Dienstag, 23. August 2016

Sonne am 23.8.2016

Es war ein mühseliges Geschäft: am Nachmittag klarte der Himmel nach gut zwei Tagen endlich mal wieder auf, doch kaum hatte ich meine Haustür erreicht, zogen wieder Wolken vor die Sonne und beendeten erst einmal jede Hoffnung. Zwischendurch tauchten kleine Lücken auf, die reichten aber nicht einmal aus, um das Teleskop vernünftig auszurichten. Erst zwei Stunden später kam eine größere Wolkenlücke, doch so richtig klar wurde es nicht, der Himmel war weiß statt blau, was sich erst am Abend ändern sollte. Das Seeing war entsprechend mittelmäßig, aber noch ganz gut brauchbar.

Mal wieder einen Ausfalltag gehabt und schon hatte sich das Bild der Sonne im Weißlicht entscheidend verändert: Am Ostrand stand auf der Südhalbkugel die neue AR 12380 als J1 in einem großen Fackelfeld. Weiter westlich und im Norden war die ebenfalls neue AR 12579 als kräftige D 10 zu finden. Nahe des Westrandes entdeckte ich noch eine nummernlose B4.

Für die Beobachtung im H-alpha-Licht reichte die Wolkenlücke dann nicht mehr und ich musste nochmal eine gute halbe Stunde warten, bis ich auch hier zu einem Ergebnis kam. Spektakulär war es nicht, was ich zu sehen bekam: 10 winzige Protübchen am Rand, 3 Flaregebiete, aber immerhin 14 Filamente auf der Oberfläche. Letztere durfte man sich nicht als große geschwungene Bögen vorstellen, sie waren ebenfalls – wie zu Minimumszeiten üblich, winzig, punkt- oder matschförmig und ein Zeichen für die schwächer werdenden lokalen Magnetfelder auf der Sonne, die diese kleinen Filamentchen verursachen und nicht mehr die Kraft besitzen, größere Strukturen auszubilden. Mit dem Zyklus geht es langsam zu Ende, das merkt man besonders bei den Filamenten!

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