Sonntag, 10. Juli 2016

Sonne am 10.7.2016

Die Beobachtung war heute ein reines Vabanque-Spiel: Fast überall nur Wolken und Syph aber aus Richtung Westen zog ein größeres Wolkenloch träge herein und ich konnte nur hoffen, dass es kurz nach 8 Uhr auch noch da sein würde, wenn ich mein Teleskop auf dem Dachboden aufgebaut hatte. Ein noch größeres und bessere zog südlich der aktuellen Stellung der Sonne vorbei und nutzte mir gar nichts. Schließlich traf das Wolkenloch doch noch ein, allerdings blieb darin der Himmel weiß. Anfangs störte noch ein Baum, der mit seinen Ästen im Bild herumhing. Das Seeing war allerdings wieder sehr gut.

Als erstes erkannte ich im Weißlicht die drei Gruppen im Osten: die AR 12563 als B2, die AR 12564 als C7 und die AR 12562 als C5. Mit der Sichtbarkeit der AR 12561 war es da schon schwieriger, weil der Himmel sehr milchig war und ich hier anfangs gar nichts erkennen konnte, nicht mal ein Fackelfeld. Dann wurde für ein paar Sekunden die Sicht etwas besser und mir stachen die beiden Gruppen, haarscharf am Rand stehend, sofort ins Auge, um gleich danach wieder im Wolkenvordergrund zu verschwinden. Ein zweites Mal konnte ich sie nicht mehr sehen.

Die Beobachtung im H-alpha-Licht leidete ebenfalls unter den suboptimalen Bedingungen. Am Rand fand ich weitaus weniger Protuberanzen als gestern, nämlich nur 8 Stück. Die größten standen am Westrand und waren die Überreste des vorherigen Tages, die durch die Sonnenrotation hinter die Sonne gerieten. Ebenfalls aufgrund der Eigendrehung der Sonne waren die Materiebögen am Ostrand verschwunden und jetzt als kleine Filamente zu sehen. Die weitaus größte Zahl war lediglich klein und kam nur knapp über den Rand hinaus. Auffallend waren dafür die 5 Flaregebiete. An Filamenten zählte ich lediglich 6 Exemplare; die drei längsten schlängelten sich im Osten zwischen die Flaregebiete. Ansonsten war unser Tagesgestirn wieder weitgehend erscheinungsfrei.

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