Dienstag, 30. August 2016

Sonne am 30.8.2016

Das Wetter war heute wieder etwas, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig. Während ich den Tag auf der Arbeit zubrachte, war der Himmel zeitweise richtig klar und ich freute mich schon auf die Beobachtung. Prompt bezog es sich, als ich kurz davor war, zu Hause anzukommen. Die Wolken zogen sehr träge dahin und es sah nach einem weiteren Ausfalltag aus, doch dann ergab sich doch eine Wolkenlücke und diese zog ebenso träge dahin. Und dann war auch noch das Seeing relativ gut, nur wegen einer höheren Dunstschicht die Sonne im Okular recht dunkel.

Die vier bestimmenden Gruppen waren weiter nach Westen gerückt, hatten sich aber nur wenig verändert. Die AR 12582 war nur noch eine J1 – sie hatte alle kleinen Flecken verloren – während die AR 12583 darüber eine D6 mit drei unregelmäßig geformten Penumbren war. Die 12581 war eine sehr lange C11 – wären da nicht kleine Flecken zwischen den Zentren hätte ich hier eine Aufteilung in 2 Gruppen vorgenommen – und die AR 12580 erschien mir als C6. Gewohnheitsgemäß und nach den Eindrücken von gestern suchte ich noch mal intensiv den Ostrand ab und fsand dort prompt eine A1 in einem Fackelfeld.

Überwaltigend war wieder der Anblick der Sonne im H-alpha-Licht: am südöstlichen Rand stand eine sehr große Bogenprotuberanz, nördlich davon ging eine Protuberanz in ein Filament über. Beeindruckend war dabei vor allen die dreidimensionale Ansicht der Erscheinung, die viel von der Dynamik des darunter liegenden Magnetfeldes verriet. Die restlichen von insgesamt 9 Protuberanzen waren dagegen klein und bescheiden. Auf der Oberfläche fand ich drei Flaregebiete am Westrand und eines am Ostrand an der Position der neuen Gruppe, also insgesamt 4. Filamnte waren 15 vorhanden, aber außer einem geschlängelten Teil nahe der AR 12581 und dem bereits erwähnten, langen, Filament gab es nur kleine matschige Teile, davon aber soviel, dass ihre Gesamtzahl 15 betrug. Es bewahrheitete sich abermals der alte Hinweis, dass es im H-alpha immer etwas zu sehen gibt! 

Montag, 29. August 2016

Sonne am 29.8.2016

Das schwere Gewitter gestern Nachmittag und die vielen Wolken im Laufe des heutigen Tages ließen durchaus einige Zweifel ob der Vorhersage aufkommen, dass es am Nachmittag aufklaren würde. Doch es passierte tatsächlich und genau zu dem Zeitpunkt, als ich zu Hause ankam. Nervig war nur der böige Wind, der mal am Teleskop, mal am Zettel zum Aufschreiben der Beobachtung herumzerrte. Das Seeing war auch noch halbwegs gut und so konnte es losgehen, mit der Fleckenzählung.

Im Weißlicht war bereits gestern Nachmittag nördlich der AR 12582 die neue AR 12583 aufgetaucht, sie hatte sich heute zu einer D6 weiterentwickelt, während die Erstgenannte eine C5 war. Die 12581 war ebenfalls eine C5 und die 12580 eine C3. Alle vier Gruppen standen auf der Westhälfte der Sonne, während der Osten frei von Fleckengruppen war.

Dort zeigte sich dafür aber im H-alpha-Licht eine große bogenförmige Protuberanz, ein Büschel und 4 weitere kleine, während am Westrand 3 kleine Erhebungen zu sehen waren. An der Stelle der vier Aktivitätsgruppen im Weißlicht waren im H-alpha großflächige Flaregebiete zu erkennen. Auch hier war die Dominanz der Wetsseite gegenüber dem Osten klar auszumachen: von den insgesamt 12 Filamenten, befand sich nur eine im Osten und 11 im Westen. Momentan sieht es wieder nach einer Beruhigung der Aktivität aus, man darf daher gespannt sein, was aus dem großen Bogen sowohl im H-alpa als auch im Weißlicht wird. Alles zwischen einer großen Gruppe und keinem sichtbaren Teil ist möglich!

Sonntag, 28. August 2016

Sonne am 28.8.2016

Nach einem Gewitter zu früher Morgenstunde und reichlich Gewölk am Himmel hatte ich nicht mehr mit einer Beobachtung auf dem Dachboden gerechnet. Doch es kam – glücklicherweise – anders. Aus Westen schob sich ein wolkenfreier Keil heran, der immer größer wurde und an der Grenze zur Position der Sonne stehen blieb. Daher war für mich im Okular die Wolkengrenze exakt vor der Sonne zu sehen. Erst später lockerte sich auch hier die Bewölkung leicht auf, doch das Seeing blieb, was es war: grottig. Der Rand war in heftigster Bewegung und auf der Pberfläche war zunächst kaum etwas zu erkennen, was jedoch im Laufe der Zeit leicht besser wurde, sodass ich auch die kleinen Flecken sehen konnte. Gut wurde es aber während der ganzen Beobachtung nicht.

