Freitag, 31. März 2017

Sonne am 31.3.2017

Am letzten Tag vor meiner Rückreise nach Hamburg konnte ich abermals vor dem Frühstück beobachten. Der Himmel war ziemlich vercirrt, aber gerade so, dass man noch einigermaßen problemlos durchgucken konnte.

Im Weißlicht hatte die AR 12644 nun alle Flecken außerhalb der Penumbren verloren und gehörte nach meiner Einschätzung zur Waldmeierklasse D. Auf der Südhemisphäre hatte sich die AR 12645 seit gestern enorm weiterentwickelt und ich stufte sie als E24 ein, vor allem, da nicht nur ihre Penumbren, sondern auch der Raum dazwischen teilweise sehr wirr strukturiert ist, was immer auf ein sehr komplexes, lokales Magnetfeld hinweist.

Das zeigte sich denn auch im H-alpha-Licht, wo am Rand 6 kleine Protuberanzen – die größte im Nordwesten – und auf der Oberfläche 5 teilweise sehr helle Flaregebiete und 8 kleine, oft kaum wahrnehmbare Filamente zu sehen waren, sich weite Teile der Oberfläche aber auch wieder ohne Erscheinungen solarer Aktivität präsentierten.



Donnerstag, 30. März 2017

Sonne am 30.3.2017

Von einem anderen Standort als gewohnt zu beobachten, kann auch für die Sonne von riesigem Vorteil sein, denn durch meinen Jahresurlaub, der dieses Jahr wohl nur eine Woche lang sein wird, und die Astroreise nach Rheinland-Pfalz konnte ich bisher an jedem Tag beobachten und damit die Verluste durch die schlechten Bedingungen in Hamburg zumindest ein wenig auffangen, wenn auch nicht ausgleichen.

So begann auch der heutige Tag mit einer Sonnenbeobachtung und das unter lange nicht mehr erlebtem guten Seeing. Im Weißlicht gibt es weiterhin zwei größere Fleckengruppen, die AR 12644 im Norden und die AR 12645 im Süden. Und bei beiden sind zwei völlig gegeneinander laufende Entwicklungen zu beobachten: die 12644 hat ihre Einzelflecken zwischen den Penumbren verloren und wird wohl demnächst zerfallen, die 12645 hat abermals einen kleinen Schub und neue Flecken und Penumbren dazubekommen. Sie steht derzeit, ohne eine Messung vorgenommen zu haben, an der Grenze zur Klasse E, dürfte diese aber auch wegen der fehlenden Komplexität der Penumbren, die doch eher sehr einfach gestrickt sind, noch nicht überschritten haben.

Im H-alpha-Licht ist dagegen die bereits gestern in Ansätzen zu beobachtende, wieder abflauende Aktivität klar erkennbar. Die Zahl der Protuberanzen ist auch 6 Stück zurückgegangen, die am Westrand stehenden sind von der Erde aus gesehen hinter die Sonne rotiert. Im Osten ist nur noch ein kleiner Bogen und ein Spritzer zu sehen, während es im Westen (noch) zwei weitere Bögen, eine Rampe und ein Spitzkegel sind. Damit dürfte der jüngste Anstieg der Aktivität bald schon wieder vorbei sein.

Mittwoch, 29. März 2017

Sonne am 29.3.2017

Der Tag begann wieder sehr sonnig, bei frischen Temperaturen, hoher Feuchtigkeit und einem fast blauen Himmel. Lange habe ich das vermisst.

Nach dem rasanten Anstieg der Aktivität in den letzten Tagen scheint sie nun wieder ein wenig zu stagnieren. Das wird besonders an der AR 12644 deutlich, die in den letzten Stunden fast alle Flecken zwischen den Penumbren verloren hatte. Ein untrügliches Zeichen für eine bevorstehende Auflösung des Sonnenflecks. Sie war dennoch weiterhin eine D-Gruppe mit nunmehr 14 Flecken. Die AR 12646 war am Westrand nicht mehr zu sehen, nur das sie umgebende Fackelfeld war noch vorhanden. Die AR 12645 hingegen zeigte kaum Veränderungen und war eine D mit 7 Flecken.

