Donnerstag, 27. April 2017

Sonne am 27.4.2017

Die heutigen Sichtbedingungen waren kaum besser als die gestrigen. Es standen nur wenige Wolkenlücken zur Beobachtung zur Verfügung und darin war das Seeing abermals grottig. Ein heftig wallender Sonnenrand und eine blubbernde Oberfläche behinderten die ohnehin nur knappen Möglichkeiten zusätzlich.

Im Weißlicht konnte ich nur noch die AR 12651 als C2 und die AR 12653 als H1 sehen und kein einziges Fackelfeld am Sonnenrand.

Im H-alpha-Licht sah es kaum besser aus: Am Rand 6 mickrige Protuberanzen, die kaum mehr als knapp über den Rand hinausragende Spitzen zeigten, auf der Oberfläche 3 nur noch wenig aufgehellte, aber großflächige Flaregebiete sowie 5 kleine Filamente – nur eines im Nordwesten nahm etwas mehr Fläche ein. Weite Teile der Oberfläche waren erscheinungsfrei und es sieht so aus, als ob sich die Aktivität unseres Tagesgestirns erst einmal wieder zur Ruhe begibt.

Mittwoch, 26. April 2017

Sonne am 26.4.2017

Endlich konnte ich einigermaßen störungsfrei nach Feierabend beobachten und es hätte wirklich schön werden können: wenn ich nicht hätte länger arbeiten müssen und wenn das Seeing nicht grottig gewesen wäre. Am Rande einer träge dahinziehenden Gewitterwolke war der Himmel blau und mutig stellte ich mein Teleskop auf der Fensterbank auf. Nur vereinzelte Windstöße störten mein Treiben. Doch der Blick durch das Teleskop war zum Abgewöhnen: ein zittriger Sonnenrand und eine blubberige Oberfläche. Für Sekunden war das Bild zwar besser, um gleich danach wieder katastrophal schlecht zu werden.

Im Weißlicht hatte ich denn auch echte Probleme, überhaupt etwas zu sehen. Von der AR 12651 im Norden sah ich nur die beiden Penumbren, weshalb ich sie als D2 einstufte und die AR 12651 als A1 sah ich zunächst überhaupt nicht. Erst, als ich schon aufgeben wollte, zeigte sie sich ganz kurz, um danach wieder im Seeinggeblubber zu verschwinden. Bei der AR 12653 im Süden war es etwas einfacher: sie war für mich eine H1.

Eigentlich hätte ich mir eine nachfolgende H-alpha-Beobachtung schenken können. Das Seeing schlug hier noch grausamer zu, denn am Anfang sah ich nur ein konturlose Oberfläche und einen wabbeligen Rand ohne Protuberanzen. Aber auch hier zeigte sich zeitweise dann doch etwas und so zählte ich schnell die Erscheinungen durch, bis die Gewitterwolke die Beobachtung vorzeitig beendete. Ich kam – nur mit sehr großer Mühe – auf 6 Protuberanzen (inkl. Einem schwebenden Teil am Westrand), 4 kleine Filamente und 2 Flaregebiete. Es gab nur zählbare Beobachtungen, keine wirklich schönen Astrobeobachtungen am heutigen Tage.

Dienstag, 25. April 2017

Sonne am 25.4.2017

Heute zog Murphy -  nach dem nächsten Ausfalltag - mal wieder alle Register: erst zog es schlagartig zu, als ich zu Hause ankam, dann hing die einzig verfügbare Wolkenschicht direkt vor der Sonne, als nächstes drehte sich wieder mal der Okularauszug und warf das Okular heraus – ich konnte es gerade noch auffangen, bevor es aus dem Fenster viel – und dann war bei allem Überfluss das Seeing zeitweise eine mittelschwere Katastrophe. Zwischen den wenigen wolkenfreien Augenblicken, die sich mir boten, waren der Sonnenrand und die Oberfläche so am Wabern, dass ich schon wieder abbauen wollte.

Als nächstes – das Teleskop stand auf der Fensterbank - wehte der Wind so in das Zimmer hinein, dass ein Gefäß herunterfiel und seinen gesamten Inhalt – frisches Wasser – über den Boden ergoss. Darüber verging dann eine weitere Wolkenlücke und ich musste fast 20 Minuten auf die nächste warten. Vom Aufstellen des Teleskops bis zum Ersten durchschauen verging eine gute halbe Stunde … und dann war das Sonnenbild nur mäßig gut.

Im Weißlicht fand ich zunächst nur 2 Fleckengruppen, die AR 12651 als D2 und die AR 12653 als H2. Die AR 12652 war zunächst nicht zu finden und tauchte erst Minuten später aus dem allgemeinen Gewaber auf. Ich klassifizierte sie als A1, mehr konnte ich da nicht sehen und auch keine Fackelfelder entdecken.

Mutig setzte ich noch mein PST ein. Mit dem gleichen Effekt: ich verscheuchte damit die Wolkenlücken und es dauerte abermals eine gute Viertelstunde, bis ich mich bei miesem Seeing regelrecht durchkämpfen musste. Am Rand zählte ich 6 Protuberanzen, darunter zwei, fast gegenüber stehende, schwebende Bögen und auf der Oberfläche 3 Flaregebiete und 5 kleine Filamente. Kaum damit fertig, kam die nächste Wolke an. Mittlerweile, wo dieser Blogbeitrag entstand, wurden die Wolkenlücken größer, doch nahm gleichzeitig der Wind an Heftigkeit zu, sodass ich auf einen weiteren Beobachtungsversuch verzichtete ...

Sonntag, 23. April 2017

Sonne am 23.4.2017

Der Morgen nach der »Langen Nacht der Museen« begann mit einem dicken Murph: bis kurz vor der Zeit, genauer gesagt: 5 Minuten (!!!), wo ich auf dem Dachboden hätte beobachten können, zog der bis dahin klare Himmel zu und es schüttete wie aus Eimern. Die nächste größere Wolkenlücke kam erst 4 Stunden später, als die Sonne exakt über der Häuserkante stand und ich mit meinem Teleskop nicht rankam. Es musste nochmals eine Stunde vergehen, bis ich endlich das Fernrohr auf die Sonne ausrichten konnte und feststellen musste, dass das Seeing eine einzige Katastrophe war: Sonnenrand in ständiger Bewegung und auf der Oberfläche nichts zu sehen. Erst allmählich – das Ende der Wolkenlücke war schon zu sehen – wurden die Sichtbedingungen etwas besser.

Im Weißlicht war die Ar 12651 auf der Nordhalbkugel weiterhin zu sehen und zwar als D4 mit jeweils zwei Flecken in den und außerhalb der Penumbren. Dahinter stand eine nur in den Augenblicken ruhiger Luft sichtbare A1. Im Sünden war die AR 12653 als H2 zu sehen, wobei nur schwer zu entscheiden war, ob es sich hier um zwei dicht beieinander stehende Penumbren mit Fleck handelte, oder ob das Hofgebiet beide Flecken umfasste. Imposant war das dahinter stehende Fackelfeld, in dem es so aussah, als ob da ein weiterer Fleck drinsteckte, den ich aber nicht sicher sehen konnte und daher nicht mitzählte.

Im H-alpha-Licht – hierfür hatte ich wegen des Endes der Wolkenlücke nur wenig Zeit – fand ich 5 kleine Protuberanzen, auf der Oberfläche 4 zum Teil sehr große Flaregebiete und 4 Filamente, wobei das größte im Nordosten als dicker »Flatschen« zu sehen war. Kurz nach Ende der Schnellauszählung zog der Himmel wieder zu und es begann wieder zu regnen und zu stürmen ...

Samstag, 22. April 2017

Sonne am 22.4.2017

In der heutigen „Langen Nacht der Museen“ in Hamburg, an der ich auf der Bergedorfer Sternwarte tätig sein werde und vorher noch eine Führung mache, steht viel Astronomie auf der Agenda, da konnte ich nicht unbedingt erwarten, morgens auch noch beobachten zu können. Aufgrund der aktuellen Sturmlage wechselten sich aber Wolken und blauer Himmel in rascher Folge ab und so gelang mit eine Relativzahlbestimmung kurz nach 8 Uhr. Leider war das Seeing – wie immer bei solchen Wetterlagen – nicht berauschend.

Im Weißlicht war die AR 12651 auf der Nordhalbkugel als D5 mit zwei richtigen Penumbren zu sehen, die kleine AR 12652, vor zwei Tagen noch deutlich als A1 zu erkennen, hatte sich offenbar aufgelöst und war verschwunden. Im Süden war die AR 12653 neu um den Ostrand herum gekommen und eine J1, die mitten in einem Fackelfeld stand.

Im H-alpha-Licht konzentrierte sich die Aktivität unseres Tagesgestirns weitgehend auf die Osthälfte, bis auf die Protuberanzen, von denen ich 7 Exemplare fand und 2 davon am Westrand (eine Pyramide und die unteren Enden eines schwachen Bogens). Am Ostrand befand sich eine Protuberanz gerade im Übergang zu einem wirklich dicken, fetten Filament, das ein wenig an eine Raupe erinnerte. Ansonsten waren die 8 insgesamt Filamente wieder wild verstreut. Im näheren Umfeld der AR 12651 fand ich gleich 3 von 4 Flaregebieten (eines stand weiter westlich war war nahezu punktförmig). Abermals waren aber weite Teile der Sonnenoberfläche im H-alpha-Licht völlig erscheinungsfrei!

Donnerstag, 20. April 2017

Sonne am 20.4.2017

Dank der Mitteleuropäischen Sommerzeit konnte ich nicht nur die Zeit nach Feierabend für eine Beobachtung nutzen, sondern auch die nun wieder auftauchenden Wolkenlücken. Als ich nach de Arbeit zu Hause ankam, war der Himmel nämlich schon wieder zugezogen, nachdem ich noch bei leichtem Sonnenschein in die U-Bahn eingestiegen war, um nach Hause zu fahren. Kurz vor 19 Uhr zeigten sich dann auch Richtung Osten kommende Wolkenlücken – die vorherrschende Richtung der Wolkenbewegung ist hier eigentlich Nordwest – und ermöglichten mir eine Beobachtung bei sogar ziemlich gutem Seeing.

Im Weißlicht war als erstes die AR 12651 als D4 mit 3 Penumbren zu sehen. Es hatte sich gegenüber gestern nichts verändert. Dahinter stand zum Sonnerand hin eine A1 in einem Fackelfeld und schräg nordwestlich der AR 12651 entdeckte ich eine weitere A1, die allerdings nur sehr schwer zu sehen war und quasi am Rande des Auflösungsvermögens meines Teleskops stand.

