Freitag, 29. Juli 2016

Sonne vom 27. bis 29.7.2016

Aus Zeitgründen und weil die Sonnenaktivtät in den letzten Tagen weiter sehr gering war, gibt es erst heute wieder einen kleinen Blogbeitrag. Das Wetter war am 27. und 28. ganz passabel, nur heute gab es mehr Wolken zu sehen und ich hatte nur zwei Lücken bei mehr oder weniger mäßigem Seeing.

Am 27. war die Sonne im Weißlicht noch fleckenfrei, doch am 28. zeigte sich am Ostrand in einem Fackelfeld eine kleine A1-Gruppe, die kurz darauf die NOAA-Nummer 12570 erhielt. Heute war sie schon eine B2. Außerdem hatte sich nahe der Sonnenscheibenmitte eine weitere, kleine A1 gebildet. Vormittags konnte man mit größeren Fernrohren im Süden noch eine weitere A1 beobachten, die am Nachmittag jedoch verschwunden war. Solche kurzlebigen, kleinen Flecken sind nicht ungewöhnlich, es ist jedoch manchmal schwierig sie von einer Pore zu unterscheiden, die eine maximale Größe von bis zu 1 Bogensekunde aufweisen kann, bei der Relativzahlbestimmung aber nicht mit berücksichtigt wird. Alles oberhalb von einer Bogensekunde ist dann ein richtiger Sonnenfleck. Die Schwierigkeit beim Erkennen vor Poren ist auch das Seeing. Liegt dieses bei 2 bis 3 Bogensekunden, wird man kleinere, fleckenähnliche Gebilde mehr erkennen können. Das hängt dann auch vom theoretischen Auflösungsvermögen des verwendeten Instruments ab. So liegt dieses bei meinem kleinen 80/400er Refraktor etwa bei 3 Bogensekunden, sodass ich per se Poren überhaupt nicht sehen kann. Das vereinfacht das Fleckenzählen natürlich, weil alles, was ich sehe, ein Fleck sein muss.

Die niedrige Sonnenaktivität machte sich denn auch im H-alpha-Licht bemerkbar. Die Zahl der Protuberanzen lag am 27. und 28. jeweils 4, heute dagegen 10. Die der Filamente stieg von 8 auf 11 und betrug heute wieder 8. Dagegen konnten jeweils nur 1 oder 2 Fackelgebiete gesehen werden. Einzige Erscheinung, die an allen drei Tagen zu beobachten war, war ein langes Filament, das mit der Sonnenrotation weiter nach Westen gerückt, aber immer noch sehr stabil ist. Sobald es den westlichen Sonnenrand erreicht, dürfte es hier für eindrucksvolle Protuberanzen sorgen. Die der letzten tage waren eher klein und auch die heutigen zeugten kaum von überragender Größe, lediglich ihre Anzahl war erhöht, sie selber blieben klein und mickrig.

Nach Berechnungen der NASA liegt die derzeitige Aktivität übrigens deutlich unter der bisherigen Prognose, was immer das am Ende bedeuten mag. Es spricht auf keinen Fall für ein kurzes und knackiges Minimum, sondern eher für ein tiefes und langes wie zuletzt 2008/2009!

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