dabei war das Seeing sehr gut, was mir aber nichts nützte. Durch meine sehr hohen Bäume – sie überragen mittlerweile alle umstehenden Häuser – konnte ich auch erst spät mit der Beobachtung beginnen. Ohne sie wäre das schon eine Stunde früher möglich.

Da kann man durchaus zum Baumhasser werden, wenn sie einem permanent alle Beobachtungsmöglichkeiten nehmen und man selbst im Hochsommer in der Wohnung das Licht anmachen muss!

Im Weißlicht konnte ich durch mehrere kleine Wolkenlücken, die mal hier und mal dort auftauchten, die AR 12556 am Sonnenrand als J1 und die AR 12553 als H1 westlich des Sonnenmeridians sehen. Erst sehr spät und nach vielen Unterbrechungen, erkannte ich noch die kleine Gruppe zwischen den beiden großen, die bei mir heute eine B3 war. Von der AR 12555 konnte ich am Westrand nur noch ein Fackelfeld sehen, aber keinen Fleck mehr.

Die H-alpha-Beobachtung war angesichts der Bedingungen, unter denen sie stattfand, ein einziger Krampf. Sehr schnell erkannte ich noch 6 Protuberanzen, wobei sich die ruhende am Westrand nur aufgrund der Sonnenrotation etwas verkleinert und schon teilweise hinter den von der Erde aus sichtbaren Teil der Sonnenoberfläche begeben hatte. Nach einer längeren Pause, in der die Sonne im PST nur als hellorangener Schemen zu sehen war, zählte ich schnell 5 Flaregebiete und schätze die Zahl der Filamente auf 10. Mehr war nicht mehr drin, denn auch die letzte Hoffnung starb, als eine kleine Lücke direkt an der Sonne vorbei ging. Seit dem ist der Himmel bedeckt, obwohl alle Wettervorhersagen für heute einen sehr sonnigen Vormittag prognostiziert hatten!

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