Im H-alpha-Licht fand ich am Rand wieder 7 Protuberanzen – einen Bogen ein ein wirres »Etwas« im Nordosten, eine Pyramide und eine schwebende Wolke sowie einige kleine Spitzen im Nordwesten -, 3 helle Flaregebiete rund um die AR 12651 und 7 Filamente, die wieder wild über die Sonnenoberfläche verteilt waren.

Mittwoch, 19. April 2017

Sonne am 19.4.2017

Der Tag begann durchaus sonnig und so sah es auch beim Feierabend aus. Dann jedoch ein klassischer Murph: sobald ich das Fernrohr aufbauen wollte, kamen Wolken an und schloss die relativ große Wolkenlücke. Es dauerte über eine Stunde, bis die nun mit einem Mal träge dahinziehenden Wolken den Blick auf die Sonne freigaben. Diese reichte aber nicht aus, um die Sonne wirklich vollständig zu beobachten. Es dauerte eine weitere Stunde und dann nochmals fast eine, bis ich alle Daten zusammen hatte. Das Seeing war dabei erstaunlich gut.

Im Weißlicht war die AR 12651 nun anscheinend vollständig um den Ostrand herum rotiert, denn es konnten hinter der Gruppe erstmal keine weiteren Flecken erkannt werden, sodass ich die Gruppe als D4 mit drei Penumbren klassifizierte und kein Fleck befand sich außerhalb der Hofgebiete. Das sie umgebende Fackelfeld war immer noch zu sehen und das nördlicher davon auch, das aber immer noch keinen Fleck enthielt.

Im H-alpha-Licht war die meiste Aktivität im Bereich der AR 12651 zu finden. Hier zeigten sich 3 der insgesamt 7 Protuberanzen, die zudem respektable Ausmaße hatten. Hier waren auch die drei einzigen Flaregebiete auf der ganzen Sonne zu finden. Dazu kamen noch 9 regellos verteilte Filamente, während große Teile der Sonnenoberfläche erscheinungsfrei waren.

Dienstag, 18. April 2017

Sonne am 18.4.2017

Nach den letzten, doch ziemlich erfolgreichen, Beobachtungstagen, wo ich morgens vom Dachboden aus beobachten konnte, setzte ich alle Hoffnungen auf den Feierabend, zumal ich tagsüber im Büro in der Sonne gesessen hatte. Spätestens ab mittags schlossen sich die immer weniger werdenden Wolkenlücken und es sah danach aus, als ob ich gleich wieder den nächsten Ausfalltag bekommen würde. Nach Feierabend gab es zwar durchaus wolkenfreie Gebiete am Himmel, doch die zogen alle an der Sonne vorbei.

In einer ersten Wolkenlücke war allerdings so gut wie nichts zu sehen, der Sonnenrand war heftig in Bewegung und auf der Oberfläche war praktisch nichts zu sehen, das Seeing lag zwischen 4 und 5. Die Beobachtung wäre also völlig unbrauchbar gewesen. Erst drei (!) Stunden später riss die Bewölkung im Nordwesten auf. Die Sonne war inzwischen deutlich tiefer gesunken und so konnte ich bei nun wieder ganz guten Seeing (Ruhe und Schärfe 3) beobachten.

Im Weißlicht war am Ostrand die neue AR 12651 als D2 aufgetaucht und stnd in einem auffälligen Fackelfeld. Nördlich davon gab es ein zweites, worin sich aber kein wahrnehmbarer Fleck befand. Bei der neuen Gruppe könnte es sich um die alte AR 12544 handeln, genaueres wird man aber erst feststellen können, wenn die ersten Positionsmessungen vorliegen.

Jetzt war auch eine Beobachtung im H-alpha-Licht möglich. Am Ostrand erkannte ich nur zwei Protuberanzen, einen kleinen Bogen und eine Spitze. Beide positioniert an den Stellen, in denen im Weißlicht die beiden Fackelfelder und die neue AR 12651 zu sehen waren. Hier befanden sich auch zwei der insgesamt 10 Filamente, die wild verstreut über der Sonnenoberfläche zu sehen waren. Dabei hatte sich die Filamentkette am Südpol abermals verkürzt, war aber nach wie vor sichtbar.

Am Ende eines nicht nur in wettertechnischer Hinsicht durchaus chaotischen Tages stand dann noch eine Sonnenbeobachtung, die ebenfalls einen ziemlich bizarren Hintergrund hatte.

Montag, 17. April 2017

Sonne am 17.4.2017

Der Morgen begann wieder sehr sonnig – ich werde es schmerzlich vermissen, wenn ich ab morgen wieder auf der Arbeit bin und Überstunden machen muss – und so konnte ich gleich wieder auf dem Dachboden beobachten. Dieses Mal bei außergeöhnlich gutem Seeing, was selten genug vorkommt. Daher zeigten sich auch mehr Details im H-alpha-Licht als in den letzten Tagen. Und ich hatte in anderer Hinsicht ebenfalls Glück: Die Wolken hielten sich bis zum Entstehen dieses Blogbeitrags zurück, danach zog es sehr schnell wieder zu und es gab nu noch ein paar einzelne Wolkenlücken.

Vom Weißlicht gibt es nichts Neues zu berichten, denn die Sonne ist nun schon am 3. Tag in Folge fleckenfrei.

Im H-alpha-Licht war die Beobachtung bei den heute sehr guten Luftbedingungen ein wahrer Genuss. Erstmals seit Wochen konnte ich das typischerweise während der Inaktivitätsphasen der Sonne im Minimum auftretende sogenannte chromosphärische Netzwerk – es erscheint als dunkle Feinstruktur über die Sonne verteilt – beobachten, aber auch sehr viele kleine, stummelige Filamente.

Besonders interessant war heute der Ostrand. Hier hatten sich sämtliche vorhandenen Protuberanzen – immerhin 5 Stück – versammelt. Die auffälligste zeigte nicht nur über der Chromosphäre eine deutliche Aufhellung, hier wies ein kleiner, filigraner Bogen schräg versetzt hinter den von der Erde aus unsichtbaren Teil der Sonnenoberfläche. Nördlich davon ging grad eine Protuberanz in ein Filament über, während die restlichen drei Protuberanzen eher klein waren und kaum über den Rand hinaus reichten.

Auf der Oberfläche konnte ich nicht nur das von der AR 12650, von der im Weißlicht nichts mehr zu sehen war, nach wie vor vorhandene Flaregebiet sehen, sondern auch 10 Filamente und das längste in der Südpolarregion war auch immer noch vorhanden, allerdings hatte sie sich etwas verkürzt. Anscheinend steigt die Aktivität im H-alpha wieder ein wenig an, vielleicht wird man davon auch was im Weißlicht sehen. Man sollte in den nächsten Tagen den Ostrand weiter im Blick haben!

Sonntag, 16. April 2017

Sonne am 16.4.2017

Die morgendliche Beobachtung war wieder mal eine ganz knappe Kiste, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Überraschenderweise zeigte sich zu der Zeit, als ich auf dem Dachboden beobachten konnte, eine vergleichsweise große Wolkenlücke, durch die die Sonne bereits schien. Nach dem Aufwachen sprang ich also aus dem Bett, nahm meine bereit stehenden Sachen und konnte auch gleich mit der Beobachtung beginnen. 

Leider kam von der großen Wolkenlücke nur ein kleiner Teil an der Position der Sonne an, sodass ich größtenteils durch dünne Schleierbewölkung und dünne Baumäste durchschauen musste. Einen Augenblick später kam noch eine kleine Lücke hinterher, die aber ebenfalls weitgehend an der Sonne vorbeiging und ich wieder nur einen winzigen Teil nutzen konnte. Das Seeing war entsprechend schlecht, der Rand leicht wallend und die Oberfläche leicht zappelig mit kurzen Momenten der Besserung.

Gegenüber gestern hatte sich die Aktivität unseres Tagesgestirn praktisch nicht verändert; im Weißlicht war die Sonne weiter fleckenfrei.

Im H-alpha-Licht zeigten sich noch weniger Erscheinungen, was nicht nur am schlechten Seeing lag. Ich konnte nur noch 5 kleine Protuberanzen – eine am West- und vier am Ostrand – zählen, zwei Flaregebiete rund um die Position der ex-AR 12650 sowie zwei Filamente: eine Kette und einen Stummel nahe der Flaregebiete. Gleich danach zog der Himmel wieder zu und beendete die Beobachtung.



Samstag, 15. April 2017

Sonne am 15.4.2017

Sturmgepeitscht stand das Fernrohr auf der Fensterbank, trotzte Wind und Regen und schaute beharrlich auf die Sonne …

So ungefähr könnte man die heutige Beobachtungssituation beschreiben, die ich nach ergiebigen Regengüssen am Vormittag um die Mittagszeit herum antraf. Dabei war das Seeing in der relativ großen Wolkenlücke relativ gut, verglichen mit den Tagen vorher.

Im Weißlicht war allerdings kein Fleck mehr zu sehen, die AR 12650 hatte sich aufgelöst und die Sonne war wieder fleckenfrei. Lediglich am Ostrand war ein kleines Fackelgebiet zu sehen. Zwischendurch wallte der Sonnenrand mal heftig, aber da gab sich meist nach kurzen Augenblicken.

Im H-alpha-Licht war das teilweise sehr sprunghafte Seeing auch zu bemerken und die Sichtbedingungen schwankten zwischen sehr guter und vollkommen indiskutabler Sicht hin und her – weitaus stärker als zuvor im Weißlicht. Am Ostrand beobachtete ich gleich ein kleines Konglomerat an Protuberanzen, die zwar klein an Gestalt waren, aber dicht beieinander standen. Darunter auch ein etwas größerer Bogen, sowie einige kleinere Spitzen und ein umgedrehtes Ypsilon, insgesamt 6 Exemplare. Weitaus ruhiger war die Oberfläche, wo ich an der Position der ehemaligen AR 12650 wieder zwei Flaregebiete sah. In der Nähe befand sich auch ein kleines Filament, die beiden restlichen standen in der Nähe der solaren Südpolregion und die kleine Filamentkette war auch noch vorhanden. Ansonsten war die Sonne aber auch im H-alpha weitgehend erscheinungsfrei.

