Samstag, 22. Oktober 2016

Sonne am 22.10.2016

Nach 11 (!) aufeinander folgenden Ausfalltagen, an denen ich die Sonne entweder gar nicht oder nur durch das Bürofenster sehen konnte – nach Feierabend steht sie bei mir hinter einem Hochhaus und geht auch dahinter unter – war entgegen allen Vorhersage der Himmel am Vormittag leicht aufgeklart, obwohl es eigentlich eher völlig syphig war. Nun galt es zunächst abzuwarten, bis die Sonne hinter dem Nachbarhaus hochkam und wie sie dann die einzelnen Lücken in den dichten Bäumen passierte. Tatsächlich hatte ich Glück und konnte eine kleine Passage erwischen, wo man hindurchschauen konnte, bei dann immer noch einigermaßen klarem Himmel.

Im Weißlicht sah es dennoch alles reichlich verschmiert aus. Auf Anhieb konnte ich aber die AR 12603 als C4 in der Mitte der Sonnenscheibe erkennen. Bedeutend schwieriger wurde es mit der AR 12602, die als J1 am westlichen Sonnenrand stand, wo dieser aufgrund der Sichtbedingungen nicht immer einwandfrei definierbar war. Schließlich gelang ein kurzer Blick und dann hatte ich sie.

Erheblich problematischer wurde es im H-alpha-Licht: der Hintergrund war derart aufgehellt und matschig, dass ich eigentlich gleich wieder aufgeben wollte. Protuberanzen waren am Anfang gar keine zu sehen, erst allmählich – und nach der Passage eines nervigen Baumgeästs – fand ich 7 kleine Protuberanzen, während auf der Oberfläche 2 helle Flaregebiete und 5 kleine Filamente zu sehen waren. Ansonsten schien die Oberfläche der Sonne hier, wie im Weißlicht, frei von Aktivitätserscheinungen zu sein. Eine typische Minimumssonne, 4 Jahre vor den prognostizierten Minimum 2020! 

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