Donnerstag, 30. März 2017

Sonne am 30.3.2017

Von einem anderen Standort als gewohnt zu beobachten, kann auch für die Sonne von riesigem Vorteil sein, denn durch meinen Jahresurlaub, der dieses Jahr wohl nur eine Woche lang sein wird, und die Astroreise nach Rheinland-Pfalz konnte ich bisher an jedem Tag beobachten und damit die Verluste durch die schlechten Bedingungen in Hamburg zumindest ein wenig auffangen, wenn auch nicht ausgleichen.

So begann auch der heutige Tag mit einer Sonnenbeobachtung und das unter lange nicht mehr erlebtem guten Seeing. Im Weißlicht gibt es weiterhin zwei größere Fleckengruppen, die AR 12644 im Norden und die AR 12645 im Süden. Und bei beiden sind zwei völlig gegeneinander laufende Entwicklungen zu beobachten: die 12644 hat ihre Einzelflecken zwischen den Penumbren verloren und wird wohl demnächst zerfallen, die 12645 hat abermals einen kleinen Schub und neue Flecken und Penumbren dazubekommen. Sie steht derzeit, ohne eine Messung vorgenommen zu haben, an der Grenze zur Klasse E, dürfte diese aber auch wegen der fehlenden Komplexität der Penumbren, die doch eher sehr einfach gestrickt sind, noch nicht überschritten haben.

Im H-alpha-Licht ist dagegen die bereits gestern in Ansätzen zu beobachtende, wieder abflauende Aktivität klar erkennbar. Die Zahl der Protuberanzen ist auch 6 Stück zurückgegangen, die am Westrand stehenden sind von der Erde aus gesehen hinter die Sonne rotiert. Im Osten ist nur noch ein kleiner Bogen und ein Spritzer zu sehen, während es im Westen (noch) zwei weitere Bögen, eine Rampe und ein Spitzkegel sind. Damit dürfte der jüngste Anstieg der Aktivität bald schon wieder vorbei sein.

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