Freitag, 14. April 2017

Sonne am 14.4.2017

Der Tag begann in Teilen sehr sonnig, doch zogen immer wieder mehr oder weniger dichte Wolkenfelder mit relativ hoher Geschwindigkeit dahin, die sich nervig-störend auf die Beobachtung auswirkten und die auch für das zeitweise ziemlich schlechte Seeing verantwortlich waren. Die Sonne zeigte bisweilen einen sehr zackigen Rand und auch die Oberfläche blubberte in manchen Augenblicken wie ein Kochtopf mit heißem Wasser. Dennoch gab es zwischendurch, vor allem wenn die wolkenfreien Phasen größer waren, auch ruhige Momente, in denen man fast ungestört beobachten konnte. Und die Beobachtung fand wieder auf dem Dachboden statt und natürlich noch vor dem Frühstück!

Im Weißlicht war aufgrund der oben genannten Bedingungen das Beobachten sehr schwierig und erst nach längerer Zeit stand fest, dass der »Kleinkram« von gestern entweder nicht mehr vorhanden war oder ich ihn mit meinem kleinen Fernrohr nicht auflösen konnte. Daher sah ich heute nur die AR 12650 als J1, dazu ein Fackelfeld am Ostrand.

Einen Tick besser war es im H-alpha-Licht, wo das schlechte Seeing heute nicht ganz so durchschlug wie gestern. Am Rand fand ich 6 kleine Protuberanzen, die zwar sehr unterschiedliche Formen aufwiesen, aber dennoch nur winzige Ausmaße besaßen. Auf der Oberfläche fiel mir sofort das relativ große, zweigeteilte Flaregebiet rund um die AR 12650 auf. Demnach hätte die Gruppe im Weißlicht eigentlich sehr viel größer sein müssen. Dass es dort dennoch nur einen winzigen Fleck gab, lag an dem lokal nur schwach ausgeprägtem Magnetfeld. Darüber hinaus gab es hier noch 5 Filamente, darunter eine längere Kette in der Nähe des solaren Südpols.

Insgesamt betrachtet war die Aktivität, wie schon in den letzten Tagen, ausgesprochen ruhig.

Donnerstag, 13. April 2017

Sonne am 13.4.2017

Eigentlich hatte ich heute nicht mehr mit einer Beobachtung gerechnet. Nachdem es den ganzen Tag über – während ich auf der Arbeit war und typischerweise am Tag vor Karfreitag auch noch Überstunden machen musste - immer wieder mal sonnig, aber es gab auch reichlich Regen zwischendurch. Als ich dann endlich nach dem Einkauf zu Hause ankam, sah ich die letzte große Wolkenlücke in Richtung Osten abziehen, wie so oft.

Laut Wetterradar sollte aus Richtung Nordsee ein größeres, wolkenfreies Gebiet heranziehen, aber das kam nicht, weil sich immer wieder neue Wolken bildeten. Also hakte ich den Tag innerlich schon mal ab. Dann jedoch zeigte sich eine erste Lücke, in der ich zwar die Sonne, im Teleskop aber nicht mal den Sonnenrand erkennen konnte. Gut 10 Minuten später kam dann eine durchaus noch gerade eben brauchbare Lücke. Das Seeing war dabei gar nicht mal das Schlimmste, sondern der Wind und die hohe Schleierbewölkung. So war der Sonnenrand dieses Mal zwar gut definiert, doch waren Details auf der Oberfläche nur schwer wahrzunehmen. Aber es ging, wenn auch der Hintergrund im Okular sehr weißlich-schleimig erschien.

Im Weißlicht erkannte ich von der AR 12650 nur die kleine Penumbra, weshalb ich die Gruppe als J1 definierte. Schräg darüber war »etwas« zu sehen, das aussah, wie eine kleine Anhäufung von kleinen Flecken, die ich daher als A3 klassifizierte.

Im H-alpha-Licht waren die Beobachtungsbedingungen auch nicht viel besser: der Hintergrund leuchtete gedämpft orange. Das ganz Bild war recht dunkel – der Syph zu dicht -, und dennoch gab es jene kurzen Momente, in denen ich 5 Protuberanzen, 3 Filamente und 2 Flaregebiete sicher erkannte. Kurz danach war die Wolkenlücke wieder zu und jetzt, wo diese Zeilen kurz nach der Beobachtung entstehen, ist der ganze Himmel wieder völlig bewölkt. Da kann ich wirklich froh sein, überhaupt etwas gesehen zu haben, wenn auch unter schlechten und durchaus fragwürdigen Bedingungen.

Dienstag, 11. April 2017

Sonne am 11.4.2017

Unerwarteterweise war heute Morgen der Himmel weitgehend zu dem Zeitpunkt klar, an dem ich auf dem Dachboden beobachten konnte, was ist dann auch tat. Einige durchziehende Wolken waren nervig und das Seeing nicht vom feinsten, obwohl es immer wieder Augenblicke mit fast stehende Luft gab.

Im Weißlicht erkannte ich die AR 12650 sofort. Sie hatte ihre kleinen Flecken verloren und bestand nur noch aus einer kleinen Penumbra, sodass ich sie als J1 klassifizierte. Trotz intensiver Suche entdeckte ich keine weiteren Gruppen, allerdings zeigt sich auf Satellitenaufnahmen einiges an Kleinkram hinter der Gruppe, den ich aber nicht auflösen konnte. Die beiden einzigen Fackelfelder auf der Sonne waren denn auch hinter der Gruppe zu finden.

Im H-alpha-Licht wurde ich überrascht von zwei großen, aufsteigenden Protuberanzen am Ostrand, was darauf hindeutet, dass hier eine weitere Gruppe im Anmarsch ist. Die eine befand sich direkt hinter der AR 12650 und sah aus wie ein hoch aufragender Spitzkegel. Weiter südlich gab es eine schwebende Wolke und nördlich einen weiteren, allerdings wesentlich kleineren Spitzkegel. Im Nordwesten stand ein kleiner Büschel und insgesamt kam ich beim Zählen auf 7 Protuberanzen. Die Oberfläche war dagegen fast erscheinungsfrei, nur zwei helle Flaregebiete und 5 kleine Filamente – eines befand sich am Ostrand im Übergang von Protuberanz zu Filamente – konnte ich dort sehen. Für die nächsten Stunden bzw. Tage sollte man in beiden Wellenlängen den Ostrand im Auge behalten!

Montag, 10. April 2017

Sonne am 10.4.2017

Von einer Magen-Darm-Erkrankung geplagt, schleppte ich mich heute Morgen auf den Dachboden, um enigstens noch eine kurze Beobachtung hinzubekommen. Das Seeing war denn auch gnädig und so konnte ich die Beobachtung binnen gut 10 Minuten abschließen.

Im Weißlicht war die AR 12650 als C3 - in einem auffälligen Fackelfeld stehend – um den Ostrand herumrotiert. Einige Beobachter hatten sie bereits gestern Abend gesehen. Ein zweites, kleineres, Fackelfeld sah ich noch weiter nördlich.

Im H-alpha-Licht war die Aktivität der Sonne weiter niedrig. An der Stelle der AR 12650 sowie weiter im Westen waren je ein Flaregebiet zu sehen, die 3 hier vorhandenen Filamente fielen kaum auf – weite Teile der Sonnenoberfläche waren erscheinungsfrei - und auch die 6 Protuberanzen am Rand waren nur sehr klein. Nach dem Durchgang der neuen Gruppen ist die Sonne abermals in ein zeitlich lokales Minimum gefallen. 

Sonntag, 9. April 2017

Sonne am 9.4.2017

Endlich ist es wieder soweit: ich kann die Sonne wieder morgens vom Dachboden aus beobachten, was ich angesichts des zwar leicht syphig-weißen, aber wolkenlosen Himmels auch gleich ausnutzte. Das Seeing war dann auch noch überraschend gut, doch viel gab es nicht zu sehen.

Im Weißlicht war die Sonne fleckenfrei und am Ostrand konnte ich nur ein kleines Fackelfeld erkennen. Vielleicht erscheint hier demnächst eine neue Fleckengruppe.

Fast das gleiche Bild im H-alpha-Licht: Am Rand gab es 7 kleine Protuberanzen, die meist nur kleine Spitzen zeigten, auf der Oberfläche ein helles Flaregebiet – das an der Position der AR 12648. Die Zahl der Filamente ging auf nur noch 2 zurück. Ansonsten war auch im H-alpha die Sonne weitgehend erscheinungsfrei und am Ostrand zeigte sich nichts Neues.

Samstag, 8. April 2017

Sonne am 8.4.2017

Nach zwei witterungsbedingten Ausfalltagen konnte ich heute nur durch winzige Lücken beobachten, in denen aber das Seeing ganz ordentlich war. Binnen zweier Tage, in denen ich die Entwicklung verpasste, hatte sich das Angesicht der Sonne vollkommen verändert, denn sie war heute wieder fleckenfrei.

Im Weißlicht bemühte ich mich vergebens, eine Fleckengruppe zu finden. Das westlich des Sonnenmeridians stehende Aktivitätsgebiet 12648 zeigte in meinem kleinen Fernrohr keine Flecken und auch am Sonnenrand konnte ich nur 2 kleine Fackelgebiete am Westrand sehen. Nach den großen Gruppen der letzten zwei Wochen war das der totale Gegensatz und die Aktivität – wie eigentlich schon von mir erwartet – wieder völlig in sich zusammengebrochen.

Der milchig-weiße Himmel und die nur kleinen Lücken erschwerten vor allem die Beobachtung im H-alpha-Licht. Anfangs sah ich nur eine gedämpfte orangefarbene Scheibe ohne Details, die erst nach und nach rauskamen. Am Rand zählte ich 7 kleine Protuberanzen, auf der Oberfläche 1 helles Flaregebiet – an der Position der AR 12648 – sowie 6 winzige Filamente. Immerhin: es ist eine Beobachtung, wenn sie auch unter äußerst widrigen Bedingungen zustande gekommen ist.

Mittwoch, 5. April 2017

Sonne am 5.4.2017

Zunehmende Winde und ein miserables Seeing bestimmten heute meine Beobachtung: der Rand war durchweg zackig und die Oberfläche blubberte munter vor sich hin. Selbst im H-alpha-Licht war es daher keine leichte Beobachtung. Überdies war die Wolkensituation wieder sehr nervig und ständig durch das Gesichtsfeld ziehende Wolkenfetzen störten die Beobachtung zusätzlich.