Im Weißlicht gab es auch nicht so sehr viel mehr zu sehen als gestern. Die AR 12580 war immer noch eine J1, die AR 12581 zu einer C12 zerfallen. Anstelle der AR 12579 war nicht mehr zu sehen, dafür war südlich davon die AR 125882 als D6 getreten.

Im H-alpha-Licht war die Aktivität unterdessen geradezu explodiert. Am Ostrand standen gleich 3 großflächige Protuberanzen, am Westrand 5 und auf der Oberfläche kam ich mit dem Zählen kaum nach: neben 5 zum Teil sehr hellen Flaregebieten kam ich auf 17 (!!!) Filamente. Besonders auf der Nordhälfte hatte sich eine lange Filamentkette gebildet sowie zwei längere Strukturen. Vor allem in und rund um die Flaregebiete standen viele kleine Bögen und andere, deren Struktur sich schwer in Worte fassen ließen.

Ob sich aus den vielen Filamenten am Ende dann auch im Weißlicht zu sehende Fleckengruppen bilden, bleibt abzuwarten und ist nach den Erfahrungen der letzten Monate eher fraglich, zumal in keinem der drei Aktivitätsgebiete ein Filament zu sehen ist, sondern nur Flaregebiete stehen.

Samstag, 27. August 2016

Sonne am 26. und 27.7.2016

Binnen zweier Tage hatte sich die Sonnenaktivität nicht wirklich verändert. Gestern konnte ich bei wolkenlosem Himmel, aber starkem Wind, dafür bei gutem Seeing beobachten, während heute morgen nach dem Aufstehen der Himmel erst einmal völlig bedeckt war. Erst kurz nach 8 Uhr zeigten sich erste Wolkenlücken und dann verschwanden die Wolken sogar fast völlig. Der Himmel blieb aber extrem dunstig, doch das Seeing war dabei ganz brauchbar, wenn ich auch im Weißlicht Probleme hatte, einen Schärfepunkt zu finden.

Die größte Veränderung hatte in den letzten Tagen die AR 12581 vollzogen: sie war gestern plötzlich zur D18 geworden, hatte viele Penumbren aufgebaut und wies eine Art doppelte Linienstruktur auf: die kleinen Flecken waren zu zwei Strecken zwischen den beiden Hauptpolen der Gruppe angeordnet. Davon war heute nichts mehr zu sehen. Der Fleck im p-Teil war größer, der im f-Teil kleiner geworden. Die AR 12580 war an beiden Tagen eine J1 und die 12579 war erst zu einer B7 zerfallen und heute gab es an der Stelle eine B2 und eine A1. Allerdings waren beide zu weit voneinander entfernt, um als eine Gruppe gelten zu können.

Wenig Aufsehen erregend war gestern die Beobachtung im H-alpha-Licht: Lediglich 3 kleine Protuberanzen standen am nordwestlichen Sonnenrand – ein Turm, ein Bogen und eine kleine Erhebung – und auf der Oberfläche waren 4 Flaregebiete und immerhin 14 Filamente zu sehen. Diese grupperten sich einmal rund um die Flaregebiete und waren als kleine Matschflecken wild verteilt. Das gute Seeing und der Dunst ließen heute deutlich mehr erkennen, was nicht verwundert, denn die H-alpha-Beobachtung ist im Gegensatz zur Weißlichtbeobachtung sehr viel stärker von den atmosphärischen Bedingungen abhängig und leichter Dunst kann – wie heute Morgen – dazu führen, dass plötzlich sehr viel mehr Details gesehen werden können, als zu anderen Zeiten.

Am Rand erkannte ich heute 10 Protuberanzen, die meisten davon am Westrand. Der »Spritzer« oder »Turm« von gestern war noch da, daneben ein Büschel, wei kleine Spitzen und eine Unmenge an sehr kleinen Erhebungen. Zwei Flaregebiete gab es rund um die AR 12581 – hier war offenbar gerade ein Flare am Wirken – und die zerfallene AR 12579. Dort standen auch zwei längere Filamente, bei denen ich sogar auf 15 Exemplare kam.

Insgesamt also ein eher ruhiger »Sonnentag« mit ein paar interessanten Highlights im Vorminimum, auch wenn dieses erst in 4 Jahren erreicht werden soll.

Donnerstag, 25. August 2016

Sonne am 25.8.2016

Das durchgängig schöne und heiße Sommerwetter tat den Beobachtungsbedingungen auch heute nicht wirklich gut, dennoch gab es Momente, in denen ich tatsächlich ein scharfes Bild im Okular erkennen konnte.

Im Weißlicht ging die ruhige Aktivität der Sonne weiter: die gestern noch etwas weiter vom Westrand entfernt stehende AR 12578 war nicht mehr zu sehen und hatte sich aufgelöst. Man hätte sie sonst in dem dort stehenden hellen Fackelfeld sehen müssen. Noch vorhanden war dagegen die AR AR 12579, die heute nur noch der Klasse C angehörte und daher eine C7 war. Die AR12580 gab es ebenfalls noch: sie war weiter eine J1. Neu hinzu gekommen ist dagegen eine kleine C5 auf der Nordhalbkugel im Osten. Allen Gruppen war gemein, dass sie keine auffälligen Penumbren ausgebildet hatten, sondern nur etwas dunkler erschienen als die übrigen Flecken.