Im H-alpha-Licht schien mir die Aktivität auch ein wenig abgenommen zu haben. Am Rand tummelten sich zwar 7 Protuberanzen -5 davon am Westrand mit Bögen, Büscheln und Spritzern – und auf der Oberfläche gab es 5 Flaregebiete – die auffälligsten naturgemäß rund um die beiden Aktiven Regionen – sowie 12 Filamente, dennoch erschein das Bild im Okular auf weniger Aktivität hinzuweisen. Alle Erscheinungen waren kleiner oder zumindest weniger auffällig. Wahrscheinlich wird auch hier der aktuelle Aktivitätsschub alsbald wieder vorbei sein.


Dienstag, 28. März 2017

Sonne am 28.3.2017

Der aktuelle Aktivitätsschub hält offenbar an. Nachdem ich gestern im ersten Anlauf die neue AR 12645 noch übersehen und später dann als A3 klassifiziert hatte, war diese heute als D 6 eindeutig zu sehen und hatte eine enorme Wandlung hinter sich gebracht. Diese rasche Entwicklung neuer Fleckengruppen konnte in der letzten Zeit häufiger beobachtet werden und meist brachen sie kurze Zeit später völlig zusammen. Stabiler erscheint auf jeden Fall die AR 12644, die ich auch heute der Waldmeierklasse D zuordnete undin der ich 14 Flecken zählen konnte. Gestern war noch von einem anderen Sonnenbeobachter eine Länge von 90.000 km ermittelt worden, man darf gespannt sein, welche Ausdehnung sie heute hat und ob sie schon die Grenze zur Klasse E überschritten hat. Kaum der Rede wert war dagegen die AR 12646, die, gestern noch als J1 klassifiziert werden konnte, heute nur noch eine schwach erscheinende A1 in einem Fackelfeld am Westrand war und leicht übersehen werden könnte.

Im H-alpha-Licht war ebenfalls eine deutliche Zunahme der Aktivitätserscheinungen zu registrieren. Am Rand zählte ich 9 Protuberanzen, die gerade am Ostrand recht groß und wirr strukturiert erschienen. Im Südosten war auch eine zu finden, die hier direkt in ein Filament überging, zuletzt hatte ich das im Sommer vergangenen Jahres gesehen. Mit drei Flaregebieten – eines war gerade aktiv - und 12 (!) Filamenten war auch die Oberfläche sehr aktiv. Allerdings gab es nur vier Exemplare, die sich über mehrere heliographische Grade erstreckten, die übrigen waren sehr lokal begrenzt und als mehr oder weniger dick verschmierte Punkte zu sehen. Bleibt zu hoffen, dass uns die gegenwärtige Aktivität noch ein wenig erhalten bleibt, die letzten Wochen gaben schon mal einen Vorgeschmack auf das kommende und warscheinlich sehr tiefe Minimum um 2019/2020 herum.

Montag, 27. März 2017

Sonne am 27.3.2017

Es ist immer wieder ein Erlebnis, den Tag mit einer Sonnenbeobachtung beginnen zu können und so war es mir an meinem Urlaubsort in Daun möglich, recht frühzeitig bei ziemlich gutem Seeing beginnen zu können.

Die Sonnenaktivität hat in der Tat wieder ein wenig angezogen. Die AR 12643 hatte sich aufgelöst, war aber auch gestern nur unter großer Anstrengung zu sehen. Die AR 12644 entwickelte sich dagegen prächtig und war eine D 9 mit zwei ziemlich konfusen Penumbren, was auf eine höhere Aktivität im lokalen Magnetfeld hindeutete. Westlich davon war eine neue J1-Gruppe entstanden, die wohl die NOAA-Nummer 12645 bekommen wird. Die Zahl der Fackelfelder war allerdings weiterhin gering und ich kam nur auf 2, je eine am Ost- und eine am Westrand.