Im Weißlicht konnte ich – auch aufgrund des schlechten Seeings, das nur ab und zu kurze Blicke auf eine »klarere« Sonnenoberfläche zuließ – nur noch zwei Fleckengruppen sehen: die AR 12645 als F18 nahe dem Westrand auf der Südhalbkugel und weiter östlich davon die AR AR 12648. Der Norden war heute fleckenfrei und die AR 12649 nicht mehr zu sehen, was aber auch am Seeing liegen konnte.

Im H-alpha-Licht waren die schlechten Bedingungen im Form eines auch hier stark zitternden Randes und einer Oberfläche zu sehen, die anscheinend ständig von durchlaufenden Wellen heimgesucht wurde. Dabei war die Aktivität auch hier zurückgegangen: nur 6 kleine Protuberanzen am Rand und 6 Filamente und 2 Flaregebiete auf der Oberfläche waren zu zählen. Durch die Sonnenrotation hatten sich die Aktivitätsgebiete nach Westen verschoben. Sodass nun weite Bereiche westlich des Sonnenmeridians erscheinungsfrei waren. Am interessantesten war noch ein Filament im Nordwesten, das nun über den Rand tritt und dort als Protuberanz sichtbar wurde. Anscheinend stehen uns nach dem Verschwinden der AR 12645 am Westrand wieder ruhigere Tage auf der Sonne bevor!

Dienstag, 4. April 2017

Sonne am 4.4.2017

Am ersten Tag nach dem Urlaub eine Sonnenbeobachtung zu bekommen, ist eine feine Sache, zumal die Sonne mittlerweile bei Feierabend so hoch steht, dass der Blick auf sie nicht mehr durch Häuser oder Bäume verstellt wird. Die Außentemperaturen waren angenehm, dafür war das Seeing (Ruhe und Schärfe 4 nach der Kiepenheuer-Skala) grottig.

Im Weißlicht war die AR 12644 vollkommen um den Westrand wegrotiert, nachdem sie sich gestern Nachmittag noch mit einer fulminant aufsteigenden Protuberanz verabschiedet hatte. Übrig geblieben war die ihr nachfolgende AR 12649 als C3, die letzte verbliebene Gruppe auf der Nordhalbkugel. Im Süden war dagegen noch die AR 12645 als F16 zu sehen, allerdings scheint ihre Entwicklung nun langsam zu stagnieren. Ganz im Osten war die AR 12648 als D8 zu finden.

Im H-alpha-Licht beruhigte sich die Aktivität jetzt auch etwas. Am Rand befanden sich 6 zumeist sehr kleine Protuberanzen – zwei Bögen, ein Büschel und drei kleine Spitzkegel – zu finden. Am Fußpunkt der Protuberanz, die an der Position der wegrotierten AR 12644 stand, war eine kleine Aufhellung zu sehen, möglicherweise gehen die Aufsehen erregenden Eruptionen von der Erde aus gesehen »hinter der Sonne« weiter. Im Bereich der AR 12645 und der AR 12648 waren im H-alpha noch helle Flaregebiete zu sehen, insgesamt kam ich auf 4 Exemplare. Wer aufmerksam hinschaute konnte auch noch 6 kleine Filamente finden. Es ergab sich heute ein ganz komisches Bild: die Aktivitäten beschränkten sich auf den Ost- und den Westrand, während das Gebiet rund um den Zentralmeridian vollkommen erscheinungsfrei war.

Montag, 3. April 2017

Sonne am 3.4.2017

An meinem letzten Urlaubstag zeigten sich am Vormittag teilweise durchaus längere Wolkenlücken, sodass ich das aktuelle Geschehen weiterverfolgen konnte und das Seeing war auch ganz ordentlich.

Im Weißlicht war die AR 12644 aufgrund der Sonnenrotation weiter gen Westen gezogen und stand genau am westlichen Sonnenrand in einem größeren Fackelfeld. Ich klassifizierte sie abermals als E-Gruppe, dieses Mal mit 12 Flecken. Gleich dahinter stand eine neue Gruppe: eine D4, noch ohne NOAA-Nummer. Diese beiden Gruppen liefen über die Nordhalbkugel. Im Süden fanden sich die AR 12645 als F24 mit weiter sehr auffälligen Penumbren, von denen ich wieder 2 auch mit Objektivsonnenfilter und bloßem Auge sehen konnte. Zumindest bildete ich mir das ein,d enn letzte Sicherheit kontne ich nicht erlangen.

Am Ostrand war die AR 12648 weiter reingewandert und zeigte sich als D5 mit – genau wie bei der anderen neuen Gruppe – nur schwach entwickelten Penumbren.

Schnell wechselte ich danach ins H-alpha-Licht, wo trotz der beiden M-Flares von gestern die Aktivität insgesamt wieder abgenommen hatte. Die beiden Flares – ein M5.3 und ein M5.7 – erreichten um 8:02 UT und um 20:33 UT jeweils ihre Höhepunkte. Heute zählte ich schon 5 Flaregebiete, doch im Gegenzug gab es nur 5 winzige Protuberanzen und 5 Filamente, die aber kaum Kontrast zur restlichen Oberfläche aufwiesen. Überdies war die Sonne fast frei von ihren üblichen Erscheinungen im H-alpha-Licht. Anscheinend kann die Sonne in dieser Phase des ausgehenden 24. Fleckenzyklus keine größeren und länger existierenden lokalen Magnetfelder mehr bilden. Um so erstaunlicher die beiden Ereignisse der letzten Tage, ganz so, als müsse sich unser Tagesgestirn nun etwas von den Anstrengungen der letzten Tage erholen ...

Sonntag, 2. April 2017

Sonne am 2.4.2017

Aufgrund der Rückfahrt vom Urlaubsort gab es gestern für mich den nächsten Ausfalltag, dafür ärgerte ich mich heute erstmal über meinen Standort. Im Urlaub konnte ich vor das Haus gehen und zu Hause musste ich erst einmal wegen der hohen Bäume warten, bis ich mit dem Beobachten beginnen konnte und das trotz blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Dabei hatte sich binnen zweier Tage viel verändert, der Aktivitätsschub war wider Erwarten nicht in sich zusammengefallen, im Gegenteil, er hatte noch zugelegt. Das Seeing war allerdings deutlich schlechter als am Urlaubsort!

Im Weißlicht dominerten weiterhin die beiden Aktiven Regionen der letzten Tage das Geschehen. Die AR 12644 war aufgrund der Sonnenrotation deutlich nach Westen gerückt und hatte nun wieder Flecken und Penumbren zwischen dem voranschreitenden und dem nachfolgenden Fleckenteil. Auch schien sie mir länger geworden zu sein, weshalb ich sie als E14 klassifizierte, auch unter Berücksichtigung der bereits beginnenden Verzerrung am Sonnenrand.

Die größte Entwicklung hat die über die Südhalbkugel laufende AR 12645 durchgemacht, sie hatte an Ausdehnung zugelegt und an Komplexität gewonnen, weswegen ich sie als F19 klassifizierte. Ganz dicht am Ostrand war noch eine A1 in einem Fackelfeld zu finden: die neue AR 12648. Im Norden stand dann noch die AR 12647, die ich aber mit meinem kleinen Fernrohr nicht erkennen konnte. Immerhin gelang es mir noch mit dem Objektivsonnenfilter zwei Flecken mit bloßem Auge zu sehen, wenn auch nur ganz knapp an der Wahrnehmungsgrenze.

Im H-alpha-Licht war das Geschehen schon ein wenig seltsam. Zwar war heute Morgen – wegen meiner Bäume verpasste ich den Helligkeitsanstieg – ein heller Flare in der randnahen AR 12644 zu sehen und auch in der 12645 war eine deutliche Aufhellung zu sehen, doch abgesehen von einen schwachen Flaregebiet rund um die AR 12648 war die Sonne nahezu erscheinungsfrei, nur ein schwaches Filament im Norden und eines im Flaregebiet der AR 12645 war noch zu sehen. Am Rand erkannte ich dann noch 8 Protuberanzen, die meisten davon am Westrand und nur eine im Osten, wobei wieder alle möglichen Formvariationen auftraten: Rampen, Büschel, Spitzkegel und nach außen greifende Bögen.

Freitag, 31. März 2017

Sonne am 31.3.2017

Am letzten Tag vor meiner Rückreise nach Hamburg konnte ich abermals vor dem Frühstück beobachten. Der Himmel war ziemlich vercirrt, aber gerade so, dass man noch einigermaßen problemlos durchgucken konnte.

Im Weißlicht hatte die AR 12644 nun alle Flecken außerhalb der Penumbren verloren und gehörte nach meiner Einschätzung zur Waldmeierklasse D. Auf der Südhemisphäre hatte sich die AR 12645 seit gestern enorm weiterentwickelt und ich stufte sie als E24 ein, vor allem, da nicht nur ihre Penumbren, sondern auch der Raum dazwischen teilweise sehr wirr strukturiert ist, was immer auf ein sehr komplexes, lokales Magnetfeld hinweist.

Das zeigte sich denn auch im H-alpha-Licht, wo am Rand 6 kleine Protuberanzen – die größte im Nordwesten – und auf der Oberfläche 5 teilweise sehr helle Flaregebiete und 8 kleine, oft kaum wahrnehmbare Filamente zu sehen waren, sich weite Teile der Oberfläche aber auch wieder ohne Erscheinungen solarer Aktivität präsentierten.



Donnerstag, 30. März 2017

Sonne am 30.3.2017

Von einem anderen Standort als gewohnt zu beobachten, kann auch für die Sonne von riesigem Vorteil sein, denn durch meinen Jahresurlaub, der dieses Jahr wohl nur eine Woche lang sein wird, und die Astroreise nach Rheinland-Pfalz konnte ich bisher an jedem Tag beobachten und damit die Verluste durch die schlechten Bedingungen in Hamburg zumindest ein wenig auffangen, wenn auch nicht ausgleichen.

So begann auch der heutige Tag mit einer Sonnenbeobachtung und das unter lange nicht mehr erlebtem guten Seeing. Im Weißlicht gibt es weiterhin zwei größere Fleckengruppen, die AR 12644 im Norden und die AR 12645 im Süden. Und bei beiden sind zwei völlig gegeneinander laufende Entwicklungen zu beobachten: die 12644 hat ihre Einzelflecken zwischen den Penumbren verloren und wird wohl demnächst zerfallen, die 12645 hat abermals einen kleinen Schub und neue Flecken und Penumbren dazubekommen. Sie steht derzeit, ohne eine Messung vorgenommen zu haben, an der Grenze zur Klasse E, dürfte diese aber auch wegen der fehlenden Komplexität der Penumbren, die doch eher sehr einfach gestrickt sind, noch nicht überschritten haben.

