Sonntag, 27. November 2016

Sonne am 27.11.2016

Es geht nur äußerst mühsam voran mit den Beobachtungen. Der niedrige Sonnenstand ist mehr als frustrierend, trotz blauem Himmel kann ich so gut wie nicht mehr beobachten und wenn, dann nur unter extrem schlechten Bedingungen. Der Aufgangspunkt der Sonne hat sich soweit nach Süden verschoben, dass es ewig dauert, bis sie über dem Dach des Nachbarhauses rauskommt und dann steht sie praktisch gleich hinter Bäumen. Und wenn dann noch das Seeing so schlecht ist wie heute morgen …

Im Weißlicht war, bedingt durch ins Bildfeld ragende Äste des Baumes, nur die AR 12612 als H2 zu sehen sowie drei kleine Fackelfelder.

Das PST zeigte trotz der dünnen Äste ein wenig mehr und so kam ich auf 7 Protuberanzen – man sollte mal auf den Südwesten achten, wo gerade ein Spritzer hochgeht -, 6 Filamente, die fast ausschließlich im Norden zu sehen waren sowie drei helle Flaregebiete, wobei zwei im Westen punktförmig waren und besonders hervorstachen. Die kleine Filamentkette und ein plastisch wirkender Bogen im Norden rundeten ein Bild ab, das nun durch dickere Äste gestört wurde und ich die Beobachtung bei wolkenfreiem Himmel abbrechen musste, weil an meinem Standort erst in der Mittagszeit für etwa eine Dreiviertel Stunde wieder eine Sichtung möglich ist, doch da werde ich auf der Bergedorfer Sternwarte sein, um dort zwei Führungen wahrzunehmen.

Samstag, 19. November 2016

Sonne am 19.11.2016

Endlich ist es geschafft: das Jahresziel von 200 Beobachtungen habe ich am heutigen Tag erreicht, nach weiteren 5 Ausfalltagen und fast 6 Wochen später als 2015. Aber es war eine unwürdige Beobachtung, denn die Sonne stand nur wenige Minuten, nachdem sie über die Häuserkante kam, gleich hinter Bäumen und die Äste wischten bei leichtem Wind ständig durch das Bildfeld. Das Seeing, soweit man es durch die Äste hindurch erkennen konnte, war vergleichsweise gut. Dafür hatte die Sonne auch noch Mühe, sich durch die Wolken zu kämpfen. Natürlich, wie sollte man es auch anders erwarten, verschwanden alle Wolken, als die Sonne vollständig hinter Bäumen stand und nicht mehr zu beobachten war.

Im Weißlicht waren die beiden einzigen Fleckengruppen nur mit Mühe auszumachen, weil sie nur einen ganz geringen Kontrast gegenüber der umgebenden Oberfläche aufwiesen. Die AR 12610 war eine A1 und die 12611 eine B2 und beide waren auf der Nordhalbkugel zu finden. Überdies waren noch zwei kleine Fackelfelder auszumachen.

Ein rascher Wechsel zum PST war vonnöten, um hier überhaupt noch etwas sehen zu können, auch wenn die Äste hier noch mehr störten, weil die Sonne weiter hinter den schon weitgehend unbelaubten Baum gerückt war. Nur durch schnelles Zählen konnte die Beobachtung abgeschlossen werden. Am Rand standen 7 Protuberanzen, die sowohl am Ost- als auch am Westrand interessante Formen aufwiesen. Auf der Oberfläche fand ich 4 Flaregebiete und 6 Filamente, darunter eine lange Filamentkette im Südwesten.

Sonntag, 13. November 2016

Sonne am 13.11.2016

Nach nunmehr 13 (!) Ausfalltagen aufgrund permanentem Hochnebel oder bewölktem Himmel, sah es heute auch nicht nach einer Beobachtung aus. Von den Wetterfröschen angekündigt war ein langes sonniges Wochenende. Der Freitag war denn auch in der Tat sonnig, ich machte früher Feierabend und konnte auch noch einen ersten flüchtigen Blick auf die Sonne werfen, doch nach nur 1 bis 2 Minuten war schon der Rand des nächsten Hochhauses zu sehen. Die Beobachtung wurde damit wertlos und ich hatte wieder einmal verloren, während viele andere natürlich beobachten konnten.

Gestern war es dann trotz der angeblichen sonnigen Tages ständig bedeckt und es schneite zeitweise leicht. Heute sollte es ab 9 Uhr aufklaren, dann ab 11 Uhr, dann ab 13 Uhr. Passiert ist jedoch in allen Fällen nichts. Erst als die Sonne hinter dem ersten meiner beiden gegenüberliegenden Hochhaus stand, gab es größere Wolkenlücken, die sich dann rasch immer weiter ausdehnten. Kurz vor 14 Uhr dann das nicht mehr Erwartete: die Sonne stand neben dem höchsten Gebäudeteil und ich konnte mit dem Beobachten loslegen. Dachte ich ich. Doch das Seeing war grauenhaft. Der Sonnenrand in heftiger Bewegung und die Oberfläche wie ein Kochtopf blubbernd. Keine Details auszumachen. Erst einige Minuten später änderte sich das und al erstes konnte ich die AR 12610 als B 4 sehen. Die südwestlich davon stehende AR 12609 erkannte ich nur durch Zufall und klassifizierte sie als B4. Die härteste Nuss war die AR 12608. Sie stand direkt am westlichen Sonnenrand und war bei dem Gewabbel dort immer nur für Sekundenbruchteile zu sehen. Ich war mir aber sicher, sie wirklich erkannt zu haben und zählte sie als A1.

Schnell noch baute ich das PST auf mein Tischstativ, dass auf der Fensterbank stand, und auch hier trat der Effekt auf, dass ich erstmal gar nichts sah. Erst durch veränderte Filtereinstellungen erkannte ich am Sonnenrand insgesamt 5 Protuberanzen – die beiden „größten“ am Westrand – und 4 Flaregebiete und 8 Filamente auf der Oberfläche. Aufgrund des nun deutlich schlechter werdenden Seeings hatte ich große Mühe, das Bild scharf zu stellen. Dennoch erkannte ich eine von Nord nach Süd verlaufende Filamentkette im Osten und eine quer dazu stehende tief im Süden, während es westlich des Meridian außer den Protuberanzen keine Aktivitätserscheinungen zu sehen gab.

Zum Abschluss – die Sonne drohte schon hinter der nächsten Häuserkante zu verschwinden – wollte ich noch eine Abschlussbeobachtung im Weißlicht machen, doch das Seeing war inzwischen dermaßen schlecht geworden, dass ich außer einer weißen Fläche und einem gezackten Rand nichts mehr sah. Endlich mal Glück gehabt, was eine Seltenheit in den letzten Monaten war!