Dem ruhigen Bild der Sonne hatte sich die Sicht im H-alpha-Licht ebenfalls angepasst. Am Rand gab es nur 7 kleine Protübchen und nur im Nordwesten war ein größeres Teil zu sehen. Der Rest lugte kaum über den Rand rüber. Vier mehr oder weniger helle Flaregebiete, deren Positionen mit denen der (ehemaligen) Flecken im Weißlicht identisch war. Darüber hinaus zählte ich noch 12 kleine Filamente, die allesamt ebenfalls wenig spektakulär aussahen. Also: Nichts Neues unter auf der Sonne.

Mittwoch, 24. August 2016

Sonne am 24.8.2016

Endlich mal ein Tag, an dem ich nicht mit den Wolken kämpfen musste, um beobachten zu können. Leider gab es da ein paar Cirren, die nervten und für schlechtes Seeing sorgten. Zeitweise hatte ich echte Probleme beim Scharfstellen und konnte Strukturen kaum identifizieren.

Im Weißlicht konnte ich keine großen Veränderungen zu gestern feststellen: die AR 12578 war eine C2, die 12679 eine D10 und die 12580 eine J1. Typisch für die aktuelle Phase eines zu Ende gehenden 24. Sonnenfleckenzyklus, wo mit sich rasch entwickelnden Aktivitätszentren nur noch selten zu rechnen ist.

Im H-alpha-Licht bot sich auch fast das gleich Bild wie gestern. Die drei Fleckengruppen waren hier die Orte, wo auf der Oberfläche die drei einzigen Flaregebiete standen. Abermals zählte ich 14 Filamente – im Nordosten war lediglich ein kleiner Bogen zu sehen -, die überwiegend wieder klein und matschig erschienen. Am Sonnenrand fand ich heute auch nur noch 5 Protuberanzen: 1 kleiner Bogen im Westen, ein Büschel im Osten, drei Spritzer im Osten und eine kleine flächige Erhebung im Nordwesten. Aufregend war es nicht, was ich da im PST zu sehen bekam.

Dienstag, 23. August 2016

Sonne am 23.8.2016

Es war ein mühseliges Geschäft: am Nachmittag klarte der Himmel nach gut zwei Tagen endlich mal wieder auf, doch kaum hatte ich meine Haustür erreicht, zogen wieder Wolken vor die Sonne und beendeten erst einmal jede Hoffnung. Zwischendurch tauchten kleine Lücken auf, die reichten aber nicht einmal aus, um das Teleskop vernünftig auszurichten. Erst zwei Stunden später kam eine größere Wolkenlücke, doch so richtig klar wurde es nicht, der Himmel war weiß statt blau, was sich erst am Abend ändern sollte. Das Seeing war entsprechend mittelmäßig, aber noch ganz gut brauchbar.

Mal wieder einen Ausfalltag gehabt und schon hatte sich das Bild der Sonne im Weißlicht entscheidend verändert: Am Ostrand stand auf der Südhalbkugel die neue AR 12380 als J1 in einem großen Fackelfeld. Weiter westlich und im Norden war die ebenfalls neue AR 12579 als kräftige D 10 zu finden. Nahe des Westrandes entdeckte ich noch eine nummernlose B4.

Für die Beobachtung im H-alpha-Licht reichte die Wolkenlücke dann nicht mehr und ich musste nochmal eine gute halbe Stunde warten, bis ich auch hier zu einem Ergebnis kam. Spektakulär war es nicht, was ich zu sehen bekam: 10 winzige Protübchen am Rand, 3 Flaregebiete, aber immerhin 14 Filamente auf der Oberfläche. Letztere durfte man sich nicht als große geschwungene Bögen vorstellen, sie waren ebenfalls – wie zu Minimumszeiten üblich, winzig, punkt- oder matschförmig und ein Zeichen für die schwächer werdenden lokalen Magnetfelder auf der Sonne, die diese kleinen Filamentchen verursachen und nicht mehr die Kraft besitzen, größere Strukturen auszubilden. Mit dem Zyklus geht es langsam zu Ende, das merkt man besonders bei den Filamenten!

Sonntag, 21. August 2016

Sonne am 21.8.2016

Der Tag begann sehr sonnig und ich freute mich schon auf die Beobachtung, bis etwa 10 Minuten bevor die Sonne neben den Bäumen – richtig gelesen, nicht mehr über, sondern jetzt aufgrund des niedrigeren Sonnenstandes wieder seitlich davon – rauskommen würde, Wolken kamen und die Hoffnung beendeten. Fast der gesamte Himmel – soweit ich ihn überblicken konnte – war wolkenfrei und nur in Sonnenrichtung stauten sich die Wolken. Es dauerte nahezu eine halbe Stunde, bis sich die Situation besserte und mit einem Mal war auch nach Südosten hin der Himmel blau und wolkenlos … und das Seeing hundsmiserabel. Zunächst. Es besserte sich zwar ein wenig, doch gut wurde es während der ganzen Beobachtung nicht.

Im Weißlicht konnte ich daher auch die verbliebene AR 12578 nicht mehr sehen. Anhand von Satellitenaufnahmen war zu sehen, dass sie noch da war, doch meine schlechten Beobachtungsbedingungen machten es unmöglich, sie zu finden. Auch als das Seeing einen kurzen Augenblick lang besser wurde, gelang mit das Erkennen nicht. Ich suchte noch den blubbernden Sonnenrand ab, konnte da aber auch keine neuen Flecken sehen, nur zwei ganz kleine Fackelfelder.

