Sonntag, 30. Oktober 2016

Sonne am 30.10.2016

Der erste Tag der Winterzeit 2016/17 begann wie der vorherige, mit Wolken in Richtung Westen und freiem Himmel im Osten. Der einzige Unterschied war, dass die Sonne, kaum, dass sie hinter dem Nachbarhaus auftauchte, gleich wieder hinter dem allgemeinen Syph verschwand. Im Gegensatz zur amtlichen Wettervorhersage stand, dass die Sonne sich immer mehr durchsetzte und so konnte ich tatsächlich einigermaßen bequem die Sonne vom geöffneten Wohnzimmerfenster aus beobachten und das bei ganz passablem Seeing. Dumm nur, dass irgendwelche übrig gebliebenen Wespen dies als willkommene Gelegenheit ansahen, hier herein zu fliegen. Da sie sich nicht bewegen ließen, wieder nach draußen zu fliegen, musste ich mich ihrer irgendwie entledigen, da sie die Beobachtung empfindlich störten und um meinem Kopf herumflogen.

Im Weißlicht gab es jedoch kaum noch etwas zu sehen. Quasi erst im letzten Augenblick erkannte ich die Reste der AR 12602 in Form einer A1-Gruppe. Ich stieß auch nur per Zufall auf sie und hatte mich schon darauf eingestellt, eine fleckenlose Sonne vor mir zu haben.

Ein wenig mehr gab es im H-alpha zu sehen: Am Rand standen zwar nur 3 kleine und winzige Protuberanzen, dafür fand ich auf der Oberfläche ein Flaregebiet - dort, wo im Weißlicht die A1 stand – und 7 Filamente, die beiden größten im Osten. Sie wirkten im PST richtig dunkel und wer weiß, vielleicht eruptieren sie auch in den kommenden Tagen. Erscheinungsfrei waren auch heute wieder viele Bereiche der Sonnenoberfläche, wodurch sie regelrecht aufgeräumt wirkte.

Samstag, 29. Oktober 2016

Sonne am 29.11.2016

Nach fünf weiteren Ausfalltagen aufgrund des niedrigen Sonnenstandes und meiner Arbeitszeit, die vor Sonnenaufgang begann und nach Sonnenuntergang endete, hatte ich mich entsprechend der Wettervorhersage auf eine Sonnenbeobachtung gefreut. Es wurde mal wieder der reine Krampf. Zum Abgewöhnen und keine Empfehlung, sich mit der praktischen Astronomie zu beschäftigen.

Den sonnenaufgang bekam ich nicht mit, weil alles bewölkt war, doch dann sah ich einen ersten hellen Schimmer hinter den Nachbarhäusern und kurzu bevor die Sonne dahinter aufsteigen sollte, kamen Wolken. Wie immer. Später dann riß die dichte Bewölkung auf und ein riesiges Wolkenloch wanderte relativlangsam in Richtung der Position der Sonne. Kurz bevor sie diese erreichte, kamen aus anderer Richtung dicke Wolken herbei und binnen Sekunden war der ganze Himmel dicht. Also musste ich bis ca. 12:30 Uhr MESZ warten. Da sollte eigentlich nach der Vorhersage der Himmel wolkenfrei sein. War er aber nicht und so wurde die Beobachtung abermals zu einer nervigen Wolkenlückenaktion.

Im Weißlicht konnte ich erstmal wegen schnell durchhuschender Wolkenfetzen gar nichts sehen. Nur langsam erkannte ich die AR 12604 als B11 westlich des Sonnenmeridians. Exakt am Westrand sah ich noch in einem Fackelfeld eine kleine A1, ich fand sie auch nach mehrmaligem Suchen wieder. Zumindest bildete ich mir das ein.

