Sonntag, 13. November 2016

Sonne am 13.11.2016

Nach nunmehr 13 (!) Ausfalltagen aufgrund permanentem Hochnebel oder bewölktem Himmel, sah es heute auch nicht nach einer Beobachtung aus. Von den Wetterfröschen angekündigt war ein langes sonniges Wochenende. Der Freitag war denn auch in der Tat sonnig, ich machte früher Feierabend und konnte auch noch einen ersten flüchtigen Blick auf die Sonne werfen, doch nach nur 1 bis 2 Minuten war schon der Rand des nächsten Hochhauses zu sehen. Die Beobachtung wurde damit wertlos und ich hatte wieder einmal verloren, während viele andere natürlich beobachten konnten.

Gestern war es dann trotz der angeblichen sonnigen Tages ständig bedeckt und es schneite zeitweise leicht. Heute sollte es ab 9 Uhr aufklaren, dann ab 11 Uhr, dann ab 13 Uhr. Passiert ist jedoch in allen Fällen nichts. Erst als die Sonne hinter dem ersten meiner beiden gegenüberliegenden Hochhaus stand, gab es größere Wolkenlücken, die sich dann rasch immer weiter ausdehnten. Kurz vor 14 Uhr dann das nicht mehr Erwartete: die Sonne stand neben dem höchsten Gebäudeteil und ich konnte mit dem Beobachten loslegen. Dachte ich ich. Doch das Seeing war grauenhaft. Der Sonnenrand in heftiger Bewegung und die Oberfläche wie ein Kochtopf blubbernd. Keine Details auszumachen. Erst einige Minuten später änderte sich das und al erstes konnte ich die AR 12610 als B 4 sehen. Die südwestlich davon stehende AR 12609 erkannte ich nur durch Zufall und klassifizierte sie als B4. Die härteste Nuss war die AR 12608. Sie stand direkt am westlichen Sonnenrand und war bei dem Gewabbel dort immer nur für Sekundenbruchteile zu sehen. Ich war mir aber sicher, sie wirklich erkannt zu haben und zählte sie als A1.

Schnell noch baute ich das PST auf mein Tischstativ, dass auf der Fensterbank stand, und auch hier trat der Effekt auf, dass ich erstmal gar nichts sah. Erst durch veränderte Filtereinstellungen erkannte ich am Sonnenrand insgesamt 5 Protuberanzen – die beiden „größten“ am Westrand – und 4 Flaregebiete und 8 Filamente auf der Oberfläche. Aufgrund des nun deutlich schlechter werdenden Seeings hatte ich große Mühe, das Bild scharf zu stellen. Dennoch erkannte ich eine von Nord nach Süd verlaufende Filamentkette im Osten und eine quer dazu stehende tief im Süden, während es westlich des Meridian außer den Protuberanzen keine Aktivitätserscheinungen zu sehen gab.

Zum Abschluss – die Sonne drohte schon hinter der nächsten Häuserkante zu verschwinden – wollte ich noch eine Abschlussbeobachtung im Weißlicht machen, doch das Seeing war inzwischen dermaßen schlecht geworden, dass ich außer einer weißen Fläche und einem gezackten Rand nichts mehr sah. Endlich mal Glück gehabt, was eine Seltenheit in den letzten Monaten war!

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