Freitag, 30. Dezember 2016

Sonne am 30.12.2016

Am vermutlich letzten Tag des Jahres, wo eine Sonnenbeobachtung möglich ist – für morgen wird durchgehend bedeckter Himmel vorhergesagt – war der Himmel wieder schön blau und das Seeing noch schlechter als gestern. Die Sonne zappelte im Okular nur so vor sich hin und es war anfangs absolut nichts zu sehen, nicht mal ein definierbarer Rand. Also musste ich erst einmal abwarten, ob sich die Situation verbessern würde.

Das passierte tatsächlich, wenn auch die Werte für Ruhe und Schärfe wieder nur bei jeweils 4 nach der 5-stufigen Kiepenheuer-Skala lagen und fast schon wertlos waren. Leider kann ich derzeit nur in der Mittagszeit beobachten, da die Sonne am Vor- und Nachmittag durch Häuser und Bäume verdeckt wird.

Ein Beobachter unserer kleinen Hamburger Sonnengruppe hatte eine kleine A1 gesehen und auch auf Satellitenfotos war sie deutlich zu erkennen. Nun galt es, sie auch im kleinen 80/400er-Refraktor zu finden, was zu Beginn schier unmöglich erschien. Ein paarmal kam sie aus der flirrenden Seeingsuppe hervor und so war ich mir sicher, sie wirklich gesehen zu haben.

Im Halpha-Licht war es nicht wirklich besser. Auch hier war erst einmal außer einer wild tanzenden roten Scheibe nichts zu sehen. Durch Spielen mit der Filtereinstellung am PST erkannte ich zunächst 5 kleine Protübchen und zwei kleine Flaregebiete. Allmählich sah ich auch die Filamente besser und kam schließlich auf 9 Stück, in der Hoffnung, nicht irgendwelche übersehen oder vermeintlich zu viel gesehen zu haben.

Der Winter mit tiefstehender Sonne ist von der Jahreszeit her gesehen nicht des Sonnenbeobachters beste Periode und das Datensammeln wird zum reinen Glücksspiel.

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Sonne am 29.12.2016

Wie schon mehrfach an dieser Stelle betont, gehen blauer Himmel und gutes Seeing nur selten gemeinsame Wege. Erst recht nicht im Winter. Als ich gegen 12 Uhr MEZ das Teleskop aufstellte, sah ich nur eine »Zappelsonne« im Okular, bei Ruhe- und Schärfewerten von jeweils 4 nach der Kiepenheuer-Skala. Leider verbesserte sich das auch bei längerer Beobachtungszeit nicht mehr.

Im Weißlicht war daher kein Fleck und nur noch ein Fackelfeld am Westrand erkennbar.

Selbst im H-alpha-Licht war auf der Oberfläche heute weniger zu sehen, vor allem wirkte alles aufgrund des Seeings deutlich schwächer als in den letzten Tagen. Neben zwei klitzekleinen Flaregebieten waren nur 7 Filamente zu sehen, die zwar eine anständige Größe aber einen geringen Kontrast gegenüber dem Rest der Oberfläche aufwiesen. Dafür gab es am Sonnenrand vier schöne Protuberanzen: zwei Büschel, ein Bogen und eine kleine Pyramide, sodass man hier für die fleckenlose Sonne im Weißlicht mehr als entschädigt wurde, wenn sich das schlechte Seeing hier auch nicht ganz verleugnen ließ.

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Sonne am 28.12.2016

Der Sturm hatte über Nacht nachgelassen, doch der Himmel war den ganze Vormittag übre bewölkt, sodass ich eigentlich nicht mit einer Beobachtung rechnete. Gegen Mittag zeigten sich dann aber erste größere Wolkenlücken und pünktlich zur »Beobachtungszeit« kurz nach 12 Uhr zeigten sich wie gestern streifenartige Wolken, über und unter denen der Himmel wolkenlos war. Und genau hinter den Wolken stand die Sonne. Doch mit zunehmender Dauer wurde der Himmel wolkenloser, während das schlechte Seeing auch heute erhalten blieb.

Im Weißlicht hatte sich nur wenig getan. Die AR 12621 hatte sich mit der Sonnenrotation weiter nach Westen bewegt und stand am Rande eines Fackelfeldes. Sie war nur noch eine B2 und dürfte wohl morgen schon wieder verschwunden sein.