Wie immer war im H-alpha-Licht bedeutend mehr Aktivität zu beobachten. Am Sonnenrand erkannte ich 9 Protuberanzen: kleine Bögen, pyramidenartige Erhebungen und über dem Westrand eine kleine schwebende Wolke. 2 Flaregebiete – das gestern noch sehr hell leuchtende im Umfeld der AR 12578 hatte sich deutlich abgeschwächt – und 7 stummelartige Filamente. Dennoch waren weite Teile der Oberfläche auch heute wieder erscheinungsfrei.

Samstag, 20. August 2016

Sonne am 20.8.2016

Vor dem Frühstück gab es heute »Murphys Klassiker«: Fast der ganze Himmel war wolkenfrei, nur nicht in Richtung Sonne. Dort türmten sich die träge dahin ziehenden Wolken. Es gab aber durchaus kurze Abschnitte, wo mal keine Wolken durch das Bild im Okular zogen und in denen man bei miesem Seeing gerade mal so eben noch was sehen konnte.

Viel war das allerdings nicht: im Weißlicht fand ich nur noch die AR 12578 in der Mitte der Sonnenscheibe als B2 sowie ein paar interessante Fackelfelder. Eines am Ostrand durchsuchte ich genauer, weil sich darin leicht mal randnahe A-Flecken verbergen können. Leider fand ich da auch nichts und der Fleckenkomplex der letzten Tage war nun endgültig über den Westrand wegrotiert.

Im H-alpha-Licht hingegen fiel mir, sofern es die Wolken zuließen, sofort ein helles Flaregebiet in der Mitte der Sonnenscheibe auf. Es befand sich an der Position der AR 12578 und war hier wesentlich größer. Kommt hier heute noch ein Flare hoch, bestehen gute Aussichten auf Polarlichter in den kommenden Nächten, die allerdings jetzt auch nicht mehr so kräftig ausfallen, wie zu Zeiten des Maximums. Ansonsten war die Aktivität hier ebenfalls weiter zurück gegangen. Auf der Oberfläche fand ich neben dem Flaregebiet 6 kleine, stummelartige Filamente und am Rand 6 winzige Protuberanzen, von denen nur eines im Süden einen kleinen Bogen bildete und der Rest mal als kleiner Strich, mal als undefinierbares »Etwas« über den Rand schaute.

Donnerstag, 18. August 2016

Sonne am 18.8.2016

Langsam kann man sich fragen, was mit unseren Wettervorhersagen los ist. Da war für heute ein sonniger Tag mit warmen Temperaturen angekündigt worden und es trat genau ds Gegenteil ein. Erst am frühen Abend zeigte sich das erste Mal die Sonne. Zuvor waren die mehr oder weniger großen Wolkenlücken stets in der falschen Himmelsrichtung erschienen. Und auch bei »meiner« Lücke konnte ich nur den äußersten Zipfel kurz nutzen, während der Himmel westlich davon fast völlig wolkenlos war. Entsprechend wenig Zeit hatte ich für die Beobachtung. Unterstützt wurde ich allerdings durch recht gutes Seeing.

Im Weißlicht war der neuerliche Einbruch der Aktivität nicht mehr zu übersehen. Je mehr sich der großen Fleckenkomplex, der das Geschehen der letzten tage bestimmt hatte, dem Westrand annäherte, desto stärker löste er sich auf. Neben der südlicher stehenden AR 12576 als J2 – heute mit zwei deutlich getrennten Penumbren – war nur noch die AR 12574 vorhanden sowie der südlich davon stehende Einzelfleck, der die ganze Zeit ohne eigene Nummer geblieben war. Beide klassifizierte ich jeweils als J1. Im Osten war dann noch die AR 12578 als B4 zu finden.

Nirgend war der Aktivitätsrückgang so sehr zu bemerken wie im H-alpha-Licht: am Rand gab es nur noch 7 Protuberanzen und nur 3 fielen davon überhaupt auf den ersten Blick auf. Zwei am Westrand – sie glichen auffällig den von vielen Aufnahmen aus der afrikanischen Savanne her bekannten Bäumen mit der flachen Krone – und eine am Ostrand, die wie ein kleiner Busch geformt war. Die restlichen 4 waren nur als ganz kleine Spitzen zu erkennen. Auf er Oberfläche entdeckte ich dagegen 5 Flaregebiete, von denen 4 am Westrand standen sowie 5 Filamente. Eine kleine Kette gab es im Norden, einen Stummel im Osten und drei unmerklich größere am Westrand, was zur Folge hatte, dass abermals weite Teile der Sonnenoberfläche im H-alpha erscheinungsfrei waren. Da deutet sich eine weitere Phase schwacher Sonnenaktivität an, wie sie in den letzten Monaten öfters zu bemerken war.

Mittwoch, 17. August 2016

Sonne am 17.8.2016

Erstaunlicherweise hatte sich das Wetter positiver entwickelt als vorhergesagt. Danach sollte es ab 13 Uhr zuziehen und erst nach 20 Uhr wieder klar werden. Nur meine private Nervwolke war wieder da: kaum hatte ich das Teleskop aufgestellt und ausgerichtet, zog sie vor die Sonne und blieb dann dort für längere Zeit. Aber irgendwann war auch sie weitergezogen und ich konnte endlich mit der Beobachtung beginnen. Das Seeing war zwischen gut und mittelmäßig, aber noch brauchbar.

