Sonntag, 31. Juli 2016

Sonne am 31.7.2016

Bei der 30.ten Beobachtung des laufenden Monats hatte ich wieder ganz erhebliche Probleme mit dem Wetter. Angekündigt war, dass es ab 12 Uhr sonnig werden sollte, was natürlich nicht passierte. Stattdessen kam die Sonne nur schwach durch die Wolkendecke durch, der Himmel blieb schmierig und die Beobachtung schwierig. Zwar war der Sonnenrand kaum in Bewegung, was prinzipiell für ein gutes Seeing steht, doch auf der Oberfläche waren kaum Einzelheiten wahrnehmbar.

Im Weißlicht konnte ich daher auch keinen Fleck mehr erkennen. Es ist aber fraglich, ob es unter besseren Bedingungen gelungen wäre, etwas zu erkennen, weil selbst die Satellitenbilder an den fraglichen Stellen kaum etwas zeigten. Und mein kleines Teleskop löst die allerkleinsten Flecken nun mal nicht auf.

Besser ging es da im H-alpha-Licht. Aber auch hier zeigte sich eine äußerst geringe Aktivität. Am Rand waren nur 5 kleine Protübchen zu sehen, während auf der Oberfläche 3 Flaregebiete und 11 Filamente zu erkennen waren. Das beeindruckendste war zweifelsohne das lange Filament Im Norden, das nun einen Teil verloren hatte, aber immer noch weite Teile überspannte. Die restlichen Exemplare waren relativ klein und aufgrund ihrer schwach gewordenen Magnetfelder auch nur sehr lokal begrenzt. Großflächige Bereiche der Sonnenoberfläche waren denn auch heute wieder erscheinungsfrei, was gut zur insgesamt doch recht schwachen Aktivität passt.

Samstag, 30. Juli 2016

Sonne am 30.7.2016

Was für eine Quälerei: Wolkenschichten in unterschiedlichen Höhen, die mit verschiedenen Geschwindigkeiten dahinzogen, vereitelten weitgehend jede Form einer vernünftigen Beobachtung. Große, wolkenfreie Bereiche zogen an falschen Positionen über den Himmel und die Sonne kam immer nur für ein paar Sekunden raus. Eine ganze Stunde musste ich so ausharren, bis ich zumindest im Weißlicht einigermaßen sicher war, alles erfasst zu haben. Im H-alpha dauerte es dann fast noch mal so lang und alle großen Wolkenlücken verhöhnten mich und hielten sich beständig nördlich oder südlich der Position der Sonne auf. So macht es echt keinen Spaß und verkommt zur reinen Pflichtübung. Überdies nervten die durchziehenden Wolken und boten im Okular kaum die Möglichkeit, sich auf einen bestimmten Punkt auf der Sonnenoberfläche zu konzentrieren.

Mehr zufällig erwischte ich die AR 12570 als B3 und zwei kleine Fackelgebiete. Ob die kleine A1 von gestern noch vorhanden war – ich konnte sie selbst unter besseren Bedingungen kaum wahrnehmen – konnte ich nicht feststellen, denn der Himmel zog sich alsbald wieder gnadenlos zu.

Für die Bestimmung der H-alpha-Relativzahl war der Aufwand noch größer. Als erstes erkannte ich auf der Oberfläche zwei helle Flaregebiete. Die 8 Filamente zählte ich im Schnelldurchgang in einer knappen Wolkenlücke. Das große Filament war noch vorhanden, aber bevor ich es näher begutachten konnte, waren die Wolken wieder da. Eine geschlagene halbe Stunde musste ich auf die nächste Gelegenheit warten und die meiste Zeit in der ebenfalls nur kurzen Wolkenlücke ging für das Nachjustieren des PST drauf, sodass ich die Protuberanzen am Rand ebenfalls nur durch schnelles Zählen erfassen konnte. Es waren 11 Stück. Seit dem ist der Himmel wieder komplett zu. Soviel zum angekündigten sonnigen Samstag ...

Freitag, 29. Juli 2016

Sonne vom 27. bis 29.7.2016

Aus Zeitgründen und weil die Sonnenaktivtät in den letzten Tagen weiter sehr gering war, gibt es erst heute wieder einen kleinen Blogbeitrag. Das Wetter war am 27. und 28. ganz passabel, nur heute gab es mehr Wolken zu sehen und ich hatte nur zwei Lücken bei mehr oder weniger mäßigem Seeing.

Am 27. war die Sonne im Weißlicht noch fleckenfrei, doch am 28. zeigte sich am Ostrand in einem Fackelfeld eine kleine A1-Gruppe, die kurz darauf die NOAA-Nummer 12570 erhielt. Heute war sie schon eine B2. Außerdem hatte sich nahe der Sonnenscheibenmitte eine weitere, kleine A1 gebildet. Vormittags konnte man mit größeren Fernrohren im Süden noch eine weitere A1 beobachten, die am Nachmittag jedoch verschwunden war. Solche kurzlebigen, kleinen Flecken sind nicht ungewöhnlich, es ist jedoch manchmal schwierig sie von einer Pore zu unterscheiden, die eine maximale Größe von bis zu 1 Bogensekunde aufweisen kann, bei der Relativzahlbestimmung aber nicht mit berücksichtigt wird. Alles oberhalb von einer Bogensekunde ist dann ein richtiger Sonnenfleck. Die Schwierigkeit beim Erkennen vor Poren ist auch das Seeing. Liegt dieses bei 2 bis 3 Bogensekunden, wird man kleinere, fleckenähnliche Gebilde mehr erkennen können. Das hängt dann auch vom theoretischen Auflösungsvermögen des verwendeten Instruments ab. So liegt dieses bei meinem kleinen 80/400er Refraktor etwa bei 3 Bogensekunden, sodass ich per se Poren überhaupt nicht sehen kann. Das vereinfacht das Fleckenzählen natürlich, weil alles, was ich sehe, ein Fleck sein muss.

Die niedrige Sonnenaktivität machte sich denn auch im H-alpha-Licht bemerkbar. Die Zahl der Protuberanzen lag am 27. und 28. jeweils 4, heute dagegen 10. Die der Filamente stieg von 8 auf 11 und betrug heute wieder 8. Dagegen konnten jeweils nur 1 oder 2 Fackelgebiete gesehen werden. Einzige Erscheinung, die an allen drei Tagen zu beobachten war, war ein langes Filament, das mit der Sonnenrotation weiter nach Westen gerückt, aber immer noch sehr stabil ist. Sobald es den westlichen Sonnenrand erreicht, dürfte es hier für eindrucksvolle Protuberanzen sorgen. Die der letzten tage waren eher klein und auch die heutigen zeugten kaum von überragender Größe, lediglich ihre Anzahl war erhöht, sie selber blieben klein und mickrig.

