Freitag, 30. September 2016

Sonne am 30.9.2016

Nach weiteren Ausfalltagen konnte ich die Entwicklung der AR 12597 nicht mehr verfolgen und fand heute nur noch eine fleckenfreie Sonne vor. Das Wetter hatte auch an meinem ersten Urlaubstag einigermaßen mitgespielt und so konnte ich um die Mittagszeit eine erste größere Wolkenlücke nutzen, nur das Seeing mit einer Ruhe von 4 und einer Schärfe von 3 nach der Kiepenheuerskala hätte eine Spur besser sein können.

Aus dem Weißlicht gab es daher nicht viel zu berichten, spannender war es dagegen wieder einmal im H-alpha-Licht, wo es in der Südpolregion und im Nordosten je eine Filamentkette gab. Flaregebiete sah ich keines und auch sonst nur insgesamt 7 Filamente. Der Sonnenrand sah durch eine wie eine Rauchfahne wirkende Protuberanz am Westrand – insgesamt zählte ich 8 Stück – sowie einigen Exemplaren am Ostrand doch ziemlich aktiv aus. Hoffen wir, dass denen am Ostrand auch ein paar Aktivitätszentren folgen, was in der Vergangenheit ja nicht immer der Fall war.

Dienstag, 27. September 2016

Sonne am 27.9.2016

Heute war wieder einer jener Tage, an dem man sich nach dem Sinn seines amateurastronomischen Tuns fragt. Den ganzen Tag über saß ich bei strahlendem Sonnenschein auf der Arbeit fest, als ich nach Hause kam, stand die Sonne hinter einem Hochhaus und als sie dahinter wieder hervorkam, versperrte Wolken und allgemeiner Syph die Sicht. Im Fernrohr war zeitweise kaum was zu sehen, oder ein Teil der Sonne war durch durchziehende Wolkenstreifen verdeckt. Da stellte ich mir schon die Frage, welchen Sinn das Ganze hat. Klar, man bekommt eine weitere Beobachtung und die Jagd danach ist erst am letzten Tag des Jahres beendet, bevor am nächsten Tag die neue beginnt. Ich stelle die Frage auch nicht im Hinblick darauf, dass Beobachtungsdaten zu gewinnen generell wichtig ist, es fragt sich eher, warum man sich den Stress macht, um am Ende doch wieder der Verlierer zu sein. Wenigstens konnte ich noch etwas sehen.

Im Weißlicht erkannte ich in dem ganzen Geschmodder nur eine Gruppe, die AR 12597, als D9. Im H-alpha-Licht wurde es dann richtig gruselig und ich konnte nur stellenweise überhaupt was sehen. So kam ich am Ende auf 10 Protuberanzen, 11 Filamente und 3 Flaregebiete. Bis der Syph zu stark wure, erkannte ich am Ostrand noch ein von dort aus hereinreichendes Filament und mehrere Protuberanzen auf engstem Raum. Schön anzusehen, doch mit jeder Minute wurde der Hintergrund heller und orangefarbener, bis am Rand und auf der Oberfläche nichts mehr zu sehen war. Als letztes verschwand ein helles Flaregebiet an der Position der AR 12597.

Kurze Zeit später stand die Sonne hinter Bäumen. Zahlen gewonnen, aber irgendwie bleibt trotzdem das Gefühl zurück, wieder einmal den Kampf gegen das Wetter verloren zu haben, wie so oft ...

Sonntag, 25. September 2016

Sonne am 25.9.2016

Die heutige Frühbeobachtung war spiegelbildlich zur gestrigen, nur mit deutlich schlechterem Seeing. Wieder gab es eine dünne Cirruswolke genau in Sonnenrichtung und wieder wurde die Sicht erst besser, als die Sonne hinter Bäumen stand. Der gesamte »Resthimmel« war natürlich wolkenfrei. Das schmale Fenster behinderte auch insofern die Beobachtung, weil Teile des Fernrohrs bereits im Schatten lagen, sodass ich heute letztmalig in diesem Jahr vom Dachboden aus beobachten konnte. Von nun an heißt es, mindestens bis mittags warten zu müssen, oder nur noch um die Mittagszeit beobachten zu können, was in der Arbeitswoche dann unmöglich wird.

Im Weißlicht war von dem Konglomerat an kleinen Flecken am Westrand nicht mehr viel zu sehen. Bis auf eine kleine A1-Gruppe in einem Fackelfeld war der ganze Komplex um den Westrand herum wegrotiert. Westlich des Zentralmeridians stand aber noch die AR 12597 als D8, bei der ich keine Flecken mehr zwischen den Penumbren erkennen konnte. Offenbar gab es hier bereits erste Auflösungserscheinungen. Am Ostrand war nach wie vor keine neue Gruppe erschienen, die Osthälfte der Sonne war somit fleckenfrei.