Im H-alpha-Licht ist dagegen die bereits gestern in Ansätzen zu beobachtende, wieder abflauende Aktivität klar erkennbar. Die Zahl der Protuberanzen ist auch 6 Stück zurückgegangen, die am Westrand stehenden sind von der Erde aus gesehen hinter die Sonne rotiert. Im Osten ist nur noch ein kleiner Bogen und ein Spritzer zu sehen, während es im Westen (noch) zwei weitere Bögen, eine Rampe und ein Spitzkegel sind. Damit dürfte der jüngste Anstieg der Aktivität bald schon wieder vorbei sein.

Mittwoch, 29. März 2017

Sonne am 29.3.2017

Der Tag begann wieder sehr sonnig, bei frischen Temperaturen, hoher Feuchtigkeit und einem fast blauen Himmel. Lange habe ich das vermisst.

Nach dem rasanten Anstieg der Aktivität in den letzten Tagen scheint sie nun wieder ein wenig zu stagnieren. Das wird besonders an der AR 12644 deutlich, die in den letzten Stunden fast alle Flecken zwischen den Penumbren verloren hatte. Ein untrügliches Zeichen für eine bevorstehende Auflösung des Sonnenflecks. Sie war dennoch weiterhin eine D-Gruppe mit nunmehr 14 Flecken. Die AR 12646 war am Westrand nicht mehr zu sehen, nur das sie umgebende Fackelfeld war noch vorhanden. Die AR 12645 hingegen zeigte kaum Veränderungen und war eine D mit 7 Flecken.

Im H-alpha-Licht schien mir die Aktivität auch ein wenig abgenommen zu haben. Am Rand tummelten sich zwar 7 Protuberanzen -5 davon am Westrand mit Bögen, Büscheln und Spritzern – und auf der Oberfläche gab es 5 Flaregebiete – die auffälligsten naturgemäß rund um die beiden Aktiven Regionen – sowie 12 Filamente, dennoch erschein das Bild im Okular auf weniger Aktivität hinzuweisen. Alle Erscheinungen waren kleiner oder zumindest weniger auffällig. Wahrscheinlich wird auch hier der aktuelle Aktivitätsschub alsbald wieder vorbei sein.


Dienstag, 28. März 2017

Sonne am 28.3.2017

Der aktuelle Aktivitätsschub hält offenbar an. Nachdem ich gestern im ersten Anlauf die neue AR 12645 noch übersehen und später dann als A3 klassifiziert hatte, war diese heute als D 6 eindeutig zu sehen und hatte eine enorme Wandlung hinter sich gebracht. Diese rasche Entwicklung neuer Fleckengruppen konnte in der letzten Zeit häufiger beobachtet werden und meist brachen sie kurze Zeit später völlig zusammen. Stabiler erscheint auf jeden Fall die AR 12644, die ich auch heute der Waldmeierklasse D zuordnete undin der ich 14 Flecken zählen konnte. Gestern war noch von einem anderen Sonnenbeobachter eine Länge von 90.000 km ermittelt worden, man darf gespannt sein, welche Ausdehnung sie heute hat und ob sie schon die Grenze zur Klasse E überschritten hat. Kaum der Rede wert war dagegen die AR 12646, die, gestern noch als J1 klassifiziert werden konnte, heute nur noch eine schwach erscheinende A1 in einem Fackelfeld am Westrand war und leicht übersehen werden könnte.

Im H-alpha-Licht war ebenfalls eine deutliche Zunahme der Aktivitätserscheinungen zu registrieren. Am Rand zählte ich 9 Protuberanzen, die gerade am Ostrand recht groß und wirr strukturiert erschienen. Im Südosten war auch eine zu finden, die hier direkt in ein Filament überging, zuletzt hatte ich das im Sommer vergangenen Jahres gesehen. Mit drei Flaregebieten – eines war gerade aktiv - und 12 (!) Filamenten war auch die Oberfläche sehr aktiv. Allerdings gab es nur vier Exemplare, die sich über mehrere heliographische Grade erstreckten, die übrigen waren sehr lokal begrenzt und als mehr oder weniger dick verschmierte Punkte zu sehen. Bleibt zu hoffen, dass uns die gegenwärtige Aktivität noch ein wenig erhalten bleibt, die letzten Wochen gaben schon mal einen Vorgeschmack auf das kommende und warscheinlich sehr tiefe Minimum um 2019/2020 herum.

Montag, 27. März 2017

Sonne am 27.3.2017

Es ist immer wieder ein Erlebnis, den Tag mit einer Sonnenbeobachtung beginnen zu können und so war es mir an meinem Urlaubsort in Daun möglich, recht frühzeitig bei ziemlich gutem Seeing beginnen zu können.

Die Sonnenaktivität hat in der Tat wieder ein wenig angezogen. Die AR 12643 hatte sich aufgelöst, war aber auch gestern nur unter großer Anstrengung zu sehen. Die AR 12644 entwickelte sich dagegen prächtig und war eine D 9 mit zwei ziemlich konfusen Penumbren, was auf eine höhere Aktivität im lokalen Magnetfeld hindeutete. Westlich davon war eine neue J1-Gruppe entstanden, die wohl die NOAA-Nummer 12645 bekommen wird. Die Zahl der Fackelfelder war allerdings weiterhin gering und ich kam nur auf 2, je eine am Ost- und eine am Westrand.

Im H-alpha-Licht war die Beobachtung entsprechend spannend. Am Rand zeigten sich 6 Protuberanzen und drei davon waren sogar etwas größer als die der vergangenen Wochen. Im Nordosten stand ein Spitzkegel neben einer schwachen Erhebung und im Südosten zeigte sich eine schöne Büschelprotuberanz. Am Westrand waren ein kleiner Sitzkegel und ein weiterer Büschel auszumachen, begleitet von kleineren »Protübchen«.

Auf der Oberfläche zeigte sich an der Position der AR 12644 ein auffällig großes und flächiges Flaregebiet, westlich davon zwei und südöstlich ein weiteres, helles Aktivitätsgebiet. Garniert wurde das ganze durch 8 verschieden große, aber nicht besonders auffällige Filamente. Man darf gespannt sein, wie lange der aktuelle Aktivitätsschub anhalten wird. 

Sonntag, 26. März 2017

Sonne am 25. und 26.3.2017

Am 25. März ging es erst einmal per Auto über die A1 ins rheinland-pfälzische Daun zu einem einwöchigen Astrourlaub. Nach unserer Ankunft ging es dann gleich wegen des Astronomietages zum Observatorium Hoher List, wo wir an den dortigen Geräten und denen einiger Sternfreunde die Sonne im Weißlicht und im H-alpha beobachten konnten. Das Wetter war aufgrund vieler Cirren leider eher suboptimal und wir mussten leider mit schlechten Bedingungen Vorlieb nehmen. Viel gab es an dem Tag aber ohnehin nicht zu sehen.

Mit der AR 12643 erkannten wir – selbst mit den dortigen Instrumenten – nur eine einzige kleine Fleckengruppe, die ich als A2 klassifizierte. Im H-alpha-Licht waren es dann trotz der widrigen Bedingungen immerhin 5 Protuberanzen, 4 Filamente und zwei (!) Flaregebiete.

Heute hatte sich dies fundamental geändert. Der Himmel war bläulicher und die Cirren weniger, dafür steigt die Aktivität anscheinend leicht an. Neben der AR 12643, die ich nur schwach als A1 wahrnehmen konnte, war im Weißlicht die AR 12644 neu entstanden und zeigte sich als D7 mit zwei ausgeprägten Penumbren und zwei Fackelgebieten am Sonnenrand.

Im H-alpha-Licht war die Aktität auch heute deutlich höher. 5 Protuberanzen waren am Rand zu sehen – drei davon spürbar größer – und auf der Oberfläche war an der Position der AR 12644 ein helles Flaregebiet zu sehen sowie drei kleinere. Außerdem zählte ich hier 6 Filamente. Schade, dass dies nicht schon am Tag der Astronomie der Fall war.

Freitag, 24. März 2017

Sonne am 24.3.2017

Schon wieder musste ich – witterungs- und vor allem berufsbedingt – gleich fünf Ausfalltage am Stück hinnehmen, sodass die Entwicklung der letzten Tage komplett an mir vorüberging. So ist der März bis dato der Monat mit der seit 2001 schlechtesten Ausbeute an Beobachtungen und es bleibt zu hoffen, dass die nächsten Tage ein wenig besser werden, um die ganzen Verluste aus dem 1. Quartal (bislang nur 21 Beobachtungstage in 2017 gegenüber 36 im Jahr 2016) zumindest ein wenig auszugleichen.

Die Sonnenaktivität ist weiterhin sehr niedrig. Mit der AR 12643 war nur eine winzige Fleckengruppe (eine J2) zu sehen. Fackelfelder waren abermals nicht zu sehen.

Im H-alpha-Licht war es kaum besser: am Rand standen zwar 6 Protuberanzen, durchaus auch in unterschiedlicher Gestalt (Büschel, Spritzer und Bögen), doch auf der Oberfläche gab es nur 5 Filamente – 4 davon punktförmig – und 3 kaum wahrnehmbare Flaregebiete. Für den morgigen Astronomietag ist das schlecht, denn vielen der Besucher*innen auf den Sternwarten werden kaum etwas erkennen können.

Samstag, 18. März 2017

Sonne am 17.3.2017

Die heutige Beobachtung war eine sehr windige Angelegenheit - im wahrsten Sinne des Wortes – und Murphy durfte sich mal so richtig austoben. Doch der Reihe nach. Als ich eine größere Wolkenlücke sah, baute ich meinen kleinen Refraktor auf der Fensterbank auf und justierte ihn ein. Als ich mit der Beobachtung beginnen wollte, drehte sich plötzlich der Herschelkeil und warf das Okular nach unten aus. Bei Aufheben schlug das Fenster fast zu, ich stieß mir den Kopf und musste gleichzeitig das Teleskop festhalten, das aus dem Fenster zu fallen drohte. Doch dem nicht genug.

Alles wieder aufgestellt und die Wolkenlücke war weg. Als nächstes flog wieder ein Zettel raus und nahm den daneben liegenden Bleistift mit. Gleichzeitig rutschte meine Brille von der Fensterbank und beim Zupacken wurde einer der Bügel leicht verbogen. Also darf ich heute noch zum Optiker rennen, da ich morgen mit dem Auto fahren muss. Inzwischen zog die nächsten Wolkenlücke ungenutzt vorüber und der Wind wehte in meiner Wohnung eine Lampe vom Nachttisch, dabei ging die Energiesparlampe zu Bruch und ich musste das weiße Pulver erst mal aufsaugen. Dann endlich wurde es etwas windstiller, bis zur nächsten Wolkenlücke und wieder fegte der Sturm ein Blatt Papier in die Bäume. Murphy at it´s best.

