Samstag, 30. Juli 2016

Sonne am 30.7.2016

Was für eine Quälerei: Wolkenschichten in unterschiedlichen Höhen, die mit verschiedenen Geschwindigkeiten dahinzogen, vereitelten weitgehend jede Form einer vernünftigen Beobachtung. Große, wolkenfreie Bereiche zogen an falschen Positionen über den Himmel und die Sonne kam immer nur für ein paar Sekunden raus. Eine ganze Stunde musste ich so ausharren, bis ich zumindest im Weißlicht einigermaßen sicher war, alles erfasst zu haben. Im H-alpha dauerte es dann fast noch mal so lang und alle großen Wolkenlücken verhöhnten mich und hielten sich beständig nördlich oder südlich der Position der Sonne auf. So macht es echt keinen Spaß und verkommt zur reinen Pflichtübung. Überdies nervten die durchziehenden Wolken und boten im Okular kaum die Möglichkeit, sich auf einen bestimmten Punkt auf der Sonnenoberfläche zu konzentrieren.

Mehr zufällig erwischte ich die AR 12570 als B3 und zwei kleine Fackelgebiete. Ob die kleine A1 von gestern noch vorhanden war – ich konnte sie selbst unter besseren Bedingungen kaum wahrnehmen – konnte ich nicht feststellen, denn der Himmel zog sich alsbald wieder gnadenlos zu.

Für die Bestimmung der H-alpha-Relativzahl war der Aufwand noch größer. Als erstes erkannte ich auf der Oberfläche zwei helle Flaregebiete. Die 8 Filamente zählte ich im Schnelldurchgang in einer knappen Wolkenlücke. Das große Filament war noch vorhanden, aber bevor ich es näher begutachten konnte, waren die Wolken wieder da. Eine geschlagene halbe Stunde musste ich auf die nächste Gelegenheit warten und die meiste Zeit in der ebenfalls nur kurzen Wolkenlücke ging für das Nachjustieren des PST drauf, sodass ich die Protuberanzen am Rand ebenfalls nur durch schnelles Zählen erfassen konnte. Es waren 11 Stück. Seit dem ist der Himmel wieder komplett zu. Soviel zum angekündigten sonnigen Samstag ...

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