Im Weißlicht hatte sich nun doch einiges verändert, denn das westlich des Sonnenmeridians stehende Flecken-Konglomerat hatte sich weitgehend aufgelöst. Die AR 12575 war nach einem Tag schon wieder verschwunden und die 12577 nur noch eine A1. Die AR 12574 war wie die darunter stehende nummernlose Gruppe jeweils eine J1 und die AR 12576 eine J2. Im Osten hatte sich die AR 12578 zu einer B2 weiterentwickelt, sodass heute insgesamt nur noch 5 Gruppen zu sehen waren.

Im H-alpha-Licht war denn auch ein deutlicher Aktivitätsrückgang zu beobachten: die große Protuberanzen-Rampe am Westrand hatte sich aufgelöst und einen schönen Bogen sowie eine kleine flächige Erhebung hinterlassen. Im Südwesten stand ein kleiner Büschel. Am Ostrand war von der großen aufsteigenden Protuberanz nur noch ein dünner Faden zu sehen und ein paar sehr kleine Spitzen zu erkennen. Am Ende kam ich hier auf 8 dieser Erscheinungen. Auf der Oberfläche konnte ich neben 5 Flaregebieten 7 kleine Filamente sehen und abermals waren die nördlichen und südlichen Zonen hier nahezu erscheinungsfrei. Die Sonne wirkte leer und beinahe aufgeräumt.  

Dienstag, 16. August 2016

Sonne am 16.8.2016

Bei ruhigem Hochdruckwetter mit träge dahinziehenden Wolken zu beobachten ist eine Variante, die agnz angenehm ist. Vor allem, wenn dann auch noch das Seeing entsprechend gut ist. So wie heute.

Im Weißlicht hatten sich einige deutliche Veränderungen ergeben. Die AR 12575 ist wieder auferstanden – in Wirklichkeit hat sie einen neuen Fleck ausgebildet – und war eine A1. Die AR 12577 war nur noch eine C5 im Auflösungsstadium, Die AR 12574 eine J1. Die darunter stehende J1 hatte abermals keine NOAA-Nummer erhalten. Ganz im Süden war die AR 12576 weiter als J2 zu sehen. Im Osten hatte die dortige A1 die Nummer 12578 erhalten und in dem Bereich zwischend er AR 12678 und der 12576 stand einsam und verlassen eine extrem schwer zu sehende A1 ohne Nummer, die ich eigentlich nur per Zufall entdeckte, weil gerade dünne Wolkenfetzen über sie hinweg zogen.

Im H-alpha-Licht gab es indes eine ganze Reihe von Protuberanzen am Sonnenrand zu sehen, wenn es auch weniger waren als gestern. 7 dieser Materieerhebungen konnte ich zählen. Die große aufsteigende Protuberanz am Ostrand war noch zu sehen, aber erheblich kleiner geworden. Hier gab es denn auch noch zwei winzige Spritzer, die kaum über den Rand hinaus kamen. Am nordwestlichen Rand gab es einen schönen Büschel zu sehen und weiter südlich eine regelrechte Rampe aus 3 Teilen. Deren Einteilung war aber – zugegebenermaßen – recht willkürlich. Auf der Oberfläche fanden sich 4 Flaregebiete und 7 zumeist kleine Filamente. Das größte Exemplar stand nahe des Westrandes, rund um die Flaregebiete standen dann weitere deutlich wahrnehmbare Bögen. Der Norden und der Süden waren aber dennoch weitgehend erscheinungsfrei und man darf gespannt sein, wie lange es dauern wird, bis dies bei der ganzen Sonne der Fall sein wird.

Montag, 15. August 2016

Sonne am 15.8.2016

Erst relativ spät konnte ich heute mit der Beobachtung beginnen. Tagsüber, als ich auf der Arbeit war, gab es durchaus längere sonnige Abschnitte, die aber abrupt endeten, als ich nach Feierabend das Teleskop auf der Fensterbank aufgestellt hatte. Erst zwei Stunden später kam die Sonne dann doch noch aus den träge dahinziehenden Wolken raus. Das Seeing war unter den Umständen noch ganz gut.

Der konfus wirkende Fleckenkomplex war noch da, hatte sich aber aufgrund der Sonnenrotation etwas weiter nach Westen verschoben. So wirr wie die Gruppen angeordnet waren, war auch die Klassifikation der Observatorien auf der Kanzelhöhe und bei der NOAA. Ganz im Süden stand die AR 12576 als J2. Die AR 12577 war eine D6 und die westlich davon stehenden Flecken eine J1 und eine J2. Obwohl es in Magnetogrammen deutlich zu sehen war, wurden beide Flecken von der NOAA als eine Gruppe behandelt, während das Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe es richtig machte und hier zwei Gruppen sah. Bei aller Konfusion an dieser Stelle sollte man den östlichen Sonnenrand nicht außer Acht lassen, denn hier stand eine kleine A1 in einem großen Fackelfeld.

