Samstag, 10. September 2016

Sonne am 10.9.2016

Der Morgen begann mit einem riesengroßen Schrecken. Der Himmel war schön blau und im Fernrohr, dass durch das kleine Dachluk nach draußen schaute, sah ich kein scharfes Sonnenbild, sondern nur ein einziges Geblubber ohne Einzelheiten. Ein kurzer Blick aus dem Fenster zeigte auch, warum das so war: die Sonne stand direkt über einem Schornstein und erst als sie diesen passiert hatte, wurde die Sicht deutlich besser. Das Seeing blieb aber deutlich unter dem von gestern Morgen.

Der auffälligste Unterschied: Die kleinen Flecken »sprangen« mir heute nicht so entgegen, wie gestern. Im Gegenteil, ich musste teilweise krampfhaft nach ihnen suchen. Die AR 12585 war – von mir als E9 klassifiziert – weiter nach Westen gerückt und nach wie vor die größte derzeit sichtbare Fleckengruppe. Sie hatte allerdings weitgehend ihre zwischen den beiden Polen liegenden Flecken verloren. Die AR 12588 lag als A1 gleich hinter ihr. Die AR 12590, gestern noch als A1 zu sehen, habe ich nicht mehr wiedergefunden, dafür hatte sich die AR 12589 zu einer D11 entwickelt. Alle drei Gruppen befanden sich auf der Nordhalbkugel der Sonne. Im Süden war heute eine kleine B2 aufgetaucht, die zurzeit noch ohne NOAA-Nummer war.

Im H-alpha-Licht war das eingetreten, was ich gestern schon vermutet hatte: Aus dem großen Filament war am westlichsten Rand eine deutliche Protuberanz geworden und so war dies das interessanteste Gebilde, dass man in dieser Wellenlänge finden konnte: ein langes Filament, das über den Rand hinausragte und damit zeigte, dass Filamente und Protuberanzen ein und dasselbe Phänomen sind. Dagegen verblassten die 6 anderen Filamente greadezu. Ähnlich war es bei den übrigen 6 Protuberanzen. Nur eine im Südosten war ein wenig größer. Hell leuchteten auch die 4 verbliebenen Flaregebiete, deren Positionen mit denen der Fleckengruppen im Weißlicht identisch waren. Abgesehen davon waren jedoch weite Teile der Osthälfte der Sonne bis über den Sonnenmeiridan hinaus fast völlig erscheinungsfrei. Es deutet sich der nächste Aktivitätseinbruch an, da nur ein schmaler Streifen rund um den Sonnenäquator von Aktivität erfüllt ist.

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