Im H-alpha-Licht waren auch nur enige Veränderungen sichtbar. Am Rand standen 4 kleine Protuberanzen. Im Südosten war gar ein kleiner Bogen zu erkennen. Auf der Oberfläche registrierte ich 2 kleine Fackelgebiete sowie 7 Filamente, von denen eines im Nordosten ziemlich zerzaust wirkte. Die Sonne war also weiterhin von einer geringen Aktivität gekennzeichnet.

Dienstag, 27. Dezember 2016

Sonne am 27.12.2016

Einfach war sie nicht, die heutige Beobachtung. Der Nordweststurm hatte zwar die Wolken auseinander gerissen, doch liefen die Lücken zumeist über oder unter der jeweils aktuellen Position der Sonne am Himmel durch. Während der gesamt Nordhimmel fast wolkenfrei war, stauten sich die Quälgeister just an der Stelle, wo die Sonne stand. Und in den wenigen Augenblicken, in denen überhaupt war zu sehen war, war das Seeing winterlich schlecht.

Im Weißlicht konnte ich zunächst nur einen wallenden Sonnenrand und heftige, wellenartige Bewegungen auf der Oberfläche wahrnehmen. Schnell durch das Gesichtsfeld jagende Wolkenfetzen machten es zudem für das Auge schwer, sich auf bestimmte Punkte zu fokussieren. Doch als ich erst einmal die binnen der letzten Stunden entstandene AR 12621 im Nordosten fand, sah ich sie immer wieder und konnte sie schließlich als B5 klassifizieren. Weitere Gruppen waren unter den gegebenen Umständen nicht zu sehen.

Im H-alpha war das Ganze dann noch eine Spur dramatischer, weil ich hier zunächst außer einer roten Scheibe gar nichts sah. Erst allmählich konnte ich durch mehrfaches Drehen an der Filtereinstellung des PST drei kleine Protuberanzen am Sonnenrand erkennen, später dann 1 Flaregebiet und 9 heute durchaus auch mal größere Filamente erkennen. Insgesamt war es abermals eine winterlich-typische Situation bei niedrig stehender Sonne und miesem Seeing und Sturmböen, die mehr als einmal das Teleskop umzukippen versuchten, obwohl es in beiden Fällen nur kleine Geräte waren, die zum Einsatz kamen und eigentlich wenig Angriffsfläche boten. Eigentlich ...

Montag, 26. Dezember 2016

Sonne am 26.12.2016

Am 2. Weihnachtsfeiertag bei stürmischen Böen und schnell dahinziehenden Wolken und Wolkenlücken endlich wieder eine kurze Sonnenbeobachtung, bei allerdings winterlich schlechten Seeing, wenn auch die Außentemperaturen derzeit bei ca. 10 Grad liegen.

Die Sonne war im Weißlicht wieder mal fleckenfrei, ein Anblick, an den man sich in den kommenden Jahren wird gewöhnen müssen.

Im H-alpha-Licht sah das Ganz schon sehr viel interessanter aus. Am Rand erkannte ich vier kleine Protuberanzen. Im Nordosten ging eine davon direkt in ein dunkles Filament über. Insgesamt zählte ich 7 ziemlich regellos verteilte Filamente auf der Oberfläche sowie 2 kleine flareartige Aufhellungen. Diese waren aber fast nur punktförmig, weil hier die lokale Magnetfeldstärke nicht ausreicht, um ein größeres Flaregebiet zu erzeugen. Drei Bögen auf der Osthälfte der Sonne waren außerdem insofern interessant, weil sie die ausgedehntesten Erscheinungen auf der Oberfläche waren. Auch auf immer kleiner werdende Protuberanzen, Filamente und Flaregebiete muss man sich in den kommenden Jahre einstellen.

Sonntag, 18. Dezember 2016

Sonne am 18.12.2016

Nach 6 weiteren Ausfalltagen und den nicht eingehaltenen Versprechungen, dass es von Freitag bis heute durchgängig sonnig sein sollte, tat sich heute kurz nach 14:30 Uhr ein schmaler Streifen wolkenfreien Himmels auf. Dieser kam zunächst kaum voran, während sich die Lücke von mehreren Seiten her schon zu verkleinern. Am Ende reichte es wieder nur für etwa ein bis zwei Minuten. Und das bei abermals miesem Seeing.