Im H-alpha-Licht war die Beobachtung entsprechend spannend. Am Rand zeigten sich 6 Protuberanzen und drei davon waren sogar etwas größer als die der vergangenen Wochen. Im Nordosten stand ein Spitzkegel neben einer schwachen Erhebung und im Südosten zeigte sich eine schöne Büschelprotuberanz. Am Westrand waren ein kleiner Sitzkegel und ein weiterer Büschel auszumachen, begleitet von kleineren »Protübchen«.

Auf der Oberfläche zeigte sich an der Position der AR 12644 ein auffällig großes und flächiges Flaregebiet, westlich davon zwei und südöstlich ein weiteres, helles Aktivitätsgebiet. Garniert wurde das ganze durch 8 verschieden große, aber nicht besonders auffällige Filamente. Man darf gespannt sein, wie lange der aktuelle Aktivitätsschub anhalten wird. 

Sonntag, 26. März 2017

Sonne am 25. und 26.3.2017

Am 25. März ging es erst einmal per Auto über die A1 ins rheinland-pfälzische Daun zu einem einwöchigen Astrourlaub. Nach unserer Ankunft ging es dann gleich wegen des Astronomietages zum Observatorium Hoher List, wo wir an den dortigen Geräten und denen einiger Sternfreunde die Sonne im Weißlicht und im H-alpha beobachten konnten. Das Wetter war aufgrund vieler Cirren leider eher suboptimal und wir mussten leider mit schlechten Bedingungen Vorlieb nehmen. Viel gab es an dem Tag aber ohnehin nicht zu sehen.

Mit der AR 12643 erkannten wir – selbst mit den dortigen Instrumenten – nur eine einzige kleine Fleckengruppe, die ich als A2 klassifizierte. Im H-alpha-Licht waren es dann trotz der widrigen Bedingungen immerhin 5 Protuberanzen, 4 Filamente und zwei (!) Flaregebiete.

Heute hatte sich dies fundamental geändert. Der Himmel war bläulicher und die Cirren weniger, dafür steigt die Aktivität anscheinend leicht an. Neben der AR 12643, die ich nur schwach als A1 wahrnehmen konnte, war im Weißlicht die AR 12644 neu entstanden und zeigte sich als D7 mit zwei ausgeprägten Penumbren und zwei Fackelgebieten am Sonnenrand.

Im H-alpha-Licht war die Aktität auch heute deutlich höher. 5 Protuberanzen waren am Rand zu sehen – drei davon spürbar größer – und auf der Oberfläche war an der Position der AR 12644 ein helles Flaregebiet zu sehen sowie drei kleinere. Außerdem zählte ich hier 6 Filamente. Schade, dass dies nicht schon am Tag der Astronomie der Fall war.

Freitag, 24. März 2017

Sonne am 24.3.2017

Schon wieder musste ich – witterungs- und vor allem berufsbedingt – gleich fünf Ausfalltage am Stück hinnehmen, sodass die Entwicklung der letzten Tage komplett an mir vorüberging. So ist der März bis dato der Monat mit der seit 2001 schlechtesten Ausbeute an Beobachtungen und es bleibt zu hoffen, dass die nächsten Tage ein wenig besser werden, um die ganzen Verluste aus dem 1. Quartal (bislang nur 21 Beobachtungstage in 2017 gegenüber 36 im Jahr 2016) zumindest ein wenig auszugleichen.

Die Sonnenaktivität ist weiterhin sehr niedrig. Mit der AR 12643 war nur eine winzige Fleckengruppe (eine J2) zu sehen. Fackelfelder waren abermals nicht zu sehen.

Im H-alpha-Licht war es kaum besser: am Rand standen zwar 6 Protuberanzen, durchaus auch in unterschiedlicher Gestalt (Büschel, Spritzer und Bögen), doch auf der Oberfläche gab es nur 5 Filamente – 4 davon punktförmig – und 3 kaum wahrnehmbare Flaregebiete. Für den morgigen Astronomietag ist das schlecht, denn vielen der Besucher*innen auf den Sternwarten werden kaum etwas erkennen können.