Nach Berechnungen der NASA liegt die derzeitige Aktivität übrigens deutlich unter der bisherigen Prognose, was immer das am Ende bedeuten mag. Es spricht auf keinen Fall für ein kurzes und knackiges Minimum, sondern eher für ein tiefes und langes wie zuletzt 2008/2009!

Dienstag, 26. Juli 2016

Sonne am 26.7.2016

Es war eine der wenigen Beobachtungstage, an dem ich bei Feierabend beobachten konnte, die Wolken kaum störten und das Seeing noch gnz gut war.

Im Wesentlichen hatte sich an der Sonnenaktivität im Gegensatz zu gestern kaum etwas verändert. Im Weißlicht war immer noch kein neuer Fleck zu sehen, die Sonne war also wieder fleckenfrei.

Bedeutend mehr Aktivität gab es dagegen – wie eigentlich fast immer – im H-alpha-Licht. Zwar fand ich nur noch 6 Protuberanzen – allein 4 davon am Westrand – und 2 Flaregebiete, dafür aber 15 Filamente inkl. Der langen Kette, die schon gestern so beeindruckend aussah. Dass die Zahl der Randprotuberanzen zurückging, lag daran, dass ein Teil »hinter« die Sonne rotiert war und andererseits einige jetzt im Osten als kleine Filamente zu finden waren. Auch rund um den Südpol waren wieder einige davon angesiedelt. Die Filamentkette war jedoch das bestimmende Element der Aktivität in dieser Wellenlänge, der Rest kam klein und mickrig daher und war wieder wild über die Oberfläche verstreut. Dennoch: ein schöner Anblick, bei dem man einige Zeit verweilen konnte, wenn auch hier der größte Teil der Sonnenoberfläche erscheinungsfrei war.

Montag, 25. Juli 2016

Sonne am 25.7.2016

Erst am späten Nachmittag wich – nach einem in einiger Entfernung niedergehenden Gewitter – das dichte Gemisch aus Wolken, Dunst und einer Art Hochnebel und ich konnte nach Feierabend bei gutem Seeing mit der Beobachtung beginnen.

Im Weißlicht war die Sonne fleckenfrei, ich suchte zwar intensiv den Sonnenrand und hier besonders die Fackelfelder ab, in denen sich manchmal kleine A-Flecken verstecken können, aber finden konnte ich nichts.

Wesentlich dynamischer war dagegen die Aktivität im H-alpha-Licht. Zwar waren etwa alle Protuberanzen aufgrund der geringen Magnetfeldstärke relativ klein, dennoch konnte ich gleich 12 Stück finden. Die meisten fanden sich am Westrand, nur die wenigsten im Osten. Auf der Oberfläche fand ich gerade mal 1 Flaregebiet nahe des Westrandes, dafür aber 11 Filemente, die im Nordosten zu einer langen Kette angeordnet waren, sowie einen Haufen kleiner Exemplare rund um den Südpol der Sonne, der Rest war regellos verteilt. Dennoch waren weite Teile der Oberfläche erscheinungsfrei. Die Zahl aller Phänomene darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die Sonne auf dem Weg zu ihrem nächsten Tiefpunkt ihrer Aktivität ist!

Sonntag, 24. Juli 2016

Sonne am 23.7.2016

Gleich nach dem Aufwachen die Sonne zu beobachten, das hatte ich in diesem Jahr nur selten, zumal mir die Urlaubzeit fehlt. Dafür konnte ich beobachten, wie letzte Reste der Wolken abzogen und den Himmel freigaben. Bei meinen letzten Beobachtungen wr das immer genau umgekehrt. Entsprechend durchschnittlich war denn auch das Seeing.

Im Weißlicht war nur noch ein kümmerlicher Rest der AR 12567 als D2 in einem kleinen Fackelfeld zu sehen, ansonsten war die Sonne hier fleckenfrei.

Ähnlich mager sag es im H-alpha-Licht aus. Am Sonnenrand waren nur noch 6 kleine Protuberanzen zu sehen, die sich kaum erhoben, d.h. wo die Magnetfelder nicht mehr so ausgeprägt waren. Auf der Oberfläche erkannte ich 3 kleine Flaregebiete, aber 10 Filamente, die auch heute ziemlich regellos verteilt waren. Am spannendsten war dabei im Nordosten ein Gebilde, dass wie ein kleiner Bohrturm aussah. Die AR 12567 war ebenfalls noch von einem hellen Flaregebiet umsäumt. 

Nachdem sie in den letzten zwei Wochen doch relativ inaktiv gewesen war, begann sie, als sie dicht vor dem Rand stand, plötzlich mehrere M-Flare zu produzieren. Am 23.7. produzierte sie um 2:11 UT einen M5.0 und um 5:16 UT sogar einen M7.6 und wenig später einen M5.5 samt 10cm-Radiosturm (Typ II und IV) sowie einen kräftigen CME. Dem war am 21. um 0.46 UT ein erster M1.2-Flare vorausgegangen. Vorher hatte es hier nur kleine C-Flares gegeben. Für einen Anstieg der geomagnetischen Aktivität brachte das natürlich nichts, denn der Ausbruch ging an der Erde vorbei, weswegen es natürlich auch keine Polarlichter gab. 

Samstag, 23. Juli 2016

Sonne am 23.7.2016

Wieder fand eine Beobachtung unter denkbar schlechten Bedingungen statt. Zwar kam die Sonne pünktlich kurz nach 8 Uhr raus, dafür nervten Wolken und Cirren reichlich und störten ganz empfindlich. Das Seeing war zwar vergleichsweise gut, dennoch war es bei dem Syph schwierig, Einzelheiten zu erkennen.

Im Weißlicht waren keine neuen Fleckengruppen erschienen und die beiden Regionen 12565 und 12567 standen exakt am westlichen Sonnenrand. Sie wiesen 2 bzw. 7 Flecken auf, soweit man das an der Position vernünftig bestimmen konnte. Der Rest der Sonne war fleckenfrei und es steht zu befürchten, dass dies, wenn die beiden Gruppen wegrotiert seinw erden, wieder für die ganze Sonne gilt.