Die Syphwolke machte sich im H-alpha-Licht durch einen hellorange gefärbten Himmelshintergrund bemerkbar, der auch die Sichtbarkeit der Erscheinungen am Rand oder auf der Sonnenoberfläche erschwerte. Nur mit Mühe konnte ich 8 Protuberanzen sehen, die größte und auffälligste befand sich am nordöstlichen Sonnenrand und bestand aus einem klassischen Bogen Die 3 Flaregebiete waren schon schwieriger zu sehen und die 8 Filamente stachen auch kaum aus dem Hintergrund hervor, egal, wie sehr ich auch an der Filtereinstellung herumdrehte.

Allmählich beginnt nun die Periode, wo ich an meinem Standort nur noch unter schlechten äußeren Bedingungen und miesem Seeing beobachten kann, die heutige Beobachtung war ein erster Vorgeschmack davon.

Samstag, 24. September 2016

Sonne am 24.9.2016

Die Zeit der morgendlichen Sonnenbeobachtungen auf dem Dachboden geht nun zu Ende, da die Sonne immer später und vor allem südlicher aufgeht und ihr Einstrahlwinkel durch das kleine Fensterluk immer schmaler wird. In spätestens zwei Wochen wird sie dann vormittags dort gar nicht mehr zu sehen sein und ich muss dann immer bis mittags warten, um zu beobachten. Im Laufe des Oktober werden auch die Beobachtungen nach Feierabend nicht mehr möglich sein und es beginnt die Phase, wo man als Sonnenbeobachter wieder alle Geschehnisse auf der Sonne verpasst.

Die Sonne kam heute auch nur ganz langsam hinter den Dachziegeln des Nachbarhauses raus und stand hinter der einzigen – dünnen – Wolke, die am Himmel zu finden war. Dessen ungeachtet war das Seeing aber noch ganz gut.

Im Weißlich wurde die Fleckeneinteilung am Westrand schon ziemlich spannend, weil sich dort viele kleine Flecken gebildet hatten, alls dicht beieinander standen und man nicht so recht wusste, welcher Fleck zu welcher Gruppe gehörte. Die AR 12596 klassifizierte ich als J1, die 12593 als C4 und dann waren da noch zwei kleine A1-Flecken zu sehen. Sehr viel einfacher war es dagegen bei der 12597. Sie war klar als D9 zu erkennen und wies interessante Penumbren auf.

Im H-alpha-Licht machte sich die Syphwolke dann auch durch einen hellorangenen überdeutlich bemerkbar. Dennoch waren heute viel mehr Details zu sehen als gestern. So entdeckte ich am Rand 10 Protuberanzen, wobei jeweils drei am Ost- und am Westrand ein wenig größer waren. Auf der Oberfläche gab es drei Flaregebiete und 8 Filamente zu sehen. Die kleine Filamentkette im Südosten war ebenso vorhanden wie der geschwungene Bogen bei der AR 12597. Auch die anderen Exemplare waren durchaus hübsch anzuschauen und so hatte sich am Ende der Aufwand wieder gelohnt, wenn es nun auch immer schwieriger wird, die Sonne zu beobachten. Zuguterletzt ist jetzt, wo die Sonne hinter Bäumen steht und für mich nicht mehr erreichbar ist, der Himmel in Sonnenrichtung wieder wolkenfrei ...

Freitag, 23. September 2016

Sonne am 23.9.2016

Gestern noch hieß es, dass der Norden heute sehr wolkig und regenreich werden würde und so richtete ich mich auf den nächsten Ausfalltag ein. Doch der kam zum Glück nicht, denn das Gegenteil der Vorhersage trat ein und so konnte ich nach einem früheren Feierabend doch noch bequem beobachten. Der Himmel war den ganzen Tag über sehr dunstig, was der Weißlichtbeobachtung zu Gute kam, denn hier war ein gutes bis sehr gutes Seeing zu beobachten.

Hier war denn auch einiges zu sehen. Aus der B2 von gestern war eine respektable C6 geworden und am Westrand tummelten sich gleich mehrere Gruppen. Die AR 12596 war nur noch eine J1, die AR 12593 zur C8 geworden und südlich davon stand eine B4.

