Donnerstag, 8. September 2016

Sonne am 8.9.2016

Aufgrund einer Kiefergelenksentzündung, die immer noch nicht abgeheilt ist, bin ich den in letzten Tagen zwar zum Beobachten, aber nicht mehr zum Bloggen gekommen. Nun versuche ich das, wenn auch unter leichten Schmerzen, wieder fortzusetzen. Das gute Wetter erlaubte mir bei ganz ordentlichem Seeing eine frühmorgendliche Beobachtung auf dem Dachboden, was in der letzten tagen nicht immer der Fall gewesen war. Da war oft das Seeing katastrophal schlecht.

Im Weißlicht dominierte nach wie vor die AR 12585 das Geschehen. Sie war schon wenige Tage nach ihrem Erscheinen von mir als F-Gruppe eingestuft worden und bestand aus zwei klar voneinander getrennten Zentren im p- und im f-Teil. Im voranschreitenden Teil war in der ganzen Zeit nur ein dicker Fleck mit einer großen Penumbra zu sehen, im nachfolgenden dagegen zwei Zentren, die sich auch von Tag zu Tag änderten. Mittlerweile hatte die Gruppe aber fast alle kleinen Flecken zwischen den Zentren verloren und zeigte damit deutliche Auflösungserscheinungen. Schräg östlich davon war die AR 12588 als D4 zu erkennen mit zwei winzigen Penumbren. Weiter nach Osten stand noch eine B2, die zur Stunde noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte.

Sehr auffällig ist aber, dass sich alle Gruppen schön entlang es Sonnenäquators versammelten, was typisch ist für einen auslaufenden Fleckenzyklus. Ähnliches ließ sich durchaus auch im H-alpha-Licht beobachten, wenn auch nicht ganz so konsequent, denn bei kleineren Aktivitätsausbrüchen waren kleinere Filamente auch weit im Norden oder Süden zu erkennen, wenn auch oft nur als kleine Matschflecken, weil hier die lokalen Magnetfelder nicht mehr stark genug waren. Am heutigen Tage bot sich aber ein etwas anderes Bild. 

Am Rand standen 8 winzige Protuberanzen und auf der Oberfläche waren der Norden und der Süden erscheinungsfrei. Die 4 Flaregebiete und die 8 Filamente waren mehr oder weniger entlang des Sonnenäquators aufgestellt. Besonders beeindruckend war dabei ein Riesenfilament im Nordwesten, dass selbst im kleinen PST sehr plastisch herüberkam. 

Südlich des Äquators stand ein weiteres großes Filament, das jedoch mit dem erstgenannten nicht zu vergleichen war. Die große AR 12585 war im H-alpha natürlich ebenfalls sehr aktiv und leuchtete während der Beobachtung hell auf, hier war mit dem baldigen Auftreten eines Flares zu rechnen. Alles in allem also angesichts des fortgeschrittenen Zyklus´ recht ordentliche Aktivität, die Spaß macht, sie zu beobachten. 

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