Im Weißlicht war die Beobachtung von Anfang an problematisch, weil der Sonnenrand zackig ausgefranst erschien und daher am Rand keine Flecken oder Fackelfelder zu sehen waren. Dafür konnte ich zwei Fleckengruppen auf der Sonne relativ leicht finden: eine B4 knapp nördlich des Sonnenäquators und schräg nördlich davon eine B2.

Im H-alpha-Licht störte dieses Mal das Seeing nicht ganz so sehr. Aber auch hier liefen regelrecht Wellen durch das Bild. Überdies musste ich mich beeilen, denn die Wolkenlücken begannen sich schon wieder zu schließen. Durch schnelles Zählen kam ich auf 8 Protuberanzen (inkl. einer schwebenden Wolke im Nordosten) sowie 2 klitzekleinen, punktförmigen Flaregebieten und 4 Filamenten. Kurz vor Ende der Beobachtung, die durch mit einem Mal schneller werdenden Wolkenschichten verursacht wurde, erkannte ich noch, dass der Rest der Sonnenoberfläche weitgehend frei von Erscheinungen war. Und dann war schon wieder Schluss. 2 bis 3 Minuten Sonne statt 2 bis 3 Tage ... 

Sonntag, 11. Dezember 2016

Sonne am 11.12.2016

Winterliche Sonnenbeobachtungen kranken oft nicht nur am niedrigen Sonnenstand und dem altbekannten Katastrophenseeing in dieser Jahreszeit, auch das Wolkengedöns erschwert den Blick zum Tagesgestirn. So zogen sich meine Beobachtungen heute über mehrere Stunden hin, weil ich nur kurze Wolkenlücken ausnutzen konnte und gegen eine Mehrschichtbewölkung ankämpfen musste. Hatte ich mal ein etwas klareres Bild, zog es meist wieder zu oder Baumwipfel störten, oder Häuser, oder …

Im Weißlicht konnte ich selbst bei einer kurzen, nur wneige Sekunden währenden Wolkenlücke keinen Sonnenfleck erkennen, sie war für mich heute fleckenfrei und auch nur ein Fackelgebiet war am Westrand zu sehen, der kräftig vor sich hin zappelte, aber auch für kurze Augenblicke weniger Störungen aufwies.

Danach musste ich geschlagene drei (!!!) Stunden auf die nächste passende Wolkenlücke warten. Im H-alpha-Licht wr die Sonne dann ebenso inaktiv wie im Weißlicht. Gerade mal 5 Protuberanzen waren am Sonnenrand zu erkennen, zwei am Ost- und drei am Westrand. Am auffälligsten war dabei ein heller Bogen im Südosten und eine Gruppe von drei zusammen hangenden Minibögen im Westen. Auf der Oberfläche fand ich nur ein einziges Flaregebiet und vier schwache Filamente, die bei einem Seeing von jeweils 4 für Ruhe und Schärfe nach der Kiepenheuer-Skala kaum Kontrast zeigten. So stellte sich wieder einmal nach dem Sinn von Sonnenbeobachtungen bei solchen äußeren Bedingungen. Andererseits, wenn niemand hinguckt, bekommt auch niemand die Entwicklung der Sonnenaktivität »live« mit!

Samstag, 3. Dezember 2016

Sonne am 3.12.2016

Dass blauer Himmel und schlechtes Seeing nicht immer Hand in Hand gehen, durfte ich heute erfreulicherweise erleben. 10 Minuten früher als gestern konnte ich mein kleines Teleskop auf der Fensterbank aufbauen und der scharfe und gute definierte Sonnenrand deutete schon auf ein recht gutes Seeing hin.

Im Weißlicht war die AR 12615, die jetzt fast auf dem Sonnenmeridian steht, als erste deutlich wahrnehmbar. Ich sah mehr Flecken als gestern und stufte sie als D14 ein. Die AR 12612 war als D4 nah dem Westrand noch einigermaßen gut zu erkennen. Sehr viel schwieriger wurde es mit den anderen beiden Gruppen, die ich erst nach der vorsichtigen Reinigung des Okulars mit Klarwasser und einem bereits benutzten Geschirrhandtuch bzw. ein Stück Haushaltsrolle wirklich erkannte. Die AR 12614 war nur noch eine B2 und die 12616 nur noch eine A1. Außerdem erkannte ich gerade mal zwei kleine Fackelgebiete, je eines davon am Ost- und am Westrand.