Im H-alpha-Licht störte der Dunst schon sehr, weil er das Sonnenbild zu stark abschwächte und es daher sehr dunkel aussah. Daher war das Erkennen insbesondere der Protuberanzen am Rand sehr schwierig, zumal sie auch alle sehr klein waren. Ich kam hier auf 6 Exemplare, während ich auf der Oberfläche 4 Flaregebiete und 7 Filamente erkannte, darunter im Südosten ein geschwungener Bogen und eine kleine Filamentkette. Abermals waren große Teile der Oberfläche frei von jeglichen Aktivitätserscheinungen. Ein Anblick, an den wir uns langsam, aber sicher, gewöhnen müssen 

Donnerstag, 22. September 2016

Sonne am 22.9.2016

Es sah wieder mal nach einem der üblichen Murphs aus: Arbeiten bei schönstem Sonnenschein und pünktlich zum Feierabend zogen dicke Wolken und jede Menge Cirren rein, die jede Hoffnung auf eine Beobachtung fahren ließen. Erst am Abend – natürlich kurz bevor die Sonne die Baumgrenze am Horizont erreichte – klarte es mit einem Mal auf. Der Himmel blieb jedoch verschmiert, doch das Seeing war noch einigermaßen erträglich, wenn auch das Sonnenbild aufgrund des Syphs ziemlich dunkel aufiel.

Im Weißlicht fand ich zunächst die AR 12593 als D4. Sie hatte binnen eines Tages sämtliche Flecken zwischen den Polen verloren. Davor hatte sich eine neue Gruppe – noch ohne NOAA-Nr. - gebildet, die ich als C3 klassifizierte. Mehr zufällig, sozusagen beim letzten Rundblick, fand ich noch eine B2 im Süden.

Die knapp über den Bäumen stehende Sonne rutschte schnell in eine dichtere Syphschicht rein, was die H-alpha-Beobachtung stark beeinträchtigte. In großer Hektik erfasste ich 5 Protuberanzen, 3 Flaregebiete und 8 Filamente. Gleich danach kamen die ersten Äste und die Sonne stand wieder hinter dicken Cirren … wahrlich keine optimalen Bedingungen.

Mittwoch, 21. September 2016

Sonne am 21.9.2016

Die Frage, ob ich heute noch zu einer Beobachtung kommen würde, war direkt proportional abhängig von einem Zahnarzttermin und dem launischen Wetter. Saß ich in der Praxis bei strahlendem Sonnenschein, schoben sich dicke Wolken vor die Sonne, als ich auf den Nachhauseweg war. Zu Hause angekommen sah ich, dass der Himmel weitgehend wolkenfrei war, nur nicht in Richtung Sonne, wie so oft. Daher konnte ich nur durch einige kleine Lücken hindurchsehen. Richtig aufklaren wird es sicher erst, wenn die Sonne hinter den Bäumen am Horizont steht. Wetten? Das Seeing war, soweit ich das beurteilen konnte, ganz passabel und so konnte ich froh sein, überhaupt etwas gesehen zu haben.

Im Weißlicht stand die AR 12595 als C4 direkt am Westrand in einem Fackelfeld. Die AR 12593 war eine D9 und davor war noch eine A3 ohne NOAA-Nummer zu sehen.

Im H-alpha-Licht war die Beobachtung etwas knifflig, da ich bei der Beobachtung noch kleinere Wolkenlücken abpassen musste. So kam ich auf 8 Protuberanzen, 6 Filamente und 3 Flaregebiete, wobei die hellsten an den Positionen der AR 12595 bzw. der 12593 zu finden waren. Kaum einigermaßen fertig geworden, wurde die Wolke vor der Sonne auch schon wieder dichter, während der übrige Himmel immer noch wolkenfrei war ... 

Dienstag, 20. September 2016

Sonne am 20.9.2016

Endlich wurde das Wetter mal besser, als angekündigt, denn statt eines total bewölkten Himmels bekamen wir einen mit vielen Lücken, in denen zwar viele Cirren hingen, das Seeing aber einigermaßen erträglich war.

Zu sehen gab es indes nicht mehr viel: Im Weißlicht hatte sich die AR 12595 – dicht am Westrand stehend – zu einer kleinen D6 zurückentwickelt, die Kanzelhöhe hielt sie sogar nur noch für eine C. Die AR 12593 war eine sehr lange C5, die man eigentlich auch hätte teilen können, denn sie hatte die Länge einer D- bzw. E-Gruppe, hatte aber nur eine kleine rudimentäre Penumbra im nach Westen zeigenden p-Teil vorzuweisen. In ihrem Umfeld standen mit der AR 12592 und der 12594 je eine A1-Gruppe. Neue Gruppen waren im Osten nicht aufgetaucht und so wandert der Komplex aus nur noch wenigen Gruppen mit der Sonnenrotation in Richtung Westen.

