Donnerstag, 15. September 2016

Sonne am 15.9.2016

Einen Tag, nachdem mir ein Weisheitszahn gezogen wurde, kann ich nach der Beobachtung auch wieder ans Bloggen denken, auch wenn mich derzeit noch Schmerzen plagen.

Der Tag begann wieder mit einer Sonnenbeobachtung auf dem Dachboden, wo es allerdings zunehmend schwieriger wird, an die Sonne heranzukommen, was nicht nur am eingeschränkten Sichtwinkel lag. Das Seeing war eine einzige Katastrophe und ich konnte zunächst außer einem zackigen Sonnenrand und einer blubberigen Oberfläche nichts sehen. Erst nach und nach »sprangen« die randnahen Gruppen ein wenig aus der Suppe heraus, um gleich danach wieder darin zu versinken. Möglicherweise deutete sich hier die Schlechtwetterfront schon an, die uns in den kommenden Tagen einen kräftigen Temperatursturz bescheren soll.

Ich konnte die Gruppen eigentlich nur erahnen, als wirklich sehen, erkannte aber, dass da »etwas« war. So fand ich die AR 12589 als A1 in den Zacken am Sonnenrand immer nur für wenige Sekunden. Ähnlich erging es mir mit der AR 12591, die ich pauschal als B5 klassifizierte, weil ich hier lediglich einen gesprenkelten Dunkelkontrast, aber keine wirklichen Flecken erkannte. Wesentlich einfacher war es erstaunlicherweise mit einer A1 am Ostrand, die dort in einem Fackelfeld stand.

Bei der Beobachtung mit dem PST im H-alpha-Licht erging es mir wie im Weißlicht: ich sah erstmals NICHTS. Ich drehte permanent am Einstellrad herum, um die Filterlage so zu positionieren, dass ich überhaupt mal etwas sah. Das gelang mir zuerst bei den nur noch sehr kleinen Protuberanzen, von denen ich 5 erkannte. Die drei nicht mehr sehr auffälligen Flaregebiete waren noch einigermaßen gut zu sehen, bei den Filamenten wurde es dann deutlich schwiergier, denn ich zählte nur 6 Stück. Es stellte sich für mich nun die Frage, ob da wirklich nicht mehr waren, oder ich sie nur wegen des Seeings nicht sehen konnte, dass auch in dieser Wellenlänge voll durchschlug. Ein Vergleich mit Satellitenbildern brachte dann die »Wahrheit« ans Licht: es gab wirklich nicht mehr Filamente, die Sonne war bis auf einen Bereich im Westen rund um den Sonnenäquator völlig erscheinungsfrei, die nächste Phase der weitgehenden Inaktivität kann nicht mehr wegdiskutiert werden!

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