Montag, 6. Juni 2016

Sonne am 6.6.2016

Die Beobachtung in der Sonne zur größten Hitze war heute mehr als anstrengend – dieser Zeitraum wird entgegen der landläufigen Meinung nicht zur Mittagszeit, sondern am Nachmittag erreicht – und litt daher nicht nur unter mangelnder Konzentration, sondern auch unter zu geringem Kontrast im Umfeld des auf der Fensterbank stehenden Teleskops. Das Seeing war angesichts dessen aber noch ganz ordentlich.

Im Grunde gibt es nichts viel Neues zu berichten, wären da auf der Zeichnung des Specola Solare Ticinese in Locarno nicht zwei Fleckengruppen eingetragen, die weder auf den Aufnahmen der Satelliten SDO und STEREO, noch auf der Zeichnung des Sonnenobservatoriums auf der Kanzelhöhe zu finden waren. Also war ich entsprechend gespannt darauf, was ich sehen würde. Die äußeren Bedingungen und das nicht ganz einfache Fokussieren auf den Rand und die dort vorhandenen Fackelfelder führten nicht zur Sichtbarkeit der beiden Gruppen in meinem kleinen 80/400er Refraktor. Daher registrierte ich heute zum vierten Mal in Folge eine fleckenlose Sonne.

Ein wenig mehr, aber deutlich weniger als gestern, war im H-alpha-Licht zu sehen. Am Sonnenrand gab es nur noch 7 kleine Protübchen, die kaum der Rede Wert waren, während sich auf der Oberfläche kein Flaregebiet und nur noch 10 Filamente zeigten. Diese waren meist nur klein und sehr lokal begrenzt, lediglich zwei lange Exemplare im Norden waren sehr auffällig und überdeckten größere Gebiete der Sonnenoberfläche. Der Süden war nahezu erscheinungsfrei, lediglich ein kleines Filament am südöstlichen Rand und ein schöner Bogen genau auf dem Sonnenmeridian zogen den Blick auf sich. 

Wer auf spektakuläre Erscheinungen hofft, muss sich derzeit gedulden, lediglich das aktuelle Koronaloch sorgte für einen merkbaren Anstieg der Dichte des solaren Teilchenstroms und ließ den K-Index kurzfristig hochschnellen, sodass in der kommenden Nacht durchaus mit zumindest fotografischen Polarlichtern zu rechnen ist.

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