Dafür spricht die auch im H-alpha-Licht zurück gegangene Aktivität. Gerade mal 5 Protuberanzen waren bei mittelmäßigen Bedingungen – der Hintergrund war leicht orange und die Oberfläche ziemlich dunkel – zu erkennen. Diese waren dafür deutlich größer als in den vergangenen Tagen. Am Westrand bei der Position der beiden Gruppen war eine flächenförmige Protuberanz, am Ostrand ein sich nach oben öffnender Bogen sowie ein weiterer Bogen zu erkennen, vor dem ein langes Filament stand. Neben 4 Flaregebieten zählte ich auf der Oberfläche nur noch 6 regellos verteilte Filamente, darunter ein längeres Exemplar im Süden. Weite Teile der Oberfläche waren allerdings auch hier erscheinungsfrei. Lediglich die beiden Protuberanzen am Ostrand machen ein wenig Hoffnung auf neue Gruppen für die nächsten Tage. Hier sind allerdings keine Flaregebiete auszumachen ...

Freitag, 22. Juli 2016

Sonne am 22.7.2016

Im Gegensatz zu den letzten Tagen hatte ich heute wieder mit dem Wetter zu kämpfen. Angekündigt war ein warmer sonniger Tag, es wurde aber ein schwül-heißer mit vielen Wolken, weißem Himmel und Gewittern. Entsprechend viele Probleme hatte ich mit der Beobachtung der Sonne im Weißlicht, denn der weiße Himmel ließ zunächst kaum eine Beobachtung zu. Dann jedoch, gab es die eine Lücke, in der der Syph kaum wahrnehmbar war, die dafür aber auch nur rund 10 Minuten andauerte. Das Seeing darin war jedoch furchtbar.

Im Weißlicht konnte ich nur noch die beiden randnahen Aktiven Regionen mit den Nummern 12565 und 12567. Erstere war eine H2 – soweit man das aufgrund der perspektivischen Verkürzung am Rand überhaupt erkennen konnte – während die zweit eine D8 war. Beide Regionen wiesen keine Flecken außerhalb der Penumbren mehr auf, was aber auch aufgrund der Position und des suboptimalen Seeings nur scher zu sehen war. Von der AR 12569 sah ich indes nichts mehr. Anscheinend steht wieder ein kleiner Aktivitätseinbruch bevor, denn am Ostrand sind bislang weder Flecken noch Flaregebiete zu sehen.

Erstaunlicherweise ging trotz des Seeings eine Beobachtung im H-alpha-Licht. Am Rand zählte ich 6 mehr oder weniger winzige Protuberanzen, auf der Oberfläche nur noch zwei Flaregebiete – eines im Bereich der AR 12569 – sowie 8 kleine Filamente. Viel Detail war aufgrund des gegen Ende der Wolkenlücke hin wieder weißer werdenden Himmels nicht auszumachen. Im Gegenteil: der Hintergrund wurde orangefarbener mit jeder Minute, was kein gutes Zeichen für das Seeing war. Gleich darauf kamen Wolken und seit dem habe ich die Sonne auch nicht mehr gesehen, dafür umso mehr Gewitterdonner gehört. Und zur Stunde sollte es über Hamburg sonnig sein, mit nur wenigen Wolken ...

Donnerstag, 21. Juli 2016

Sonne am 21.7.2016

Nach einem weiteren Ausfalltag beim Bloggen aufgrund von Krankheit, aber nicht bei der Beobachtung, geht es nun heute weiter. Trotz der hohen Außentemperaturen und einem durchaus blauen Himmel ohne Wolken war das Seeing ziemlich gut.

Im Weißlicht war das eingetreten, was ich vorgestern noch vermutete: die große AR 12567 zeigte schon gestern erste Auflösungserscheinungen im hinteren Teil – die Penumbra war stark geschrumpft und sah zerfleddert aus – während sie gleichzeitig viele ihrer Flecken außerhalb der Hofgebiete verloren hatte. Ähnliches passierte der AR 12565, die heute ebenfalls keine Gruppen außerhalb der Penumbra mehr aufwies. Ich klassifizierte die Gruppen als H3 bzw. D12. Aufgrund ihrer randnahen Position konnte ich sie heute auch nicht mehr mit dem bloßen Auge und der Sofibrille sehen. Zu erwähnen wäre da noch die kleine AR 12569, die in den letzten Tagen von der Stufe D auf B zurückgefallen war und heute nur noch 2 Flecken aufwies.

Das gute Seeing war natürlich mit dem PST auch im H-alpha zu bemerken. Am Rand fand ich 7 Protuberanzen und je eines am Ost- und am Westrand – genau gegenüberliegend – war etwas großflächiger, alle anderen vielen relativ klein aus. Im Bereich der drei Fleckengruppen gab es 3 große Flaregebiete zu sehen. Selbst bei der mittlerweile arg zusammengebrochenen AR 12569. Dafür gab es auffallend viele kleine Filamente, die wild verstreut über der Oberfläche zu finden waren. Beim Zählen kam ich immerhin auf 12 Exemplare und besonders beeindruckend war jenes am Ostrand, das vor der großen Protuberanz stand. Ansonsten machte ich, dass ich aus der Hitze rauskam, mein Thermometer zeigte über 40° an, was aber wohl nicht realistisch war, weil die Sonne direkt draufschien.

Dienstag, 19. Juli 2016

Sonne am 19.7.2016

Dies war schon die zweite Beobachtung nach Feierabend an zwei aufeinander folgenden Tagen … Ich musste nur kurz warten, bis die träge dahinziehenden Wolken die Sicht freigaben und schon konnte ich loslegen. Das Seeing war allerdings eher mittelmäßig, aber noch ganz in Ordnung.

Im Weißlicht hatte sich gegenüber gestern nicht so sehr viel Neues ereignet. Die beiden größten Gruppen waren auch heute mit der Sofibrille klar als 2 A-Flecken zu sehen. Im Weißlicht hatte sich ihr Aussehen nur innerhalb der Penumbren ein wenig verändert. Die drei Umbren waren im Hauptfleck der AR 12565 noch vorhanden, die Gruppe klassifizierte ich als H9. Die AR 12567 dahinter war eine D14 mit einer kleinen Lichtbrücke im hinteren Teil (Klasse b nach der Hilbrechtschen Klassifikation). Sie zeigte denn auch erste Auflösungstendenzen. Hier muss man mal schauen, was daraus wird. Die neue AR 12569, gestern noch eine D, war heute nur noch eine C3, wobei die Flecken des f-Teils nur noch schwer zu erkennen waren. Mindestens ebenso wie die AR 12566 nordwestlich des Hauptflecks der AR 12565. Hier war nur in Momenten klarer Luft etwas zu erkennen, das aber auch nur kurz. Hier sitzt die Gruppe wieder genau an der Auflösungsgrenze meines Teleskops. Weitere Aktivitätsgebiete waren nicht zu finden.

