Mittwoch, 22. Juni 2016

Sonne am 22.6.2016

Das Wetter wurde schon wieder anders, als vorhergesagt und diese Unbeständigkeit nervt einfach nur noch. Die Chance, eine Sonnenbeobachtung zu verpassen, nur weil man nicht den ganzen Tag über Zeit dafür hat, ist derzeit riesengroß. So sollte es ab mittags immer mehr aufklaren und gegen Abend fast wolkenlos sein. Bisher ist das nicht eingetreten. Dennoch gab es für für kleine (!) Wolkenlücken, durch die ich durchschauen konnte und das Seeing war entsprechend, wenn auch die Details der Oberfläche recht gut zu sehen waren.

Im Weißlicht war die Aktivität sehr statisch. Wieder waren nur zwei Gruppen, die AR 12553 als H1 in leicht ovaler Form direkt am Westrand und die AR 12556 als J1 – mit einer zumindest rudimentären Penumbra versehen – stand leicht östlich vom Sonnenmeridian. Neue Fleckengruppen waren nicht entstanden oder um den Ostrand herumgekommen.

Wenig spektakulär war auch die Aktivität im H-alpha-Licht, am Sonnenrand standen 9 Protuberanzen, aber nur drei waren auf den ersten Blick zu sehen. Die anderen schauten nur als winzig kleine Spitzen über den Rand. Die Oberfläche wirkte ebenso trostlos, trotz der 4 Flaregebiete und 12 Filamente. Diese waren aber auch nur wenig beeindruckend. Eine größere stand im Norden, kleinere gruppierten sich rund um Flaregebiete, die im Weißlicht mit keiner Fleckengruppe assoziiert waren. Dazu kamen etliche kleine, punkt- bzw. leicht flächige, einpolige Filamente, was ebenfalls an den einfacher strukturierten Magnetfeldern lag. So täuscht die Zahl der Erscheinungen im H-alpha über den wirklichen Stand der Aktivität hinweg, weil die meisten eben winzig klein und nur wegen des hier guten Seeings zu sehen waren. Weite Bereiche im Süden, Osten und Nordosten sahen fast erscheinungsfrei aus. Daher wird wohl in den kommenden Tagen auch im Weißlicht kaum mit neuen großen Fleckengruppen zu rechnen sein.

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