Samstag, 27. August 2016

Sonne am 26. und 27.7.2016

Binnen zweier Tage hatte sich die Sonnenaktivität nicht wirklich verändert. Gestern konnte ich bei wolkenlosem Himmel, aber starkem Wind, dafür bei gutem Seeing beobachten, während heute morgen nach dem Aufstehen der Himmel erst einmal völlig bedeckt war. Erst kurz nach 8 Uhr zeigten sich erste Wolkenlücken und dann verschwanden die Wolken sogar fast völlig. Der Himmel blieb aber extrem dunstig, doch das Seeing war dabei ganz brauchbar, wenn ich auch im Weißlicht Probleme hatte, einen Schärfepunkt zu finden.

Die größte Veränderung hatte in den letzten Tagen die AR 12581 vollzogen: sie war gestern plötzlich zur D18 geworden, hatte viele Penumbren aufgebaut und wies eine Art doppelte Linienstruktur auf: die kleinen Flecken waren zu zwei Strecken zwischen den beiden Hauptpolen der Gruppe angeordnet. Davon war heute nichts mehr zu sehen. Der Fleck im p-Teil war größer, der im f-Teil kleiner geworden. Die AR 12580 war an beiden Tagen eine J1 und die 12579 war erst zu einer B7 zerfallen und heute gab es an der Stelle eine B2 und eine A1. Allerdings waren beide zu weit voneinander entfernt, um als eine Gruppe gelten zu können.

Wenig Aufsehen erregend war gestern die Beobachtung im H-alpha-Licht: Lediglich 3 kleine Protuberanzen standen am nordwestlichen Sonnenrand – ein Turm, ein Bogen und eine kleine Erhebung – und auf der Oberfläche waren 4 Flaregebiete und immerhin 14 Filamente zu sehen. Diese grupperten sich einmal rund um die Flaregebiete und waren als kleine Matschflecken wild verteilt. Das gute Seeing und der Dunst ließen heute deutlich mehr erkennen, was nicht verwundert, denn die H-alpha-Beobachtung ist im Gegensatz zur Weißlichtbeobachtung sehr viel stärker von den atmosphärischen Bedingungen abhängig und leichter Dunst kann – wie heute Morgen – dazu führen, dass plötzlich sehr viel mehr Details gesehen werden können, als zu anderen Zeiten.

Am Rand erkannte ich heute 10 Protuberanzen, die meisten davon am Westrand. Der »Spritzer« oder »Turm« von gestern war noch da, daneben ein Büschel, wei kleine Spitzen und eine Unmenge an sehr kleinen Erhebungen. Zwei Flaregebiete gab es rund um die AR 12581 – hier war offenbar gerade ein Flare am Wirken – und die zerfallene AR 12579. Dort standen auch zwei längere Filamente, bei denen ich sogar auf 15 Exemplare kam.

Insgesamt also ein eher ruhiger »Sonnentag« mit ein paar interessanten Highlights im Vorminimum, auch wenn dieses erst in 4 Jahren erreicht werden soll.

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