Im H-alpha-Licht konnte man im Bereich zwischen den beiden großen Gruppen ein aktives Flare erkennen. Insgesamt gab es 4 davon, die aber alle deutlich schwächer waren als jenes, in dem es gerade arbeitete. Am Rand standen 9 kleine Protuberanzen. Lediglich eine kleine Pyramide im Nordosten, ein kleiner Bogen und etwas, was aussah wie eine Bergkette und am Westrand hing, war sofort zu erkennen. Die übrigen waren nur klein und mickrig. Die 7 Filamente waren auch nicht gerade besonders auffällig zu nennen. Nur eines östlich der beiden großen Gruppen war ein wenig länger und stand in Nord-Süd-Richtung. Insgesamt also mal eine ruhige, stressfreie Beobachtung bei niedriger Sonnenaktivität. 

Montag, 18. Juli 2016

Sonne am 18.7.2016

Dass nenne ich mal ein arbeitnehmerfreundliches Wetter: Sonnenschein zum Feierabend, nachdem am ganzen Tag dere Himmel bedeckt war. Die Wolkenlücken waren anfangs noch recht klein und durchziehende Wolken und Cirren nervten reichlich, dennoch war eine einigermaßen normale Beobachtung möglich. Nur das Seeing war deutlich schlechter als in den vergangenen Tagen, aber noch brauchbar.

Im Weißlicht hatte sich seit anderthalb Tagen abermals einiges verändert: die AR 12656 hatte nun 8 Einzelflecke und einige waren auch westlich der Penumbra zu finden. Die Umbra darin war dreigeteilt, einer Wolfstatze nicht unähnlich. Erinnerte mich an das Label einer Outdoor-Bekleidungsmarke. Die gleich dahinter stehende AR 12567 war weiter sehr kompakt und wies insgesamt 16 Einzelflecken auf. Von einer Lichtbrücke in der Penumbra war aber nichts mehr zu sehen. Verständlich, dass beide Gruppen auch heute wieder mit Sofibrille mit bloßem Auge zu sehen waren (A=2). Nichts mehr gefunden hatte ich indes von der AR 12568. Dafür war nordöstlich der beiden großen Gruppen eine neue D10 entstanden und über der Penumbra der 12565 stand eine A1.

Dem H-alpha-Licht gaben heute vor allem fünf Flaregebiete – zwei dicke rund um die beiden großen Aktivitätsgebiete – das Gepräge. Neben diesen waren 7 unscheinbare Filamente und 7 kleine Protuberanzen zu sehen. Von denen gab es nur zwei, die man auf Anhieb erkennen konnte, der Rest lugte als kleine Spitzen über dem Rand hervor. Nichts herausragendes, eher ein Standard, an den wir uns angesichts zurück gehender Sonnenaktivität gewöhnen müssen, ob wir wollen, oder nicht. 

Sonntag, 17. Juli 2016

Sonne am 17.7.2016

Das war wieder ein putziges Wetterchen, als ich heut in der Früh aufwachte: Der Norden war weitgehend wolkenfrei und an der Position, wo die Sonne stand, hingen dicke Wolken. Dabei war ein wolkenfreier Himmel angekündigt worden, den es natürlich abermals nicht gab. Kurz nach 8 Uhr MESZ zeigte die dicke Wolkendecke erste Lücken und ich beeilte mich, auf den Dachboden zu kommen. Das Seeing war sehr gut, aber die weiterhin durchziehenden Wolkenfetzen erschgwerten die Beobachtung sehr. Zuviel Zeit vergeudete ich auch durch die Beobachtung mit dem bloßen Auge durch meine Sofibrille. Zwei A-Flecken erkannte ich ohne Probleme, was bei mir sehr selten vorkommt. Als ich danach das Fernrohr auf die Sonne richtete, war diese erstmal wieder weg und es kamen nur noch kleine Lücken, durch die ich hindurchspähen musste, um überhaupt etwas zu erkennen.

Im Weißlicht hatte sich seit meiner letzten Beobachtung viel verändert. Binnen weniger Stunden hatte sich bereits am 15. Juli hinter der AR 12585 eine komplett neue Fleckengruppe gebildet: die AR 12567, die ich als D18 klassifizierte. Sie wies in der Penumbra des f-Teils eine Lichtbrücke des Hilbrechtschen Typs m auf. Dazu kam noch die AR 12568 als A1, die ich aber erst bei meinem letzten Kontrollblick nach der H-alpha-Beobachtung erkannte. Leider hatte ich die Entwicklung gestern aufgrund eines Ausfalltages infolge eines großen Wolkengebietes verpasst.

Im H-alpha-Licht zeigten sich zunächst auffällig viele Flaregebiete und jenes zwischen der AR 12565 und der 12567 war gerade aktiv! Da die Wolkenlücken nun immer kleiner wurden, musste ich mich mit der Zälhlung ere Erscheinungen beeilen. Am Rand kam ich auf 10 kleine Protübchen, auf der Oberfläche auf 6 Flaregebiete und 6 Filamente. Gleich danach zog es dann endgültig zu. Und wie es immer so ist: JETZT, wo ich nicht an die Sonne rankomme, weil sie durch Bäume verdeckt ist, ist der Himmel schön blau und in weiten Teilen frei von Wolken ...

Freitag, 15. Juli 2016

Sonne am 15.7.2016

Dieser Tag war nichts für Beobachter, die leicht die Hoffnung aufgeben. Erst gegen 19 Uhr MESZ zeigte sich erstmals die Sonne, dann wurden die Abschnitte immer länger, durch die sie bei eher mittelmäßigem Seeing hindurchschauen konnte. Dennoch gab es kaum einen wirklich wolkenfreien Bereich, sodass man sich in einer Art «Sunspot-Hopping» durchwühlen musste.

