Montag, 15. August 2016

Sonne am 15.8.2016

Erst relativ spät konnte ich heute mit der Beobachtung beginnen. Tagsüber, als ich auf der Arbeit war, gab es durchaus längere sonnige Abschnitte, die aber abrupt endeten, als ich nach Feierabend das Teleskop auf der Fensterbank aufgestellt hatte. Erst zwei Stunden später kam die Sonne dann doch noch aus den träge dahinziehenden Wolken raus. Das Seeing war unter den Umständen noch ganz gut.

Der konfus wirkende Fleckenkomplex war noch da, hatte sich aber aufgrund der Sonnenrotation etwas weiter nach Westen verschoben. So wirr wie die Gruppen angeordnet waren, war auch die Klassifikation der Observatorien auf der Kanzelhöhe und bei der NOAA. Ganz im Süden stand die AR 12576 als J2. Die AR 12577 war eine D6 und die westlich davon stehenden Flecken eine J1 und eine J2. Obwohl es in Magnetogrammen deutlich zu sehen war, wurden beide Flecken von der NOAA als eine Gruppe behandelt, während das Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe es richtig machte und hier zwei Gruppen sah. Bei aller Konfusion an dieser Stelle sollte man den östlichen Sonnenrand nicht außer Acht lassen, denn hier stand eine kleine A1 in einem großen Fackelfeld.

Die Beobachtung im H-alpha-Licht war auch nicht ohne Überraschungen. Vor allem der Sonnenrand mit seinen 9 Protuberanzen zeigte sich sehr aktiv. Am Ostrand war sogar eine große aufteigende Protuberanz zu sehen sowie ein kleiner »Haken«, während den Westrand vor allem viele kleine Materiebögen zierten. Dafür fand ich auf der Oberfläche neben 3 Flaregebieten 7 kleine Filamente, was nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass weite Teile der Sonnenoberfläche in dieser Wellenlänge praktisch erscheinungsfrei waren.

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