Samstag, 18. März 2017

Sonne am 17.3.2017

Die heutige Beobachtung war eine sehr windige Angelegenheit - im wahrsten Sinne des Wortes – und Murphy durfte sich mal so richtig austoben. Doch der Reihe nach. Als ich eine größere Wolkenlücke sah, baute ich meinen kleinen Refraktor auf der Fensterbank auf und justierte ihn ein. Als ich mit der Beobachtung beginnen wollte, drehte sich plötzlich der Herschelkeil und warf das Okular nach unten aus. Bei Aufheben schlug das Fenster fast zu, ich stieß mir den Kopf und musste gleichzeitig das Teleskop festhalten, das aus dem Fenster zu fallen drohte. Doch dem nicht genug.

Alles wieder aufgestellt und die Wolkenlücke war weg. Als nächstes flog wieder ein Zettel raus und nahm den daneben liegenden Bleistift mit. Gleichzeitig rutschte meine Brille von der Fensterbank und beim Zupacken wurde einer der Bügel leicht verbogen. Also darf ich heute noch zum Optiker rennen, da ich morgen mit dem Auto fahren muss. Inzwischen zog die nächsten Wolkenlücke ungenutzt vorüber und der Wind wehte in meiner Wohnung eine Lampe vom Nachttisch, dabei ging die Energiesparlampe zu Bruch und ich musste das weiße Pulver erst mal aufsaugen. Dann endlich wurde es etwas windstiller, bis zur nächsten Wolkenlücke und wieder fegte der Sturm ein Blatt Papier in die Bäume. Murphy at it´s best.

Irgendwanne rwischte ich dann doch eine Wolkenlücke und sah im Weißlicht wieder eine fleckenfreie Sonne, aber immerhin zwei Fackelgebiete, je eines am Ost- und am Westrand.

Die Beobachtung im H-alpha-Licht war angesichts des nun schlechter werdenden Seeing – dafür ließ der Wind ein wenig nach – gelinde gesagt, schwierig. 6 Protuberanzen – fünf am West-, eine am Ostrand – 5 kleine Filamente und weiter nicht ein einziges Flaregebiet waren das Ergebnis, das nur durch das Inkaufnehmen kleinerer Sachschäden zustande kam ...

Donnerstag, 16. März 2017

Sonne am 16.3.2017

Heute war einer der wenigen, wenn nicht gar der wirklich erste, stressfreie Beobachtungstag des Jahres. Es war warm, die Sonne stand ungestört von Wolken am Himmel und sogar das Seeing war ganz ordentlich.

Die Weißlichtsonne war immer noch ohne Flecken und Fackeln, nach meinen eigenen Beobachtungen und den im Web aufzufindenden Aufnahmen der Sonnensatelliten nun schon ununterbrochen seit 11/12 Tagen. Das dürfte die bislang längste fleckenfreie Periode im zu Ende gehenden Zyklus sein.

Im H-alpha-Licht war auch nur wenig zu finden: 6 kleine Protuberanzen inkl. eines kleinen Wölkchens am Rand und 3 etwas länglichere Filamente auf der Oberfläche, während Flaregebiete weiterhin fehlten. Alles ein wenig wie gehabt und auf sehr niedrigem Aktivitätslevel.

Mittwoch, 15. März 2017

Sonne am 15.3.2017

Nachdem es gestern einen Ausfalltag gab, weil sich die Sonne nur um die Mittagszeit zeigte, als ich auf der Arbeit war, war der heute Tag fast makellos blau und ohne Wolken – bis ich nach Hause kam und die Cirren immer mehr wurden. Aber noch waren sie nicht so dicht, dass ich gar nichts mehr sehen konnte, wenn auch der Himmelhintergrund im Weißlicht grau und im H-alpha-Licht hellorange war …

Im Weißlicht zeigte sich ein stark wallender Sonnenrand, der nur wenig vom Geschehen am Rand offenbarte, weswegen ich auch heute kein Fackelfeld erkennen konnte. Im Laufe des Tages meldeten einige Institute eine kleine Pore, die sich mitten auf der Sonne gesehen haben (wollen). In meinem kleinen 80/400er Refraktor war davon naturgemäß nichts zu sehen, da Poren einen Durchmesser von unter einer Bogensekunde haben, die mein Teleskop sowieso nicht auflöst.