Es hatte sich im Weißlicht seit gestern so einiges verändert. Hinter der AR 12565 war binnen Stunden die AR 12567 entstanden, die ich als D10 klassifizierte, während ich die erste als H6 einstufte. Besonders beeindruckend bei der AR 12565 war eine helle Lichtbrücke der Klasse m nach Hilbrecht, die die Umbra des Flecks durchtrennte.

Wieder vergingen quälend lange Minuten, in denen Wolkenfetzen durchzogen, bis ich die AR 12568 im Süden als B2 und die AR 12562 schwach als B4 wahrnahm. Dann kamen wieder Wolken und beendeten die Beobachtung. Ein Beobachterkollege teilte mir indes mit, dass er 6 Gruppen bei gutem Seeing gesehen hatte. Das durfte doch einfach nicht wahr sein, wieder so ein Murph. Bis zur nächsten Gelegenheit musste ich fast 45 Minuten warten, dann wiederholte sich das Wolkenspiel und endlich, nach einer guten Stunde, kam ein großes, wolkenfreies Gebiet bei deutlich besserem Seeing als zuvor. Ohne Probleme erkannte ich so die AR 12564 als A1 und eine A1 nördlich der AR 12565: die AR 12566, sodass ich am Ende auch auf 6 Fleckengruppen kam. Die AR 12563 war aber nicht mehr zu sehen.

Endlich sollte es nun auch mit der H-alpha-Beobachtung funktionieren. Das gute Seeing ließ viel erkennen: 7 Protuberanzen am Rand – ein Bogen am West- und ein Spritzer am Ostrand waren besonders schön anzusehen – sowie 4 Flaregebiete und 6 Filamente auf der Oberfläche. Drei der letzteren umstanden das Gebiet der neuen AR 12567, wo gerade ein heller Flare aufleuchtete, während der Rest strichförmig andere Bereich überdeckten. So wurde zu später Stunde doch noch was aus einer halbwegs ordentlichen Beobachtung!

Donnerstag, 14. Juli 2016

Sonne am 14.7.2016

An meinem voraussichtlich letzten Krankheitstag wachte ich unter blauem Himmel auf und dachte gleich an eine Beobachtung auf dem Dachboden. Was sich so einfach anhört, wurde zu einer reinen Stressaktion. Ich baute mein Teleskop rechtzeitig auf, die Sonne stand noch hinter einem Baum und schon kamen Wolken an. Der gesamte Osthimmel war bewölkt, während der Westen völlig wolkenfrei war. Genau über mir im Zenit war die Wolkengrenze. Ich frage mich, warum immer mir das passiert. Auf Dauer sind diese ganzen Murphys echt frustrierend. Ich kann aufgrund meiner Wohngegend nur zu bestimmten Tageszeiten beobachten, bei den meisten ist die Sicht durch Häuser und immer höher wachsende Bäume versperrt. So ist bei mir die Beobachtung von NLCs nicht mehr möglich, weil sie in Richtung Norden völlig die Sicht versperren. Etwa eine halbe Stunde lockerte sich die Wolkendecke in Teilen wieder auf und ich unternahm einen weiteren Versuch, die Sonne zu beobachten. Die Sonne stand schon sehr hoch und ich musste einige Verrenkungen anstellen, ein Stativbein anheben, um noch durch das kleine Dachfenster schauen zu können. Das Seeing war dabei wieder ziemlich gut.

Das Erkennen der kleinen Aktivitätsgebiete war ziemlich schwer. Natürlich fiel mir die AR 12565 als erstes auf, die ich aber noch nicht mit bloßem Auge sehen konnte. Es hatten sich östlich des Hauptflecks kleine Flecken gebildet, sodass ich sie heute als H6 klassifizierte. Bei den anderen Gruppen ist das passiert, was sich gestern schon andeutete, die AR 12564 und 12562 waren auf die Stufe B zurückgefallen und wiesen 8 bzw. 7 Flecken auf. Die AR 12563 war nicht mehr zu sehen, dafür aber die kleine A nördlich der AR 12565, die heute 3 Flecken hatte, aber nur sehr schwer zu sehen war.

Leichter ging es da im H-alpha-Licht. Das PST zeigte sehr schon bei gutem Seeing eine Vielzahl von Erscheinungen. Am Rand standen 6 kleine Protuberanzen inkl. Eines schönen und auffälligen Bogens im Südosten. Auf der Oberfläche waren 5 Flaregebiete und 9 Filamente zu sehen. Diese bildeten am Ostrand zwei plastisch-dreidimensional wirkende Bögen und länglich-geschwungene Striche rund um bzw. zwischen den Flaregebieten. Leider beendeten weitere Wolken die Beobachtung. Selbstredend klarte es wieder auf, als ich nicht mehr an die Sonne herankam, typisch für meine täglichen Murphereien bei der Sonnenbeobachtung.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Sonne am 13.7.2016

Nach einem krankheitsbedingten Ausfalltag beim Bloggen ging es heute mit der Beobachtung weiter. Dabei war die Beobachtung wieder nur in Etappen möglich. Zwischen Starkregen, dicken Wolken und fernem Donnergrollen taten sich große Wolkenlücken auf, in denen das Seeing erstaunlich gut war.

Im Weißlicht erkannte ich als erstes die AR 12565, ein einzelner Fleck mit einer Umbra, die in Richtung Osten zeigte, den ich als H1 klassifizierte. Hinweise in verschiedenen Medien, die diese Gruppe als besonders groß darstellten, konnte ich nicht nachvollziehen und ob sie auch mit bloßem Auge zu sehen sein wird, bleibt abzuwarten. Mir ist das bisher nicht gelungen. Weitaus schwieriger war trotz des guten Seeing das Erkennen der anderen Gruppen. Die AR 12564 war, nach einer Nachbeobachtung vor ein paar Minuten, eine sehr lang gestreckte C14. Hier schien sich was zu entwickeln, da die Zahl der Flecken seit dem Mittag angestiegen war. Die AR 12563 war erst nach einigen Versuchen zu finden. Ich stufte sie als A1 ein. Leichter war es dagegen mit der AR 12562, die ich als C11 klassifizierte. Interessanterweise waren hier die Flecken in einer Art Halbkreis zum Hauptfleck angeordnet. Ob hier allerdings nicht eher eine Einteilung in die Waldmeierklasse B sinnvoller gewesen wäre, ist Geschmackssache. Ich meinte, zumindest rudimentäre Penumbren erkannt zu haben. Erst bei der Nachkontrolle fand ich noch eine A1 – auch auf Hinweis eines Mitbeobachters. Ich konnte sie nördlich der AR 12565 eindeutig erkennen und auch später noch wiederfinden. Also war die Sichtung real.

