Donnerstag, 14. Juli 2016

Sonne am 14.7.2016

An meinem voraussichtlich letzten Krankheitstag wachte ich unter blauem Himmel auf und dachte gleich an eine Beobachtung auf dem Dachboden. Was sich so einfach anhört, wurde zu einer reinen Stressaktion. Ich baute mein Teleskop rechtzeitig auf, die Sonne stand noch hinter einem Baum und schon kamen Wolken an. Der gesamte Osthimmel war bewölkt, während der Westen völlig wolkenfrei war. Genau über mir im Zenit war die Wolkengrenze. Ich frage mich, warum immer mir das passiert. Auf Dauer sind diese ganzen Murphys echt frustrierend. Ich kann aufgrund meiner Wohngegend nur zu bestimmten Tageszeiten beobachten, bei den meisten ist die Sicht durch Häuser und immer höher wachsende Bäume versperrt. So ist bei mir die Beobachtung von NLCs nicht mehr möglich, weil sie in Richtung Norden völlig die Sicht versperren. Etwa eine halbe Stunde lockerte sich die Wolkendecke in Teilen wieder auf und ich unternahm einen weiteren Versuch, die Sonne zu beobachten. Die Sonne stand schon sehr hoch und ich musste einige Verrenkungen anstellen, ein Stativbein anheben, um noch durch das kleine Dachfenster schauen zu können. Das Seeing war dabei wieder ziemlich gut.

Das Erkennen der kleinen Aktivitätsgebiete war ziemlich schwer. Natürlich fiel mir die AR 12565 als erstes auf, die ich aber noch nicht mit bloßem Auge sehen konnte. Es hatten sich östlich des Hauptflecks kleine Flecken gebildet, sodass ich sie heute als H6 klassifizierte. Bei den anderen Gruppen ist das passiert, was sich gestern schon andeutete, die AR 12564 und 12562 waren auf die Stufe B zurückgefallen und wiesen 8 bzw. 7 Flecken auf. Die AR 12563 war nicht mehr zu sehen, dafür aber die kleine A nördlich der AR 12565, die heute 3 Flecken hatte, aber nur sehr schwer zu sehen war.

Leichter ging es da im H-alpha-Licht. Das PST zeigte sehr schon bei gutem Seeing eine Vielzahl von Erscheinungen. Am Rand standen 6 kleine Protuberanzen inkl. Eines schönen und auffälligen Bogens im Südosten. Auf der Oberfläche waren 5 Flaregebiete und 9 Filamente zu sehen. Diese bildeten am Ostrand zwei plastisch-dreidimensional wirkende Bögen und länglich-geschwungene Striche rund um bzw. zwischen den Flaregebieten. Leider beendeten weitere Wolken die Beobachtung. Selbstredend klarte es wieder auf, als ich nicht mehr an die Sonne herankam, typisch für meine täglichen Murphereien bei der Sonnenbeobachtung.

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