Ähnlich sah es leider im H-alpha-Licht aus: Der Rand war auch in dieser Wellenlänge in steter Bewegung. Es waren mit Mühe 5 kleine Protuberanzen zu sehen, während ich auf der Oberfläche auch nur 4 kleine Filamente erkennen konnte. Flaregebiete waren abermals nicht dabei. Und während diese Zeilen entstehen, wird draußen das Sonnenlicht immer fahler ...

Montag, 13. März 2017

Sonne am 13.3.2017

Wieder einmal wurde das Wetter anders als vorhergesagt. Sonnig sollte es sein, doch das Tagesgestirn war weitestgehend hinter Wolken verschwunden. Dennoch gab es ein Lücke, durch die ich dann doch hindurchschauen konnte und das Seeing war gar nicht mal so schlecht, wie in den vergangenen Tagen.

Im Weißlicht war immer noch kein neuer Fleck aufgetaucht und Fackelfelder gab es auch wieder keine zu sehen.

Im H-alpha-Licht hingegen gab es am Ostrand eine schöne kleine Bogenprotuberanz, am Westrand zwei Büschel und drei Spritzer, also insgesamt 6 Erscheinungen. Auf der Oberfläche fehlten weiter alls Flaregebiete. Immerhin konnte ich 3 Filamente mit schwachem Kontrast zur Umgebung erkennen. Für nähere Betrachtungen war dann aber die Wolkenlücke wieder zu klein, doch jetzt, wo die Sonne am untergehen ist, klart der Himmel auf ...

Sonntag, 12. März 2017

Sonne am 11. und 12.3.2017

Die letzten beiden Tagen waren im Norden geprägt von einem syphigen Himmel, während im Rest des Landes der Himmel weitgehend frei von Wolken war. Und so ähnelten sich der gestrige und der heutige Tag sehr bei der Beobachtung. Nur zeitweise war der Himmel für wenige Augenblicke etwas weniger verschleimt und man konnte eine fleckenlose Sonne beobachten.

Gestern konnte ich vor der Abfahrt zum Norddeutschen Astrofotografentreffen nach Hildesheim noch kurz beobachten. Später gab es dort einen wolkenlosen Himmel … Das Seeing war an beiden Tagen schlecht, die Ruhe lag jeweils bei 4, die Schärfe bei 3 und 4 nach der Kiepenheuer-Skala.

Die niedrige Aktivität der Sonne zog dieses Mal auch eine extrem niedrige Zahl an Erscheinungen im H-alpha-Licht nach sich. Gestern kam ich auf 5 Protuberanzen am Rand, wobei die größten Formationen am Westrand zu sehen waren: ein schöner Bogen und ein pyramidenförmiger Spritzer, während eine kleinere Ausgabe davon am Ostrand stand. Zwei kleine Erhebungen, die kaum über den Rand zu schauen vermochten, rundesten das schwache Bild ab. Auf der Oberfläche gab es keine Flaregebiete mehr und nur noch 3 verkümmerte Filamente.

Heute war dies nicht wesentlich anders. An der Stelle der Bogenprotuberanz am Westrand stand nunmehr eine Rampe, aus der Pyramide war ein kleiner Bogen geworden und weiter südlich befand sich ein neuer »Spritzer«. Am Ostrand war aus dem dortigen »Spritzer« eine Büschelportuberanz geworden. Leider war die Wolkenlücke so kurz, dass zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Blogbeitrags der Himmel wieder nur weiß und ohne große Konturen war.