Im H-alpha-Licht war die Aktivität ebenfalls eher moderat. Am Rand standen 8 Protuberanzen, allesamt sehr klein und die meisten unscheinbar. Auf der Oberfläche befanden sich 4 helle Flaregebiete, deren Position mit den vier Aktivitätsgebieten im Weißlicht identisch waren. Hier fanden sich auch die meisten der insgesamt 9 Filamente. Weitere erblickte ich am Ost- und Westrand bzw. in der Nähe davon. Alle Erscheinungen gruppierten sich übrigens entlang des Sonnenäquators, die Polbereiche waren frei davon. 

Montag, 11. Juli 2016

Sonne am 11.7.2016

Wer am Vormittag beobachten konnte, war mal wieder im Vorteil, denn nachmittags zogen dichte Wolken herein und die wiesen nur sehr wenige Lücken auf. So benötigte ich fast eine Stunde, um meine Relativzahlen fertig zu bekommen. Bei der H-alpha-Beobachtung sah es noch schlimmer aus: hier brauchte ich zweieinhalb Stunden, um durch die Lücken überhaupt etwas zu erkennen.

Im Weißlicht waren die beiden Fleckengruppen am Westrand verschwunden, dafür war ein etwas größerer H-Fleck um den den Ostrand herumrotiert. Bei den anderen drei Gruppen hatte sich nur wenig verändert: die AR 12563 war eine C5, die 12564 eine D10 und die 12562 eine C8.

Im H-alpha-Licht fiel mir zunächst eine große, bogenförmige Protuberanz im Nordwesten auf, weitere, allerdings bedeutend kleinere, befanden sich am südwestlichen Rand sowie im Osten. Auf der Oberfläche sah es dagegen ein wenig trostlos aus: die 4 Flaregebiete waren nicht sehr auffallend und die 6 Filamente klein und mickrig, wie es dem Stand der aktuellen Sonnenaktivität entsprach. 

Sonntag, 10. Juli 2016

Sonne am 10.7.2016

Die Beobachtung war heute ein reines Vabanque-Spiel: Fast überall nur Wolken und Syph aber aus Richtung Westen zog ein größeres Wolkenloch träge herein und ich konnte nur hoffen, dass es kurz nach 8 Uhr auch noch da sein würde, wenn ich mein Teleskop auf dem Dachboden aufgebaut hatte. Ein noch größeres und bessere zog südlich der aktuellen Stellung der Sonne vorbei und nutzte mir gar nichts. Schließlich traf das Wolkenloch doch noch ein, allerdings blieb darin der Himmel weiß. Anfangs störte noch ein Baum, der mit seinen Ästen im Bild herumhing. Das Seeing war allerdings wieder sehr gut.

Als erstes erkannte ich im Weißlicht die drei Gruppen im Osten: die AR 12563 als B2, die AR 12564 als C7 und die AR 12562 als C5. Mit der Sichtbarkeit der AR 12561 war es da schon schwieriger, weil der Himmel sehr milchig war und ich hier anfangs gar nichts erkennen konnte, nicht mal ein Fackelfeld. Dann wurde für ein paar Sekunden die Sicht etwas besser und mir stachen die beiden Gruppen, haarscharf am Rand stehend, sofort ins Auge, um gleich danach wieder im Wolkenvordergrund zu verschwinden. Ein zweites Mal konnte ich sie nicht mehr sehen.

Die Beobachtung im H-alpha-Licht leidete ebenfalls unter den suboptimalen Bedingungen. Am Rand fand ich weitaus weniger Protuberanzen als gestern, nämlich nur 8 Stück. Die größten standen am Westrand und waren die Überreste des vorherigen Tages, die durch die Sonnenrotation hinter die Sonne gerieten. Ebenfalls aufgrund der Eigendrehung der Sonne waren die Materiebögen am Ostrand verschwunden und jetzt als kleine Filamente zu sehen. Die weitaus größte Zahl war lediglich klein und kam nur knapp über den Rand hinaus. Auffallend waren dafür die 5 Flaregebiete. An Filamenten zählte ich lediglich 6 Exemplare; die drei längsten schlängelten sich im Osten zwischen die Flaregebiete. Ansonsten war unser Tagesgestirn wieder weitgehend erscheinungsfrei.

Samstag, 9. Juli 2016

Sonne am 9.7.2016

Rechtzeitig für meine kleine Beobachtungslücke zwischen den Bäumen ab kurz nach 8 Uhr begannen sich die Wolken allmählich zu lichten, wenn sie auch nicht ganz verschwanden und während der Beobachtung auf dem Dachboden immer wieder nervten. Das Seeing war ausgesprochen gut, durchziehende Wolkenfetzen erschwerten jedoch das Erkennen kleiner Fleckengruppen. Wenn jedoch für Sekunden die Bedingungen optimal waren, sprangen einem die kleinen Gruppen regelrecht ins Auge.

Im Weißlicht war deren Zahl auf fünf angestiegen. Am Westrand stand die Ar 12561 als B2, darunter hatte sich eine kleine A1 gebildet, die aber noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte. Gleich drei Gruppen standen am Ostrand: die AR 12563 als A1, darunter die AR 12564 als C4 und darunter die AR 12562 als C5. Allesamt also keine hoch entwickelten Aktivitätsgebiete, mit denen in diesem Stadium des abklingenden Zyklus auch nicht mehr in großer Zahl zu rechnen ist.

Eine letzte große Wolkenlücke nutzte ich für einen Blick mit dem PST in das H-alpha-Licht und war regelrecht erschlagen von der Fülle der Erscheinungen. Am Sonnenrand standen 11 (!) Protuberanzen, die beiden größten am Westrand, während sich im Osten – im Gegensatz zu den letzten Tagen – Flaregebiete tummelten. Hier stand auch eine große, strichförmige Protuberanz, deren Magnetfeld geradewegs hinaus in den Weltraum wies. Viele kleine Erhebungen kündigen hier möglicherweise einen kleinen Aktivitätsschub an, der in den kommenden Tagen für mehr Flecken sorgen könnte. Insgesamt war die Zahl der Filamente jedoch gering und betrug gerade mal 6 Stück und vier davon standen am Westrand. Dennoch war der Anblick alleine schon die Mühen wert, die ich heute auf mich nehmen musste, um zu einem zählbaren Ergebnis zu kommen!