Gutes Seeing macht sich natürlich sofort im H-alpha-Licht bemerkbar und nachdem ich auch hier das Okular gereinigt hatte, sah ich sogar noch mehr Details. Staub und Schmutz beeinträchtigen nämlich sehr stark die Sichtung von Einzelheiten im H-alpha-Licht, besonders beim PST.

Hier fiel mir gleich beim ersten Blick eine aufsteigende Protuberanz im Nordwesten auf, die gleichzeitig die größte derzeit sichtbare war. Die restlichen vier erhoben sich nur wenig über den Sonnenrand. Auf der Oberfläche waren die vier Flaregebiete von gestern noch vorhanden, wobei das mit der AR 12612 verbundene schon stark schwächelte, ebenso wie das bei der 12616. Beide Gruppen sind offenbar bereits in Auflösung begriffen und man darf gespannt sein, ob sie morgen noch zu sehen sein werden.

Neben Protuberanzen und Flaregebieten waren da noch neun Filamente, darunter mittlerweile drei Ketten – zwei im Norden, eine im Süden – und selbst im Flaregebiet der AR 12615 steckten zwei kleinere Exemplare. Hier dürfte, auf aufgrund der gegenwärtigen Position nahe des Meridians und der Größe der Gruppe noch am ehesten mit einem erdwärts gerichteten Ausbruch und in der Folge davon mit Polarlichtern zu rechnen sein. Andererseits gab es in der Vergangenheit genügend Beispiele, bei denen selbst große Aktivitätsgebiete ziemlich inaktiv blieben. So gilt auch hier die Devise: Abwarten und Tee trinken, auch wenn es eine Adventsmischung ist ...

Freitag, 2. Dezember 2016

Sonne am 2.12.2016

Erstmals seit Oktober konnte ich mir heute an einem Freitag mal früher freinehmen und bei strahlend blauem Himmel hoffte ich, rechtzeitig zu Hause zu sein, um noch die Sonne zu beobachten. Das klappte auch, leider war das Seeing grottenschlecht – wie üblich in dieser Jahreszeit – und so hatte ich anfangs erhebliche Probleme, überhaupt etwas zu erkennen. Zwischendurch gab es jedoch immer wieder Phasen, in denen das Bild stand und ich dann doch ein paar Details mehr ausmachen konnte.

Im Weißlicht waren nach dem relativ schwachen November gleich vier Fleckengruppen zu sehen. Die AR 12615 stach mir als erste ins Auge und ich klassifizierte sie als D9. Die zweite Gruppe, die ich erkannte, war die AR 12612, die für mich eine D5 war. Dazwischen lag die AR 12614 als C4 und die war nur sehr schwer zu sehen. Blickweise tauchte sie aus dem allgemeinen Seeinggeblubber auf, doch Einzelheuten waren entweder gar nicht oder nur ansatzweise zu sehen. Noch schwieriger wurde es mit der AR 12616 nördlich davon. Anfangs fand ich sie gar nicht, bis ich sie mal bei einem der wenigen Augenblicke ruhiger Luft als A3 erkennen konnte. Fackelfelder waren fast gar nicht zu finden.

Im H-alpha-Licht war wegen des dort stark wallenden Randes ebenfalls nicht einfach, irgendetwas zu erkennen. Insgesamt 7 Protuberanzen erkannte ich am Sonnenrand, darunter ein Spritzer und ein Bogen am Westrand. Der Rest war eher kümmerlich. Auf der Oberfläche sah ich 4 helle Flaregebiete – an den Positionen der Aktivitätsgebiete im Weißlicht – und darüber hinaus 6 Filamente, inkl. zweier Filamentketten im Nordosten bzw. Süden.

Es war eine Beobachtung der Kategorie „immerhin überhaupt beobachtet“. Das schlechte Seeing nervte dann doch sehr und machte das Fleckenzählen zu einer reinen Pflichtübung.