Auch im H-alpha-Licht war es sehr ruhig. An Stelle der AR 12595 befand sich hier jedoch ein heller Flare, zwei weitere Gebiete waren nur schwach zu erkennen. Auf der Oberfläche gab es im Osten noch zwei schön geschwungene Filamente, sonst nur 4 kleine Matschflecken, die kaum der Rede Wert waren. Am Rand gab es immerhin 9 Protuberanzen, die überwiegende Zahl davon am Ostrand, inkl. eines kleinen ruhenden Bogens und zwei mit kleinen Spitzen. Der Rest kam kaum über den Rand hinaus. So war bis auf zwei Flaregebiete und das Geschehen am Ost- bzw. Westrand die Sonne wieder weitgehend erscheinungsfrei! 

Montag, 19. September 2016

Sonne am 19.9.2016

Gut anderthalb Tage sind seit meiner letzten Beobachtung vergangen und in einem größeren Bereich rund um die Sonnenscheibenmitte ist die Aktivität auf niedrigem Niveau spürbar angestiegen. Mit dem Wetter hatte ich einigermaßen Glück, nur träge dahinziehende Wolken und ein ganz ordentliches Seeing, das auch die Beobachtung kleiner Gruppen zuließ.

Im Weißlicht war die AR 12593 als D8 die auffälligste Gruppe. In ihrem Umfeld stand die AR 12594 als B4, östlich davon die AR 12592 als A1, darunter eine A1 und westlich davon eine B5 ohne NOAA-Nummer, sodass ich auf 5 Gruppen kam.

Der Niedergang der Aktivität war am deutlichsten im H-alpha-Licht zu sehen: Am Sonnenrand standen 7 kleine Protuberanzen – die meisten davon im Osten – auf der Oberfläche gab es 4 Flaregebiete – eines im Westen war gerade aktiv – und 6 kleine Filamente, die nur schwer auszumachen waren. Die komplette Nord- und die Südhälfte waren erscheinungsfrei, alles andere fand sich mehr oder weniger in der Nähe des Sonnenäquators. Man darf sich schon jetzt auf den nächsten Aktivitätsschub freuen, wie schwach er auch immer ausfallen mag.

Sonntag, 18. September 2016

Sonne am 18.9.2016

Die Zahl der Tage, an denen ich früh morgens die Sonne beobachten kann, neigt sich nun langsam dem Ende zu, die Sonne geht immer weiter im Südosten auf uns so verschiebt sich ihr »Erscheinen« über dem Dach des Nachbarhauses auf immer spätere Zeitpunkte. Gleichzeitig wird der Einstrahlwinkel des Sonnenlichts in das kleine Fensterluk immer schmaler, sodass ich gegen Ende des Monats dort nicht mehr an die Sonne herankomme. Heute Morgen musste ich sogar warten, bis sie endlich auftauchte. Das Seeing war dabei sogar ganz gut, wenn auch der Rand reichlich zackig erschien.

Im Weißlicht fiel die Aktivität ähnlich schwach aus wie gestern. Die AR 12592 war als B4 zu erkennen, davor hatte sich eine kleine A1 gebildet. Mehr Fleckengruppen gab es nicht.

Im H-alpha-Licht waren trotz blauen Himmels die Details nur schwer zu erkennen. Die 7 kleinen Protuberanzen am Rand ertranken aufgrund des Seeings teilweise im gezackten Rand, die 4 Flaregebiete waren da schon einfacher zu erkennen. Schwieriger wurde es mit den 7 Filamenten. Klein und sehr lokal begrenzt waren sie kaum auszumachen. Lediglich ein kleiner Bogen im Nordosten war etwas gefälliger anzusehen. Viele Gebiete der Sonnenoberfläche waren weiter ohne irgendwelche Erscheinungsformen ihrer Aktivität.

Samstag, 17. September 2016

Sonne am 17.9.2016

Nachdem die gestrige Halbschatten-Mondfinsternis komplett hinter Wolken stattfand, weil das Wetter passend genau an dem Tag kippte, begann der Tag mit dunklem Himmel und Landregen. Für die Mittagszeit war zwar eine Aufklarung angekündigt, doh so recht mochte ich nicht daran glauben. Zu oft war ich in den letzten Wochen von solchen Prognosen enttäuscht gewesen, weil sie nicht eintrafen. Diese jedoch stimmte und so konnte ich, gleich nachdem sich die Sonne auf der westlichen Seite meines Wohnblocks zeigte, mit der Beobachtung beginnen, bei abermals miesem Seeing. Der Rand war heftig in Bewegung und auf der Oberfläche verschwanden die Detail ab und zu im allgemeinen Geblubber.

Im Weißlicht war die Aktivität weiter sehr niedrig. Mit der AR 12592 gab es weiter nur noch eine einzige Fleckengruppe, die ich als C4 klassifizierte, weil ich eine zumindest rudimentär entwickelte Penumbra zu erkennen glaubte, was bei dem Seeing reine Glückssache war.