Für die H-alpha-Beobachtung mit dem PST wurde es danach Zeit, denn aus Westen schoben sich weitere Wolken heran – sie sollte eigentlich gar nicht da sein – und erschwerten die Beobachtungen, weil ich mich kaum auf Details konzentrieren konnte und das Bild aufgrund hoher Wolken ziemlich dunkel war. Da halfen auch veränderte Filtereinstellungen nichts. Nur für wenige Augenblicke wurde die Sicht mal einen Tick besser. Unter diesen eigentlich miserablen Bedingungen erkannte ich 4 kleine Protuberanzen am Westrand, zwei Flaregebiete (an den Postionen der beiden Fleckengruppen) und 5 Filamente auf der Oberfläche, die ansonsten weitgehend frei von Aktivitätserscheinungen war. Im Osten waren denn genau 2 Filmente deutlich umfangreicher und die Highlights in diesem Wellenlängenbereich, wo die Minimumssonne ebenfalls unverkennbar war.

Samstag, 22. Oktober 2016

Sonne am 22.10.2016

Nach 11 (!) aufeinander folgenden Ausfalltagen, an denen ich die Sonne entweder gar nicht oder nur durch das Bürofenster sehen konnte – nach Feierabend steht sie bei mir hinter einem Hochhaus und geht auch dahinter unter – war entgegen allen Vorhersage der Himmel am Vormittag leicht aufgeklart, obwohl es eigentlich eher völlig syphig war. Nun galt es zunächst abzuwarten, bis die Sonne hinter dem Nachbarhaus hochkam und wie sie dann die einzelnen Lücken in den dichten Bäumen passierte. Tatsächlich hatte ich Glück und konnte eine kleine Passage erwischen, wo man hindurchschauen konnte, bei dann immer noch einigermaßen klarem Himmel.

Im Weißlicht sah es dennoch alles reichlich verschmiert aus. Auf Anhieb konnte ich aber die AR 12603 als C4 in der Mitte der Sonnenscheibe erkennen. Bedeutend schwieriger wurde es mit der AR 12602, die als J1 am westlichen Sonnenrand stand, wo dieser aufgrund der Sichtbedingungen nicht immer einwandfrei definierbar war. Schließlich gelang ein kurzer Blick und dann hatte ich sie.

Erheblich problematischer wurde es im H-alpha-Licht: der Hintergrund war derart aufgehellt und matschig, dass ich eigentlich gleich wieder aufgeben wollte. Protuberanzen waren am Anfang gar keine zu sehen, erst allmählich – und nach der Passage eines nervigen Baumgeästs – fand ich 7 kleine Protuberanzen, während auf der Oberfläche 2 helle Flaregebiete und 5 kleine Filamente zu sehen waren. Ansonsten schien die Oberfläche der Sonne hier, wie im Weißlicht, frei von Aktivitätserscheinungen zu sein. Eine typische Minimumssonne, 4 Jahre vor den prognostizierten Minimum 2020! 

Montag, 10. Oktober 2016

Sonne am 10.10.2016

Der Oktober ist da und mit ihm das schlechte Wetter und den nun rasch geringer werdenden Chancen auf eine Sonnenbeobachtung. Schon jetzt wird die Sonne am Nachmittag für zwei Stunden für mich unerreichbar sein, weil sie dann hinter einem Hochhaus steht. Dadurch werden mir sehr viele Gelegenheiten zur Beobachtung genommen und es gibt Ausfalltage zu Hauf. Kein Wunder, das ich traditionell die schlechtesten Beobachtungswerte immer im 4. Quartal habe. Ein weiterer Grund zeigte sich heute an meinem letzten Urlaubstag in diesem Jahr: Das Seeing war mies. Der Rand war kräftig in Bewegung und die Detials auf der Oberfläche nur zeitweise gut zu sehen, abgesehen von den störenden Wolkenfeldern, die überall zu sehen waren, aber nur selten an dem Ort, wo die Sonne stand.

Die auffälligste Gruppe war die AR 12599 als C16 auf der Südhalbkugel der Sonne. Die Penumbra im p-Teil war sogar leicht mit bloßem Auge zu sehen, aber nur schwer zu halten, was auch an den durchziehenden Wolken lag, die mir die Beobachtung erschwerten. Die AR 12598 war eine C11 mit einer Penumbra ebenfalls im p-Teil. Darunetr hatte sich eine kleine A1 gebildet. Die AR 12600 im Osten – die drei letztgenannten Gruppen befanden sich allesamt auf der Nordhalbkugel der Sonne – war eine J1.

