Samstag, 9. Juli 2016

Sonne am 9.7.2016

Rechtzeitig für meine kleine Beobachtungslücke zwischen den Bäumen ab kurz nach 8 Uhr begannen sich die Wolken allmählich zu lichten, wenn sie auch nicht ganz verschwanden und während der Beobachtung auf dem Dachboden immer wieder nervten. Das Seeing war ausgesprochen gut, durchziehende Wolkenfetzen erschwerten jedoch das Erkennen kleiner Fleckengruppen. Wenn jedoch für Sekunden die Bedingungen optimal waren, sprangen einem die kleinen Gruppen regelrecht ins Auge.

Im Weißlicht war deren Zahl auf fünf angestiegen. Am Westrand stand die Ar 12561 als B2, darunter hatte sich eine kleine A1 gebildet, die aber noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte. Gleich drei Gruppen standen am Ostrand: die AR 12563 als A1, darunter die AR 12564 als C4 und darunter die AR 12562 als C5. Allesamt also keine hoch entwickelten Aktivitätsgebiete, mit denen in diesem Stadium des abklingenden Zyklus auch nicht mehr in großer Zahl zu rechnen ist.

Eine letzte große Wolkenlücke nutzte ich für einen Blick mit dem PST in das H-alpha-Licht und war regelrecht erschlagen von der Fülle der Erscheinungen. Am Sonnenrand standen 11 (!) Protuberanzen, die beiden größten am Westrand, während sich im Osten – im Gegensatz zu den letzten Tagen – Flaregebiete tummelten. Hier stand auch eine große, strichförmige Protuberanz, deren Magnetfeld geradewegs hinaus in den Weltraum wies. Viele kleine Erhebungen kündigen hier möglicherweise einen kleinen Aktivitätsschub an, der in den kommenden Tagen für mehr Flecken sorgen könnte. Insgesamt war die Zahl der Filamente jedoch gering und betrug gerade mal 6 Stück und vier davon standen am Westrand. Dennoch war der Anblick alleine schon die Mühen wert, die ich heute auf mich nehmen musste, um zu einem zählbaren Ergebnis zu kommen!

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