Im H-alpha-Licht sah es nicht viel besser aus, doch dass ich hier nicht so zahlreiche Einzelheiten sah, lag eher an der niedrigen Aktivität, wenn auch der gezackte Sonnenrand Probleme beim Erkennen der insgesamt 7 Protuberanzen machte. Nur zwei von ihnen waren, genau am Westrand stehend, etwas auffälliger, aber keineswegs herausragend. Daneben erkannte ich noch 5 kleine Filamente – eine war im Nordosten etwas länger als die anderen – sowie 4 schwache Flaregebiete. Das hellste befand sich übrigens im Bereich der AR 12592. Die Sonnenoberfläche war denn auch wieder weitgehend erscheinungsfrei und wirkte an manchen Stellen geradezu leer.

Freitag, 16. September 2016

Sonne am 16.9.2016

Aufgrund der dichten Bebauung, die nach dem Willen der Stadtväter noch weiter zunehmen soll, und hoher Bäume kann ich derzeit zwischen 8:30 und 12:30 Uhr bei mir die Sonne nicht beobachten und für den heutigen Tage wurde nur ein Zeitraum zwischen diesen beiden Eckpunkten vorhergesagt, an dem es sonnig werden sollte, was mir sehr oft passiert. Also musste ich mich mit den sehr schlechten Bedingungen begnügen, die ich heute vom Dachboden aus vorfand. Erst musste ich abwarten, bis die Sonne über das Ziegeldach des Nachbarhauses gekrochen kam, dann hingen dünne Cirren und Syph davor und schlussendlich war denn auch das Seeing schlecht.

Erstaunt war ich daher, dass ich im Weißlicht die einzig verbliebene Gruppe, die neue AR 12590, als A2 in einem hellen Fackelfeld sehen konnte. Die beiden gestern noch zu sehenden Gruppen waren wegrotiert oder hatten sich aufgelöst. Es lag wohl eher am Kontrast zwischen der hellen Fackel und dem dunklen Fleck, dass ich überhaupt etwas sehen konnte.

Im H-alpha-Licht sah ich zunächst wieder nichts und wollte schon aufgeben, doch dann erwischte ich wohl eine etwas weniger versyphte Region und ich musste mich mit dem Zählen sehr beeilen: 4 Protuberanzen, 6 Filamente und 3 Flaregebiete erfasste mein Beobachtungsauge, bis sich die kleine Lücke wieder schloss und ich wieder nichts sehen konnte. Noch hoffe ich auf eine Kontrollbeobachtung später am Tag, aber für den Zeitraum, wo ich die Sonne erwischen könnte, sind heute Gewitter angesagt ...

Donnerstag, 15. September 2016

Sonne am 15.9.2016

Einen Tag, nachdem mir ein Weisheitszahn gezogen wurde, kann ich nach der Beobachtung auch wieder ans Bloggen denken, auch wenn mich derzeit noch Schmerzen plagen.

Der Tag begann wieder mit einer Sonnenbeobachtung auf dem Dachboden, wo es allerdings zunehmend schwieriger wird, an die Sonne heranzukommen, was nicht nur am eingeschränkten Sichtwinkel lag. Das Seeing war eine einzige Katastrophe und ich konnte zunächst außer einem zackigen Sonnenrand und einer blubberigen Oberfläche nichts sehen. Erst nach und nach »sprangen« die randnahen Gruppen ein wenig aus der Suppe heraus, um gleich danach wieder darin zu versinken. Möglicherweise deutete sich hier die Schlechtwetterfront schon an, die uns in den kommenden Tagen einen kräftigen Temperatursturz bescheren soll.

Ich konnte die Gruppen eigentlich nur erahnen, als wirklich sehen, erkannte aber, dass da »etwas« war. So fand ich die AR 12589 als A1 in den Zacken am Sonnenrand immer nur für wenige Sekunden. Ähnlich erging es mir mit der AR 12591, die ich pauschal als B5 klassifizierte, weil ich hier lediglich einen gesprenkelten Dunkelkontrast, aber keine wirklichen Flecken erkannte. Wesentlich einfacher war es erstaunlicherweise mit einer A1 am Ostrand, die dort in einem Fackelfeld stand.

Bei der Beobachtung mit dem PST im H-alpha-Licht erging es mir wie im Weißlicht: ich sah erstmals NICHTS. Ich drehte permanent am Einstellrad herum, um die Filterlage so zu positionieren, dass ich überhaupt mal etwas sah. Das gelang mir zuerst bei den nur noch sehr kleinen Protuberanzen, von denen ich 5 erkannte. Die drei nicht mehr sehr auffälligen Flaregebiete waren noch einigermaßen gut zu sehen, bei den Filamenten wurde es dann deutlich schwiergier, denn ich zählte nur 6 Stück. Es stellte sich für mich nun die Frage, ob da wirklich nicht mehr waren, oder ich sie nur wegen des Seeings nicht sehen konnte, dass auch in dieser Wellenlänge voll durchschlug. Ein Vergleich mit Satellitenbildern brachte dann die »Wahrheit« ans Licht: es gab wirklich nicht mehr Filamente, die Sonne war bis auf einen Bereich im Westen rund um den Sonnenäquator völlig erscheinungsfrei, die nächste Phase der weitgehenden Inaktivität kann nicht mehr wegdiskutiert werden!

