Donnerstag, 18. August 2016

Sonne am 18.8.2016

Langsam kann man sich fragen, was mit unseren Wettervorhersagen los ist. Da war für heute ein sonniger Tag mit warmen Temperaturen angekündigt worden und es trat genau ds Gegenteil ein. Erst am frühen Abend zeigte sich das erste Mal die Sonne. Zuvor waren die mehr oder weniger großen Wolkenlücken stets in der falschen Himmelsrichtung erschienen. Und auch bei »meiner« Lücke konnte ich nur den äußersten Zipfel kurz nutzen, während der Himmel westlich davon fast völlig wolkenlos war. Entsprechend wenig Zeit hatte ich für die Beobachtung. Unterstützt wurde ich allerdings durch recht gutes Seeing.

Im Weißlicht war der neuerliche Einbruch der Aktivität nicht mehr zu übersehen. Je mehr sich der großen Fleckenkomplex, der das Geschehen der letzten tage bestimmt hatte, dem Westrand annäherte, desto stärker löste er sich auf. Neben der südlicher stehenden AR 12576 als J2 – heute mit zwei deutlich getrennten Penumbren – war nur noch die AR 12574 vorhanden sowie der südlich davon stehende Einzelfleck, der die ganze Zeit ohne eigene Nummer geblieben war. Beide klassifizierte ich jeweils als J1. Im Osten war dann noch die AR 12578 als B4 zu finden.

Nirgend war der Aktivitätsrückgang so sehr zu bemerken wie im H-alpha-Licht: am Rand gab es nur noch 7 Protuberanzen und nur 3 fielen davon überhaupt auf den ersten Blick auf. Zwei am Westrand – sie glichen auffällig den von vielen Aufnahmen aus der afrikanischen Savanne her bekannten Bäumen mit der flachen Krone – und eine am Ostrand, die wie ein kleiner Busch geformt war. Die restlichen 4 waren nur als ganz kleine Spitzen zu erkennen. Auf er Oberfläche entdeckte ich dagegen 5 Flaregebiete, von denen 4 am Westrand standen sowie 5 Filamente. Eine kleine Kette gab es im Norden, einen Stummel im Osten und drei unmerklich größere am Westrand, was zur Folge hatte, dass abermals weite Teile der Sonnenoberfläche im H-alpha erscheinungsfrei waren. Da deutet sich eine weitere Phase schwacher Sonnenaktivität an, wie sie in den letzten Monaten öfters zu bemerken war.

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