Samstag, 25. Juni 2016

Sonne am 25.6.2016

Vorhergesagt war es nicht und angesichts des heftigen Gewitter und Regengüsse des heutigen Tages auch nicht zu erwarten, dennoch passierte es: Kurzfristig riss während der 1. Verlängerung des EM-Spiels zwischen Polen und der Schweiz plötzlich die dichte Bewölkung von Norden her auf. Eine für hiesige Gefilde eher ungewöhnliche Zugrichtung. Zwischendurch hatte ich zwar wieder mit Mehrschichtbewölkung zu kämpfen, aber es reichte für eine gute Beobachtung bei durchschnittlichem Seeing.

Im Weißlicht war die Sonne auf den ersten Blick fleckenfrei, doch mehr als 35 jährige Beobachtungserfahrung lehrte mich, genauer in die Fackelfelder am Sonnenrand zu schauen. Da gab es am Ostrand ein auffallendes und großes Fackelfeld und ich hatte schon beim ersten Mal den Eindruck, das dort »etwas« sein könnte. Durchziehende dünne Wolkenschichten verstärkten bei entsprechender Abschwächung des Sonnenlichts diesen Eindruck und am Ende war ich mir sicher, da war mindestens eine A1 zu erkennen. Ein Blick auf die aktuellen Satellitenbilder bestätigte die Beobachtung. Sie zeigten auch eine Einkerbung, die auf einen größeren Fleck hindeutet, der da um den Rand kommen wird. Das Seeing an meinem Beobachtungsort, genauer: die Wellenbewegung am Sonnenrand war größer als der (mögliche?) Fleck, der da genau am Ostrand stand. Deshalb zählte ich ihn auch nicht mit.

Selbst für eine Beobachtung im H-alpha-Licht reichten die Wolkenlücken noch. Am Ort des kleinen Flecks war hier ein Flaregebiet zu sehen und in der Nähe eine der insgesamt 6 Protuberanzen. Weiter nördlich, wo sich im Weißlicht die Einkerbung abzeichnete, war neben einer büschelartigen Protuberanz eine kleine Filamentkette zu sehen. Alles Anzeichen dafür, dass man schon morgen hier einen neuen, größeren Fleck sehen müsste. Es wäre übrigens die »alte« AR 12554, die bei solarham.net in der »farside watch« angedeutet ist. Ansonsten wirkte die Sonne in dieser Wellenlänge sehr aufgeräumt: nur 2 kleine Flaregebiete und nur noch 6 Filamente sowie eine weitgehend erscheinungsfreie Oberfläche deuteten an, was wir im Minimum zu erwarten haben, wenn es auch im H-alpha-Licht immer mehr zu sehen gibt, als im Weißlicht!

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