Freitag, 10. März 2017

Sonne am 10.3.2017

Mehrmals angekündigt und dann doch nicht gekommen: der Sonnenschein über Hamburg, doch nach 4 weiteren wolkenverhangenen Tagen schien heute endlich mal wieder die Sonne und ich konnte auch – wider Erwarten – etwas früher Feierabend machen. Also ging es schnell nach Hause und ich baute meinen kleinen 80/400er-Refraktor auf der Fensterbank auf und da war er auch schon, der erste Murph. Ein Windstoß weht das gerade zurecht gelegte Stück Papier nach draußen in die Bäume und der Bleistift fiel herunter. Neues Blatt genommen, Papier aufgehoben und schon waren wieder Wolken da. Ganz klar ein abgekartertes Spiel.

Doch die Quälgeister zogen schnell weg und gaben die Sonne frei, doch außer einem heftigen in Bewegung befindlichen Sonnenrand und einer still vor sich hin blubbernden Oberfläche war nichts zu sehen. Es stellte sich heraus, dass die Sonne nicht nur ohne Flecken, sondern auch ohne Fackelfelder war. Also wechselte ich schnell ins H-alpha-Licht.

Hier zeigte sich vor allen der Rand sehr aktiv: 7 Protuberanzen mit unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen waren zu sehen: eine kleine Pyramide, zwei Spritzer, ein über dem Ostrand schwebendes Wölkchen und ein paar weniger gut definierbare Erscheinungen traten dem Auge des Betrachters entgegen. Die Oberfläche war dann das genaue Gegenteil: kein in meinem kleinen Teleskop sichtbares Flaregebiet und nur 4 zaghafte Andeutungen von Filamenten. Insgesamt also eine sehr ruhige Sonne und: endlich mal wieder beobachtet!

Sonntag, 5. März 2017

Sonne am 5.3.2017

Nachdem der Tag mit heftigen Regengüssen begann, die mich kurz nach 6 Uhr weckten rechnete ich nicht ernsthaft mit einer Beobachtung am Vormittag. Die Wettervorhersage verschob den für den Morgen angekündigten Sonnenschein immer mehr in den Nachmittag und angesichts der Murphys der letzten Zeit hatte ich die heutige Beobachtung eigentlich schon abgeschrieben. Erstaunlicherweise kam es aber anders. Kurz nach 11 Uhr MEZ zeigten sich erste zaghafte Lücken und eine Stunde später riss die Bewölkung dann stellenweise völlig auf und das sogar in Richtung Sonne.

Das Seeing war besser als gestern, wenn auch nicht gerade umwerfend, woran die rasch durchziehenden Wolken einen nicht unerheblichen Anteil hatten. Diese störten die Konzentration auf die Oberfläche im Weißlicht ganz erheblich, doch am Ende der Beobachtung war ich mir sicher, dass die Sonne heute fleckenfrei war. Selbst die kleine B-Gruppe, die gestern noch in kurzen Momenten ganz schwach durchkam, war unter den besseren Bedingungen heute nicht mehr zu finden.

Im H-alpha-Licht war die Sicht ebenfalls erheblich besser und so konnte ich – vorwiegend am Ostrand – insgesamt 6 Protuberanzen sehen. Auf der Oberfläche waren es 2 schwache Flaregebiete und 5 stummelige Filamente, die einer Kette gleich hoch im Norden zu finden waren und dort eine Art Polkalotte bildeten. Man musste allerdings schon sehr genau hinschauen, um sie auch wirklich und wahrhaftig zu sehen.

Glaubt man der Wettervorhersage, war dies wohl die letzte Beobachtung vor der Monatsmitte, denn den nächsten Sonnenschein soll es danach erst wieder ab dem 15. geben, was zum schlechtesten Frühjahr seit 2001 passen würde, wo ich im Februar keine einzige Beobachtung zustande bekommen hatte.

Samstag, 4. März 2017

Sonne am 4.3.2017

Der nun endlich wieder deutlich wahrnehmbare höhere Sonnenstand ermöglichte mir eine Beobachtung kurz nach dem Frühstück. Das Seeing war abermals sehr schlecht, der Syph nahm mir weitestgehend die Sicht und für das H-alpha-Licht war die dadurch bedingte Lichtschwächung schon fast zu stark, um Einzelheiten erkennen zu können. Überdies war der Himmel im Umfeld der Sonne (Daumentest!) hellweiß!