Dienstag, 13. September 2016

Sonne am 13.9.2016

Rechtzeitig durch Laubbläser geweckt, konnte ich wieder auf dem Dachboden beobachten, obwohl dort der Sichtwinkel nun schnell immer enger wird. Bis Ende des Monats wird es vorbei sein mit den Beobachtungen zu früher Stunde, dann kann ich nur noch in der Mittagszeit was machen, denn durch die Verkürzung des Tagbogens wird es nach Feierabend dann auch immer schwieriger, zu beobachten, zumal jetzt schon wieder die ersten Bäume die Sicht behindern. Das Seeing war auch nicht so herausragend wie gestern, aber es ging.

Im Weißlicht hatte ich zweitweise mit einem in heftiger Wallung begriffenen Sonnenrand und einer blubberigen Oberfläche zu kämpfen, da die Sonne genau über dem Dach des Nachbarhauses stand, doch zu späterer Stunde kann ich nicht mehr beobachten, weil ich dann nicht mehr an die Sonne herankomme. Nach dem Verschwinden der AR 12585 blieben nur kleine Gruppen zurück: die AR 12589 als C3 und die AR 12591 als C6. Mehr durch Zufall entdeckte ich dann noch eine kleine A1 in einem Fackelfeld nahe des Westrandes.

Mehr als im Weißlicht war im H-alpha die nun abermals einbrechende Aktivität zu erkennen. Nur eine größere Protuberanz und vier kleine Erhebungen gab es am Rand zu sehen, dazu drei Flaregebiete – inkl. dem bei der kleinen A1 – und 10 zumeist kleine und matschige Filamente. Der Norden und der Süden waren erscheinungsfrei, ebenso weite Gebiete der Osthälfte. Bleibt nur die Frage, ob es nach dem unweigerlichen Verschwinden der drei aktuellen Aktivitätsgebiete wieder fleckenfreie Tage gibt.

Montag, 12. September 2016

Sonne am 12.9.2016

Der Herbst nähert sich langsam, was man derzeit auch gut am Tagbogen der Sonne ablesen kann. Konnte ich bislang um 8 Uhr MESZ noch bequem die Sonne vom Dachboden aus beobachten, so war sie heute um die Uhrzeit noch gar nicht zu sehen und stand hinter einem Schornstein. Langsam kam sie dahinter hervor und es zeigte sich ein Seeing, das um Längen besser war als das gestrige. So konnte ich bereits mit dem Fleckenzählen beginnen, als noch ein Teil der Sonne vom Schornstein verdeckt war.

Im Weißlicht gab es allerdings nicht so viel zu zählen, denn die AR 12585 war schon halb über den Westrand rotiert und nur noch eine D5. Die AR 12589 war schon halb zerfallen und nur noch eine C3, während die AR 12591 ebenfalls nur noch der Klasse C angehörte und 5 Flecken aufwies. Neue Gruppen waren – insbesondere am Ostrand – nicht zu sehen.

Dazu passte die Aktivität im H-alpha-Licht: zwei große Protuberanzen am Westrand und vier kleine im Osten, mehr war am Rand nicht zu finden. Auf der Oberfläche fand ich zwar noch vier Flaregebiete an den Stellen der Fleckengruppen, dafür aber 9 kleine Filamente, die eher wie Matschflecken aussahen. Im Gegenzug waren der Norden und der Süden sowie weite Teile der Osthälfte fast völlig erscheinungsfrei. Alle Aktivitäten hatten sich aufgrund der Sonnenrotation in die Westhälfte verschoben und werden dort bald verschwunden sein. Es droht ein weiterer Einbruch der Sonnenaktivität und damit eine Periode noch weniger Flecken, Filamente und Protuberanzen.

Sonntag, 11. September 2016

Sonne am 11.9.2016

Der heutige Tag sei wieder einmal den Murphereien gewidmet, die meinen Beobachtungstag so ausmachen. Erst klarte der Himmel erst auf, als die Sonne komplett hinter Bäumen stand und dann syphte es zu, gerade, als sie über dem Haus rauskam und ich mit der Beobachtung beginnen konnte. Ich frage mich, warum ich mich fast immer mit Problemen abquälen muss, während andere einfach ihr Teleskop vor die Tür stellen und anfangen können.