Im H-alpha-Licht litt die Beobachtung ebenfalls unter den miesen Seeingbedingungen. Nur mit Schwierigkeiten erkannte ich am Rand 8 kleine Protübchen und auf der Oberfläche 3 Flaregebiete und ebenfalls 8 Filamente. Nord- und Südpol waren erscheinungsfrei. Während ich nach weiteren Details suchte, schlossen sich die Wolkenlücken wieder und beendeten die Beobachtung. Es gab sie danach wieder nur an den »verkehrten« Stellen des Himmels. 

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Sonne am 5.10.2016

Auch im Urlaub auf der Sternwarte Kirchheim lässt mich Murphy nicht in Ruhe beobachten. Nachdem die gestrige Nacht nur teilweise klar war und ich daher nur visuell unterwegs war, sollte es heute Vormittag noch sonnig sein, was aber nicht passierte. Erst am Nachmittag taten sich kleine Wolkenlücken auf, durch die ich mühsam hindurchschauen musste, weil die Schlechtwetterfront aus Richtung Nord/Nordost immer schneller herein drückte. Daher konnte cih wieder nur für ganz kurze Augenblicke die Sonne beobachten. Dass dann aber bei gutem Seeing.

Im Weißlicht gab es nur wenige Veränderungen. Die AR 12599 mit ihrer vergleichsweise großen Penumbra im p-Teil des Flecks hatte im dahinter liegenden Fackelfeld Zuwachs bekommen und war heute eine C8. Komplizierter war es mit der AR 12598, die eigentlich aus zwei Grruppen Bestand, was man im Vergleich mit dem H-alpha-Licht sehr schön erkennen konnte. Der nördliche Teil war eine D4, der südliche eine C3.

Beeilen musste ich mich mit der H-alpha-Beobachtung, um die letzte Lücke noch zu erwischen, bevor sich der Himmel endgültig zuzog. Im Südosten stand eine schöne, ruhende, Bogenprotuberanz, die übrigen 6 Stück waren klein und mickrig. Leichter zu sehen waren auf der Oberfläche die drei aktuellen Flaregebiete – das rund um die AR 12598 war sogar zweigeteilt – sowie 15 Filamente. Diese waren anscheinend vollkommen willkürlich über die Sonnenoberfläche verteilt und bildeten nur auf der Nordhälfte eine kleine Kette, der Rest war sehr lokal begrenzt.

Kaum zu Ende beobachtet, waren die dicken Wolken heran und begruben alle Hoffnung, am heutigen Tag noch mal die Sonne zu sehen.  

Sonntag, 2. Oktober 2016

Sonne am 2.10.2016

Am Anreisetag zur Sternwarte Kirchheim ergab sich für mich keine Möglichkeit zur Beobachtung, weil der Himmel stark bewölkt war und einige heftige Regengüsse herniedergingen, bei denen man keine Gedanken an eine Astronacht verschwenden musste.

Heute morgen dagegen war der Himmel bei starkem Wind locker bewölkt und so stellte ich das Teleskop einfach vor die Tür und konnte gleich mit der Beobachtung beginnen, ohne zuvor nervige Bäume oder Häuser zu haben, die mir die Sicht versperrten.

Im Weißlicht war immer noch kein neuer Fleck zu sehen, obwohl man, z.B. bei solarham.net  auf zwei Fleckengruppen hingewiesen wurde, die mit meinem kleinen 80/400er Refraktor aber nicht zu sehen waren.

Erwartungsgemäß war im H-alpha-Licht wieder deutlich mehr Aktivität vorhanden. Allein 9 Protuberanzen umsäumten den Sonnenrand, die meisten sehr klein, doch eine im Südwesten glich einem speienden Vulkan und war ganz nett anzusehen. Auf der Oberfläche zählte ich 3 schwache Flaregebiete sowie 11 Filamente. Insbesondere im Nordosten gabe es zwei, die vom Rand aus zur Oberfläche vordrangen, ein dickeres stand in der Südpolregion, die weiteren waren nur kleine Matschflecken, weil hier kein ordentliches Magnetfeld mehr zustande kam. Immerhin eine erste Beobachtung im für mich immer schwächlichen 4. Quartal, in dem ist traditionell die meisten Ausfalltage bei meinen Sonnenbeobachtungen verzeichne.