Die Beobachtung im H-alpha-Licht war auch nicht ohne Überraschungen. Vor allem der Sonnenrand mit seinen 9 Protuberanzen zeigte sich sehr aktiv. Am Ostrand war sogar eine große aufteigende Protuberanz zu sehen sowie ein kleiner »Haken«, während den Westrand vor allem viele kleine Materiebögen zierten. Dafür fand ich auf der Oberfläche neben 3 Flaregebieten 7 kleine Filamente, was nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass weite Teile der Sonnenoberfläche in dieser Wellenlänge praktisch erscheinungsfrei waren.

Sonntag, 14. August 2016

Sonne am 14.8.2016

Nach drei (!!!) weiteren Ausfalltagen aufgrund schlechten Wetters oder einer nicht enden wollenden Pechsträhne (gestern) war der Himmel heute »nur« leicht syphig, was aber auch wieder genügend Probleme bereitete. Der Himmelshintergrund war wegen des Syphs sowohl im Weißlicht als auch im H-alpha-Licht sehr stark aufgehellt und eigentlich hätte ich die Beobachtung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben sollen. Es gibt aber den ehernen Grundsatz: Wer die erste Gelegenheit zu einer Sonnenbeobachtung nicht nutzt, bekommt an dem Tag keine zweite! Also stellte ich meine Ausrüstung auf dem Dachboden aus und lugte durch das kleine Fenster.

Im Weißlicht konzentrierten sich alle Gruppen in einem mehr oder weniger großen Gebiet rund um den Sonnenmeridian. Die Gruppeneinteilung war sehr schwierig, wenn man sich aber daran erinnert, dass Fleckengruppen nicht von Nord nach Süd orientiert sein können – das hängt mit der Lage der Magnetfeldlinien zusammen, die eine mehr oder weniger starke Ost-West-Ausrichtung haben – war es dann doch einfach. Ganz im Süden stand die AR 12576 als J2. Die AR 12577 war eine D6 und die AR 12574 keine D-, sondern eine J4 und eine J1, auch wenn sie dicht untereinander standen. Hier kann nicht das eine Magnetfeld in Ost-West-Richtung und das daneben in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet sein!

Die Beobachtung im H-alpha-Licht litt sehr unter den suboptimalen Sichtbedingungen. Der Himmelshintergrund leuchtete hellorange und die ganze Sonne war »verschmiert«. Nur mit größter Mühe und weil der Syph partiell weniger wurde, konnte ich hier 5 kleine Protuberanzen, 8 Filamente und 4 Flaregebiete erkennen und das am Westrand ein Filament in eine kleine Protuberanz überging. Mehr war leider nicht möglich und ob sich später am Tag noch mal eine Möglichkeit zur Beobachtung ergeben würde, war nach den Erfahrungen der letzten Tage mehr als fraglich. 

Mittwoch, 10. August 2016

Sonne am 10.8.2016

Das kühle und wechselhafte Wetter bescherte mir heute wieder nach Feierabend eine Beobachtung und das auch noch, als ich das Teleskop aufgebaut hatte. Es gab sogar einen längeren, sonnigen Abschnitt bei doch relativ gutem Seeing, was so nicht zu erwarten war.

Im Weißlicht setzte sich der Aktivitätsschub von Osten her kommen fort. Im Westen stand noch die langsam zerfallende AR 12571 als C6, während im Osten gleich 5 Aktive Regionen zu finden waren: die AR 12575 als J1, 12574 als H3, die 12573 als C3, dahinter eine C2 ohne NOAA-Nummer sowie weiter im Süden die AR 12576 als H2.

Im H-alpha-Licht zeigten sich am Rand 12 kleine Protuberanzen, die zum Teil sehr schwach und durchsichtig erschienen, weil hier nur dünn verteilte Sonnenmaterie auf den Magnetfeldern saß. Auf der Oberfläche gab es 6 (!) Flaregebiete und 10 Filamente. Leider war das große Filament von gestern restlos verschwunden und nur das senkrechte, von Nord nach Süd verlaufende, war aufgrund der Sonnenrotation etwas weiter in Richtung Sonnenmeridian gewandert. Die übrigen waren klein und völlig regellos verteilt. Dennoch war der kleine Aktivitätsschub auch in dieser Wellenlänge zu spüren. Für die kommenden Tage verspricht die Sonnenaktivität spannend zu werden. 

Dienstag, 9. August 2016

Sonne am 9.8.2016

Es gab heute viele Wolken, etwas Regen und zunächst wenig Hoffnung auf eine Beobachtung. Das änderte sich glücklicherweise zum Feierabend, weil aufkommende Windböen die Wolken über den Himmel trieben und es dadurch zu größeren Wolkenlücken kam. Das Seeing war allerdings nur mittelmäßig, was bei leichten Sturmlagen und einer kräftigen Durchmischung der Luftschichten auch nicht ander zu erwarten ist.

Im Weißlicht hatte sich seit gestern gar nicht mal so viel verändert. Die AR 12572 war vollends um den Westrand rotiert und nicht mehr zu sehen. Die AR 12571 hatte sich zur C8 zurück entwickelt und die vier neuen Gruppen hatten sich aufgrund der Sonnenrotation ein Stück weit vom Ostrand entfernt, aber nicht verändert. Die AR 12575 war eine C2, die 12574 eine H3, die 12573 eine D3 und die 12576 eine H2. Beide Flecken befanden sich hier in der Umbra.