Freitag, 8. Juli 2016

Sonne am 8.7.2016

Im Grunde war heute überhaupt nicht mit einer Beobachtung zu rechnen. Vormittags war es leicht sonnig, aber da war ich auf der Arbeit. Pünktlich zu Feierabend begann es zu schütten und der Regen begleitete mich während meines Besuchs bei meinem Eismann, dem Einkauf und den Weg nach Hause. Plötzlich wurde es heller. Ein Blick auf die App von kachelmannwetter zeigte eine winzig kleine Wolkenlücke zwischen zwei Wolkengebieten an. Und tatsächlich klarte es immer mehr auf, ohne, dass es wirklich blauen Himmel geben würde. Dieser blieb syphig und man musste sich da irgendwie durcharbeiten. Dafür war das Seeing wieder ausgesprochen gut.

Der Syph verhinderte zunächst ein vernünftiges Erkennen der Fleckengruppen, als ich jedoch die erste Gruppe erkannte, fand ich auch die anderen beiden. Als erstes erkannte ich mit kurzem Blick die AR 12561 am Westrand, doch durchziehende Wolken und der wieder dichter werdende Syph ließen sie wieder verschwinden. Als die Sicht wieder etwas besser wure, sah ich zunächst die AR 12562 am Ostrand in einem Fackelfeld stehen, die ich als J2 klassifizierte. Dann machte ich mich auf die Suche nach der 12562, von der ich wusste, dass sie irgendwo am Ostrand stand und zwar ungefähr in gleicher Breite mit der 12561, nur einen Tick höher. Schließlich fand ich sie, ebenfalls in einem Fackelfeld. Und als ich den Ostrand weiter absuchte, stieß ich auf eine A1, ebenfalls in einem Fackelfeld im Norden, während die beiden anderen Gruppen im Süden zu finden waren. Diese hatte allerdings noch keine NOAA-Nr. bekommen, war aber einwandfrei zu erkennen, wenn man wusste, wo sie stand.

An die Beobachtung im H-alpha-Licht glaubte ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, zumal eine ziemlich gerade Wolkenschicht quer durchzog. Danach kam die Sonne erstaunlicherweise noch mal raus und die Sicht wurde besser als zuvor. Schnell noch das PST auf die Fensterbank, 5 Protuberanzen am Rand, 6 Filamente und 4 kleine Flaregebiete gezählt und dann schmierte der Himmel wieder zu. Endlich mal war ich zur rechten zeit am rechten Ort, um noch eine Beobachtung mitzunehmen. Leider blieb für Detailbeobachtungen mit dem PST nicht allzuviel Zeit, ich erkannte aber noch, dass die Oberfläche weitgehend leer aussah!

Donnerstag, 7. Juli 2016

Sonne am 7.7.2016

Es war mal wieder typisch: Den ganzen Tag, während ich auf der Arbeit war, gab es mehr oder weniger viel Sonnenschein und pünktlich bei Feierabend bewölkte es sich. Die Beobchtung wurde zu einer regelrechten Qual. Erst hatte ich noch kleine Lücken, die verschwanden dann allmählich, aber ich konnte bei ganz passablem Seeing noch durch dünne Schleierwolken hindurch sehen.

Im Weißlicht fand ich zunächst eine C5 im Südosten, die zur Stunde noch ohne NOAA-Nummer ist. Die nächste Wolkenlücke bescherte mir einen Blick auf eine J1, die direkt am Ostrand in einem Fackelfeld stand. Dann musste ich zwei Stunden auf die nächste Gelegenheit warten, wo es wieder keinen richtig freien Himmel, sondern wieder nur Schleierwolken gab. Mehr zufällig fand ich noch die AR 12560 als B4, bevor auch diese Gelegenheit dahinging.

An die H-alpha-Beobachtung glaubte ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr, doch kurz darauf öffneten sich die Wolken wieder ein wenig und ich konnte schnell noch bei hellrotem Himmelshintergrund und nur schwer erkennbaren Details – aufgrund des wieder zunehmenden Syphs – 8 Protuberanzen (alle durchaus gut sichtbar), 3 Flaregebiete und nur noch 5 Filamente sehen, die sich alle am Westrand tummelten. Bis auf zwei der Flaregebiete war die Sonne erscheinungsfrei! Dann kamen dichtere Wolken und schlossen auch die letzte Lücke. Seit dem ist der Himmel völlig verschmiert.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Sonne am 6.7.2016

Die heutige Beobachtung war eine schwere Geburt. Dabei gab es ausreichend große Wolkenlücken und auch das Seeing war richtig gut. Es lag an der Sonnenaktivität!

Im Weißlicht hatte ich gestern zwei Gruppen eindeutig gesehen, die zwischenzeitlich die NOAA-Nummern 12559 und 12660 erhalten. Heute suchte ich mehrmals vergebens danach. Zumindest die 12660 war wohl in größeren Teleskopen zu sehen, in meinem kleinen jedoch nicht. Zudem störte der Sturm, der den Himmel schön frei von Wolken fegte, doch recht heftig und zertte immer wieder an meinem kleinen Refraktor. So war die Sonne hier für mich wieder fleckenfrei. Ich hatte meine Beobachtung mehrmals wiederholt, kam aber immer wieder zum gleichen Ergebnis.

Deutlich mehr Aktivität zeigte sich im H-alpha-Licht. 9 zum Teil sehr große Protuberanzen standen am Sonnenrand. Besonders zwei Exemplare, die sich im Westen uind Osten fast genau gegenüber standen, zogen den Blick auf sich. Die Zahl der Filamente war indes spürbar zurück gegangen, nur ganze 6 Stück und allesamt auf der Westhälfte verteilt, waren zu erkennen. Eines im Südwesten ging da gerade in eine Protuberanz über ein weiteres zeigte einen schön geschwungenen Bogen. Die 3 kleinen Flaregebiete fielen dagegen kaum ins Gewicht. Praktisch die gesamte Oberfläche auf der Ostseite war komplett erscheinungsfrei!

Dienstag, 5. Juli 2016

Sonne am 5.7.2016

Nachdem es am Vormittag sonnig war, zog der Himmel kurz vor Mittag zu und es sah nicht mehr nach einer Beobachtung aus. Als ich jedoch nach Feierabend zu Hause ankam, zeigten sich zwei kleine Lücken in der dicken Wolkenschicht, die nur langsam vorankamen. Darin war das Seeing sehr gut.

