Dienstag, 27. September 2016

Sonne am 27.9.2016

Heute war wieder einer jener Tage, an dem man sich nach dem Sinn seines amateurastronomischen Tuns fragt. Den ganzen Tag über saß ich bei strahlendem Sonnenschein auf der Arbeit fest, als ich nach Hause kam, stand die Sonne hinter einem Hochhaus und als sie dahinter wieder hervorkam, versperrte Wolken und allgemeiner Syph die Sicht. Im Fernrohr war zeitweise kaum was zu sehen, oder ein Teil der Sonne war durch durchziehende Wolkenstreifen verdeckt. Da stellte ich mir schon die Frage, welchen Sinn das Ganze hat. Klar, man bekommt eine weitere Beobachtung und die Jagd danach ist erst am letzten Tag des Jahres beendet, bevor am nächsten Tag die neue beginnt. Ich stelle die Frage auch nicht im Hinblick darauf, dass Beobachtungsdaten zu gewinnen generell wichtig ist, es fragt sich eher, warum man sich den Stress macht, um am Ende doch wieder der Verlierer zu sein. Wenigstens konnte ich noch etwas sehen.

Im Weißlicht erkannte ich in dem ganzen Geschmodder nur eine Gruppe, die AR 12597, als D9. Im H-alpha-Licht wurde es dann richtig gruselig und ich konnte nur stellenweise überhaupt was sehen. So kam ich am Ende auf 10 Protuberanzen, 11 Filamente und 3 Flaregebiete. Bis der Syph zu stark wure, erkannte ich am Ostrand noch ein von dort aus hereinreichendes Filament und mehrere Protuberanzen auf engstem Raum. Schön anzusehen, doch mit jeder Minute wurde der Hintergrund heller und orangefarbener, bis am Rand und auf der Oberfläche nichts mehr zu sehen war. Als letztes verschwand ein helles Flaregebiet an der Position der AR 12597.

Kurze Zeit später stand die Sonne hinter Bäumen. Zahlen gewonnen, aber irgendwie bleibt trotzdem das Gefühl zurück, wieder einmal den Kampf gegen das Wetter verloren zu haben, wie so oft ...

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