Irgendwanne rwischte ich dann doch eine Wolkenlücke und sah im Weißlicht wieder eine fleckenfreie Sonne, aber immerhin zwei Fackelgebiete, je eines am Ost- und am Westrand.

Die Beobachtung im H-alpha-Licht war angesichts des nun schlechter werdenden Seeing – dafür ließ der Wind ein wenig nach – gelinde gesagt, schwierig. 6 Protuberanzen – fünf am West-, eine am Ostrand – 5 kleine Filamente und weiter nicht ein einziges Flaregebiet waren das Ergebnis, das nur durch das Inkaufnehmen kleinerer Sachschäden zustande kam ...

Donnerstag, 16. März 2017

Sonne am 16.3.2017

Heute war einer der wenigen, wenn nicht gar der wirklich erste, stressfreie Beobachtungstag des Jahres. Es war warm, die Sonne stand ungestört von Wolken am Himmel und sogar das Seeing war ganz ordentlich.

Die Weißlichtsonne war immer noch ohne Flecken und Fackeln, nach meinen eigenen Beobachtungen und den im Web aufzufindenden Aufnahmen der Sonnensatelliten nun schon ununterbrochen seit 11/12 Tagen. Das dürfte die bislang längste fleckenfreie Periode im zu Ende gehenden Zyklus sein.

Im H-alpha-Licht war auch nur wenig zu finden: 6 kleine Protuberanzen inkl. eines kleinen Wölkchens am Rand und 3 etwas länglichere Filamente auf der Oberfläche, während Flaregebiete weiterhin fehlten. Alles ein wenig wie gehabt und auf sehr niedrigem Aktivitätslevel.

Mittwoch, 15. März 2017

Sonne am 15.3.2017

Nachdem es gestern einen Ausfalltag gab, weil sich die Sonne nur um die Mittagszeit zeigte, als ich auf der Arbeit war, war der heute Tag fast makellos blau und ohne Wolken – bis ich nach Hause kam und die Cirren immer mehr wurden. Aber noch waren sie nicht so dicht, dass ich gar nichts mehr sehen konnte, wenn auch der Himmelhintergrund im Weißlicht grau und im H-alpha-Licht hellorange war …

Im Weißlicht zeigte sich ein stark wallender Sonnenrand, der nur wenig vom Geschehen am Rand offenbarte, weswegen ich auch heute kein Fackelfeld erkennen konnte. Im Laufe des Tages meldeten einige Institute eine kleine Pore, die sich mitten auf der Sonne gesehen haben (wollen). In meinem kleinen 80/400er Refraktor war davon naturgemäß nichts zu sehen, da Poren einen Durchmesser von unter einer Bogensekunde haben, die mein Teleskop sowieso nicht auflöst.

Ähnlich sah es leider im H-alpha-Licht aus: Der Rand war auch in dieser Wellenlänge in steter Bewegung. Es waren mit Mühe 5 kleine Protuberanzen zu sehen, während ich auf der Oberfläche auch nur 4 kleine Filamente erkennen konnte. Flaregebiete waren abermals nicht dabei. Und während diese Zeilen entstehen, wird draußen das Sonnenlicht immer fahler ...

Montag, 13. März 2017

Sonne am 13.3.2017

Wieder einmal wurde das Wetter anders als vorhergesagt. Sonnig sollte es sein, doch das Tagesgestirn war weitestgehend hinter Wolken verschwunden. Dennoch gab es ein Lücke, durch die ich dann doch hindurchschauen konnte und das Seeing war gar nicht mal so schlecht, wie in den vergangenen Tagen.

Im Weißlicht war immer noch kein neuer Fleck aufgetaucht und Fackelfelder gab es auch wieder keine zu sehen.

Im H-alpha-Licht hingegen gab es am Ostrand eine schöne kleine Bogenprotuberanz, am Westrand zwei Büschel und drei Spritzer, also insgesamt 6 Erscheinungen. Auf der Oberfläche fehlten weiter alls Flaregebiete. Immerhin konnte ich 3 Filamente mit schwachem Kontrast zur Umgebung erkennen. Für nähere Betrachtungen war dann aber die Wolkenlücke wieder zu klein, doch jetzt, wo die Sonne am untergehen ist, klart der Himmel auf ...

Sonntag, 12. März 2017

Sonne am 11. und 12.3.2017

Die letzten beiden Tagen waren im Norden geprägt von einem syphigen Himmel, während im Rest des Landes der Himmel weitgehend frei von Wolken war. Und so ähnelten sich der gestrige und der heutige Tag sehr bei der Beobachtung. Nur zeitweise war der Himmel für wenige Augenblicke etwas weniger verschleimt und man konnte eine fleckenlose Sonne beobachten.

Gestern konnte ich vor der Abfahrt zum Norddeutschen Astrofotografentreffen nach Hildesheim noch kurz beobachten. Später gab es dort einen wolkenlosen Himmel … Das Seeing war an beiden Tagen schlecht, die Ruhe lag jeweils bei 4, die Schärfe bei 3 und 4 nach der Kiepenheuer-Skala.

Die niedrige Aktivität der Sonne zog dieses Mal auch eine extrem niedrige Zahl an Erscheinungen im H-alpha-Licht nach sich. Gestern kam ich auf 5 Protuberanzen am Rand, wobei die größten Formationen am Westrand zu sehen waren: ein schöner Bogen und ein pyramidenförmiger Spritzer, während eine kleinere Ausgabe davon am Ostrand stand. Zwei kleine Erhebungen, die kaum über den Rand zu schauen vermochten, rundesten das schwache Bild ab. Auf der Oberfläche gab es keine Flaregebiete mehr und nur noch 3 verkümmerte Filamente.

Heute war dies nicht wesentlich anders. An der Stelle der Bogenprotuberanz am Westrand stand nunmehr eine Rampe, aus der Pyramide war ein kleiner Bogen geworden und weiter südlich befand sich ein neuer »Spritzer«. Am Ostrand war aus dem dortigen »Spritzer« eine Büschelportuberanz geworden. Leider war die Wolkenlücke so kurz, dass zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Blogbeitrags der Himmel wieder nur weiß und ohne große Konturen war.

Freitag, 10. März 2017

Sonne am 10.3.2017

Mehrmals angekündigt und dann doch nicht gekommen: der Sonnenschein über Hamburg, doch nach 4 weiteren wolkenverhangenen Tagen schien heute endlich mal wieder die Sonne und ich konnte auch – wider Erwarten – etwas früher Feierabend machen. Also ging es schnell nach Hause und ich baute meinen kleinen 80/400er-Refraktor auf der Fensterbank auf und da war er auch schon, der erste Murph. Ein Windstoß weht das gerade zurecht gelegte Stück Papier nach draußen in die Bäume und der Bleistift fiel herunter. Neues Blatt genommen, Papier aufgehoben und schon waren wieder Wolken da. Ganz klar ein abgekartertes Spiel.

Doch die Quälgeister zogen schnell weg und gaben die Sonne frei, doch außer einem heftigen in Bewegung befindlichen Sonnenrand und einer still vor sich hin blubbernden Oberfläche war nichts zu sehen. Es stellte sich heraus, dass die Sonne nicht nur ohne Flecken, sondern auch ohne Fackelfelder war. Also wechselte ich schnell ins H-alpha-Licht.

Hier zeigte sich vor allen der Rand sehr aktiv: 7 Protuberanzen mit unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen waren zu sehen: eine kleine Pyramide, zwei Spritzer, ein über dem Ostrand schwebendes Wölkchen und ein paar weniger gut definierbare Erscheinungen traten dem Auge des Betrachters entgegen. Die Oberfläche war dann das genaue Gegenteil: kein in meinem kleinen Teleskop sichtbares Flaregebiet und nur 4 zaghafte Andeutungen von Filamenten. Insgesamt also eine sehr ruhige Sonne und: endlich mal wieder beobachtet!

Sonntag, 5. März 2017

Sonne am 5.3.2017

Nachdem der Tag mit heftigen Regengüssen begann, die mich kurz nach 6 Uhr weckten rechnete ich nicht ernsthaft mit einer Beobachtung am Vormittag. Die Wettervorhersage verschob den für den Morgen angekündigten Sonnenschein immer mehr in den Nachmittag und angesichts der Murphys der letzten Zeit hatte ich die heutige Beobachtung eigentlich schon abgeschrieben. Erstaunlicherweise kam es aber anders. Kurz nach 11 Uhr MEZ zeigten sich erste zaghafte Lücken und eine Stunde später riss die Bewölkung dann stellenweise völlig auf und das sogar in Richtung Sonne.

Das Seeing war besser als gestern, wenn auch nicht gerade umwerfend, woran die rasch durchziehenden Wolken einen nicht unerheblichen Anteil hatten. Diese störten die Konzentration auf die Oberfläche im Weißlicht ganz erheblich, doch am Ende der Beobachtung war ich mir sicher, dass die Sonne heute fleckenfrei war. Selbst die kleine B-Gruppe, die gestern noch in kurzen Momenten ganz schwach durchkam, war unter den besseren Bedingungen heute nicht mehr zu finden.

Im H-alpha-Licht war die Sicht ebenfalls erheblich besser und so konnte ich – vorwiegend am Ostrand – insgesamt 6 Protuberanzen sehen. Auf der Oberfläche waren es 2 schwache Flaregebiete und 5 stummelige Filamente, die einer Kette gleich hoch im Norden zu finden waren und dort eine Art Polkalotte bildeten. Man musste allerdings schon sehr genau hinschauen, um sie auch wirklich und wahrhaftig zu sehen.

Glaubt man der Wettervorhersage, war dies wohl die letzte Beobachtung vor der Monatsmitte, denn den nächsten Sonnenschein soll es danach erst wieder ab dem 15. geben, was zum schlechtesten Frühjahr seit 2001 passen würde, wo ich im Februar keine einzige Beobachtung zustande bekommen hatte.