Praktisch nur wenige Stunden nach der letzten Beobachtung hatte sich die aktuelle Sonnenaktivität im Weißlicht schlagratig verändert: zählte ich gestern noch 5 Gruppen, die nach und nach aus dem Syph auftauchten, war es heute nur noch eine kleine B2. Die AR 12638 war um den westlichen Sonnenrand herum wegrotiert und die gestern schon sehr schwächlich wirkenden und kontrastarmen kleinen Gruppen hatten sich quasi über Nacht praktisch aufgelöst. Nur ein kümmerlicher Rest im Bereich der AR 12641 war noch übrig geblieben. Und dieser war immer nur für ganz kurze Zeit im allgemeinen Seeinggeblubber zu sehen. Möglicherweise noch vorhandene, kleinere Flecken sind mit meinem 80/400er-Refraktor aber nicht mehr zu erfassen, zumindest nicht beim gegenwärtigen Seeing und der mangelhaften Durchsicht.

Im H-alpha-Licht war anfangs kaum etwas zu sehen und auch hier konnte ich erst nach längerer Beobachtungszeit überhaupt etwas ausmachen: am Rand befanden sich 5 kleine Protuberanzen, von denen 3 immerhin sehr früh erkennbar waren. Die Oberfläche schien fast frei von Erscheinungen zu sein, nur noch 2 Flaregebiete und drei nahezu punktförmige Filamente waren zu sehen. Anscheinend steht ein erneuter, diesmal besonders tiefer, aber zeitlich begrenzter Aktivitätseinbruch bevor!

Freitag, 3. März 2017

Sonne am 3.3.2017

Wieder gingen 6 Tage ins Land, an denen ich teilweise trotz besten Wetter wieder nicht beobachten konnte, weil ich entweder zu spät Feierabend hatte oder die Sonne nur für 10 Minuten von Wolken bedeckt war: genau in dem Zeitfenster als sie zwischen Hochhaus und Tanne stand. Vorher und nachher war der Himmel wieder wolkenfrei. Nicht so heute. Ich konnte endlich mal früher Feierabend machen und dann bequem die Sonne beobachten, allerdings bei sehr schlechtem Seeing (Ruhe und Schärfe jeweils 4!).

Der erste Blick ins Weißlicht war enttäuschen, wegen zunehmender Schleierbewölkung sah ich zunächst gar nichts. Nicht mal die AR 12638 als J1 am Sonnenrand. Mein Beobachtungsauge fand nichts mit ausreichendem Kontrast, um sich daran festzuhaken. Erst als ich systematisch den Sonnenrand absuchte, fand ich die Gruppe dann plötzlich und die an sich schwache AR 12640 ging mir als A1 denn auch gleich ins Netz. Schwieriger war es mit den übrigen zwei Gruppen. Auch hier musste ich mich schon stark konzentrieren, um sie in dem Syph überhaupt wahrzunehmen. Dann klassifizierte ich die AR 12642 als B6 und die 12641 als B9. In einem Fackelfeld am Ostrand entdeckte ich durch puren Zufall noch eine A1, noch ohne NOAA-Nummer.

Noch schlimmer als im Weißlicht war die Beobachtung im H-alpha-Licht: der Kontrast der Aktivitätsgebiete war hier noch geringer. Zwar erkannte ich am Rand 6 kleine Protuberanzen, doch schon bei den Flaregebieten scheiterte ich fast. Sie sind zwar heller als die umgebende Sonnenoberfläche, dennoch war ihr Kontrast so gering, dass ich kaum etwas sehen konnte. Schließlich zählte ich 3 Flaregebiete und nur 2 kleine Filamentstummel nah am Westrand. Leider wieder eine Beobachtung unter suboptimalen Bedingungen, als Hauptsache, es konnte überhaupt mal wieder beobachtet werden, was in diesem Frühjahr ja eine ausgesprochene Rarität darstellt.