Im Weißlicht konnte ich endlich wieder zwei Fleckengruppen sehen, die allerdings zur Stunde noch nicht von der NOAA benannt wurden, aber eindeutig zu sehen waren. Am Ostrand stand eine A1 in einem Fackelfeld, die ich deutlich wahrnehmen konnte. Eine B2 stand – wie ich nach Durchzug weiterer Wolken erkannte – wo wir die letzten Tage über immer eine Gruppe vermuteten: westlich des Sonnenmeridians. Diese hatte zwei Zentren ausgebildet, die zweifelsfrei erkannt wurden.

Der schnelle Blick ins H-alpha-Licht erlaubte mir das Erkennen von 4 Protuberanzen am Rand: einer großen am Ost- und drei kleinen am Westrand. Auf der Oberfläche erkannte ich dagegen 1 Flaregebiet und 8 Filamente, die allesamt nahe des Westrandes zu finden waren, während der »Rest« erscheinungsfrei war. Für Detailbeobachtungen reichte dann leider die Zeit nicht mehr, denn schon ging das nächste Gewitter mit Starkregen über meinem Standort hernieder.

Montag, 4. Juli 2016

Sonne am 4.7.2016

Kaum einen Tag nach der Rückkehr von der Sonnetagung in Lirchheim hatte mich der Alltag mit all seinen kleinen Murphereien wieder erfasst. Zwar hatte ich noch einen der selten gewordenen Urlaubstage nehmen können, doch das machte es nicht besser.

Es war wie üblich: die Sonne kam erst aus den Wolken heraus, als ich nicht mehr vom Dachboden aus beobachten konnte und sie verschwand wieder dahinter, kurz nachdem sie auf der anderen Seite des Hauses auftauchte und so blieben mir wieder nur wenige Minuten, um alle Daten, sozusagen im Schnellverfahren, zu ermitteln.

Im Weißlicht war die Sonne weiterhin fleckenfrei und an der Position des »Geknurpsels« war mal was zu sehen und mal nicht. Da ich das auch heute nicht sicher mit dem Auge »halten« konnte, wertete ich es auch nicht.

Schon drohten aus Nordwesten dicke, dunkle Wolken und ich wechselte schnell mit dem PST ins H-alpha-Licht. Auch hier war der Rückgang der Aktivität geradezu dramatisch. Am südöstlichen Rand fand ich nur noch zwei Winz-Protuberanzen, die man auch leicht beim ersten Mal übersehen konnte. Auf der Oberfläche waren praktisch alle Erscheinungen auf die Westhälfte der Sonne gerückt, der Osten war praktisch erscheinungsfrei. Neben 2 kleinen Flaregebieten, die kaum der Rede wert waren, zählte ich 10 immer noch sehr umfangreiche, langgezogene und bogenförmige Filamente. Bevor ich noch eine Kontrollbeobachtung machen konnte, waren die Wolken heran und beendeten sie vorzeitig.

Sonne vom 1.-3.7.2016: Sonnenbeobachtung in Kirchheim

Vom 2. bis 3. Juli 2016 fand auf der Volkssternwarte Kirchheim in Thüringen die 38. Sonnentagung der VdS-Fachgruppe Sonne statt und dabei konnte endlich auch mal kräftig beobachtet werden.

Um nicht allzu großen Reisestress aufkommen zu lassen, fuhren wir bereits am Freitag los. Mein Plan, noch vor der Abfahrt zu einer Beobachtung zu kommen, scheiterte wieder am Wetter. Vorhergesagt war ein sonniger Vormittag, es kam ein bedeckter. So konnte ich erst am Nachmittag zu meinen Relativzahlen kommen. Die Sternwarte bietet den enormen Vorteil, dass man ringsum eine freie Horizontsicht hat, was ich an meinem Standort in der Stadt mit Bäumen und Hochhäusern sehr vermisse. Am 2. konnte ich noch bevor die anderen Anwesenden Teilnehmer wach waren, um 5:00 UT beobachten und auch vor der Abfahrt am 3. gelang mir vor dem Frühstück um 6:10 UT eine Beobachtung, wobei hier ebenfalls Wolken herumstressten.

Im Weißlicht hatte sich an den drei Tagen nichts getan, es gab nur eine fleckenfreie Sonne zu sehen. In den Instrumenten der Sternwarte, insbesondere dem Takahashi-Refraktor TOA 130/1000mm mit Herschelkeil war leicht westlich des Sonnenmeridians »etwas« zu sehen. Einige Beobachter sahen dort eine Struktur, die einer B-Gruppe ähnlich sah, andere sahen hier nichts oder nur eine kleine A. In kleineren Teleskopen war entweder gar nichts oder nur andeutungsweise was zu sehen und so richtig eindeutig war es im 130/1000er auch nicht wirklich. Es gab sogar noch einen anderen Effekt: Mehrere Beobachter sahen am Sonntag gleich mehrere dunkle Punkte, die anscheinend hin- und hersprangen, aber das waren wohl Wahrnehmungsartefakte, denn Flecken waren dort, selbst auf den Aufnahmen des SDO-Satelliten nicht zu sehen. Sehr wohl zeigten die Satellitenbilder aber bei extrem hoher Vergrößerung »etwas« an. Nur richtig klar war auch das nicht, weshalb ich an allen Tagen eine Relativzahl von Re = 0 verzeichnete.

Im H-alpha-Licht erkannte man zwischen 6 und 7 Protuberanzen, entweder gar keine oder nur zwei winzige Flaregebiete sowie überaus spannende Filamente. Diese wanderten in einem regelrechten Pulk von Nordosten nach Südwesten über die Sonnenoberfläche, bildeten extrem lange Ketten und wunderschöne Bögen, die aber zunehmend zerfaserten und in einzelne Teile zerfielen. Ihnen folgten dann keine weiteren Filamente und Flaregebiete, sodass mit der Rotation der Sonne aus dem Osten nichts Neues herankam. So war am 3. beispielsweise die komplette südliche Hälfte der Sonne erscheinungsfrei. Bezeichnend, dass keine Fußpunkte der langen Filamente mit Flecken im Weißlicht assoziiert war, was trotz der enormen Größe der Filamente, die bei Erreichen des Westrandes zu großen Protuberanzen führen kann, auf sehr schwache lokale Magnetfelder hindeutet. Ganz im Sinne einer abnehmenden Aktivität im langsam zu Ende gehenden 24. Sonnenfleckenzyklus.