Samstag, 4. März 2017

Sonne am 4.3.2017

Der nun endlich wieder deutlich wahrnehmbare höhere Sonnenstand ermöglichte mir eine Beobachtung kurz nach dem Frühstück. Das Seeing war abermals sehr schlecht, der Syph nahm mir weitestgehend die Sicht und für das H-alpha-Licht war die dadurch bedingte Lichtschwächung schon fast zu stark, um Einzelheiten erkennen zu können. Überdies war der Himmel im Umfeld der Sonne (Daumentest!) hellweiß!

Praktisch nur wenige Stunden nach der letzten Beobachtung hatte sich die aktuelle Sonnenaktivität im Weißlicht schlagratig verändert: zählte ich gestern noch 5 Gruppen, die nach und nach aus dem Syph auftauchten, war es heute nur noch eine kleine B2. Die AR 12638 war um den westlichen Sonnenrand herum wegrotiert und die gestern schon sehr schwächlich wirkenden und kontrastarmen kleinen Gruppen hatten sich quasi über Nacht praktisch aufgelöst. Nur ein kümmerlicher Rest im Bereich der AR 12641 war noch übrig geblieben. Und dieser war immer nur für ganz kurze Zeit im allgemeinen Seeinggeblubber zu sehen. Möglicherweise noch vorhandene, kleinere Flecken sind mit meinem 80/400er-Refraktor aber nicht mehr zu erfassen, zumindest nicht beim gegenwärtigen Seeing und der mangelhaften Durchsicht.

Im H-alpha-Licht war anfangs kaum etwas zu sehen und auch hier konnte ich erst nach längerer Beobachtungszeit überhaupt etwas ausmachen: am Rand befanden sich 5 kleine Protuberanzen, von denen 3 immerhin sehr früh erkennbar waren. Die Oberfläche schien fast frei von Erscheinungen zu sein, nur noch 2 Flaregebiete und drei nahezu punktförmige Filamente waren zu sehen. Anscheinend steht ein erneuter, diesmal besonders tiefer, aber zeitlich begrenzter Aktivitätseinbruch bevor!

Freitag, 3. März 2017

Sonne am 3.3.2017

Wieder gingen 6 Tage ins Land, an denen ich teilweise trotz besten Wetter wieder nicht beobachten konnte, weil ich entweder zu spät Feierabend hatte oder die Sonne nur für 10 Minuten von Wolken bedeckt war: genau in dem Zeitfenster als sie zwischen Hochhaus und Tanne stand. Vorher und nachher war der Himmel wieder wolkenfrei. Nicht so heute. Ich konnte endlich mal früher Feierabend machen und dann bequem die Sonne beobachten, allerdings bei sehr schlechtem Seeing (Ruhe und Schärfe jeweils 4!).

Der erste Blick ins Weißlicht war enttäuschen, wegen zunehmender Schleierbewölkung sah ich zunächst gar nichts. Nicht mal die AR 12638 als J1 am Sonnenrand. Mein Beobachtungsauge fand nichts mit ausreichendem Kontrast, um sich daran festzuhaken. Erst als ich systematisch den Sonnenrand absuchte, fand ich die Gruppe dann plötzlich und die an sich schwache AR 12640 ging mir als A1 denn auch gleich ins Netz. Schwieriger war es mit den übrigen zwei Gruppen. Auch hier musste ich mich schon stark konzentrieren, um sie in dem Syph überhaupt wahrzunehmen. Dann klassifizierte ich die AR 12642 als B6 und die 12641 als B9. In einem Fackelfeld am Ostrand entdeckte ich durch puren Zufall noch eine A1, noch ohne NOAA-Nummer.

Noch schlimmer als im Weißlicht war die Beobachtung im H-alpha-Licht: der Kontrast der Aktivitätsgebiete war hier noch geringer. Zwar erkannte ich am Rand 6 kleine Protuberanzen, doch schon bei den Flaregebieten scheiterte ich fast. Sie sind zwar heller als die umgebende Sonnenoberfläche, dennoch war ihr Kontrast so gering, dass ich kaum etwas sehen konnte. Schließlich zählte ich 3 Flaregebiete und nur 2 kleine Filamentstummel nah am Westrand. Leider wieder eine Beobachtung unter suboptimalen Bedingungen, als Hauptsache, es konnte überhaupt mal wieder beobachtet werden, was in diesem Frühjahr ja eine ausgesprochene Rarität darstellt.


Freitag, 24. Februar 2017

Sonne am 24.2.2017

Eine lange Durststrecke liegt hinter mir, denn nach der letzten kurzen und daher nicht verbloggten letzten Sonnenbeobachtung vom 12.d.M., dauerte es bis heute, dass ich überhaupt wieder ans Beobachten denken konnte. Zu verdanken ist es einem fiesen, aber im Abklingen begriffenen Magen-Darm-Virus, weswegen ich heute zu Hause sein konnte, denn nach wie vor geht die Sonne zu weit südlich unter, um genügenden Abstand zum nervigen Hochhaus gegenüber zu bekommen.

Die Beobachtung fand unter fast widrigen Umständen statt, denn Oberflächendetails waren nur in kurzen Momenten ruhiger Luft wirklich zu sehen, der Rand aber wurde überwiegend scharf abgebildet. Momentan – nach 11 weiteren Ausfalltagen hatte sich das »Sonnenbild« naturgemäß vollkommen verändert. Mit der aktuellen AR 12638 konnte ich nur eine H-Gruppe mit auffälliger Penumbra und zwei kleinen Flecken in ihrem Umfeld erkennen, sodass ich sie als H3 klassifizierte. Fackelfelder waren ob des Seeings keine zu sehen.

Überraschend dann die Beobachtung im H-alpha-Licht: Eine große, aufsteigende Protuberanz fiel mir sofort im Nordwesten auf, die sehr filigran gezeichnet und die größte der letzten Monate war, die ich beobachten konnte. Insgesamt kam ich auf 7 Protuberanzen am Rand – ein netter Bogen stand noch im Nordosten, der Rest war klein und mickrig – sowie 3 Flaregebiete und 8 stummelartige Filamente. Die heutige Aktivität bestätigte wieder einmal die alte Weisheit, dass es es hier im Gegensatz zu manchen Tagen im Weißlicht fast immer etwas spannendes zu sehen gibt.

Freitag, 10. Februar 2017

Sonne am 10.2.2017

Nach der ersten Februarbeobachtung heute gleich die 2. und das unter fast identischen Bedingungen. Am frühen Nachmittag schob sich ein Wolkenloch von Südwesten heran und gab den Blick auf die Sonne frei, wobei das Seeing heute sogar ein klein wenig besser war. Durch Cirren und Restwolken war die Durchsicht aber schlechter, sodass das Bild sowohl im Weiß- als auch im H-alpha-Licht recht dunkel blieb.

Eine neue Fleckengruppe war nicht zu sehen, doch die AR 12635 hatte in der Mitte eine weitere Penumbra erhalten, sich aber nicht spürbar weiter ausgedehnt, sodass sie weiterhin der Klasse D angehörte und nun 9 Einzelflecken aufwies. Fackelfelder am Sonnenrand waren heute nicht zu sehen.

Im H-alpha-Licht zeigte sich im Südosten ein größerer Protuberanzenbogen, daneben eine Protubenrolle. Die restlichen 4 der insgesamt 6 Exemplare kamen nur strichförmig oder leicht spitzkelig über den Rand hinaus. Auf der Oberfläche waren wieder zwei Flaregebiete zu sehen, deren Position nicht mit der AR 12635 identisch war. In dem Areal standen 4 kleine Filamente, ein weiteres war im Südwesten zu finden. Praktisch die gesamte Westhälfte der Sonnenoberfläche war in diesem Wellenlängenbereich ohne jegliche Erscheinungen.

Donnerstag, 9. Februar 2017

Sonne am 9.2.2017

Nach weiteren 10 Ausfalltagen – so schlecht bin ich seit vielen Jahren nicht mehr in ein neues Jahr gestartet – heute die erste Februar-Beobachtung. Zu verdanken habe ich dass der Tatsache, dass der Ableser heute zwischen 14 und 16 Uhr kommen wollte und ich daher früher von der Arbeit weg musste, was auch fast wieder nicht geklappt hat. Dabei sollte heute laut Wetterbericht überhaupt keine Sonne zu sehen sein.

Ich war ein wenig früher zu Hause und stellte erst einmal meinen kleinen 80/400er-Refraktor auf die Fensterbank. Das Seeing war ganz gut, aber die Durchsicht schlecht, weil der Himmel ziemlich vercirrt war, was sich besonders im H-alpha-Licht negativ bemerkbar machte.

Im Weißlicht erkannte ich auf Anhieb die AR 21634 als D6-Gruppe. Sie war die einzige, die ich unter den gegebenen Umständen finden konnte, sowie zwei kleine Fackelfelder am Ostrand.

Ähnlich ernüchternd wirkte die ohnehin schwierige Beobachtung mit dem PST. Aufgrund des vercirrten Himmels war das Bild ingesamt sehr dunkel und die einzelnen Erscheinungen waren nur schwer auszumachen und wiesen einen kaum wahrnehmbaren Kontrast zur Oberfläche, bzw. am Sonnenrand auf. Nur mit Mühe konnte ich am Rand 7 kleine Protuberanzen erkennen, die fast alle wie kleine Baumspitzen aussahen. Lediglich eine im Nordosten sah aus wie ein Büschel. Die Oberfläche war nahezu leer, hier konnte ich auch nur 2 kleine Flaregebiete und 2 kleine Filamente erkennen.

Glücklicherweise gestattete mir der nun endlich auch spürbar größer werdende Tagbogen der Sonne eine Beobachtung zu einer Zeit, wo es bisher nicht ging: die Sonne stand wieder über dem ersten der beiden nervigen Hochhäuser!

Sonntag, 29. Januar 2017

Sonne am 29.1.2017

Die Wetteraussichten für den heutigen Tag ließen keine Hoffnung auf eine Sonnenbeobachtung aufkommen, denn es sollte entweder bedeckt sein oder den ganzen Tag über regnen. Zum Glück kam es etwas anders, denn mitten über der Stadt war eine kleine Wolkenlücke entstanden, in der es zwar keinen blauen Himmel gab, die Wolkenschichten jedoch so dünn wurden, dass die Sonne gerade so eben durchkam. Das Seeing war nicht so schlecht wie gestern und ich hatte noch ausreichend Zeit, zu gucken, bis die Sonne hinter der Kante meines Wohnblicks verschwinden würde

Viel hatte sich gegenüber der gestrigen Beobachtung nicht verändert. Die AR 12628 als H1 war durch die Sonnenrotation weiter nach Westen gerückt und stand nun mitten in dem einzig großen Fackelgebiet, dass auf der Sonne zu finden war. Genau auf dem Sonnenmeridian stand nun die AR 12629 als C6. Sie hatte nicht nur kleine Flecken verloren, die Penumbra im f-Teil existierte auch nicht mehr. Ein kleines Fackelfeld fand ich dann noch am Ostrand.