Eine kleine Überraschung bot das H-alpha-Licht. Die große Protuberanz im Osten war teilweise über den Rand rotiert und als durchscheinendes Filament zu sehen!. Da bei der H-alpha-Relativzahl ein Phänomen immer nur 1x gezählt werden kann, rechnete ich es zu den Filamenten, von denen 9 auf der Oberfläche zu sehen waren, neben drei Flaregebieten – das hellste stand in der Region 12573, die auch im Weißlicht am größten war. Sie waren nicht sonderlich ausgeprägt, dafür aber das lange Filament in Nord-Süd-Richtung. Den Rand zierten hingegen nur noch 4 kleine Protuberanzen. Von zwei Ausnahmen bei den Filamenten abgesehen, gruppierten sich alle Erscheinungen auf der Oberfläche entlang des Sonnenäquators. Dennoch waren weite Teile der Sonne wieder erscheinungsfrei!

Montag, 8. August 2016

Sonne am 8.8.2016

Nach einem verspäteten Feierabend mit Überstunden doch noch die Sonne zu erwischen hat hier Seltenheitswert. Das liegt aber auch an den stürmischen Böen, die das Gewölk schnell über den Himmel schieben. Das Seeing war für die Umstände noch ganz passabel.

Bereits gestern deutete sich ein kleiner, monatlicher Aktivitätsschub an. Hatte ich am Morgen im Weißlicht noch 2 Gruppen gesehen, waren es gegen Abend schon 4 und heute schon 6. Ganz hart am Westrand stand die umgetaufte AR 12572, von der ich noch den östlichsten Zipfel gerade eben erkennen konnte und die ich deshalb als J1 klassifizierte. Genau wie das Gebilde, das auf der Südhalbkugel herumkommt. Anscheinend hat der Komplex aus den Gruppen AR 12565/67 überlebt und erscheint nun abermals. Bereits gestern Abend konnte man die AR 12574 und die 12573 sehen, die ich heute als D3 und H4 einstufte. Unter der Gruppe war dann noch eine C2 zu sehen.

Dieser vorerst noch kleine Anstieg deutet sich auch im H-alpha-Licht an. Genau am Ostrand stand heute eine mächtige Bogenprotuberanz, die in Teilen schon in ein Filament überging, sowie ein helles Flaregebiet und ein in Nord-Süd-Richtung verlaufendes, breites Filament. Am Ostrand stand noch die Spritzer-Protube sowie ein paar kleinere (9 waren es ingesamt), während auf der Oberfläche neben dem erwähnten Flaregebiet mit hellen chromosphärischen Fackeln ein großes auf der Westhälfte, eine am Westrand sowie ein winziges im Südwesten zu finden war. Überdies zählte ich 8 Filamente. Noch war die Westhälfte der Sonne nahezu erscheinungsfrei, aber das dürfte sich in den kommenden Tagen rasch ändern!

Sonntag, 7. August 2016

Sonne am 7.8.2016

Nach dem Aufwachen stellte ich fest, dass der Himmel über Hamburg schön blau war, was Hoffnung auf eine Sonnenbeobachtung auf dem Dachboden machte. Leider muss ich bei mir immer erst bis 8 Uhr warten, weil mir die Bäume im Hinterhof die Sicht nehmen. Und es kam, wie es kommen musste, 10 Minuten vor Beginn der Beobachtung bezog sich der Himmel und machte die anfänglichen Bemühungen zunichte. Erst als es laut Wettervorhersage regnen sollte, zeigten sich wieder wolkenfreie Abschnitte und so gelang mir kurz vor dem Ende meines »Beobachtungsfensters« doch noch eine Beobachtung unseres Tagesgestirn. Leider war das Seeing eher suboptimal und trotz des nun wieder blauen Himmels war der Himmelshintergrund stark aufgehellt.

Im Weißlicht waren nach wie vor nur zwei Fleckengruppen vorhanden: Die AR 12571 als D11 und die gestern von der NOAA umbenannte AR 12572 eine D6. Letzteres war reichlich merkwürdig. Gestern noch als 12570 bezeichnet, befand sie sich an der Position dieser Gruppe, hatte aber plötzlich die Nummer 12572 erhalten. Was sich die NOAA dabei gedacht hat, ist unklar, denn sie ist seit Tagen ein und das selbe Aktivitätsgebiet, allerdings waren nur Teile davon im Weißlicht zu sehen. Deutlicher war es im H-alpha und auf Magnetogrammen.

Hier konnte ich mit dem PST zunächst 8 Protuberanzen am Sonnenrand sehen und da waren einige beeindruckende Exemplare darunter: eine Rampe im Osten, ein großer Halbbogen, zwei Doppelhörner und ein aufrecht stehender Spritzer im Westen sowie ein paar wesentlich kleinere. Die beiden Flaregebiete waren hell und auffällig, dafür konnte ich gerade mal 6 Filamente finden. Das größte stand knapp neben der Rampe und war sogar dreidimensional zu sehen, während der Rest eher unscheinbar und ausschließlich auf der Osthälfte der Sonne zu finden war. Die Westhälfte war – abgesehen von den Flaregebieten – erscheinungsfrei. Leider konnte ich nicht weiter beobachten, da die Sonne dann schon zu hoch stand, um noch durch das kleine Fenster auf dem Boden erreicht werden zu können ...

