Dienstag, 27. Dezember 2016

Sonne am 27.12.2016

Einfach war sie nicht, die heutige Beobachtung. Der Nordweststurm hatte zwar die Wolken auseinander gerissen, doch liefen die Lücken zumeist über oder unter der jeweils aktuellen Position der Sonne am Himmel durch. Während der gesamt Nordhimmel fast wolkenfrei war, stauten sich die Quälgeister just an der Stelle, wo die Sonne stand. Und in den wenigen Augenblicken, in denen überhaupt war zu sehen war, war das Seeing winterlich schlecht.

Im Weißlicht konnte ich zunächst nur einen wallenden Sonnenrand und heftige, wellenartige Bewegungen auf der Oberfläche wahrnehmen. Schnell durch das Gesichtsfeld jagende Wolkenfetzen machten es zudem für das Auge schwer, sich auf bestimmte Punkte zu fokussieren. Doch als ich erst einmal die binnen der letzten Stunden entstandene AR 12621 im Nordosten fand, sah ich sie immer wieder und konnte sie schließlich als B5 klassifizieren. Weitere Gruppen waren unter den gegebenen Umständen nicht zu sehen.

Im H-alpha war das Ganze dann noch eine Spur dramatischer, weil ich hier zunächst außer einer roten Scheibe gar nichts sah. Erst allmählich konnte ich durch mehrfaches Drehen an der Filtereinstellung des PST drei kleine Protuberanzen am Sonnenrand erkennen, später dann 1 Flaregebiet und 9 heute durchaus auch mal größere Filamente erkennen. Insgesamt war es abermals eine winterlich-typische Situation bei niedrig stehender Sonne und miesem Seeing und Sturmböen, die mehr als einmal das Teleskop umzukippen versuchten, obwohl es in beiden Fällen nur kleine Geräte waren, die zum Einsatz kamen und eigentlich wenig Angriffsfläche boten. Eigentlich ...

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