Im H-alpha-Licht war das Bild anfangs sehr dunkel, weil die Bewölkung noch zu dicht war. Nur kurzfristig war die Sicht ein wenig besser. Optimal waren die Bedingungen sicher nicht, ich konnte daher froh sein, überhaupt etwas zu sehen. Dazu zählten am Rand 5 Protuberanzen, die kaum einen Kontrast gegenüber dem Himmelshintergrund aufwiesen. Ebenso schwach und schwer zu erkennen waren 3 Flaregebiete und 8 Filamente auf der Oberfläche. Deren Zahl war somit auch mehr geraten als wirklich gezählt.

So schnell, wie die Chance zur Beobachtung kam, war sie auch wieder vorbei, denn bereits während des Schreibens dieses Blogbeitrages schloss sich das kleine Wolkenloch – es war nach Satellitenbildern eher ein schmaler, aber langer Streifen – und der Himmel war trüb und grau wie zuvor.

Samstag, 28. Januar 2017

Sonne am 28.1.2017

Nach einer gefühlten Ewigkeit, genau waren es 12 (!) Ausfalltage, konnte ich endlich wieder mal die Sonne beobachten. Dabei war zwischendurch das Wetter oftmals für eine Beobachtung gute geeignet, doch da ich erst nach Sonnenuntergang zu Hause war, konnte ich davon nichts nutzen. Oder es war bedeckt, wie am letzten Wochenende.

Über einen Monat nach der Wintersonnenwende geht die Sonne nun ein wenig weiter nördlich auf und steht jetzt nicht mehr gleich hinter Bäumen, sondern geht direkt hinter den Dächern des Nachbarhauses auf, was sich allerdings negativ auf das Seeing auswirkt. So war denn auch der Sonnenranh heute morgen sehr zappelig, während die Oberfläche relativ kontrastreich erschien. Das begünstigte nicht nur die Sichtbarkeit der wenigen Fackelfelder, sondern ließ auch die beiden einzigen noch verbliebenen Fleckengruppen klar erkennen. Weit im Westen stand die AR 12628 als H1, östlich des Sonnenmeridians die AR 12629 als D8, wobei die Penumbra im p-Teil zwei klar voneinenander getrennte Umbren aufwies. Beide Gruppen waren auf der Nordhalbkugel der Sonne zu sehen.

Im H-alpha-Licht war es anfangs schwierig, überhaupt etwas zu sehen. Zu heftig war die Bewegung m Sonnenrand. So erkannte ich erst nach und nach alle 7 Protuberanzen, die oft nur sehr schwer mit dem Hintergrund kontrastierten. Besonders interessant war eine im Südwesten, die aussah, wie eine sprudelnde Quelle. Recht kontrastarm waren auch die 4 Flaregebiete und die 8 oft nur leicht strich- oder punktförmigen Filamente. Sie waren wirr und regellos über die Oberfläche verteilt. Gerade die schwächlichen und kontrastarmen Erscheinungen auf der Oberfläche und die nur noch mickrigen Protuberanzen sind ein untrügliches Zeichen für den zu Ende gehenden Zyklus. Aber vielleicht kommt da ja doch noch mal was Anständiges um den Sonnenrand herum.


Sonntag, 15. Januar 2017

Sonne am 15.1.2017

Der Tag war, was die Sonnenbeobachtung anging, sehr frustrierend. Zunächst gab es keinen klaren Himmel, wie er noch am Abend zuvor vorhergesagt wurde, es war total bewölkt. Ab mittags sollte es aufklaren. Auch das passierte nicht. Erst am frühen Nachmittag zeigten sich im Westen erste größere Wolkenlücken. Und als ich schon dabei war, das Teleskop aufzubauen, musste ich feststellen, dass diese mit einem Mal nicht mehr voran kamen, sondern solange stehen blieben, bis neue Wolken aus dem Norden heran kamen und die Sonne nicht mehr zu sehen war. Sie verschwand schließlich hinterm Hochhaus und nun hieß es, mindestens zweieinhalb Stunden zu warten.

Schließlich klarte es richtig auf. Der Beobachter Bergedorf konnte schon aktiv werden, als bei mir die Sonne noch hinter dem Hochhaus stand. Ein anderer Beobachter aus Halstenbek hatte schon am Vormittag beobachten können …  Irgendwann war der Himmel fast völlig frei von Wolken und ich konnte beobachten, als die Sonne hinter dem ersten Hochhaus rauskam. Das Seeing war angesichts der Position zwischen den Häusern erstaunlich gut und so gab es für mich die erste störungsfreie Beobachtung des Jahres.

Im Weißlicht waren die beiden Regionen 12526 als J1 und die 12626 als J2 sofort zu sehen, leicht schräg hinter der 12626 war noch eine kleine A1 zu finden, die aber nur sehr schwer zu erkennen war. Bei schlechterem Seeing hätte ich die bestimmt übersehen.

Das Seeing ließ dieses Mal viele Einzelheiten im H-alpha-Licht erkennen. Von den gestern noch zu sehenden Protuberanzen war nicht mehr viel übrig. Lediglich sowohl am West- als auch am Ostrand waren jeweils drei Exemplare zu sehen, während auf der Oberfläche 3 Flaregebiete und nur noch 7, zumeist stummelartige, Filamente zu erkennen waren. Weite Teile der Sonnenoberfläche waren nun wieder erscheinungsfrei.

Das Wetter soll in den kommenden Tagen nun wieder sonniger werden, wenn ich wieder den ganzen Tag auf der Arbeit verbringe und deshalb weitere Ausfalltage ansammle ...

Samstag, 14. Januar 2017

Sonne am 14.1.2017

Der Tag begann mit einem wolkenlosen, blauen Himmel und als ich den fast vollen Mond am Westhimmel hinter Bäumen verschwinden sah, hoffte ich auf eine Sonnenbeobachtung unter besseren Umständen als am Vortag. Daraus wurde jedoch nichts.

Kurz nach 10 Uhr rief mich ein Freund aus Bergedorf an, der zu dem Zeitpunkt schon beobachtet hatte. Für mich stand die Sonne da noch hinter einem Nachbarhaus und sie kam nur quälend langsam dahinter hervor, nur um dann gleich wieder hinter Bäumen zu stehen. Dennoch richtete ich mein kleines Teleskop von der Fensterbank aus auf die Sonne und erkannte dabei sofort die beiden Fleckengruppen, die ich bereits gestern gesehen hatte: die AR 12625 als J1 und die AR 12626 als J2. Darunter stand noch eine A1, die ich wegen des Baumes zunächst nicht sehen konnte, weil die Sonne da hinter dickem Geäst stand. Erst als sich eine kleine Lücke ergab, fand ich die Gruppe, die auch jetzt noch keine eigenständige Summe hat, aber wohl die AR 12627 werden wird.

Danach wechselte ich zum PST, musste mich aber wegen der drohenden Kante meines eigenen Wohnhauses beeilen, um noch beobachten zu können. Bei einer Schnellzählung kam ich auf 10 Protuberanzen, 4 Filamente und 3 Flaregebiete. Besonders interessant war dabei der Bereich des Ostrandes, um den die drei neuen Gruppen herumgekommen war. Hier stand eine große Büschelprotuberanz und der Bereich der Flecken war hier von zwei großen Flaregebieten umgeben. Weitere Protuberanzen konnten entlang des Ostrandes erfasst werden. Der Westrand zeigte drei größere Materiebögen, eines davon genau der großen am Ostrand gegenüberstehend mit einer filigranen Struktur. Dann war Schluss und die Sonne stand hinter der Kante.  Ich konnte nur auf den Nachmittag hoffen. 

Wie so oft erfüllte sich die Hoffnung nicht, denn ab Mittag zog sich der Himmel zu, wurde schleimig und die wenigen Lücken, die sich noch zeigten, waren für eine Beobachtung ungeeignet. Später kam die Sonne noch mal für länger raus, stand dann aber hinter einem der nervigen Hochhäuser, sodass Kontrollbeobachtungen nicht mehr möglich waren ... 

Freitag, 13. Januar 2017

Sonne am 13.1.2017

Elf Ausfalltage musste ich über mich ergehen lassen, die zum Teil sehr sonnig waren, die ich aber auf der Arbeit verbracht habe und zu spät zu Hause war, um noch beobachten zu können. In diese Phase fielen alle bisherigen fleckenfreien Tage des Jahres 2017. Nur der Tatsache, dass dr Tagbogen der Sonne ganz langsam wieder länger wird, war die Beobachtung zu verdanken, die allerdings unter denkbar schlechten Rahmenbedingungen stattfand.

Als ich nach Feierabend und Einkauf zu Hause ankam, sah ich, dass die Sonne vom Dachboden aus auf der rechten Treppenhausseite noch zu sehen war. Also baute ich schnell das Teleskop auf, nur um festzustellen, dass das Seeing eine einzige Katastrophe war. Mich empfing ein durchgehend wallender Sonnenrand bei einer schon leicht deformierten Sonne und es drohte wieder die Kante des Hochhauses. Dafür konnte ich die beiden neuen Gruppen relativleicht finden, wenn sie sich, bedingt durch das Seeing, scheinbar ständig aufpumpten und wieder in sich zusammenfielen. Die AR 12625 war eine J1 und nordöstlich davon stand am Ostrand noch eine J2. Beide Fleckengruppen standen in einem gemeinsamen Fackelfeld.

Richtig gruselig wurde es im H-alpha-Licht mit dem PST. Der Rand und die Oberfläche waren ebenfalls ständig am Pumpen und so hatte ich arge Schwierigkeiten, überhaupt etwas zu sehen. Eine schon eiförmige rote Sonne vor tiefrotem Hintergrund gab nicht nur wenig Kontrast, es ließ auch nicht viel Detail erkennen. Am Rande zählte ich im Schnelldurchlauf 11 kleine Protuberanzen, auf der Oberfläche 5 Filamente und kein einziges Flaregebiet. Nochmalige Kontrollen scheiterten am Seeing und der nun deutlich wahrnehmbaren Hauskante, hinter der die arg tief stehende Sonne schließlich verschwand.

So blieb mir wieder nur eine winterliche Beobachtung unter Zeitdruck und schlechtem Seeing ...