Der während der Beobachtung noch zunehmende Syph aus Cirren und Schleim – der Himmel war in der Zwischenzeit durchaus blau gewesen – verhinderte perfekt die Sichtung kleiner Details auf der Sonnenoberfläche. So konnte ich die Zahl der Flecken in den drei einzigen für mich sichtbaren und wohl auch nur vorhandenen Gruppen nur grob abschätzen. Die AR 12585 am Westrand war nur noch eine D5, Die AR 12589 eine C7 (jedenfalls war im f-Teil keine Penumbra zu erkennen) und die AR 12591 eine D8.

Im PST war die Sicht auf ds H-alpha-Licht von der übelsten Sorte: der Hintergrund leuchtete hell orange und ein Sonnenrand war zunächst nicht aufzufinden oder ertrank regelrecht im Syph. Dabei war genau im Westen eine große Protuberanz zu sehen, die ich aber nur zeitweise erkennen konnte, so sehr ich auch an den Filtereinstellungen herumdrehte. So zählte ich gerade mal 4 Protuberanzen am Rand – die kleinen Erhebungen verschwanden im Hintergrund -, 4 Flaregebiete sowie schätzungsweise 8 Filamente auf der Oberfläche.

Alles in allem war es eine reine Pflichtübung unter den miesesten Voraussetzungen, die man sich denken konnte. So jedenfalls macht es keinen Spaß, die Sonne zu beobachten.

Samstag, 10. September 2016

Sonne am 10.9.2016

Der Morgen begann mit einem riesengroßen Schrecken. Der Himmel war schön blau und im Fernrohr, dass durch das kleine Dachluk nach draußen schaute, sah ich kein scharfes Sonnenbild, sondern nur ein einziges Geblubber ohne Einzelheiten. Ein kurzer Blick aus dem Fenster zeigte auch, warum das so war: die Sonne stand direkt über einem Schornstein und erst als sie diesen passiert hatte, wurde die Sicht deutlich besser. Das Seeing blieb aber deutlich unter dem von gestern Morgen.

Der auffälligste Unterschied: Die kleinen Flecken »sprangen« mir heute nicht so entgegen, wie gestern. Im Gegenteil, ich musste teilweise krampfhaft nach ihnen suchen. Die AR 12585 war – von mir als E9 klassifiziert – weiter nach Westen gerückt und nach wie vor die größte derzeit sichtbare Fleckengruppe. Sie hatte allerdings weitgehend ihre zwischen den beiden Polen liegenden Flecken verloren. Die AR 12588 lag als A1 gleich hinter ihr. Die AR 12590, gestern noch als A1 zu sehen, habe ich nicht mehr wiedergefunden, dafür hatte sich die AR 12589 zu einer D11 entwickelt. Alle drei Gruppen befanden sich auf der Nordhalbkugel der Sonne. Im Süden war heute eine kleine B2 aufgetaucht, die zurzeit noch ohne NOAA-Nummer war.

Im H-alpha-Licht war das eingetreten, was ich gestern schon vermutet hatte: Aus dem großen Filament war am westlichsten Rand eine deutliche Protuberanz geworden und so war dies das interessanteste Gebilde, dass man in dieser Wellenlänge finden konnte: ein langes Filament, das über den Rand hinausragte und damit zeigte, dass Filamente und Protuberanzen ein und dasselbe Phänomen sind. Dagegen verblassten die 6 anderen Filamente greadezu. Ähnlich war es bei den übrigen 6 Protuberanzen. Nur eine im Südosten war ein wenig größer. Hell leuchteten auch die 4 verbliebenen Flaregebiete, deren Positionen mit denen der Fleckengruppen im Weißlicht identisch waren. Abgesehen davon waren jedoch weite Teile der Osthälfte der Sonne bis über den Sonnenmeiridan hinaus fast völlig erscheinungsfrei. Es deutet sich der nächste Aktivitätseinbruch an, da nur ein schmaler Streifen rund um den Sonnenäquator von Aktivität erfüllt ist.

Freitag, 9. September 2016

Sonne am 9.9.2016

Der Morgen begann mit etwas weniger Kiefergelenksschmerzen und einem hochnebelartig bewölktem Himmel, sodass ich zunächst nicht an eine Beobachtung dachte. Kurz vor 8 Uhr lichtete sich das aber und ich konnte wieder auf dem Dachboden durch das kleine Luk beobachten. Das Seeing war außergewöhnlich gut, nur ab und zu störten kleine Wolkenfetzen, die durch das Gesichtsfeld zogen.