Samstag, 6. August 2016

Sonne am 5. und 6.8.2016

Nach zwei Ausfalltagen am 3. und 4. August hatte ich gestern nur dank eines früheren Feierabends zum Abbau meiner reichlichen Überstunden eine kurze Gelegenheit für eine Beobachtung, weil für etwa 10 Minuten die ansonsten dichte Wolkendecke – der Wetterbericht hatte mal wieder einen sonnigen Tag vorhergesagt … - aufriss. Erst gegen Abend klarte es dann auf, um nur heute Morgen kurz vor 6 Uhr wieder den Wolken Platz zu machen. Und auch heute war es bis dato weniger sonnig, als prognostiziert.

In den beiden Ausfalltagen ergaben sich leichte Veränderungen: Die AR 12570 war wiederauferstanden – auf Magnetogrammen und im H-alpha war sie zwar weiterhin sichtbar, aber nicht im Weißlicht – und konnte gestern als C7 und heute als D8 klassifiziert werden. Dazu hatte sich weiter östlich die neue AR 12571 gebildet, die gestern noch eine B3 und heute schon eine D5 war. Beide Gruppen waren übrigens auf der Nordhälfte der Sonne zu finden. Der Süden war weiterhin fleckenfrei.

Im H-alpha-Licht war dagegen die Aktivität weiter zurück gegangen. Gestern sah ich hier noch 6 Protuberanzen – eine dicke Pyramide im Nordwesten sowie eine ganze Kette am Ostrand waren dabei am auffälligsten -, 7 kleine Filamente und 2 harmlose Flaregebiete zu sehen. Die Pyramide konnte man heute immer noch erkennen, dazu ein Spritzer und ein Büschel sowie einiges an Kleinkram. Insgesamt 7 Protuberanzen, 7 kleine, unscheinbare Filamente und drei kleine Flaregebiete. Besonders jenes im Bereich der AR 12571 war gerade aktiv und leuchtete am hellsten. Ansonsten war die Sonne an beiden Tagen weitgehend erscheinungsfrei!  

Dienstag, 2. August 2016

Sonne am 2.8.2016

Endlich einmal sonniges Wetter und ein blauer Himmel nach Feierabend. Die wenigen Wolken bewegten sich kaum und ließen mir daher genügend Zeit für eine Beobachtung und das bei vergleichsweise gutem Seeing.

Im Weißlicht hatte sich gegenüber gestern nur wenig verändert: die kleine B war zerfallen und nicht mehr auffindbar und die A1 an Stelle der AR 12570, die sich anscheinend wieder erholt hatte, war zu einer B2 geworden. Auch intensiveres Hin- und wieder Wegschauen förderte keine weiteren Flecken zu Tage. Es beginnt wieder die Phase, wo man als Beobachter mit kleinem Instrument eher das Nachsehen hat und Kleinstflecken nicht mehr erkennen kann.

Einfacher war es dagegen im H-alpha-Licht, wo ich mit dem PST am Rand 7 kleine Protuberanzen, die kaum auffielen. Auf der Oberfläche fand ich ein helles und drei schwache Flaregebiete sowie 12 Filamente. Das lange Teil hatte nun den Westrand erreicht, ragte über diesen aber noch nicht hinaus. Einige ähnliche, allerdings ungefähr in Nord-Süd-Richtung orientierte bildeten ebenfalls eine kleine Kette und einige auf der Ostseite, die außer diesem Teil fast erscheinungsfrei war.

Montag, 1. August 2016

Sonne am 1.8.2016

Das Wetter machte es mir heute mal wieder nicht leicht, zu einer Beobachtung zu kommen. Erst zog es sich just in dem Moment zu, als ich nach Feierabend das Teleskop aufgebaut hatte und dann kamen nur noch kleine Lücken und ich musste mich beeilen, überhaupt etwas zu sehen. Das Seeing war dabei erstaunlicherweise ganz gut, wenn auch nicht perfekt.

Im Weißlicht sah alles erst nach einer fleckenlosen Sonne aus. Ein Beobachter der Hamburger Sonnengruppe hatte mitgeteilt, dass er 2 Gruppen und 3 Flecken gesehen hatte. Das wollte ich auch versuchen, was mir zunächst aber aufgrund durchziehender Wolken sehr schwer fiel. Zunächst erkannte ich recht äquatornah eine kleine B2, doch wo war die zweite Gruppe? Ich suchte die Ränder ab und fand nichts. Schließlich stieß ich per Zufall auf den einpoligen Fleck, der sich etwa auf gleicher Höhe, aber nach Westen versetzt, befand. Nach Weg- und wieder Hingucken fand ich den A1-Fleck wieder und war so sicher, dass ich ihn auch real erkannt hatte.

Auf die H-alpha-Beobachtung musste ich indes wegen neuerlicher Wolken ein weiteres Mal warten. Und ich musste mich wieder beeilen. Am Rand erkannte ich nur 4 kleine Protuberanzen, die mit einer Ausnahme am Ostrand nicht sonderlich auffielen. Auf der Oberfläche waren indes nur 2 kleine Flaregebiete sowie 12 Filamente zu sehen. Das lange Filament stand kurz vor dem Westrand und dürfte in den kommenden Tagen zu einer eindrucksvollen Protuberanz werden.