Im Weißlicht sprangen mir aufgrund des guten Seeings viele kleine Gruppen und Einzelflecken förmlich entgegen. Doch der Reihe nach: weit im Westen stand jetzt die AR 12585, die mir heute – nicht nur aufgrund der beginnenden perspektivischen Verkürzung – nicht mehr so lang erschien wie noch gestern, weshalb ich sie als E14 einstufte. Die AR 12588 war schon in den letzten Tagen lang und länger geworden und ist meinem Empfinden nach in zwei Teile zerfallen, weshalb ich beiden jeweils als A1 klassifizierte. An der Stelle, an der ich gestern noch eine B2 sah, stand heute die AR 12589 als C8 mit einer kleinen, rudimentären Penumbra. Zwischen der östlichen A1 der ehemaligen 12588 und der 12589 fand ich eine weitere A1, sodass ich am Ende auf 5 Gruppen kam.

Im H-alpha-Licht hatte ich zunächst Probleme, weil das Bild im PST aufgrund des Hochnebels sehr dunkel war. Erst nach und nach konnte ich Einzelheiten erkennen. Am Sonnenrand standen 5 kleine Protuberanzen – im Südosten ein etwas größerer Bogen – und auf der Oberfläche waren 6 helle Flaregebiete zu sehen. Besonders das im Umfeld der AR 12585 war sehr aktiv. Das lange, zweiteilige Filament im Nordwesten war noch vorhanden und stand jetzt genau am Rand. Hier dürfte es bald zu schönen Protuberanzen kommen. Das zweite große, das gestern noch südlich des Sonnenäquators stand, war verschwunden. Ich kam hier auf insgesamt 8 Filamente, die meisten dann doch eher klein und sehr lokal angesiedelt. Abermals waren Nord- und Südpoldregion der Sonne erscheinungsfrei, weil sich alle Aktivität rund um den Äquator abspielte, oder besser gesagt: weil alle Magnetfeldaktivitäten sich hier konzentrierten, symptomatisch für den zu Ende gehenden Fleckenzyklus.

Donnerstag, 8. September 2016

Sonne am 8.9.2016

Aufgrund einer Kiefergelenksentzündung, die immer noch nicht abgeheilt ist, bin ich den in letzten Tagen zwar zum Beobachten, aber nicht mehr zum Bloggen gekommen. Nun versuche ich das, wenn auch unter leichten Schmerzen, wieder fortzusetzen. Das gute Wetter erlaubte mir bei ganz ordentlichem Seeing eine frühmorgendliche Beobachtung auf dem Dachboden, was in der letzten tagen nicht immer der Fall gewesen war. Da war oft das Seeing katastrophal schlecht.

Im Weißlicht dominierte nach wie vor die AR 12585 das Geschehen. Sie war schon wenige Tage nach ihrem Erscheinen von mir als F-Gruppe eingestuft worden und bestand aus zwei klar voneinander getrennten Zentren im p- und im f-Teil. Im voranschreitenden Teil war in der ganzen Zeit nur ein dicker Fleck mit einer großen Penumbra zu sehen, im nachfolgenden dagegen zwei Zentren, die sich auch von Tag zu Tag änderten. Mittlerweile hatte die Gruppe aber fast alle kleinen Flecken zwischen den Zentren verloren und zeigte damit deutliche Auflösungserscheinungen. Schräg östlich davon war die AR 12588 als D4 zu erkennen mit zwei winzigen Penumbren. Weiter nach Osten stand noch eine B2, die zur Stunde noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte.

Sehr auffällig ist aber, dass sich alle Gruppen schön entlang es Sonnenäquators versammelten, was typisch ist für einen auslaufenden Fleckenzyklus. Ähnliches ließ sich durchaus auch im H-alpha-Licht beobachten, wenn auch nicht ganz so konsequent, denn bei kleineren Aktivitätsausbrüchen waren kleinere Filamente auch weit im Norden oder Süden zu erkennen, wenn auch oft nur als kleine Matschflecken, weil hier die lokalen Magnetfelder nicht mehr stark genug waren. Am heutigen Tage bot sich aber ein etwas anderes Bild. 

Am Rand standen 8 winzige Protuberanzen und auf der Oberfläche waren der Norden und der Süden erscheinungsfrei. Die 4 Flaregebiete und die 8 Filamente waren mehr oder weniger entlang des Sonnenäquators aufgestellt. Besonders beeindruckend war dabei ein Riesenfilament im Nordwesten, dass selbst im kleinen PST sehr plastisch herüberkam. 

Südlich des Äquators stand ein weiteres großes Filament, das jedoch mit dem erstgenannten nicht zu vergleichen war. Die große AR 12585 war im H-alpha natürlich ebenfalls sehr aktiv und leuchtete während der Beobachtung hell auf, hier war mit dem baldigen Auftreten eines Flares zu rechnen. Alles in allem also angesichts des fortgeschrittenen Zyklus´ recht ordentliche Aktivität, die Spaß macht, sie zu beobachten.